Heizölpreise – aktuelle Entwicklung, Vergleich & Prognose

Tankwagen

Faktoren, die den Preis für Heizöl beeinflussen

Wenn Sie Ihren Heizölkauf zu einem Zeitpunkt einplanen, an dem die Preise niedrig sind, können Sie mehrere Hundert Euro sparen. Nachdem die Corona-Pandemie zuletzt für einen starken Preisrutsch gesorgt hat, rechnen Experten für die nähere Zukunft mit einem leichten Anstieg der Heizölpreise. Damit ist aktuell noch ein sehr guter Zeitpunkt, um Heizöl zu bestellen. Nimmt die Weltwirtschaft wieder Fahrt auf, könnten die Preise bis zum Ende des Jahres schneller steigen als viele erwarten.

Aktuelle Heizölpreise – dahin geht die Tendenz

Heizöl kostete Anfang September (07.09.2020), bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern, 39,18 Cent pro Liter im bundesweiten Durchschnitt. Anfang 2020 lag der Preis dagegen noch bei etwa 69,67 Cent pro Liter. Etwas mehr als ein Jahr zuvor, im Herbst 2018, erreichte der Preis mit 90,57 Cent pro Liter den Höchstwert der letzten fünf Jahre.

In der näheren Zukunft spricht einiges für leicht steigende Preise. So zieht die Heizöl-Nachfrage stark an. Gründe für einen Preisanstieg sind außerdem fallende US-Ölbestände und Hurricanes, die die Ölproduktion im Golf von Mexiko bedrohen. Durch die anhaltende Corona-Pandemie, die schwache Konjunkturentwicklung und die gestiegenen Förderraten von OPEC und Co. dürften die Preissteigerungen vorerst allerdings nur gering ausfallen. Anders sähe das mit einem Corona-Impfstoff aus. Dieser würde die Wirtschaft schneller hochfahren und die Heizölpreise höher steigen lassen.

(Vergleichen Sie auch Heizölbarometer von fastenergy.de.)

 

Heizölpreise 2017 – 2020

Heizoelpreisentwicklung-3-jahre

Quelle: www.fastenergy.de

Heizöl günstig kaufen: der beste Zeitpunkt

Betreiber einer Ölheizung können dank Ihrer Bevorratung den Markt genau beobachten und zu einem günstigen Zeitpunkt Heizöl nachtanken. Wir empfehlen, die Heizölpreise aktuell intensiv zu beobachten und zu vergleichen – entsprechende Portale im Internet oder eine telefonische Abfrage bei regionalen und überregionalen Anbietern schaffen Klarheit. Weiterhin können Sie sparen, wenn Sie das Heizöl gemeinsam mit Ihren Nachbarn bestellen. Die größere Abnahmemenge bei der Sammelbestellung reduziert den Preis. Die alte Faustregel, dass der Ölpreis im Sommer am günstigsten ist, gilt leider nicht mehr.

Mehr zum Thema Brennstoffe bestellen – optimaler Zeitpunkt

 

Wichtig zu wissen: Wer aktuell mit Öl heizt, kann auch in Zukunft weiterhin auf den flüssigen Brennstoff setzen. Die Bundesregierung führt zwar ein Ölheizungs-Verbot ein. Dieses betrifft allerdings nur den Neueinbau reiner Ölheizungen. Kommen Erdgas und Fernwärme am entsprechenden Standort nicht infrage, ist der Einbau von Ölheizungen auch über 2026 hinaus erlaubt. Das Gleiche gilt für Hybridheizungen, die neben Heizöl auch auf erneuerbare Energiequellen setzen.

 

Grundsätzliche Einflussfaktoren auf den Heizölpreis

Erdöl wird an internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen das weltweite Angebot und die weltweite Nachfrage sowie die Förder- und Verarbeitungskapazitäten. Hinzu kommen die Entwicklung des Dollarkurses, der Einfluss der Finanzmärkte sowie geopolitische Themen. Der Preis für Rohöl und der Preis für Heizöl hängen sehr eng zusammen. Fallen die Preise für Rohöl, dann sinken in der Regel auch die Preise für Heizöl. Dazu kommen regionale Schwankungen beim Heizölpreis. Abweichungen von einigen Cent pro Liter sind durchaus möglich.

Heizöl im Preisvergleich mit anderen Energieträgern

Legt man die Brennstoffkosten zugrunde, platziert sich Heizöl mit 3,77 Cent pro Kilowattstunde (kWh) unter Erdgas (5,77 ct/kWh) und Pellets (4,47 ct/kWh). Die Preise für Heizstrom bilden mit rund 19 ct/kWh die einsame Spitze (Stand September 2020). Im Hinblick auf die Versorgungslage für die Zukunft lässt sich sagen, dass die weltweiten Ölreserven, die nach heutiger Technologie wirtschaftlich erschlossen werden können, bei über 200 Mrd. Tonnen liegen. Hinzu kommen in Zukunft außerdem bezahlbare CO2-neutrale Brennstoffe. Die sogenannten E-Fuels sind heute zwar bereits herstellbar, aber noch sehr kostenintensiv.

Der jährliche weltweite Verbrauch beträgt aktuell etwa 4,9 Mrd. Tonnen. Bereits heute wächst das Angebot an Erdöl schneller als die Nachfrage. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird sie mittelfristig zurückgehen. Gründe hierfür sind Fortschritte bei der Energieeffizienz und bei der Elektromobilität. Aber auch das beschlossene Verbot der Ölheizung, die hohe Austauschprämie für Ölheizungen und der weiter steigende Anteil erneuerbarer Energien werden zukünftig für einen Rückgang der Heizölnachfrage sorgen.
(Quelle: depi.de / Verivox.de)

So setzt sich der aktuelle Heizölpreis zusammen

Der Preis für Heizöl besteht aus dem sogenannten Produktpreis, der Energie- und Mehrwertsteuer sowie dem Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Bei einem Preis von 39,18 Cent pro Liter im September 2020 entfielen damit etwa 26,63 Cent auf den Einkaufspreis an den Ölmärkten, 10,19 Cent auf Steuern sowie 2,36 Cent auf den Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Interessant bei den Steuern: Die Energiesteuer beträgt 6,14 Cent pro Liter, egal wie hoch der Heizölpreis gerade ist.

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Quelle: Bosch Thermotechnik | Statista