Wer einen Altbau zum KfW-Effizienzhaus saniert, macht seine Immobilie fit für die Zukunft. Doch der Eintritt in ein energiesparendes Zeitalter ist leider nicht umsonst zu haben. Damit sich die Investition in die Sanierung auf dem schnellsten Wege rechnet, haben wir anhand eines Beispielgebäudes eine Kosten-Nutzen-Rechnung angestellt, die die besten Maßnahmenkombinationen aufzeigt.

Ein KfW-Effizienzhaus hat einen besonders niedrigen Energiebedarf. Es verursacht geringe Heizkosten, schont die Umwelt und ermöglicht einen hohen Heizkomfort. Wer sich dafür entscheidet, ein altes Haus in ein solches Energiesparwunder zu verwandeln, kommt zwar um eine Komplettsanierung nicht herum, kann dafür aber auch auf die Unterstützung der KfW bauen. Denn diese fördert die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus mit günstigen Darlehen und großzügigen Zuschüssen.

So erhalten Hausbesitzer Kredite von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit über das KfW-Programm 151/152. Der zusätzliche Tilgungszuschuss liegt bei mindestens 20 Prozent der Darlehenssumme (max. 10.000 Euro je Wohneinheit) für ein KfW-Effizienzhaus 115 und maximal 40 Prozent der Darlehenssumme (max. 48.000 Euro je Wohneinheit) für ein KfW-Effizienzhaus 55.

Wer keinen Kredit benötigt, kann die hohen Zuschüsse über das KfW-Programm 430 beantragen. Sanierer, die ihr altes Haus in ein KfW-Effizienzhaus 115 verwandeln, bekommen dabei 25 Prozent der förderfähigen Kosten (max. 30.000 Euro pro Wohneinheit) erstattet. Für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 vergibt die KfW sogar Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent (max. 48.000 Euro pro Wohneinheit).

Interessant zu wissen Wichtig zu wissen: Die Mittel sind in jedem Fall vor dem Beginn der Sanierung zu beantragen. Außerdem muss ein Energieberater bestätigen, dass Hausbesitzer die technischen Vorgaben der Förderbank einhalten.

 

Bis zu 45 Prozent BAFA-Zuschuss für die Umweltheizung

Mit dem Klimapaket hat die Bundesregierung auch Änderungen an der deutschen Förderkulisse durchgeführt. So gibt es seit 2020 besonders hohe Zuschüsse für den Einbau einer Hybrid- oder Umweltheizung. Für die Kombination aus Gasbrennwertheizung und erneuerbaren Energien (Hybridheizung) vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dabei Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent. Wer eine reine Umweltheizung einbauen lässt, bekommt sogar eine Zuschussförderung in Höhe von 35 Prozent.

Noch mehr Geld gibt es, wenn Sanierer im gleichen Zuge eine alte Ölheizung austauschen. In diesem Fall vergibt das BAFA Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent für Hybridheizungen und 45 Prozent für neue Umweltheizungen.

Die übrigen Kosten der Heizungssanierung lassen sich dann mit einem zinsgünstigen Kredit aus dem KfW-Programm 167 abdecken. Weitere Informationen zu Voraussetzungen, Konditionen und zur richtigen Beantragung liefert der Beitrag „Förderung der Heizung“.

Auch hier gilt: Die Mittel sind unbedingt vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über die Webseite des BAFA zu beantragen. Die Kombination mit den Mitteln der KfW ist möglich. Sanierer dürfen die Kosten der neuen Heizung dann allerdings nicht mehr bei der KfW-Förderung anrechnen.

 

Auch das Finanzamt fördert die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Seit 2020 gibt es auch einen neuen Steuerbonus für die Sanierung von Altbauten. Wer diesen nutzt, kann 20 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von 3 Jahren von der Einkommensteuer absetzen. Die maximal mögliche Förderrate liegt bei 40.000 Euro und hängt nicht vom erreichten KfW-Effizienzhaus-Standard ab. Während Sanierer die Kosten rückwirkend in Ihrer Einkommen-Steuererklärung geltend machen, ist die Kombination mit anderen Förderprogrammen ausgeschlossen.

 

Kosten-Nutzen-Rechnung: So wird unser Beispielgebäude zum Effizienzhaus

Verschiedene Wege führen zu einem guten Ergebnis – das gilt auch für die Sanierung eines Hauses. Um jedoch die optimalen Sanierungsmaßnahmen für das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis ermitteln zu können, haben wir ein Beispielgebäude definiert: ein freistehendes Einfamilienhaus Baujahr 1973, 140 Quadratmeter Wohnfläche, Massivbauweise mit verputzter Fassade, unbeheiztem Keller, Satteldach und ausgebautem Dachgeschoss. Die Fenster haben eine Zweifachverglasung, die Öl-Zentralheizung wurde 1993 erneuert. Ein durchschnittliches und unsaniertes Einfamilienhaus also, wie es in Deutschland oft zu finden ist.

 

Welcher Standard darf es sein?

Einzige Bedingung für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus: Die Ölheizung muss raus! Denn auch wenn die Ölheizung erneuert und mit Solar ergänzt wird, kann lediglich zum KfW-Effizienzhaus 115 saniert werden, und das auch noch zu einem ungünstigeren Kosten-Nutzen-Verhältnis als beim Umstieg auf eine Gasheizung. So zählt selbst eine neue Öl-Brennwertheizung seit 2020 nicht mehr zu den förderfähigen Kosten, wodurch die finanzielle Unterstützung vom Staat knapper ausfällt. Alle anderen Heizungsvarianten sind bei unserem Beispielgebäude möglich, wie die folgende Tabelle zeigt:

 

  • Eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 115 kostet insgesamt 82.100 Euro, dafür werden jährlich 3.020 Euro Energiekosten gespart. Die nötigen Maßnahmen sind Gasheizung + Solar für Heizung und Warmwasser, 28 Zentimeter Fassadendämmung, 24 Zentimeter Dachdämmung von außen und zwölf Zentimeter Kellerdeckendämmung.
  • Im Vergleich gelingt mit nur einer kleinen Änderung bei der Heiztechnik die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 100: Statt der Gas-Solar-Kombination kommt eine Erdwärmepumpe zum Einsatz. Alle anderen Sanierungsmaßnahmen bleiben gleich. Für eine Investition in Höhe von 82.900 Euro winken dann  jährliche Kosteneinsparungen von 2.860 und höhere Fördermittel von der KfW.
  • Ehrgeizige Eigentümer können mit unserem Beispielaltbau sogar den besten Standard KfW-Effizienzhaus 55 erreichen und die höchste KfW-Förderung einstreichen: Auch dafür ist im Vergleich zu den anderen Sanierungsmaßnahmen nur eine Änderung bei der Heiztechnik nötig. Eine Pelletheizung sorgt für beste Energiekennwerte. Die Sanierung kostet dann 91.300 Euro, 3.020 Euro jährliche Ersparnis sind dafür drin.

 

Optimiert auf Investition Jährliche Energie-Einsparung Maßnahmen
KfW 115 82.100 € 3.020 € Gasbrennwert mit solarer Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung (Solarthermie);
28 cm Fassadendämmung;
Kunststoff-Fenster, 3-fach verglast
24 cm Dachdämmung von außen
12 cm Kellerdeckendämmung
KfW 1151) 83.500 € 2.870 € Ölbrennwert mit solarer Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung;
28 cm Fassadendämmung;
Kunststoff-Fenster, 3-fach verglast
24 cm Dachdämmung von außen
12 cm Kellerdeckendämmung
KfW 100 82.900 € 2.860 € Erdwärmepumpe;
28 cm Fassadendämmung;
Kunststoff-Fenster, 3-fach verglast
24 cm Dachdämmung von außen
12 cm Kellerdeckendämmung
KfW 85 89.800 € 3.040 €
Erdwärmepumpe mit solarer Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung;
28 cm Fassadendämmung;
Kunststoff-Fenster, 3-fach verglast
24 cm Dachdämmung von außen
12 cm Kellderdeckendämmung
KfW 70 /
KfW 55
91.300 € 3.020 € Pelletheizkessel;
28 cm Fassadendämmung;
Kunststoff-Fenster, 3-fach verglast
24 cm Dachdämmung von außen
12 cm Kellerdeckendämmung

 

 

 

 

 

 

 

 

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1) wenn kein Erdgas verfügbar ist

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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