Die Fenster sind undicht und die alte Heizung hat schon viele Jahre auf dem Buckel? Das Bad soll modern und barrierefrei werden oder der neue Wintergarten den Wohnraum erweitern? Für diese Vorhaben bieten Banken Modernisierungskredite an. Die Zinsen sind noch niedrig und attraktive Fördermittel winken. Damit punkten Hausbesitzer gleich dreifach: Sie sparen Energiekosten, erhöhen den Wohnkomfort und steigern den Wert ihrer Immobilie. Lesen Sie hier, was den Modernisierungskredit so interessant macht.

 

Wie unterscheidet sich ein Modernisierungskredit von anderen Krediten?

Ein Modernisierungskredit ist ein zweckgebundener Kredit, den es im Gegensatz zu einer Baufinanzierung ohne Grundbucheintrag gibt. Das spart Kosten und Aufwand. Die Konditionen liegen zwischen denen eines normalen Konsumentenkredits und einer klassischen Baufinanzierung. Im Vergleich zu einem Ratenkredit verlangen die Banken meist niedrigere Zinsen, im Vergleich zu einem größeren Modernisierungsdarlehen mit Grundbucheintrag sind die Zinssätze höher.

 

In welcher Höhe kann ein Modernisierungskredit abgeschlossen werden?

Abhängig vom Kreditgeber werden Modernisierungskredite von 3.000 bis zu maximal 50.000 Euro vergeben. Manche Kreditinstitute vergeben Modernisierungskredite ohne Grundbucheintrag allerdings nur bis zu 30.000 Euro.

 

Welche Maßnahmen können Sie mit einem Modernisierungskredit finanzieren?

Unter dem Begriff Modernisierung fallen vorwiegend Maßnahmen, die der Wertsteigerung einer Immobilie dienen. Dazu gehören beispielsweise der Austausch alter Fenster und Türen sowie der Einbau einer neuen, energieeffizienten Heizung. Auch Maßnahmen zur Wärmedämmung an Dach und Fassade oder zur Verbesserung des Schallschutzes zählen zur Modernisierung, ebenso wie An- oder Umbauten. Als Verwendungszweck kommen darüber hinaus auch altersgerechte und barrierefreie Umbaumaßnahmen in Frage.

 

Für welche Maßnahmen gibt es keinen Modernisierungskredit?

Wer neu tapeziert oder im Bad einige Fliesen austauscht, der renoviert. Alle Schönheitsreparaturen zählen nicht zur Modernisierung.

 

Wer bietet einen Modernisierungskredit an?

Modernisierungskredite werden von regionalen sowie überregionalen Banken angeboten, online wie am Schalter. Auch bei Bausparkassen finden Sanierer reine Modernisierungskredite im Angebot. Eine weitere Anlaufstelle ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese vergibt zinsgünstige Darlehen für die energetische Sanierung, Maßnahmen zum Einbruchschutz oder für den altersgerechten Umbau. Durch einen Tilgungszuschuss von 20 bis zu 40 Prozent haben KfW-Kredite für die energetische Sanierung mit Abstand die besten Konditionen. Interessant sind unter anderem folgende Förderprogramme:

  • KfW-Programm 151/152 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ für Maßnahmen zur energetischen Sanierung am Haus (Fenstertausch, Fassadendämmung, Dachdämmung, Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus)
  • KfW-Programm 159 „Altersgerecht Umbauen – Kredit“ für Maßnahmen wie den barrierefreien Badumbau oder Investitionen in den Einbruchschutz
  •  KfW-Programm 167 „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ für den Einbau einer neuen Hybridheizung oder Umweltheizung

Wichtig zu wissen ist, dass Sanierer die Modernisierungskredite der KfW bei ihrem lokalen Finanzierungspartner beantragen müssen.

 

Welchen Mehrwert bringt ein Modernisierungskredit?

Trotz finanzieller Verpflichtung bietet die Aufnahme eines Modernisierungskredites einen enormen Mehrwert, der sich schnell bezahlt macht. Geben Sie in unserem Sanierungsrechner einige Daten zu Ihrem Haus ein und berechnen Sie ganz individuell, welche Kosten für unterschiedliche Modernisierungsvarianten anfallen, wie viel Sie damit einsparen können und wann sich Ihre Investition in die Zukunft amortisiert. Und nicht zu vergessen: Jede energetische Modernisierung bringt auch eine Wertsteigerung Ihres Hauses mit sich. Sie senkt außerdem die CO2-Emissionen und trägt somit auch zum Klimaschutz bei.

 

Wie sind die Laufzeiten bei einem Modernisierungskredit?

Modernisierungskredite sind meist mittel- bis langfristig angelegt (5 – 15 Jahre), wobei die Rückzahlung in der Regel komplett während der Laufzeit erfolgt. Sondertilgungen sind in vielen Fällen erlaubt. All das macht den Modernisierungskredit besonders flexibel.

 

Lohnt sich ein Vergleich bei einem Modernisierungskredit?

Es lohnt sich immer mehrere Angebote für einen Modernisierungskredit einzuholen und zu vergleichen. Dabei sollten Sie vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Zinssatz
  • Laufzeit
  • Ratenflexibilität
  • Anteil der möglichen Eigenleistungen
  • Bedingungen zur Auszahlung

 

Wer bietet die besten Konditionen?

Die niedrigsten Zinsen bekommen Sanierer aktuell bei der Förderbank KfW. Dank hoher Tilgungszuschüsse im Programm 151/152 sind Sanierungskredite dabei unterm Strich sogar mit Negativzinsen zu haben. Das heißt: Sie zahlen weniger zurück, als die KfW ausgezahlt hat. Für einen Förderkredit über 50.000 Euro fallen aktuell lediglich 0,75 Prozent effektiver Jahreszins an (Stand 13.05.2020). Hinzu kommt ein Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent. Eigentümer können dabei wählen, ob sie einzelne Arbeiten ausführen oder ein ganzes Paket schnüren wollen. So gibt es den Modernisierungskredit unter anderem für:

Einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten von Bund, Ländern, Kreisen, Kommunen sowie Energieversorgern gibt unsere kostenfreie Fördermittelauskunft.

Allerdings finanziert die KfW nur die energetische Sanierung von Wohngebäuden und damit weder den neuen Wintergarten, noch das neue Bad, falls es nicht barrierefrei ist. Hierfür halten Kreditinstitute Modernisierungskredite bereit. Die Konditionen liegen aktuell etwa 1 Prozentpunkt über dem KfW-Angebot. Vergleichsportale im Internet geben rasch einen Überblick, hier bitte als Verwendungszweck „Renovierung“ eingeben und darauf achten, ob bei den genannten Konditionen ein Grundbucheintrag erforderlich ist.

 

Vergleichsrechner für Modernisierungskredite

Wer das Angebot seines Kreditinstituts mit dem KfW-Angebot vergleichen möchte, kann den KfW-Vorteilsrechner nutzen und so schnell seine mögliche Ersparnis über die gesamte Laufzeit in Erfahrung bringen. Ein Beispiel: Wenn die Hausbank aktuell für einen Modernisierungskredit über 50.000 Euro bei 10 Jahren Laufzeit 1,75 Prozent Sollzins fordert, spart der Hausbesitzer bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 115 etwa 15.911 Euro mit einem KfW-Kredit. Davon 12.500 Euro aus dem Tilgungszuschuss sowie 3.411 Euro durch den geringeren Sollzins.

Ein Grund, aus dem Hausbesitzer ihre Maßnahmen für eine energetische Sanierung jetzt starten und dieses attraktive KfW-Angebot für die Hausmodernisierung nutzen sollten. Ein möglicher Tilgungsplan lässt sich mit dem KfW-Tilgungsrechner erstellen.

Was gilt es bei einem Modernisierungskredit noch zu beachten?

Muss noch ein weiterer Kredit zurückbezahlt werden, beispielsweise das eigentliche Bauspardarlehen, kann der bestehende Vertrag aufgestockt werden. Das ist meist einfacher und weniger aufwendig als einen weiteren Kredit aufzunehmen. Für einen mittel- bis langfristig geplante Modernisierung kann das Modernisierungsvorhaben über einen Bausparvertrag finanziert werden. Diese sind meist noch kostengünstiger als Modernisierungskredite von der Bank.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: fotomek – Fotolia.com