Eine Wallbox lädt ein Elektroauto schnell, komfortabel und sicher. Es geht allerdings noch besser: kombiniert man die Wallbox mit Photovoltaik, reduziert das die Stromkosten deutlich und das Fahrzeug fährt obendrein mit emissionsfreiem Strom.

 

Photovoltaik fürs Elektroauto

Das Prinzip hinter der solaren Wallbox ist einfach: Über die Wallbox verbindet man das Elektroauto mit der Photovoltaikanlage. Diese speist dann den Solarstrom – idealerweise über einen angeschlossenen Solarstromspeicher –  in den Akku des Elektroautos ein.

Das hat mehrere Vorteile: Bis vor einigen Jahren waren Photovoltaikanlagen vor allem deswegen finanziell attraktiv, weil man für jede ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde (kWh) Solarstrom eine hohe Einspeisevergütung erhielt. Diese ist in den letzten Jahren stetig gefallen. Heutzutage rechnet sich eine Solaranlage vor allem dann, wenn man möglichst viel Strom selbst verwendet. Hier bietet sich das Elektroauto als idealer Abnehmer an.

Von der Photovoltaik fürs Elektroauto profitieren Sie zusätzlich, wenn Sie einen Solarstromspeicher besitzen. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, nutzen Sie den gewonnenen Strom für Ihren Haushalt. Auf Sonnenschein sind Sie dafür dann nicht mehr angewiesen.So machen Sie sich unabhängiger von der Höhe der Stromkosten und Preissteigerungen.

Ein Solarspeicher empfiehlt sich, da eine Photovoltaikanlage den meisten Strom in den sonnigen Mittagsstunden bereitstellt. Das ist aber nicht unbedingt der Zeitpunkt, an dem die meisten Fahrzeuge geladen werden sollen. Ein Stromspeicher ermöglicht es, bestimmte Mengen an Strom auch dann vorzuhalten, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Die Aufladung Ihres E-Autos erfolgt dann mit der Wallbox per PV Überschuss, der im Laufe des Tages gespeichert wurde. So lädt das Auto auch über Nacht mit eigenem Sonnenstrom.

 

Ersparnisse in Zahlen

Wenn Sie Ihre Wallbox via PV Überschuss aus der eigenen Anlage speisen, kostet Sie das umgelegt nur 7 bis 12 Cent pro Kilowattstunde (die sogenannten Gestehungskosten).

Aus dem Netz kostet der Strom 30 Cent und mehr pro Kilowattstunde. Bei jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde Strom sparen Sie die Differenz zwischen den Gestehungskosten und dem Haushaltsstrompreis.

Im Vergleich zu Benzin können Sie mit Ihrer Wallbox bis zu 80 Prozent der Tankkosten einsparen.

Die Ökobilanz Ihrer Solaranlage fürs Elektroauto

Wenn Sie eine Solaranlage mit 5 Kilowatt-Peak Leistung besitzen, können Sie damit bis zu 5000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren. Geht man von einem E-Auto mit Energieverbrauch von 17 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus, so ergeben sich fast 2500 emissionsfreie Kilometer im Monat.

Ersparnis auf 100 Kilometer

Legt man den derzeit in Deutschland üblichen Durchschnittspreis zugrunde, entstehen auf 100 Kilometern Fahrt folgende geschätzte Kosten:

  • Mit einem E-Auto Stromkosten zwischen 4,60 und 4,70 Euro.
  • Rechnet man diese Kosten auf Solarstrom um, bleibt man unter 2,00 Euro.
  • Vergleicht man diese Werte wiederum mit einem Benziner, wird die Ersparnis eklatant deutlich. Denn dieser verursacht auf 100 Kilometer Kosten von mindestens 10 Euro.

 

Wallbox mit Photovoltaik betreiben – Was brauche ich dafür?

Um die Ladung per Wallbox mit PV Überschuss ausführen zu können, muss die Solaranlage eine ausreichende Leistung aufweisen. Je größer die Photovoltaik Anlage und je geringer der Stromverbrauch im Haushalt, desto mehr Strom steht für die solare Wallbox zur Verfügung.

Beispiele:

  • 10.000 Kilometer Laufleistung im Jahr: Wenn Sie mit Ihrem E-Auto etwa 10.000 Kilometer im Jahr fahren wollen, dann benötigen Sie dafür eine PV-Leistung von rund 1,7 Kilowatt-Peak. Das entspricht in etwa einer Dachfläche von 10 Quadratmetern.
  • 15.000 Kilometer Laufleistung im Jahr: Wenn Sie mindestens 15.000 Kilometer pro Jahr fahren wollen oder müssen, ist dafür eine PV-Leistung von rund 2,5 Kilowatt-Peak notwendig. Das entspricht schätzungsweise einer Dachfläche von 15 Quadratmetern.

 

Planungshinweise für eine Wallbox mit Photovoltaik

Insgesamt sollte man pro 1.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr (ohne das Auto) mindestens 1 kWp Anlagenleistung sowie 1 kWh Speicherkapazität vorhalten. Wird das Elektroauto hauptsächlich abends beladen, sollte man 1.5 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Verbrauch einplanen.

Kosten PV: Photovoltaikanlagen kosten Stand 2020 circa 1.300 bis 1.900 Euro pro kWp Leistung inclusive Montage (Quelle: Verbraucherzentrale NRW anhand von Daten der HTW Berlin). Je größer die Anlage, desto geringer fallen die Kosten pro kWp Leistung generell aus.

Kosten Speicher: Die Preise für einen Solarspeicher lagen 2019 laut laut RWTH Aachen bei circa 1.200 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Man prognostiziert für die kommende Zeit eine Preisentwicklung von -18% pro Jahr.

Eine solare Wallbox kostet zwischen 500 bis 2.500 Euro.  Hinzu kommen die Kosten für eine professionelle Installation.

Inzwischen haben die Hersteller die Bedeutung der Photovoltaik für die E-Mobilität erkannt und bieten flächendeckend auch entsprechende Komplettpakete mit allen nötigen Komponenten an.

Wenn Sie sich für den Kauf eines Elektroautos interessieren, lohnt es sich, die Angebote und Aktionen der einzelnen Händler zu studieren. Manche Hersteller bieten vergünstigte oder sogar kostenlose Wallboxen im Paket mit Kauf oder Leasing an. Darüber hinaus gibt es Förderungsmöglichkeiten bei der Förderbank KfW.

 

Solare Wallbox – Fazit

Wallbox mit Photovoltaik ergänzt sich ideal. Eine PV-Anlage erzeugt zu 100 Prozent erneuerbare Energie, damit verursachen Sie keinerlei CO2 Emissionen. In Sachen Umweltfreundlichkeit ist die Kombination einer Wallbox mit Photovoltaik kaum zu toppen. Während Sie beim Tanken sparen, tun Sie also auch noch viel für den Umweltschutz.

Neben unschlagbar günstigen Kosten und einer optimalen Ökobilanz hat Ihre Solaranlage fürs Elektroauto aber noch mehr Vorteile zu bieten. Einer davon ist die Unabhängigkeit von externen Ladestationen. Ob die öffentliche Infrastruktur in Ihrer Region gut oder nur mäßig ausgebaut ist, braucht Sie nicht zu kümmern. Mit Photovoltaik für Ihr Elektroauto handeln Sie ökologisch, sparen permanent Kosten ein und sind obendrein auch noch stromtechnisch autark.

 

Text & Bild: Bosch Thermotechnik GmbH