Alte Fenster können richtige Energieräuber sein, die wertvolle Wärme aus dem Wohnraum nach außen entweichen lassen. Grund genug, die Schwachstelle Fenster in Angriff zu nehmen und alte Fenster zu erneuern. Die KfW unterstützt Modernisierer beim Fenstertausch mit attraktiven Fördermitteln in Form von Krediten und Zuschüssen.

 

BAFA und Förderprogramme der KfW

Der Energieverlust durch alte Fenster summiert sich bei einem Einfamilienhaus mit durchschnittlich 30 Quadratmetern Fensterfläche ganz schön auf. Je nach Alter der Fenster gehen 10 bis 40 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche unnötig verloren im Vergleich zu einem neuen Fenster. Beim Sanieren sollten Sie sich also nicht nur auf eine Erneuerung der Heizung konzentrieren, sondern auch einen Fensteraustausch in Betracht ziehen und bereits beim Hausbau bei Kauf und Einbau der Fenster auf Qualität achten.

KfW-Fördergelder gibt es für den Einbau neuer Fenster und die Ertüchtigung älterer Fenster (Austausch Fensterglas, Aufarbeitung) entweder als Einzelmaßnahme oder im Rahmen einer umfassenden Modernisierung zum KfW-Effizienzhaus. Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es zwar keine direkte Förderung für die energetische Sanierung der Fenster, aber Sie können sich die Vor-Ort-Beratung eines Energieberaters zu 80 Prozent bezuschussen lassen.

 

KfW-Programm 151/152 (Energieeffizient Sanieren – Kredit)

Während mit dem KfW-Programm 151 die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus gefördert wird, sind es im Programm 152 Einzelmaßnahmen wie der Einbau neuer Fenster. Hier die Konditionen im Überblick (Stand 02.03.2020):

  • 0,75 Prozent effektiver Jahreszins
  • 4 – 30 Jahre Laufzeit
  • 1 – 5 tilgungsfreie Anlaufjahre
  • 10 Jahre Zinsbindung
  • Die Kredithöhe beträgt bei Einzelmaßnahmen bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit

 

Tilgungszuschuss von der KfW

Die KfW gewährt neben dem attraktiven Kredit eine zusätzliche Förderung über das Programm 151/152. Bei Einzelmaßnahmen wie dem Fenstertausch oder einer Fensterertüchtigung hält die Förderbank einen zusätzlichen Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent der Darlehenssumme bereit. Das heißt, der Tilgungszuschuss reduziert das Darlehen und verkürzt somit die Laufzeit. Es muss also nicht der gesamte Darlehensbetrag zurückgezahlt werden. Das macht einen KfW-Kredit deutlich interessanter als einen Kredit bei einer Hausbank, der vielleicht die Zinskonditionen erreicht, aber diese zusätzliche Förderung nicht enthält.

 

KfW-Programm 430 (Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss) wurde 2020 erhöht

Wer die Kosten für den Fenstertausch aus der eigenen Tasche stemmt, sollte trotzdem nicht auf die Förderung durch die KfW verzichten. Denn über das KfW-Programm 430 erhalten Modernisierer bis zu 48.000 Euro als Zuschuss pro Wohneinheit (Förderung zum KfW Effizienzhaus 55). Für Einzelmaßnahmen wie den Einbau neuer Fenster beträgt der Zuschuss 20 Prozent der förderfähigen Kosten (bis zu 10.000 Euro pro Wohneinheit).

 

KfW-Programm 455 (Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss)

Wer seine Fenster in puncto Einbruchschutz oder Barrierefreiheit nachrüsten möchte, erhält hierfür ebenfalls eine Förderung über das KfW-Programm 455-E. Für Kosten von 500 bis 1.000 Euro gibt es dabei einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent. Die übrigen Kosten (1.000 bis 15.000 Euro) bezuschusst die Förderbank mit 10 Prozent. Pro Wohneinheit erhalten Sanierer somit bis zu 1.600 Euro für einbruchhemmmende Fenster-Nachrüstsysteme sowie den Einbau entsprechender Gitter und Rollläden.

Wichtiger Hinweis: Der Fördertopf für Maßnahmen zur Barrierereduzierung wurde 2020 von 75 auf 100 Millionen aufgestockt. Es lohnt sich, sich hier über die genauen Fördermöglichkeiten zu informieren.

 

 

 

Technische Mindestanforderungen der KfW an Fenster

Die KfW stellt Anforderungen an die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der jeweiligen Bauteile. Für Fenster darf der maximale U-Wert in W/(m²·K) betragen:

  • 0,95 für Fenster mit Mehrscheiben-Isolierverglasung
  • 1,0 für Dachfenster
  • 1,1 für barrierearme oder einbruchhemmende Fenster
  • 1,3 für die Ertüchtigung von Fenstern und Kastenfenstern sowie Fenster mit Sonderverglasung
  • 1,4 für den Austausch von Fenstern an Baudenkmalen oder erhaltenswerter Bausubstanz (bei echten glasteilenden Sprossen gilt 1,6)
  • 1,6 für die Ertüchtigung von Fenstern an Baudenkmalen oder erhaltenswerter Bausubstanz

Weitere Anforderung an eine KfW-Förderung der neuen Fenster

  • Der Antrag muss vor Beginn (= Umsetzung) der Maßnahme bei der KfW gestellt werden, sonst besteht kein Anspruch auf Förderung.
  • Voraussetzung für eine Förderung ist die Einschaltung eines >Energieberaters, der im Vorfeld berät und eine Bestätigung zum Antrag (BzA-ID) ausstellt.
  • Der Einbau der neuen Fenster muss durch einen Fachbetrieb erfolgen oder von einem Energieeffizienz-Experten geprüft werden. Bei Eigenleistung gibt es die Fördermittel nur für die Materialkosten!
  • Kreditanträge werden von der Hausbank geprüft und über diese bei der KfW eingereicht. Zuschuss-Anträge können Hausbesitzer über das KfW-Zuschussportal einfach selbst einreichen.
  • Als letzter Schritt der Förderung muss beim KfW-Programm 151/152 eine Bestätigung der Durchführung bis zu 9 Monate nach Auszahlung des Kredits eingereicht werden. Beim KfW-Programm 430 ist es die Ausstellung und Einreichung eines Verwendungsnachweises zusammen mit dem Energieberater.
  • Der Bauantrag für den Wohnraum muss vor dem 1. Februar 2002 gestellt worden sein.
  • Die Fassade muss einen besseren U-Wert (Dämmwert) aufweisen als die neuen Fenster. Ist dies nicht der Fall, sind andere Maßnahmen zum Schutz vor Kondensat und Schimmel zu treffen. Ein Beispiel ist die kontrollierte Wohnungslüftung.

Neben der Förderung durch die KfW sind weitere Förderungen auf regionaler Ebene für neue Fenster möglich.

Alternativ: Steuerbonus für die Sanierung ab 2020

Seit Januar 2020 gibt es ein neues Förderinstrument für Sanierer: Wer seine Fenster austauscht, seine Fassade dämmt oder seine Heizung erneuert, kann heute einen attraktiven Steuerbonus für die Sanierung nutzen. Das Angebot ist eine Alternative zur KfW-Förderung und ermöglicht es, 20 Prozent der Sanierungskosten (maximal 40.000 Euro) über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich abzusetzen. Technisch gelten dabei die gleichen Voraussetzungen wie für die Programme der Förderbank. Der Steuerbonus lässt sich allerdings auch nachträglich und ohne Energieberater nutzen. Verfügbar ist das Angebot für Eigentümer selbst genutzter Wohnimmobilien.

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Quelle: Bosch Thermotechnik
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