Heizölpreise 2021 – Entwicklung, Vergleich & Prognose

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Gaspreise und Nachfragewerte treiben die Heizölpreise in die Höhe

Die Lage der Weltpolitik und die globale Heizölnachfrage sind neben der aktuellen Pandemieentwicklung die wichtigsten Faktoren, die den Heizölpreis beeinflussen. Aktuell stehen hohe Nachfragewerte vergleichsweise geringen Liefermengen gegenüber. Das Ungleichgewicht lässt die Preise rasant ansteigen, wodurch Hausbesitzer mit hohen Mehrkosten rechnen müssen. Mittelfristig rechnen Experten allenfalls mit einem Seitwärtstrend. Wer die Entwicklungen verfolgt und seine Brennstoffe zu einem günstigen Zeitpunkt bestellt, kann jedes Jahr viel Geld sparen. Wann das so weit ist, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

 

Aktuelle Heizölpreise: Einpendeln auf hohem Niveau

Heizöl kostete Mitte Oktober (17.10.2021), bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern, 90,08 Cent pro Liter im bundesweiten Durchschnitt. Anfang 2021 lag der Preis dagegen noch bei etwa 54,77 Cent pro Liter – im November 2020 sogar bei nur 37,76 Cent pro Liter. Für Hausbesitzer, die jedes Jahr rund 3.000 Liter des Brennstoffs ordern, sind das Mehrkosten von über 1.560 Euro.

In der näheren Zukunft gehen Marktbeobachter bestenfalls von konstanten Preisniveaus aus, da sich preissteigernde und preissenkende Faktoren vorerst die Waage halten. Für Ersteres spricht die Nachfrage, welche saisonal bedingt steigt. Aber auch das Abklingen der pandemischen Lage und die explodierenden Gaspreise sorgen dafür, dass die Heizölnachfrage zunimmt. Da wichtige Ölförderstaaten ihre Liefermengen nicht im nötigen Maße anheben können, entsteht ein großes Ungleichgewicht, was einen Preisanstieg zur Folge hat. Gebremst wird dieser durch die Freigabe strategischer Heizöl-Reserven aus China. Außerdem verlangsamen knappe Rohstoffe die konjunkturelle Entwicklung, was ebenfalls zu stagnierenden Nachfragewerten führt.

(Vergleichen Sie auch Heizölbarometer von fastenergy.de.)

 

Heizölpreise 2018 – 2021

Heizöpreisentwicklung im Verlauf der letzten 3 Jahre, Stand 17.10.2021

Quelle: www.fastenergy.de

 

CO2-Steuer: Heizölpreise 2021 steigen an

Unabhängig von den üblichen Preisschwankungen sorgt seit Januar 2021 eine neue Abgabe dafür, dass Hausbesitzer mit einer Ölheizung höhere Heizkosten haben. Denn seitdem verteuert die sogenannte CO2-Steuer die fossilen Brennstoffe. Sie richtet sich nach dem ausgestoßenen Kohlenstoffdioxid und beträgt zu Beginn 25 Euro pro Tonne CO2. Bis zum Jahr 2025 steigt die Abgabe dann auf 55 Euro pro Tonne CO2 an. Hausbesitzer mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Litern zahlen dadurch zunächst rund 7 Cent pro Liter Heizöl oder 200 Euro im Jahr mehr. 2025 liegt die CO2-Abgabe dann bei rund 15 Cent pro Liter – die jährlichen Heizkosten steigen damit um etwa 450 Euro an. (Basis: 2,7 kg CO2 / Liter Heizöl; CO2-Abgabe von 25 bis 55 Euro pro Tonne CO2; Quelle: UBA)

Jahr CO2-Steuer Mehrkosten Heizöl
Preis pro Liter Mehrkosten pro Jahr
2021 25 €/ t 7,9 Cent 158 Euro
2022 30 €/ t 9,5 Cent 190 Euro
2023 35 €/ t 11,1 Cent 222 Euro
2024 45 €/ t 14,2 Cent 284 Euro
2025 55 €/ t 17,4 Cent 348 Euro

 

Heizöl im Preisvergleich mit anderen Energieträgern

Legt man die Brennstoffkosten zugrunde, platziert sich Heizöl mit 9,00 Cent pro Kilowattstunde (kWh) über Pellets (4,73 ct/kWh) und Erdgas (7,01 ct/kWh). Die Preise für Heizstrom bilden mit rund 24 ct/kWh die einsame Spitze (Stand Oktober 2021).

(Quelle: depi.de / Verivox.de)

 

Heizöl günstig kaufen: der beste Zeitpunkt

Betreiber einer Ölheizung können dank Ihrer Bevorratung den Markt genau beobachten und zu einem günstigen Zeitpunkt Heizöl nachtanken. Wir empfehlen, die Heizölpreise aktuell intensiv zu beobachten und zu vergleichen – entsprechende Portale im Internet oder eine telefonische Abfrage bei regionalen und überregionalen Anbietern schaffen Klarheit. Weiterhin können Sie sparen, wenn Sie das Heizöl gemeinsam mit Ihren Nachbarn bestellen. Die größere Abnahmemenge bei der Sammelbestellung reduziert den Preis. Die alte Faustregel, dass der Ölpreis im Sommer am günstigsten ist, gilt leider nicht mehr.

Betreiber einer Ölheizung können dank Ihrer Bevorratung den Markt genau beobachten und zu einem günstigen Zeitpunkt Heizöl nachtanken. Wir empfehlen, die Heizölpreise aktuell intensiv zu beobachten und zu vergleichen – entsprechende Portale im Internet oder eine telefonische Abfrage bei regionalen und überregionalen Anbietern schaffen Klarheit. Weiterhin können Sie sparen, wenn Sie das Heizöl gemeinsam mit Ihren Nachbarn bestellen. Die größere Abnahmemenge bei der Sammelbestellung reduziert den Preis. Die alte Faustregel, dass der Ölpreis im Sommer am günstigsten ist, gilt leider nicht mehr.

 

Mehr zum Thema Brennstoffe bestellen – optimaler Zeitpunkt

 

Heizkosten sparen: Tipps für steigende Heizölpreise

Die Heizölpreise schwanken sehr stark und Anstiege wie zuletzt sind für Hausbesitzer nicht immer vorhersehbar. Wer Heizkosten sparen möchte, muss daher seinen Heizölverbrauch reduzieren. Auf diese Weise steigt die Unabhängigkeit von dem fossilen Energieträger und starke Schwankungen wirken sich immer weniger auf die eigenen Heizkosten aus. Die folgenden Tipps helfen dabei:

  • Auf regenerative Energien setzen: Die Sonne stellt keine Rechnung und hilft, die eigenen Heizkosten zu senken. Sparen können Hausbesitzer darüber hinaus auch mit einer Wärmepumpe oder einer Biomasseheizung. Preisrallyes wie zuletzt und hohe staatliche Fördermittel für die neue Heizung sorgen dafür, dass sich die Ausgaben schnell rentieren.
  • Heizsystem optimieren: Die Effizienz ist ein schlafender Riese, der sich mit einer Optimierung der Heizung wecken lässt. Günstig sind dabei Maßnahmen wie die Einstellung der Heizkurve, das Dämmen von Rohrleitungen in kalten Bereichen und der hydraulische Abgleich des Heizsystems. Dank attraktiver Fördermittel für die Heizungsoptimierung können Hausbesitzer auf diese Weise ohne große Ausgaben viel Geld einsparen.
  • Wärmeschutz verbessern: Die günstigste Energie ist die, die nicht verbraucht wird. Mit einer effizienten Wärmedämmung verlieren Gebäude weniger Wärme. Heizungen müssen weniger leisten und die Heizkosten sinken. Auch hier sorgen staatliche Fördermittel der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für eine hohe W Positive Nebeneffekte: Die Wärmedämmung verkleinert den CO2-Fußabdruck und sorgt für eine hohe Behaglichkeit.

Finanzielle Einsparungen sind aber auch mit kleinen Budgets oder sogar ganz ohne zusätzliche Kosten zu erreichen. So zum Beispiel mit Maßnahmen wie dem richtigen Lüften, dem Entlüften der Heizkörper oder dem Dämmen von Rohrleitungen in kalten Räumen. Unsere Infografik zeigt die Top 10 der Energieeinsparmaßnahmen auf einen Blick:

10 Tipps um CO2 einzusparen

Unser Tipp: Energieberater beauftragen. Kaum einer weiß, wie hoch die Einsparpotenziale im Haus tatsächlich sind und welche Maßnahmen am meisten sparen. Antworten liefern Energieberater, die Gebäude einmal gründlich unter die Lupe nehmen. Sie stellen Einsparpotenziale heraus, entwickeln Sanierungskonzepte und informieren über Kosten sowie mögliche Einsparungen. Da der Staat über die Förderung der Energieberatung bis zu 80 Prozent der anfallenden Ausgaben trägt, ist die Maßnahme günstig und vor dem Einstieg in jedes Sanierungsvorhaben zu empfehlen.

 

So setzt sich der aktuelle Heizölpreis zusammen

Der Preis für Heizöl besteht aus dem sogenannten Produktpreis, der Energie- und Mehrwertsteuer sowie dem Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Bei einem Preis von 73,85 Cent pro Liter im September 2021 entfielen damit etwa 46,02 Cent auf den Einkaufspreis an den Ölmärkten, 18,05 Cent auf Steuern sowie 9,78 Cent auf den Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Interessant bei den Steuern: Die Energiesteuer beträgt 6,14 Cent pro Liter, egal wie hoch der Heizölpreis gerade ist.

 

Grundsätzliche Einflussfaktoren auf den Heizölpreis

Erdöl wird an internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen das weltweite Angebot und die weltweite Nachfrage sowie die Förder- und Verarbeitungskapazitäten. Hinzu kommen die Entwicklung des Dollarkurses, der Einfluss der Finanzmärkte sowie geopolitische Themen. Der Preis für Rohöl und der Preis für Heizöl hängen sehr eng zusammen. Fallen die Preise für Rohöl, dann sinken in der Regel auch die Preise für Heizöl. Dazu kommen regionale Schwankungen beim Heizölpreis. Abweichungen von einigen Cent pro Liter sind durchaus möglich.

 

Interessant zu wissen Wichtig zu wissen: Wer aktuell mit Öl heizt, kann auch in Zukunft weiterhin auf den flüssigen Brennstoff setzen. Die Bundesregierung führt zwar ein Ölheizungs-Verbot ein. Dieses betrifft allerdings nur den Neueinbau reiner Ölheizungen. Kommen Erdgas und Fernwärme wirtschaftlich am entsprechenden Standort nicht infrage, ist der Einbau von Ölheizungen auch über 2026 hinaus erlaubt. Das Gleiche gilt für Hybridheizungen, die neben Heizöl auch auf erneuerbare Energiequellen setzen.

 

Im Hinblick auf die Versorgungslage für die Zukunft lässt sich sagen, dass die weltweiten Ölreserven, die nach heutiger Technologie wirtschaftlich erschlossen werden können, bei über 200 Mrd. Tonnen liegen. Hinzu kommen in Zukunft außerdem bezahlbare und CO2-neutrale Brennstoffe. Die sogenannten E-Fuels sind heute zwar bereits herstellbar, aber noch sehr kostenintensiv.

Der jährliche weltweite Verbrauch beträgt aktuell etwa 4,9 Mrd. Tonnen. Bereits heute wächst das Angebot an Erdöl schneller als die Nachfrage. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird sie mittelfristig zurückgehen. Gründe hierfür sind Fortschritte bei der Energieeffizienz und bei der Elektromobilität. Aber auch das weitreichende Verbot der Ölheizung, die hohe Austauschprämie für Ölheizungen und der weiter steigende Anteil erneuerbarer Energien werden zukünftig für einen Rückgang der Heizölnachfrage sorgen.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik | Statista
Foto: Jrgen Flchle – Fotolia