Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl Programme aufgelegt, um Betreibern von Photovoltaikanlagen und Stromspeichern Förderung zukommen zu lassen. Die KfW-Bank und die Bundesländer sowie Kommunen und Energieversorger vergeben attraktive Zuschüsse und Darlehen.  Sie fördern über die Einspeisevergütung auch den laufenden Betrieb einer Solaranlage – für Eigentümer wie für Mieter.

 

Inhaltsübersicht:
1. Bundesweite Photovoltaikförderung der KfW: Programm 270
2. Photovoltaik Förderung der Bundesländer 2021
3. Photovoltaik Förderung im laufenden Betrieb: Einspeisevergütung
4. Photovoltaik Förderung im laufenden Betrieb: Mieterstrom

 

Warum Photovoltaik Förderung?

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich ökologisch und ökonomisch betrachtet nach einigen Jahren, doch die anfänglichen Investitionskosten wollen aufgefangen werden: Eine Photovoltaikanlage mit einer Haushaltsüblichen Leistung von 3 bis 10 Kilowatt Peak Leistung (kWp) kostet pro kWp zwischen 1.300 bis 1700 Euro. Je größer die Solaranlage ausfällt, desto niedriger ist der Preis pro kWp.

Für einen Stromspeicher zahlen Sie im Schnitt 1.200 bis 1.700 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Auch hier gilt: die Preise pro kWh Speicherkapazität sinken mit größeren Speichern. Da man die Speicher meist im Verhältnis 1:1 zur Anlagenleistung auslegt, sollten Sie hier mit Kosten von zusätzlich 5.000 (3 kWh) bis 13.000 Euro für den Stromspeicher ausgehen.

Eine Photovoltaikanlage kostet insgesamt durchschnittlich 5.400 bis 13.000 Euro ohne Stromspeicher (3 bzw. 10 kWp) und 10.500 Euro bis 25.000 Euro mit Stromspeicher (3 bzw. 10 kWp).

Die staatliche Photovoltaik Förderung ist also ein nützliches Instrument, um eventuelle finanzielle Hürden beim Kauf einer Photovoltaikanlage zu überwinden.

 

Photovoltaikförderung der KfW: Programm 270 fördert die Anschaffung von Solaranlagen

Die KfW-Bank hat mit ihrem Programm 270 („Erneuerbare Energien – Standard“) ein Programm zur Photovoltaik Förderung im Angebot. Hier handelt es sich um ein Darlehen für Kauf und Installation einer neuen Photovoltaikanlage. Auch die Anschaffung eines Stromspeichers ist Teil dieser Photovoltaik Förderung.

Dieses Darlehen finanziert die förderfähigen Kosten zu 100% bis zu einem Maximalbetrag von 50 Millionen Euro. Die Zinssätze hängen von der Darlehenshöhe ab. Außerplanmäßige Sondertilgungen sind gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Außerdem gibt es eine tilgungsfreie Anlaufzeit.

 Sollte im Zuge der Bauarbeiten auch eine Dachsanierung geboten sein, deckt das Förderprogramm auch diese Maßnahme auf Wunsch mit ab.  Sollten Sie an Elektromobilität interessiert sein, sollten Sie die Kombination von Wallbox und Photovoltaik in Betracht ziehen, denn die KfW hat auch ein Förderprogramm für Wallboxen im Angebot. Dieses greift, wenn der Strom für die Wallbox zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt – was die Photovoltaikanlage gewährleistet.

Eine Kombination von Photovoltaik Förderung der KfW und anderen Förderprogrammen ist grundsätzlich möglich. 

Auch die Einspeisevergütung wird bei Bezug der Fördermittel im laufenden Betrieb der Anlage ausgezahlt.

 

Wo stelle ich eine Anfrage auf Photovoltaik Förderung?

Den Förderantrag stellen Sie nicht bei der KfW direkt, sondern bei einem Kreditinstitut Ihrer Wahl. Bedenken Sie: der Antrag zur Photovoltaikförderung durch die KfW muss vor Vorhabenbeginn erfolgen!

 

Photovoltaik Förderung der Bundesländer für 2021

Neben der KfW-Bank fördern auch einige Bundesländer Photovoltaikanlagen. In den meisten Fällen greift die Photovoltaik Förderung nur, wenn eine neue Solaranlage mit einem Stromspeicher kombiniert wird – Thüringen vergibt auch Gelder für die Nachrüstung eines Speichers. Alle derzeit aktiven Programme auf Bundeslandebene funktionieren als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Bundesland, Förderprogramm Was wird gefördert? Förderung Zuschuss?
Baden-Württemberg: „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage 200 Euro pro kWh Speicherkapazität

300 Euro pro kWh wenn Photovoltaikanlage eine Leistung von mehr als 30 kWp hat

+500 Euro Bonus bei gleichzeitiger Installation einer Wallbox

Ja
Bayern: „10.000-Häuser-Programm“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Verhältnis Anlagenleistung zu Speicherkapazität muss 1:1 betragen

500 Euro bei 3 kWh Speicherkapazität

+100 Euro für jede weitere Kilowattstunde bis 30 kWh

+200 Euro für Wallbox

Ja
Berlin: „EnergiespeicherPLUS“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Pro kWh Kapazität muss die Anlage eine Leistung von 1,2 kWp aufweisen, Eigenverbrauchsquote mind. 50%

300 Euro pro kWh Speicherkapazität Ja
Brandenburg: „Kleinspeicher-Programm“ Photovoltaik Förderung wird 2021 pandemiebedingt nicht vergeben
Bremen Keine zusätzliche Photovoltaik Förderung
Hamburg Keine zusätzliche Photovoltaik Förderung
Hessen Keine zusätzliche Photovoltaik Förderung
Mecklenburg-Vorpommern Keine zusätzliche Photovoltaik Förderung
Niedersachsen: „Batteriespeicher für Privathaushalte“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Anlagenleistung mindestens 1,2 kWp pro kWh Kapazität

Anlagenleistung mindestens 4 kWp

40% der Nettoinvestitionskosten

+500 Euro für Wallbox

+800 Euro bei Anlagenleistung > 10 kWp

Ja
Nordrhein-Westfalen: „progres.nrw“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Verhältnis Anlagenleistung zu Speicherkapazität maximal 3:1

150 Euro pro kWh Speicherkapazität Ja
Rheinland-Pfalz: „Solar-Speicher-Programm“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Anlagenleistung mindestens 5 kWp

Speicherkapazität mindestens 5 kWh

Eigenverbrauchsquote mind. 50%

100 Euro pro kWh Speicherkapazität

Maximal 1.000 Euro

Ja
Saarland Förderprogramm ausgelaufen
Sachsen: „Stromspeicher mit/ohne Ladestation (RL Speicher)“ Derzeit ausgesetzt. Wird im zweiten Quartal 2021 neu aufgelegt


Sachsen-Anhalt Förderbudget aufgebraucht, Fortsetzung der Photovoltaikförderung unklar
Schleswig-Holstein: „Klimaschutz-Förderprogramm“ Förderprogramm ausgelaufen
Thüringen: „Solar Invest“ Stromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage mit bis zu 10 kWp Leistung
Stromspeicher als Nachrüstung bei bestehender Photovoltaikanlage, Eigenverbrauchsquote mind. 60%
900 pro kWp Anlagenleistung bei Anlage mit Speicher

300 Euro pro kWh Speicherkapazität bei Speichernachrüstung

Ja

 

Genauere Informationen erhalten Sie auch in der Fördermittelauskunft hier bei Effizienzhaus-Online.

 

Photovoltaik Förderung im laufenden Betrieb: Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist die bekannteste Photovoltaikförderung und war lange Zeit einer der Hauptgründe für den Erwerb einer Solaranlage. Über die Einspeisevergütung erhält der Anlagenbetreiber einen festen Betrag pro Kilowattstunde, die von der Anlage in das Stromnetz eingespeist wird. Dieser Betrag ist abhängig vom Inbetriebnahmedatum und ist für 20 Jahre garantiert. 

Bis vor einigen Jahren war die Einspeisevergütung so hoch, dass die Photovoltaikanlagen hauptsächlich darauf ausgelegt waren, möglichst viel Strom zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen. Die Einspeisevergütung sinkt allerdings für Neuanlagen stetig – so ist der Eigenverbrauch des Solarstroms in den Fokus der Anlagenbetreiber gerückt – deshalb umfassen die oben erwähnten Förderprogramme der Bundesländer beispielsweise grundsätzlich die Installation eines Stromspeichers in Verbindung mit einer neuen Solaranlage. Jedoch ist die Einspeisevergütung immer noch ein attraktiver Zusatzverdienst für Strom, der im Haushalt gerade nicht benötigt wird.

Die Einspeisevergütung für 2021

Inbetriebnahme Bis 10 kWp Bis 40 kWp Bis 100 kWp
01. Januar 2021 8,16 7,93 6,22
01. Februar 2021 8,04 7,81 6,13
01. März 2021 7,92 7,70 6,04
01. April 2021 7,81 7,59 5,95

 

In unserem Artikel zur Einspeisevergütung finden Sie alle weiteren Details zum Thema.

 

Photovoltaik Förderung im laufenden Betrieb: Mieterstrom

Für Anlagenbetreiber oder Vermieter im Mehrfamilienhaus gibt es mit dem Mieterstrom eine weitere Photovoltaik Förderung wenn die Anlage bereits läuft. Mieterstrom bezeichnet die Möglichkeit, den Solarstrom aus einer Anlage direkt an die Mieter des Hauses zu verkaufen. 

Verschiedene Regelungen sollen dies für beide Seiten – Vermieter wie Mieter – attraktiv machen: Mieter profitieren von der Vorgabe, dass Mieterstrom maximal 90% so teuer sein darf wie der Stromtarif des örtlichen Grundversorgers. Vermieter profitieren davon, dass sie zusätzlich zu den Erlösen aus dem Stromverkauf an die Mieter noch den Mieterstromzuschlag auf jede Kilowattstunde Solarstrom erhalten. Der Mieterstromzuschlag ist niedriger als die Einspeisevergütung, da der Betreiber zusätzlich vom Stromverkauf profitiert.

Nicht genutzter Strom wird wie gehabt weiter gegen die Einspeisevergütung in das Stromnetz eingespeist.

Der Mieterstromzuschlag wurde im EEG 2021 neu festgelegt und erhöht:

Anlagenleistung Mieterstromzuschlag
Bis 10 kWp 3,79 Cent pro kWh
Bis 40 kWp 3,52 Cent pro kWh
Bis 100 kWp 2,37 Cent pro kWh

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: mmphoto – Adobe Stock