Förderung der Holzheizung bei der Sanierung

Holzheizung Förderung

Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen wird belohnt

Die Biomasseheizung spielt bei der Altbausanierung eine wichtige Rolle. Denn sie kommt infrage, wenn ökologische Alternativen für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas gesucht werden. Die hohen Anschaffungskosten lassen sich durch staatliche Förderungen spürbar mindern. Lesen Sie bei Effizienzhaus-online mehr über die Voraussetzungen und die Höhe der Förderung für Holzheizungen!

 

35 bis 55 Prozent Zuschuss: BAFA-Förderung der Holzheizung

CO2-neutrale Biomasse-Heizungen sind ein wichtiger Baustein, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. Als Anreiz dienen die Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wer seine Heizung mit Pellet-, Hackschnitzel– oder Scheitholzkessel erneuern möchte, kann dabei über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse in Höhe von 35 Prozent in die Planung einbeziehen. Arbeit die Holzheizung besonders emissionsarm, sind sogar Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent möglich. Zusätzliche attraktive Boni gibt es für:

  • den Austausch einer Ölheizung: 10 Prozent extra
  • die Umsetzung von Maßnahmen aus einem Sanierungsfahrplan: 5 Prozent extra

Insgesamt erhalten Sanierer somit Zuschüsse in Höhe von 35 bis zu 55 Prozent für die neue Holzheizung. Mit der kompletten Umsetzung der Bundesförderung für effiziente Gebäude können sie dabei ab Juli 2021 alternativ auch ein Förderdarlehen wählen. Dieses ist besonders günstig und mit Tilgungszuschüssen in gleicher Höhe ausgestattet.

Verfügbar ist die attraktive Förderung der Holzheizung im Gebäudebestand allerdings nur, wenn die neue Heizung die hohen Emissionsgrenzwerte einhält. Auch ein Pufferspeicher ist Pflicht, um die finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick dar.

Kennwert Anforderung
Emissionsgrenzwerte für
Kohlenmonoxid
200 mg / m³ bei Nennwärmeleistung,
250 mg / m³ bei Teillastbetrieb
Emissionsgrenzwerte für Feinstaub 15 mg / m³ oder
2,5 mg / m³ bei emissionsarmen Heizungen
jahreszeitbedingte Raumheizungsnutzungsgrad 78 % (bis Ende 2022 ist der Nachweis des Kesselwirkungsgrades ausreichend)
Kesselwirkungsgrad (bis 31.12.2022 als Grenzwert anerkannt) 90 % bzw. 91 % feuerungstechnischer
Wirkungsgrad bei Pelletöfen mit Wassertasche
Pufferspeichervolumen 30 Liter pro kW Leistung bei Hackschnitzel- und Pelletkesseln
55 Liter pro kW Leistung bei Scheitholz- und Kombikesseln

 

Voraussetzung für die Förderung der Holzheizung ist darüber hinaus immer auch die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs.

Für welche Kessel die hohe BAFA-Förderung infrage kommt, erfahren Bauherren und Sanierer aus der entsprechenden BAFA-Liste für förderfähige Heizgeräte.

 

Besonders lukrativ: Austausch einer alten Ölheizung

Wer mit der Holzheizung eine bestehende Ölheizung ersetzt, profitiert nicht nur von besseren Konditionen bei der BAFA-Förderung. Auch die Heizkosten fallen dann deutlich niedriger aus als zuvor. Da Holzheizungen weitestgehend CO2-neutral arbeiten, kommen Sanierer außerdem um die CO2-Steuer herum. Sie schonen fossile Rohstoffe und schützen das Klima, wie die folgende Infografik zeigt.

 

Ölheizung Alternativen für das Einfamilienhaus

Infografik von Effizienzhaus-online

 

Förderung der Holzheizung auch im Neubau

Wie Sanierer können auch Bauherren eine Förderung der Holzheizung beantragen. Erhältlich ist diese jedoch nur dann, wenn es um den Bau eines Effizienzhauses geht. Ist das der Fall, stehen Bauherren ab Juli 2021 Zuschüsse und Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 15 bis zu 25 Prozent über den Programmteil Wohngebäude der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) zur Verfügung. Bis dahin gibt es Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen noch über das Programm 153 der KfW.

 

Hackschnitzelheizung und Pelletheizung: Komfortable Biomassekessel

Heizanlagen, die mit Hackschnitzeln oder Pellets arbeiten, sind sich in der Handhabung und im Wirkungsgrad ähnlich. Die Unterschiede liegen eher im Bezug des eingesetzten Brennmaterials. Pellets punkten mit einem hohen Brennwert und einem geringen Wassergehalt. Sie sind leicht zu lagern und zu transportieren, brauchen aber mehr Energie zur Herstellung. Hackschnitzel liefern weniger Energie pro Kilogramm, sind aber günstiger in der Herstellung. Unter Umständen sind daher hohe Einsparungen gegenüber Pellets möglich.

Beide Brennstoffe haben im Normalfall eine gute CO2-Bilanz. Das rechtfertigt die Förderung für Holzheizungen.

 

Scheitholzvergaserkessel: Günstig und langlebig

Eine Scheitholzheizung oder Stückholzheizung ist relativ einfach, robust und günstig in der Anschaffung. Sie bietet etwas weniger Komfort durch die manuelle Befüllung der Brennkammer vor jedem Brennvorgang. Auch die Verbrauchskosten sind etwas höher, als bei Pellets und Hackschnitzeln. Dafür spricht neben der Ersparnis in der Anschaffung auch die Möglichkeit, günstiges Brennholz aus privaten Quellen zu nutzen.

 

Kaminofen: Die dekorative Holzheizung

Bei Kaminöfen gibt es eine sehr große Vielfalt von Typen und Ausführungen. Für die einfachste Art freistehender, nicht wasserführender Einzelanlagen gibt es keine Förderung. Auch ein Kaminofen, der mit Scheitholz betrieben wird, ist nicht förderfähig. Das BAFA gewährt allerdings unter bestimmten Umständen eine Förderung für Holzheizungen, wenn es sich um wasserführende Pellet-Kaminofen handelt. Gern wird diese Möglichkeit bei Niedrigenergiehäusern eingesetzt, um die Vorteile effizienter Technik mit einer Aufwertung der Raumatmosphäre zu verbinden.

 

 

Ergänzung mit günstigen KfW-Krediten ist möglich

Bleiben trotz BAFA-Förderung der Holzheizung Finanzierungslücken offen, können Sanierer diese noch bis einschließlich Juni 2021 mit einem günstigen Ergänzungskredit schließen. Erhältlich ist dieser vor der Sanierung über das Programm 167 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ab Juli 2021 steht Sanierern dann auch über die BEG-Förderung eine Darlehensvariante mit Tilgungszuschuss zur Verfügung, die das KfW-Programm 167 ersetzt.

 

Die Förderbedingungen für Holzheizungen im Überblick

  • Zuschuss in Höhe von 35 Prozent für Holzvergaser-, Pellet- und Hackschnitzelkessel sowie Pelletöfen mit Wassertasche
  • Zuschuss in Höhe von 45 Prozent für den Austausch alter Ölheizungen (Wichtig: EnEV-Austauschpflicht darf nicht gelten)
  • Förderung bei Neubau- und Sanierungsvorhaben
  • Geringe Abgaswerte, hoher Wirkungsgrad und Pufferspeicher sind Pflicht
  • Kredite aus den KfW-Programmen 153 (Energieeffizienter Neubau) und 167 (Ergänzungskredit) sind kombinierbar

 

Rechtzeitig Antrag stellen

Die Förderung der Holzheizung ist unbedingt vor der Beauftragung eines Fachhandwerkers zu beantragen. Möglich ist das online direkt auf der Webseite des BAFA. Bekommen Sanierer eine Bestätigung, können Sie das Vorhaben umsetzen lassen.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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