Mit dem Jahr 2020 hat sich die Förderlandschaft in Deutschland stark verändert. Der Einbau von Ölheizungen ist bald verboten und schon heute gibt es kaum noch Fördermittel. Wer eine alte Ölheizung durch eine neue Ölbrennwertanlage ersetzt, kann dadurch schon seine Energiekosten stark reduzieren. Eine Förderung für die Ölheizung gibt es nur noch für die Heizungsoptimierung, das Nachrüsten einer Solaranlage oder die Handwerkerkosten für den Einbau der Technik. Mit Hilfe der neuen, hohen Austauschprämien für den Wechsel des Energieträgers, lohnt es sich unbedingt darüber nachzudenken und sich zu informieren. Wir geben Ihnen einen Überblick über Möglichkeiten zur Förderung der Ölheizung ab 2020.

 

KfW- und BAFA-Förderung der Ölheizung seit 2020 gestrichen

Bis zum Ende 2019 förderte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Austausch einer Ölheizung mit attraktiven Konditionen. So gab es zum Beispiel Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent über das KfW-Programm 430. Wer ein Darlehen benötigte, erhielt dies mit niedrigen Zinsen und einem hohen Tilgungszuschuss über das KfW-Programm 152. Seit 2020 stehen diese Förderangebote nicht mehr zur Verfügung. Wer ein altes Gebäude zum KfW-Effizienzhaus saniert, kann die Ölheiztechnik zwar noch verwenden. Die Kosten der neuen Ölheizung sind allerdings nicht mehr förderbar. Im Neubau sind die Anforderungen schärfer: Hier ist der KfW-Effizienzhausstandard mit einer Ölheizung seit 2020 nicht mehr zu erreichen.

 

Förderung der Ölheizung: 2020 nur noch für die Heizungsoptimierung

Lassen Hausbesitzer ihre Heizungsanlage optimieren, profitieren sie auch 2020 von attraktiven Fördermitteln. Erhältlich sind die Gelder von der KfW, dem BAFA und über den neuen Steuerbonus, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • KfW-Förderung der Heizungsoptimierung: 20 Prozent Zuschuss über KfW-Programm 430 oder günstige Darlehen mit 20 Prozent Tilgungszuschuss über KfW-Programm 152
  • BAFA-Förderung der Heizungsoptimierung: 30 Prozent Zuschuss über die Bundesförderung für effiziente Gebäude
  • Steuerbonus für die Sanierung: 20 Prozent der Sanierungskosten sind über drei Jahre von der Steuer absetzbar; anrechenbar sind auch Kosten für Dämmarbeiten und Fenster- oder Türenaustausch

Fördermittel bekommen Hausbesitzer dabei für viele Maßnahmen, die zu einer höheren Effizienz des Heizsystems beitragen. So zum Beispiel für:

  • den hydraulischen Abgleich der gesamten Heizungsanlage
  • den Austausch alter Warmwasser- und Heizungspumpen
  • voreinstellbare Thermostatventile an Heizkörpern
  • den Einbau von Einzelraumtemperaturreglern
  • Strangventile und Armaturen zur Volumenstromregelung
  • den Ersteinbau oder den Austausch von Pufferspeichern

 

Während es für die hier aufgeführten Maßnahmen in allen drei Programmen Fördermittel gibt, bekommen Sanierer über die KfW und den neuen Steuerbonus finanzielle Mittel auch für:

 

  • den Umbau von Ein- zu Zweirohrsystemen
  • den Austausch von Heizkörpern
  • den Einbau einer Flächenheizung
  • das Dämmen von Rohrleitungen
  • die Umrüstung von Niedertemperatur zu Brennwertkesseln

 

Die Beantragung von BAFA- und KfW-Mitteln zur Förderung der Ölheizung erfolgt dabei auch 2020 vor der Beauftragung eines Fachbetriebes. Um KfW-Mittel zu erhalten, ist außerdem die Bestätigung eines Energieberaters erforderlich. Möchten Hausbesitzer den neuen Steuerbonus für die Sanierung nutzen, müssen sie die Kosten bei ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Wichtig zu wissen: Kombinierbar sind die drei Programme nicht.

 

Beendet: Förderung mit den KfW-Programmen 152 & 430

Seit dem 01.01.2020 erfolgt die Heizungsförderung für Einzelmaß­nahmen nahezu komplett vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr­kontrolle). Es werden keine Öl-Brennwert-Heizungen und Gas-Brennwert-Heizungen mehr gefördert. Sei es mit einem Investitionszuschuss (KfW-430) oder mit einem Darlehen (KfW-152).

 

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Ölheizungsverbot und hohe Austauschprämie vom BAFA

Ab dem Jahr 2026 ist der Einbau von Ölheizungen deutschlandweit nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Wer auf Erdgas, Fernwärme oder eine erneuerbare Heizungsanlage ausweichen kann, darf die Ölheiztechnik bei Sanierungs-, Reparatur- und Neubauvorhaben dann nicht mehr installieren.
Bereits heute vergibt das BAFA eine attraktive Förderung für Ölheizungs-Alternativen. Zuschüsse in Höhe von 40 bis 45 Prozent gibt es dabei für das Umrüsten auf Erd-, Flüssiggas oder erneuerbare Energien. Infrage kommen Biomasseheizungen (Scheitholz-, Pellet- und Hackschnitzelkessel) sowie Wärmepumpen und Kombinationen der genannten Systeme. Gefördert werden alle Kosten, die im Rahmen der Heizungserneuerung anfallen. Neben Ausgaben für Demontage und Entsorgung der Altanlage sind das auch die Kosten für Gasanschluss, Flüssiggastank sowie Anschaffung und Montage der neuen Heizungsanlage. Voraussetzung: Die bestehende Anlage darf nicht jünger als zwei Jahre und nicht von der EnEV-Austauschpflicht betroffen sein.

 

Interessant zu wissen Durch das baldige Verbot der Ölheizung und die attraktive Förderung für den Austausch ist das Umrüsten auf einen anderen Energieträger heute besonders lukrativ. Informieren Sie sich hier über effiziente Ölheizungs-Alternativen!
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Solaranlage oder Pelletofen nachrüsten: Hohe BAFA-Förderung

Läuft die alte Ölheizung noch zuverlässig oder tauschen Hausbesitzer die Technik ohne Förderung aus, können sie auch eine Solarthermieanlage nachrüsten. Die Technik wandelt kostenfreie Solarenergie in nutzbare Wärme um, mit der sie dann das Trinkwasser erwärmt oder auch die Raumheizung unterstützt. Über das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ gibt es 2020 eine Förderung in Höhe von 30 Prozent für den Einbau einer neuen oder die Erweiterung einer bestehenden Solaranlage. Die wichtigsten Voraussetzungen:

 

  • Solarkollektoren müssen das Solar-Keymark-Kennzeichen tragen und in der BAFA-Liste förderfähiger Kollektoren zu finden sein.
  • Solaranlagen zur Warmwasserbereitung müssen über eine Kollektorfläche von mindestens 3 m² und einen Brauchwasserspeicher für mindestens 200 Liter verfügen.
  • Solaranlagen zur Heizungsunterstützung müssen über eine Kollektorfläche von mindestens 7 m² bei Vakuumröhren- und 9 m² bei Flachkollektoren sowie einen Pufferspeicher mit mindestens 50 Liter pro m² bei Vakuumröhren- und 40 Liter pro m² bei Flachkollektoren verfügen.

 

Lassen Hausbesitzer einen Pelletofen mit Wassertasche nachrüsten, bekommen sie sogar einen BAFA-Zuschuss in Höhe von 35 Prozent. Wichtig ist, dass das Heizgerät eine Leistung von mindestens 5 kW hat und in der BAFA-Liste für förderfähige Öfen aufgeführt ist.

 

Interessant zu wissen Die Förderung für die Erweiterung einer Ölheizung um Solartechnik oder einen Pelletofen ist vor der Auftragsvergabe über die Webseite des BAFA zu beantragen.

 

Lohnkosten absetzen und Förderung der Ölheizung auch 2020 erhalten

Lassen Hausbesitzer eine alte Heizung warten, reparieren oder austauschen, bekommen sie 2020 eine steuerliche Förderung vom Finanzamt. So ist es möglich, die Handwerkerkosten der Maßnahmen steuerlich geltend zu machen. Bei anrechenbaren Ausgaben von 6.000 Euro im Jahr und einer Förderrate von 20 Prozent zieht das Finanzamt dabei jährlich bis zu 1.200 Euro von der Steuerlast ab. Möglich ist das ganz einfach über die Einkommensteuererklärung. Damit das funktioniert, muss der Fachbetrieb die Lohnkosten allerdings gesondert in der Rechnung aufführen.

Lesen Sie hier, wie Sie Handwerkerkosten richtig von der Steuer absetzen.

 

Fördermittel für Ölheizungen von Herstellern und Mineralölhändlern

Während die Fördermittel von KfW und BAFA deutschlandweit zur Verfügung stehen, bieten auch Kesselhersteller und Mineralölhändler Bonuszahlungen für den Kesseltausch an. Die Mittel sind dann allerdings nur regional und oft auch nur für bestimmte Zeit erhältlich. Hier lohnt es sich, vor dem Austausch der alten Heizung einen Energieberater aus der eigenen Region zu kontaktieren.

 

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Quelle & Foto: Bosch Thermotechnik GmbH