Ca. 80 Prozent des Energieverbrauchs in einem Haushalt fallen auf Heizung und Warmwasser. Wer hier sparen möchte, sollte die Heizungsanlage auf dem aktuellen Stand halten. Schwachstellen und Einsparpotenziale erkennen Sie ganz einfach mit unserer Checkliste für bestehende Heizungsanlagen.
 

1. Die Wärmeerzeugung

Wenn Sie eine Öl- oder Gasheizung ohne Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik betreiben, die bereits älter als 30 Jahre ist, fordert die EnEV 2014 in vielen Fällen den Austausch der Geräte. Die genauen Bedingungen zur Austauschpflicht finden Sie in unserem Artikel, "Diese Heizungen müssen raus".

 
1.1 Wie alt ist die installierte Heizungsanlage? Handelt es sich um Konstant-, Niedertemperatur- oder bereits um Brennwerttechnik?
1.2 Welchen Energieträger nutzt die Heizungsanlage?
1.3 Ist der Austausch der Heizung geplant? Handelt es sich um einen Konstanttemperaturkessel, der 30 Jahre oder älter ist und ausgetauscht werden muss? Wenn ja, sind erneuerbare Energie einzubinden? (Pflicht in Baden-Württemberg)
1.4 Fand eine regelmäßige Wartung der Heizung statt?
1.5 Sind Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre vorhanden?
1.6

Heiz-Alternativen prüfen:

1.7 Welcher Gebäude-Energiestandard ist zu erreichen? Welche Fördermittel können genutzt werden?
1.8 Gibt es eine Solarthermieanlage? Wenn ja, dient diese allein der Warmwasserbereitung oder auch der Heizungsunterstützung?
1.9 Sind zusätzliche Wärmeerzeuger vorhanden (z.B. ein Kaminofen)?
 

2. Der Umstieg auf ein anderes Heizsystem

Immer mehr Sanierer entscheiden sich bei einem Heizungstausch für einen neuen Energieträger. Sie wechseln zum Beispiel von Öl zu Gas oder Pellets, um ihre Heizkosten zu senken und sich für die Zukunft zu rüsten. Damit das funktioniert, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.

 

2.1 Wie viel Platz ist im Haus oder auf dem Grundstück vorhanden? Lässt sich ein Holz- oder Pelletlager aufstellen? Sind Flachkollektoren oder Sondenbohrungen für eine Wärmepumpe möglich?
2.2 Ist bereits ein Gasanschluss im Haus vorhanden? Wenn nicht: Befindet sich in Gebäudenähe eine Gasversorgungsleitung?
2.3 Gibt es unverschattete Steildachflächen nach Osten, Süden oder Westen, die ausreichend Platz für eine Solaranlage bieten? Wenn nicht: Gibt es ein tragfähiges Flachdach mit ausreichend Platz für Solarthermiekollektoren?
2.4 Befindet sich das Gebäude in einem Wasserschutzgebiet, sodass höhere Anforderungen an die neue Heizung bestehen könnten?
2.5 Sind die Flure, Treppen und Türen ausreichend hoch und breit, sodass sich die neue Heiztechnik bis in den Aufstellraum der Heizung transportieren lässt?

 

3. Die Warmwasserbereitung

Erwärmen Sie Ihr Trinkwasser dezentral mit elektrischen Wasserboilern oder Durchlauferhitzern? Die Technik ist zwar günstig in der Anschaffung, im Betrieb dafür um eine Vielfaches teurer. Besser ist oftmals der Anschluss zentraler Warmwasserspeicher an die Heizungsanlage. Ausgenommen sind Räume und Entnahmestellen, die nur selten genutzt werden. Für diese sind dezentrale Geräte aus hygienischen Gründen günstiger.
 

3.1 Erfolgt die Warmwasserbereitung separat über elektrische Speicher oder Durchlauferhitzer?
3.2 Erfolgt die Warmwasserbereitung zentral über die Heizung?
3.3 Ist der Warmwasserspeicher ausreichend groß dimensioniert? Ist der Warmwasserspeicher hygienisch noch in Ordnung (Prüfung Anode)?
3.4 Gibt es eine Zirkulationsleitung für Warmwasser?
3.5 Sind besondere Anforderungen an die Hygiene gewünscht?
3.6 Können die vorhandenen Leitungen weiterhin benutzt werden?
 

4. Regelung und Wärmeverteilung

Ist Ihre Heizung mit einer modernen Regelung ausgestattet, lässt sie sich besonders komfortabel bedienen. So können Sie Zeitprogramme für Heizung und Warmwasser einprogrammieren, um nie lange auf die benötigte Wärme warten zu müssen. Diese bedarfsgerechte Energieversorgung spart Heizkosten und macht eine digitale Heizungssteuerung möglich.

4.1 Hat die Heizung eine zentrale System-Regelung (z.B. Außentemperatur, Zeitprogramm)?
4.2 Ist die Heizung bereits digital über das Internet regelbar?
4.3 Können die derzeitigen Heizkörper/ Radiatoren und Leitungen weiter genutzt werden? (stimmen Heizkörpergröße und Leistungsdimensionierung; Verkalkung der Anlage etc.)
4.4 Erfolgt die Wärmeverteilung mit einem Einrohr- oder einem Zweirohrsystem?
4.5 Handelt es sich bei der Heizungspumpe bereits um eine Hocheffizienzpumpe?
4.6 Erfolgt die Wärmeübertragung über Heizkörper und/oder Flächenheizsysteme (z.B. Fußbodenheizung)?
4.7 Haben alle Heizkörper Thermostate? Sind die Thermostate noch intakt und voreinstellbar? (Erkennbar an kleinen Zahlen auf dem Ventil, wenn der Thermostatkopf ab ist)
4.8 Wurde bereits ein hydraulischer Abgleich durchgeführt? (Nein, wenn keine voreinstellbaren Ventile vorhanden sind oder alle Ventile auf der gleichen Einstellung stehen)
4.9 Sind die Heizungs- und Warmwasserrohre bereits gedämmt?

 

5. Kamine und Öfen

Kamine und Öfen sorgen für eine gemütliche Stimmung in den eigenen vier Wänden. Sie verbrennen regionale sowie nachwachsende Energieträger und können mit einer Wassertasche sogar die Zentralheizung unterstützen. Bei zu alten Geräten sind jedoch häufig Nachrüstarbeiten nötig oder müssen sogar ausgetauscht werden, um einen umweltfreundlichen Betrieb sicherzustellen.

 

5.1 Gibt es alte Kamine oder Kachelöfen, die nach den Anforderungen der 1. BImSchV ausgetauscht, nachgerüstet oder stillgelegt werden müssen? Informationen bietet das Buderus Heizeinsatz-Austausch-Tool.
5.2 Sind Kamine mit Wassertasche vorhanden, die die Warmwasserbereitung oder die zentrale Heizungsanlage unterstützen?
5.3 Gibt es einen freien Zug im Kamin, um in Zukunft eventuell einen Kaminofen anzuschließen? Ist der Schornstein noch intakt?

 

6. Fördermöglichkeiten prüfen

Für viele Maßnahmen an der Heizung bekommen Sie hohe Fördermittel. Denn die Arbeiten sorgen für sinkende Emissionen und einen klima- sowie umweltschonenden Betrieb. Das Geld vom Staat gibt es dabei oft auch schon für kleine Maßnahmen, wie den Austausch alter Heizungspumpen oder den hydraulischen Abgleich der Heizung. Höhere Zuschüsse gibt es hingegen für die Installation zusätzlicher Wärmeerzeuger oder den Austausch der alten Technik.
Wichtig: Die Fördermittel von KfW und BAFA sind vor dem Beginn der Maßnahme zu beantragen.

 

6.1

Planen Sie den Einbau einer neuen Öl- oder Gasbrennwertheizung?

  • Verfügbar sind KfW-Fördermittel in Form von Darlehen mit 7,5 Prozent Tilgungszuschuss (KfW-Programm 152) oder einmalige Zuschüsse in Höhe von mindestens 10 Prozent der Kosten (KfW-Programm 430)
  • Optimieren Sie auch die bestehende Heizungsanlage, gibt es Fördermittel im Heizungspaket mit besseren Konditionen (Tilgungszuschuss 12,5 Prozent; Zuschuss 15 Prozent).
6.2

Haben Sie vor, auch eine Solaranlage nachzurüsten?

  • Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von mindestens 500 Euro für eine Warmwasser-Solaranlage und mindestens 2.000 Euro für eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung über die BAFA-Förderung für Solaranlagen.
6.3 Soll ein Pelletofen mit Wassertasche die Heizung unterstützen?
  • Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von mindestens 2.000 Euro über die Pelletofen-Förderung vom BAFA.
6.4 Möchten Sie an einer Holzheizung einen Partikelfilter nachrüsten lassen?
  • Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von 750 Euro über die BAFA Förderung für Holzheizungen.
6.5 Soll eine Holz- oder Pelletheizung die bestehende Heizung ersetzen oder unterstützen?
  • Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von mindestens 2.000 Euro für Scheitholz- und mindestens 3.000 Euro für Pelletkessel über die BAFA Förderung für Holzheizungen.
6.6 Haben Sie vor, die Heizungsanlage zu optimieren und einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen?
  • Verfügbar sind Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent der Kosten über die BAFA Förderung zur Heizungsoptimierung.

 

7. Ist meine Heizung zukunftsfähig?

Der Heizungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Kessel, die vor 15 Jahren noch zur modernsten Technik gehörten, sind heute oftmals überholt. Sie nutzen die Brennstoffe nicht optimal aus und verursachen höhere Heizkosten als nötig.

Suchen Sie nach einer zukunftsfähigen Heizungsanlage, sollte diese auch regenerative Energien verwenden. Denn bereits heute steht fest: In Zukunft werden alle neuen Gebäude als Niedrigstenergiegebäude errichtet. Neue Häuser sind dann besonders energiesparend und setzen vor allem auf Erneuerbare. Gebäude mit veraltetet und fossiler Heiztechnik werden hingegen immer mehr an Wert verlieren.

Unser Tipp - Eine Hybridheizung : Die Systeme, die mehrere Energieträger in einer Anlage verbinden, sind günstig, zukunftsfähig und besonders flexibel. So bestehen sie aus einem zentralen Wärmespeicher, an dem verschiedene Wärmeerzeuger angeschlossen sind. Verändern sich Ihre Anforderungen, können Sie die einzelnen Geräte schnell und einfach austauschen lassen.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: seen - Fotolia.de

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