Die Energie der Sonne ist kostenlos und nahezu überall nutzbar. Mit modernen Verfahren und Technologien für Solarthermie und Photovoltaik lassen sich Wärme und Strom auch in Deutschland effektiv aus solarer Strahlung gewinnen. Lesen Sie auf Effizienzhaus-online, wie Sie mit Solaranlagen Geld sparen und die Umwelt entlasten!

Zum modernen Energiemix gehört Solarenergie

Solaranlagen haben einen festen Platz im modernen Energiemix. Denn sie stellen Wärme oder Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung und kommen dabei ohne eigene CO2-Emissionen aus. Aber nicht nur das: Die Anlagen erzeugen Energie vor Ort. Sie entlasten die öffentlichen Netze und schonen die Umwelt.

Energetisch gesehen, amortisieren sich Solaranlagen oft schon nach zwei Jahren. Dann haben sie mehr Energie erzeugt, als Hersteller für ihre Produktion aufbringen mussten. Von den zahlreichen Vorteilen profitieren Hausbesitzer und Klima gleichermaßen – sogar bei der moderaten Sonnenstrahlung in Mitteleuropa.

 

Solarthermie: Solare Wärme für Heizung und Warmwasser

Mit der Solarthermie wandeln Sie die Strahlungsenergie der Sonne in Wärme um. Möglich ist das mit Kollektoren, die von einer speziellen Solarflüssigkeit durchflossen werden. Während sich die Absorber der gut gedämmten Kollektoren im Sonnenlicht erwärmen, nimmt die Solarflüssigkeit die thermische Energie auf. Das Medium transportiert die Wärme ins Haus, wo sie bis zum Bedarf in einem Wärmespeicher lagert. Einsetzen lässt sich die kostenfreie Solarwärme dann für:

• die solare Warmwasserbereitung
• die Unterstützung der Heizung

Je nach Auslegung und Einsatz der Technik sinken die jährlichen Verbrauchskosten auf diese Weise um über 20 Prozent.

 

Jetzt über die Kosten einer Solaranlage informieren!

 

2020: 30 Prozent Förderung für Solarthermie-Anlagen

Seit 2020 erhalten Sie eine Solarthermie-Förderung in Höhe von 30 Prozent, wenn Sie eine effiziente Solarthermieanlage einbauen. Die attraktive Förderung ist Bestandteil des Klimapakets und über das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ erhältlich. Wichtig ist, dass Sie die Mittel vor dem Beginn der Sanierung online beantragen.

Tauschen Sie eine alte Ölheizung durch eine neue Gasbrennwert-Solar-Hybridheizung aus, sind sogar Zuschüsse von bis zu 40 Prozent möglich. Offene Finanzierungslücken lassen sich dann mit einem günstigen Ergänzungskredit aus dem KfW-Programm 167 schließen.

Einen Überblick über aktuelle Möglichkeiten geben wir im Beitrag zur Solarthermie-Förderung.

 

Photovoltaik: Kostenloser Strom vom eigenen Dach

Photovoltaik steht für die Umwandlung von solarer Strahlungsenergie in elektrischen Strom. Möglich ist das mit speziellen Solarzellen, deren Funktion auf dem photoelektrischen Effekt basierten. Letzterer beschreibt die Elektronenbewegung durch Halbleiter-Elemente, wenn diese einer Lichtquelle ausgesetzt sind.

Abhängig von der Art der Solarzellen funktioniert das mit einem Wirkungsgrad von etwa 8 bis 22 Prozent. Leistungsstark und kostenintensiv sind monokristalline Zellen. Amorphe Dünnschichtzellen wandeln das Licht der Sonne schlechter in Strom um, sind dafür aber günstiger und sehr flexibel herstellbar. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten hingegen polykristalline Solarzellen mit einem mittleren Wirkungsgrad von etwa 15 bis 20 Prozent.

Ganz gleich, welche Zellen auch zum Einsatz kommen, erzeugen Solarmodule Gleichstrom. Um diesen im Haus nutzen oder in das öffentliche Netz einspeisen zu können, müssen Sie diesen in Wechselstrom umwandeln. Möglich ist das mit einem sogenannten Wechselrichter für Solarstromanlagen.

Übrigens: Als die Photovoltaik in Mode kam, entschieden sich viele Hausbesitzer dafür, den kompletten Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Denn dafür gab es eine hohe Vergütung, die der Staat für 20 Jahre zahlte. Heute gibt es die Vergütung für Solarstrom zwar noch immer, sie ist mit unter 10 Cent aber deutlich niedriger. Aus diesem Grund lohnt es sich, den meisten Strom selbst zu verbrauchen. Denn auf diese Weise sinkt der Verbrauch von Netzstrom und die jährlichen Energiekosten fallen deutlich niedriger aus. Besonders gut funktioniert das mit einem Stromspeicher. Das Gerät nimmt Solarstrom am Tage auf und gibt diesen selbst in der Nacht an die Verbraucher im Haus ab.

 

Mit einer Solaranlage zum KfW-Effizienzhaus sanieren

Planen Sie eine energetische Modernisierung, sorgen Sie mit Solarthermie- und Photovoltaikanlagen für eine umweltfreundliche und kostengünstige Energieversorgung. Das Besondere daran: Mit der Technik gelingt auch die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus. Dabei handelt es sich um Gebäude, die hohe technische Anforderungen erfüllen und wenig Energie verbrauchen. Da sich das positiv auf die Umwelt auswirkt und CO2 einspart, fördert der Staat die Effizienzhaus-Sanierung mit Zuschüssen von bis zu 40 Prozent der anfallenden Kosten. Darin inbegriffen sind auch Ausgaben für solarthermische Anlagen und stationäre Batteriespeichersysteme. Für Photovoltaikanlagen gibt es die attraktive Effizienzhaus-Förderung über die Programme 430 (Zuschuss) und 151 (Darlehen mit Tilgungszuschuss) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) allerdings nicht.

 

Voraussetzungen und Installation von Solaranlagen

Aufdach-Solaranlagen eignen sich für Standorte, die ausreichend sonnig sind. Ideal ist eine unverbaute Fläche mit Süd-Ausrichtung. Das Dach muss stabil genug sein, um Kollektoren, Halterungen und weitere Komponenten sicher tragen zu können. Schließlich muss vor allem im Fall von Solarthermie die übrige Haustechnik gut auf die Solaranlage abgestimmt sein.

Weitere Informationen zur Installation einer Solar- und Photovoltaik-Anlage finden Sie in unserem Artikel „Solaranlagen installieren“.

Solarthermie-Anlagen werden bei der Altbau-Sanierung gern mit Gasheizungen oder Ölheizungen kombiniert. Auch eine Pelletheizung kann von der Heizungsunterstützung durch Sonnenenergie profitieren. Wichtig ist ein geeigneter Solarspeicher: Ein einfacher Pufferspeicher oder ein moderner Schichtenladespeicher mit ausreichender Kapazität hält die erzeugte Wärme bis zur Nutzung vor.

Die Photovoltaik ist hingegen nicht nur ein eigenes Kraftwerk auf dem Dach. Die Technik kann auch ein idealer Partner für Wärmepumpen sein. Deren Kompressor braucht Strom, den eine Solaranlage CO2-neutral und kostengünstig bereit stellt.

Welche Anlage für Ihr Haus die sinnvollste Lösung ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab: Vom Standort über die vorhandene Heizanlage bis zur Gebäudedämmung und der individuellen Nutzung. Mit der Begleitung durch einen fachkundigen Installateur gehen Sie sicher, dass von der Planung bis zur Montage jeder Schritt stimmig ist.

Ab wann rechnet sich eine Solaranlage?

Die Kosten einer Solaranlage beginnen bei ca. 4.000 Euro für eine einfache Solarthermie-Anlage für ein kleines Einfamilienhaus. Wenn die Solaranlage auch Heizungsunterstützung leisten soll, können Sie mit etwa 10.000 Euro rechnen. Die Amortisationszeit hängt von den eingesparten Heizkosten ab und beträgt bei Anlagen zur Heizungsunterstützung in der Regel weniger als 14 Jahre. Bei reiner Warmwasserbereitung dauert es unter Umständen etwas länger, bis sich Ihre Investition finanziell auszahlt.

Den Preis der Photovoltaik bestimmt neben der installierten Fläche vor allem die Art der Solarzellen. Geht es um die Installation auf einem Ein- oder Mehrfamilienhaus, kommen dabei überwiegen Systeme mit polykristallinen Zellen zum Einsatz. Für eine Leistung von 1 kWp (Kilowatt peak) zahlen Sie heute etwa 1.300 Euro. Einfamilienhaustypische Anlagen mit einer Leistung von 4 kWp kosten damit aktuell etwa 5.000 bis 6.000 Euro.

Die Amortisationszeit hängt von den Verhältnissen vor Ort und der Nutzungsweise ab. Sie liegt auch bei Fremdfinanzierung selten über 12 Jahren und kann in günstigen Fällen auch weniger als zehn Jahre betragen.

 

Interessant zu wissen Weitere Informationen zur Kosten einer Solarthermieanlage finden Sie in unserem Artikel Solarthermie Kosten, Preise, Amortisation.

 

Interesse an der Solartechnik hält weiter an

Dass das Interesse an der Solartechnik groß ist, zeigen aktuelle Informationen. So bewilligte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) allein von Januar bis Mai 2020 über 9.000 Solarthermieanlagen. Im gesamten Jahr 2019 gingen rund 71.000 solcher Anlagen in Betrieb. Hinzu kommen etwa 100.800 neue Photovoltaikanlagen und rund 60.000 Stromspeicher. Ende 2019 waren somit insgesamt:

• 14,8 Gigawatt Solarthermie-Leistung in Betrieb (rund 2,4 Mio. Anlagen)
• 49,2 Gigawatt peak PV-Leistung am Netz (rund 1,8 Mio. Anlagen)

Alle Solaranlagen zusammen haben dabei allein im Jahr 2019 über 31 Millionen Tonnen CO2 eingespart. (Quelle: BAFA, Bundesverband Solarwirtschaft e.V.)

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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