Die Einspeisevergütung fördert den Betrieb von Anlagen, die erneuerbare Energien bereitstellen. Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten mit der Einspeisevergütung eine Zahlung für jede Kilowattstunde Solarstrom, welche die Solaranlage in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Einspeisevergütung wird ab Inbetriebnahme der Anlage für den Zeitraum von 20 Jahren gezahlt. 

 

Sparpotential ermitteln Bitte beachten:  Jeder Anlagenbetreiber ist verpflichtet, seine Anlagen beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister anzumelden. Nur dann erhält der Betreiber die Einspeisevergütung. Die eingespeiste Strommenge wird dann vom Netzbetreiber erfasst und von diesem an den Anlagenbetreiber ausgezahlt

 

 

Wie hoch ist die Einspeisevergütung im Mai 2021?

Die Einspeisevergütung liegt im Mai 2021 bei 7,69 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh). Dieser Vergütungssatz gilt für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 Kilowatt Peak (kWp), die vor allem im Privatbereich bei Einfamilienhäusern üblich sind. Größere Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 40 kWp erhalten 7,47 Cent/kWh, während Installationen mit bis zu 100 kWp 5,86 Cent/kWh erhalten. 

Die Einspeisevergütung ändert sich monatlich; meist in Form einer Senkung. Eine Absenkung betrifft jedoch keine Anlagen, die bereits in Betrieb sind. Wer eine Photovoltaikanlage installiert, erhält dauerhaft den Vergütungssatz, der im Monat der Inbetriebnahme gültig ist.

 

Die Einspeisevergütung im zeitlichen Verlauf

Inbetriebnahme Bis 10 kWp Bis 40 kWp Bis 100 kWp
01. Januar 2021 8,16 7,93 6,22
01. Februar 2021 8,04 7,81 6,13
01. März 2021 7,92 7,70 6,04
01. April 2021 7,81 7,59 5,95
01. Mai 2021 7,69 7,47 5,86
01. Juni 2021 7,58 7,36 5,77
01. Juli 2021 7,47 7,25 5,86

Einspeisevergütung für Anlagen auf Wohngebäuden, Lärmschutzwänden und Gebäuden. Angaben zur Einspeisevergütung in Cent pro Kilowattstunde.

 

 

Die weitere Entwicklung der Einspeisevergütung und der atmende Deckel

Die fortlaufende monatliche Absenkung der Einspeisevergütung bezeichnet man als Degression. Sie ist im EEG festgeschrieben. Sie soll den Zubau an Photovoltaikanlagen in Deutschland innerhalb eines politisch gewünschten Zubaukorridors steuern. 2020 lag dieser Korridor bei 1900 Megawatt installierter Leistung im Jahr. Ab 2021 liegt der Zubaukorridor bei 2.500 Megawatt. Einmal pro Quartal werden die Zubauzahlen bei der Bundesnetzagentur hochgerechnet. Liegt der Zubau unterhalb dieser Zielmarke, sinkt die Einspeisevergütung langsamer (niedrigere Degression); liegt er darüber, wird die Einspeisevergütung schneller abgesenkt (höhere Degression).

Dazu gesellt sich eine monatliche Basisdegression von 0.5 Prozent. Diese greift, wenn der Zubaukorridor – mit etwas Luft nach oben und unten – eingehalten wird. Den gesamten Anpassungsprozess bezeichnet man als „atmenden Deckel“. Ab Februar 2021 beträgt die Basisdegression 0,4 Prozent.

 

Degression der Einspeisevergütung ab Februar 2021

Zubau überschreitet 2.500 Megawatt Absenkung der Einspeisevergütung um
Um bis zu 1.000 Megawatt 1,00 Prozent
Um mehr als 1.000 Megawatt 1,40 Prozent
Um mehr als 2.000 Megawatt 1,80 Prozent
Um mehr als 3.000 Megawatt 2,20 Prozent
Um mehr als 4.000 Megawatt 2,50 Prozent

 

Zubau unterschreitet 2.100 Megawatt Erhöhung der Einspeisevergütung um
Um bis zu 200 Megawatt 0 Prozent
Um mehr als 200 Megawatt Einspeisevergütung wird einmalig um 1 Prozent erhöht
Um mehr als 600 Megawatt Einspeisevergütung wird einmalig um 2 Prozent erhöht
Um mehr als 1.000 Megawatt Einspeisevergütung wird einmalig um 3 Prozent erhöht

 

Zur Einordnung: Der Zubau an Photovoltaikanlagen in Deutschland von 2015 bis 2020 in Megawatt Peak

Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 (01 – 11) 
Zubau    1442 1543 1698 2876 3861 4400 

Quelle: Bundesnetzagentur

Die aktuellen Zubauzahlen können Sie auf den entsprechenden Seiten der Bundesnetzagentur einsehen. Dort finden Sie ab 2021 auch quartalsweise die jeweils gültige Einspeisevergütung.

 

Fragen aus der Praxis zur Einspeisevergütung

Was geschieht, wenn die Einspeisevergütung für meine Anlage nach 20 Jahren ausläuft?

Nach Ablauf des Förderzeitraumes gilt die Anlage als „Post-EEG-Anlage“, kann aber problemlos weiterlaufen. Nach EEG 2021 ist der Betrieb und die Abnahme des Stromes weiterhin gewährleistet – das Förderende bedeutet nicht, dass die Anlage vom Netz getrennt werden muss: Es besteht weiterhin ein Recht auf Einspeisung des Stromes in das öffentliche Netz. Auch das Recht auf Vorrangeinspeisung bleibt unangetastet über die Lebensdauer der Anlage bestehen.

Der Strom aus ausgeförderten Anlagen bis 100 Kilowatt Leistung wird bis Ende 2027 in Höhe des Marktwertes abzüglich einer Vermarktungspauschale vergütet. Dieser „Jahresmarktwert Solar“ betrug im November 2020 3,998 Cent/kWh, abzüglich Vermarktungskosten von 0,4 Cent/kWh. Den aktuellen Wert können Sie auf der Webseite „Netztransparenz.de“ der Übergangsnetzbetreiber nachschlagen.

Danach gibt es zwei Optionen: die Direktvermarktung des Solarstroms – was aufgrund verschiedener Regularien für Kleinanlagen meist nicht rentabel ist (Kosten für zusätzliche Messtechnik und Entgelte) – und/oder den verstärkten Eigenverbrauch. Letzteres ist ohnehin meist die wirtschaftlichste Verwendung für den Solarstrom aus der eigenen Anlage. 

 

Sollte ich den Solarstrom einspeisen oder den Eigenverbrauch bevorzugen?

Der Eigenverbrauch von Solarstrom sollte bevorzugt werden. Bis vor einigen Jahren war es ratsam, Photovoltaikanlagen möglichst zur Volleinspeisung zu nutzen. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis umgekehrt: nun ist es wichtig, möglichst viel Strom selbst zu verwenden, anstatt ihn einzuspeisen. 

Denn während die Einspeisevergütung konstant gesunken ist, stieg der Haushaltsstrompreis beständig. Gleichzeitig sanken die Stromgestehungskosten aus Photovoltaikanlagen. Die Gestehungskosten geben an, wie teuer es ist, eine Kilowattstunde Solarstrom bereitzustellen. Diese Kosten liegen derzeit bei Kleinanlagen bis 10 kWp bei 10-12 Cent/kWh, während der Haushaltsstrompreis im Jahr 2020 31,37 ct/kWh betrug. Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

 

Sparpotential ermitteln Mit einer Kilowattstunde Eigenverbrauch spart man also die Differenz zwischen den Stromgestehungskosten und dem Haushaltsstrompreis. In diesem Beispiel beträgt die Differenz (Annahme Gestehungskosten 11 Cent/kWh) also 31,37 – 11 = 20,37 Cent/kWh. Für eine eingespeiste Kilowattstunde erhält man demgegenüber nur 8,56 Cent/kWh.

 

Das ist nur ein Aspekt der Rentabilität einer Photovoltaikanlage. Weitere Faktoren sind die Anlagenkosten (2020 im Schnitt 1.450 Euro pro Kilowatt Peak Leistung) mit weiteren Unterkategorien wie der Anlagengröße, Fläche und Typ der Solarmodule und zusätzlichen Komponenten wie einem Solarspeicher. In den letzten Monaten ist mit der staatlich geförderten Wallbox für Elektroautos eine weitere Option entstanden, um Solarstrom umweltfreundlich selbst zu nutzen. Der eigene Solarstrom ist hier doppelt nützlich – denn nur wenn die Wallbox zu 100% mit Ökostrom gespeist wird, erhält man die KfW-Förderung für Wallboxen

 

Weitere Fragen zum Betrieb einer PV-Anlage und der Einspeisevergütung

Muss ich die EEG-Umlage auf meinen Eigenverbrauch zahlen?

Seit 2014 besteht eine Bagatellgrenze, die im aktuellen EEG ab 2021 erweitert worden ist. Selbstverbrauchter Strom aus PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 kWp und einer Gesamtstrommenge von 30 Megawattstunden pro Jahr ist von der EEG-Umlage befreit. Der Eigenverbrauch aus PV-Anlagen wird oberhalb der Grenze von 30 kWp Anlagen-Nennleistung mit einer Abgabe von 40% der aktuellen EEG-Umlage belegt. 

 

Ich möchte eine bestehende Photovoltaikanlage erweitern – welche Einspeisevergütung erhalte ich?

Wenn Sie schon eine Photovoltaikanlage besitzen und mit zusätzlichen Modulen erweitern, müssen Sie diesen Sachverhalt im Marktstammdatenregister melden. Für den Stromanteil, der aus den neuen Anlagenteilen eingespeist wird, gilt dann der Vergütungssatz des neuen Inbetriebnahmemonats, während der Stromanteil der vorher bestehenden Anlage wie bisher mit dem damals gültigen Satz weiterläuft. 

Prinzipiell kann die Strommenge weiter über einen einzelnen Zähler erfasst werden (die Anteile werden dann entsprechend rechnerisch festgestellt); unter Umständen kann trotzdem ein zweiter Zähler erforderlich werden. Weitere Hinweise zu diesem Detailthema finden Sie bei der Clearingstelle EEG unter.

 

Kann ich für meine ältere PV-Anlage einen Solarspeicher nachrüsten?

Technisch betrachtet ist der nachträgliche Einbau eines Solarspeichers meist problemlos möglich. Gerade bei älteren Anlagen ist das aber nicht unbedingt ratsam: Die Einspeisevergütung liegt bei älteren Anlagen noch deutlich höher – im April 2012 erhielt man beispielsweise noch 19,50 Cent/kWh. Hier würden sich die Mehrkosten für einen Speicher nicht amortisieren. 

Ist die Anlage aber nur einige Jahre alt kann sich eine Nachrüstung unter Umständen rechnen, wenn der Eigenverbrauch hoch genug ausfällt. Eine genaue Antwort kann aber nur ein Fachmann vor Ort nach genauer Analyse der Anlage und des Verbrauchsprofils geben.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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