Fast 40 Prozent aller Deutschen beheizten ihr Haus oder ihre Wohnung 2020 noch mit Heizöl. Die Technik ist hinter der Gasheizung auf Platz zwei der verbreitetsten Systeme im Bestand, gerät aber immer öfter in die Kritik. Während die Politik Einbaubeschränkungen, Nachrüstverpflichtungen, Austauschprämien und hohe Umweltabgaben vorsieht, warten Hersteller mit immer effizienteren Heizgeräten auf. Viele Hausbesitzer befinden sich dadurch in einer Zwickmühle: Sie haben eine alte Ölheizung im Keller und wissen nicht, wie sie in Zukunft heizen sollen. Lohnt es sich, auf eine neue Heiztechnologie zu setzen oder ist der Austausch durch eine moderne Ölbrennwertheizung der bessere Weg? Wir nennen Gründe für beide Optionen und zeigen, wie Hausbesitzer die beste Lösung finden.

 

Ölheizung in der Kritik: Das kommt auf Hausbesitzer zu

Vor allem in Regionen ohne Anschluss an das öffentliche Erdgasnetz war die Ölheizung lange Zeit eine der besten Optionen. Sicher, effizient und zuverlässig – und das zu vertretbaren Kosten bei Anschaffung und Betrieb. In vielen Regionen gilt das heute nicht mehr. So zum Beispiel in Wasserschutz- und Hochwassergebieten, in denen oft teure Nachrüstarbeiten nötig sind. Neben diesen kommen auf Hausbesitzer steigende Heizkosten und zukünftige Einbaubeschränkungen zu.

 

CO2-Steuer verteuert das Heizen mit Heizöl bereits heute

Für steigende Kosten sorgt vor allem die CO2-Steuer, die es seit 2021 gibt. Sie preist die bei der Verbrennung entstehenden CO2-Emissionen ein und steigt Jahr für Jahr. Liegen die Kosten anfangs noch bei 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid, steigen diese bis 2025 auf 55 Euro an. Mit Preissteigerungen von 7 bis über 17 Cent pro Liter zahlen Hausbesitzer mit einem Verbrauch von 2.000 Litern Heizöl damit zukünftig über 350 Euro mehr an Heizkosten – allein durch die CO2-Steuer.

 

Austauschpflicht für 30 Jahre alte Standard-Ölheizkessel

Während moderne Ölheizungen einen Großteil der im Heizöl gespeicherten Energie in Wärme umwandeln, arbeiten alte Kessel besonders ineffizient. Sie verbrauchen mehr, stoßen unnötig viel CO2 aus und sind daher per Gesetz auszutauschen. Betroffen sind 30 Jahre alte Ölheizkessel, die noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Die einzige Ausnahme gilt für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die diese seit mindestens Februar 2002 als Eigentümer selbst bewohnen. Hier gilt die Austauschpflicht für alte Heizungen erst für die neuen Eigentümer.

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Gesetz erschwert den Einbau neuer Ölheizungen ab 2026

Der Einbau neuer Ölheizkessel ist ab 2026 nicht mehr uneingeschränkt möglich. Grund dafür ist das Verbot von Ölheizungen im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es gilt für Neubau- sowie Sanierungsvorhaben – ist allerdings mit einigen Ausnahmen verbunden. So erlaubt der Staat den Einbau nach wie vor, wenn Bauherren oder Sanierer überwiegend auf regenerative Energien setzen. Das Gleiche gilt, wenn der Anschluss an ein Gas- oder Fernwärmenetz sowie der Einbau regenerativer Energien-Anlagen nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist.

 

Hochwasserschutzgesetz fordert teure Nachrüstarbeiten

Da es sich bei Heizöl um einen gewässerschädigenden Rohstoff handelt, ist in Hochwasser- und Risikogebieten besondere Vorsicht geboten. Während neue Ölheizanlagen hier nur im Ausnahmefall noch erlaubt sind, müssen Besitzer alter Ölheizungen Kessel und Tanks nachrüsten. Möglich ist das, indem sie das Haus hochwassersicher abdichten oder den Brennstofftank absichern. Abhängig von der Risikostufe am Wohnort lässt das Hochwasserschutzgesetz II dazu 5 bis 15 Jahre Zeit.

 

Neue Ölheizung: Niedrige Kosten und schneller Austausch

Wer nicht in einem Hochwasser- oder Risikogebiet lebt, die Ausnahmebedingungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt oder vor 2026 saniert, kann die alte Ölheizung durch eine neue austauschen. Erforderlich ist dazu ein neuer Brennwertkessel, welcher durch die höhere Effizienz oft mehr als 10 Prozent der Heizkosten einspart.

Während Wärmeverteilung und Öltankanlagen oft bestehen bleiben, benötigt das Abgassystem in vielen Fällen eine Sanierung. Grund dafür: Brennwertheizungen arbeiten mit so niedrigen Abgastemperaturen, dass im Schornstein Wasser kondensieren kann. Ist dieser dafür nicht ausgelegt, kommt es über kurz oder lang zur Versottung und zur Zerstörung der Abgasanlage.

Trotz Schornsteinsanierung: Die Kosten einer neuen Ölheizung sind vergleichsweise gering. Die Arbeiten lassen sich in Kürze umsetzen und die wärmende Technik fällt nicht lange aus. Durch die höhere Effizienz können Sanierer mit der neuen Heizung CO2 einsparen und ihre Heizkosten senken.

Umweltfreundlich heizen

 

Sinnvolle Ergänzung: Ölheizung mit Solarthermie kombinieren

Steht ohnehin eine Sanierung an, lohnt es sich, den Einsatz regenerativer Energien zu prüfen. Günstig ist meist die Installation einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung oder zur kombinierten Heizungsunterstützung. Die Technik wandelt kostenfreie Sonnenenergie in nutzbare Heizungswärme um, entlastet konventionelle Heizkessel und sorgt für einen sinkenden Verbrauch. Wer die Ölheizung mit Solarthermie kombiniert, spart daher Heizkosten. Der CO2-Ausstoß sinkt und die CO2-Steuer wirkt sich weniger stark aus.

 

Hybridheizung mit Wärmepumpe spart CO2 und Heizkosten

Geht es um die beste Heizung im Altbau, ist auch die Kombination von Ölheizung und Wärmepumpe gefragt. Denn die sogenannte Hybridheizung verbindet die Vorteile der konventionellen und der modernen Umweltheiztechnik in einer Anlage. Während die Wärmepumpe weite Teile des Jahres allein für warme Räume und warmes Trinkwasser sorgt, schaltet sich die Ölheizung nur an sehr kalten Tagen zu. Das stellt die Wärmeversorgung sicher und wirkt hohen Heizkosten entgegen. Günstig ist die Lösung durch die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für das Nachrüsten einer Wärmepumpenheizung winken dabei Zuschüsse oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von bis zu 40 Prozent.

Förderung für die Ölheizung gibt es sonst nur, wenn Hausbesitzer die Heizungsanlage (Wärmeverteilung) optimieren.

 

Ölheizung austauschen: Diese Gründe sprechen dafür

Während 2020 noch fast 40 Prozent aller Deutschen mit Öl heizten, zeigen Umfragen eine Trendumkehr. So ergab eine Studie des Portals hausfrage.de, dass in Zukunft nur noch 13 auf den flüssigen Brennstoff setzen möchten. Eine Studie des BDEW e.V. verdeutlicht das und zeigt, dass viele Hausbesitzer bereits von Heizöl zu Erdgas, Fernwärme oder Wärmepumpen wechselten. Warum ist das so? Wie schneidet die Ölheizung im Vergleich zur Gasheizung ab und welche Alternativen gibt es darüber hinaus?

 

In puncto Klimabilanz schneidet Heizöl am schlechtesten ab

Geht es um die Klimabilanz verschiedener Energieträger, spielen die CO2-Emissionen eine wichtige Rolle. Vergleicht man die Ölheizung dabei mit Gas- oder Holzheizkesseln, wird schnell klar, dass die Verbrennung der flüssigen Brennstoffe mit dem höchsten Kohlendioxidausstoß verbunden ist. Während Pelletkessel mit 22 Gramm CO2 pro Kilowattstunde am besten abschneiden, liegen Heizölkessel mit 318 Gramm CO2 pro Kilowattstunde hinter Fernwärme (304 gCO2/kWh) und Erdgas (246 gCO2/kWh) auf dem letzten Platz, wie die folgende Grafik zeigt.

Staub und CO2 Emissionen von Heizsystemen

 

Energiepreise für Heizöl unterliegen starken Schwankungen

Neben dem Klimaschutz sind auch die Betriebskosten ein Grund, aus dem viele Hausbesitzer über einen Wechsel nachdenken. Verglichen mit den Energiepreisen für Gas (6,44 ct/kWh) und Pellets (4,50 ct/kWh) belegt Heizöl (6,88 ct/kWh) auch hier den letzten Platz (Stand 08/2021). Während regenerative Brennstoffe anhaltend günstig sind, zeigt die Entwicklung der Heizölpreise zudem ein ständiges Auf und Ab. Da es sich bei Heizöl um einen fossilen und damit begrenzt vorhandenen Rohstoff handelt, ist auf lange Sicht eher von steigenden Preisen auszugehen. Daran ändert auch die Entwicklung sogenannter Future oder Green Fuels (flüssige Brennstoffe aus regenerativen Energien) vorerst nichts. Denn diese sind aktuell noch mit sehr hohen Herstellungskosten verbunden.

 

Hohe Extra-Förderung schafft Anreize zum Heizungstausch

Der Staat fördert den Wechsel von der Ölheizung zu einer umweltfreundlichen Alternative mit einem Bonus in Höhe von 10 Prozent. Diesen gibt es als Zuschuss oder Schuldenerlass über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), wenn Hausbesitzer eine neue Gashybrid- oder Umweltheizung einbauen. Für Gasbrennwerthybridheizungen, Wärmepumpen oder Holzheizungen sind dabei Förderraten von 35 bis zu 55 Prozent möglich. Einen detaillierten Überblick geben wir im Beitrag zur Förderung der Heizung 2021.

 

Platzsparende Technik schafft mehr Raum im eigenen Haus

Ein weiterer Grund für den Wechsel der Heiztechnik ist der Platzgewinn. Von diesem profitieren Sanierer, wenn sie den alten Kessel samt Heizöltank entsorgen und beispielsweise durch eine platzsparende Gasbrennwerttherme ersetzen. Was viele nicht wissen: Wer eine neue Heizung einbaut, kann altes Heizöl entsorgen oder weiter verkaufen. Letzteres ist möglich, wenn der Zustand in Ordnung und der Brennstoff noch nicht zu alt ist.

 

Möglichkeiten für den Austausch der alten Ölheizung

Entschließen sich Sanierer dazu, die alte Heizölanlage auszutauschen, stehen zahlreiche Alternativen zur Wahl. Angefangen von der Gasheizung mit Erd- oder Flüssiggas, über die Pelletheizung bis hin zur Wärmepumpe eignen sich verschiedenste Systeme für den Heizungstausch im Gebäudebestand.

 

Umstellung von Öl auf Gas ist die beliebteste Lösung

Die BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland“ zeigt, dass sich die meisten Sanierer bei einem Wechsel für Gas als Brennstoff entschließen. Der Energieträger lässt sich über einen Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz beziehen und einfach mit regenerativen Energien kombinieren. Erd- und Flüssiggas lassen sich bereits heute aus nachwachsenden Quellen gewinnen und in Zukunft mit Wasserstoff mischen oder sogar durch diesen ersetzen. Die Umstellung von Öl auf Gas ist damit zukunftssicher. Sie ist vergleichsweise günstig und in jedem Gebäude realisierbar, sofern ein Gasanschluss vorhanden/möglich ist oder ein Flüssiggastank infrage kommt.

 

Pelletheizung als regenerative Alternative zur Ölheizung

Eine interessante Alternative zum Heizen mit Öl stellen Pellets beziehungsweise Pelletheizkessel dar. Diese verbrennen gepresste Holzstäbchen vollautomatisch. Sie schneiden in puncto Klimabilanz gut ab und punkten mit niedrigen Energiekosten. Während Pelletkessel grundsätzlich jedes Gebäude erwärmen, erfordert die Umstellung von Öl- auf Pelletheizung im Haus genauso viel Platz wie eine Ölheizanlage. Dieser ist nötig, um neben dem Kessel auch das Brennstofflager und die Fördertechnik für den Transport der Pellets vom Lager zum Brenner unterzubringen.

 

Wärmepumpe für die Installation in sanierten Altbauten

Wärmepumpen nutzen einen technischen Prozess, um kostenfreie Umweltwärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser zum Heizen nutzbar zu machen. Da dieser mehr Strom verbraucht, je höher die Vorlauftemperaturen im Haus sind, lohnt sich die Umstellung von Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe nicht immer.

Für niedrige Heizkosten sorgt die Umweltheizung beispielsweise mit einer entsprechenden Dämmung und einer Flächenheizung im Haus. Ist Letztere nicht vorhanden, kommen auch Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörper infrage. Diese sind mit kleinen Ventilatoren ausgestattet, um bei niedrigen Vorlauftemperaturen eine höhere Wärmeübertragung zu ermöglichen.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: megakunstfoto – Fotolia.com