Wer eine neue Wärmepumpe installieren möchte, kann sich über attraktive Fördermittel aus der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) freuen. Denn seit Januar 2021 erhalten Bauherren und Sanierer Zuschüsse von 35 bis zu 50 Prozent. Ergänzend gibt es ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Starten Sie Ihre eigene Energiewende im Keller und steigen Sie mit einer Wärmepumpe auf erneuerbare Energien um.

 

Neu strukturiert: Hohe BEG-Förderung für die Wärmepumpe

Seit dem 1. Januar 2021 haben sich die Förderbedingungen für neue Heizungsanlagen grundlegend geändert. So ging das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ in die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über. Mit dem Programmteil Einzelmaßnahmen (BEG EM) stehen Sanierern aktuell attraktive Zuschüsse zur Verfügung, wenn sie eine Wärmepumpe in einem mindestens fünf Jahre alten Bestandsgebäude einbauen. Die Höhe hängt unter anderem von der Art der alten Heizung ab und liegt zwischen 35 und 50 Prozent. Die Hälfte der anfallenden Kosten übernimmt der Staat dabei, wenn Sanierer mit der neuen Wärmepumpe eine bestehende Ölheizung ersetzen und die Maßnahme in einem Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen wurde.

 

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die BEG-Förderung für eine neue Wärmepumpe ab 2021: 

Wärmepumpe-Förderung 2021

Quelle: Bundesverband für Wärmepumpen e.V. 

Wer kann Fördermittel für eine Wärmepumpe beantragen?

Antragsberechtigt sind alle, die ein Bestandsgebäude sanieren. Dazu zählen Häuser, deren Bauantrag oder Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau gibt es die attraktiven Zuschüsse hingegen nicht. Hier sind Fördermittel für die Wärmepumpe nur in Zusammenhang mit einer Effizienzhaus-Förderung für das gesamte Gebäude erhältlich. Während Bauherren dazu bis einschließlich Juni auf das KfW-Programm 153 zurückgreifen können, gibt es Zuschüsse sowie Darlehen mit Tilgungszuschüssen ab Juli 2021 über den Programmteil Wohngebäude (WG) der Bundesförderung.

 

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Welche Voraussetzungen gibt es für die Wärmepumpen-Förderung?

Damit das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die hohe BEG-Förderung gewährt, müssen neue Wärmepumpen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. So sind grundsätzlich alle Verbräuche und alle erzeugten Wärmemengen messtechnisch zu erfassen. Außerdem ist bis zum 01. Januar 2023 eine Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige nachzurüsten. Darüber hinaus stellt der Fördergeber hohe Anforderungen an die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ƞs = ETAs), die von der Heizungsart und den Temperaturen im Heizsystem abhängen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Wärmepumpenart Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz
Systemtemperaturen von 35 °C Systemtemperaturen von 55 °C
Elektrische Luft-Wasser-Wärmepumpe 135 % 120 %
Elektrische Sole-Wasser-Wärmepumpe 150 % 135 %
Elektrische Wasser-Wasser-Wärmepumpe 150 % 135 %
Sonstige wasserführende elektrische Wärmepumpen 150 % 135 %
Gasbetriebene Wärmepumpen 126 % 111 %

 

Für Luft-Luft-Wärmepumpen mit einer Heizleistung von bis zu 12 kW gilt außerdem eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 181 Prozent als Voraussetzung. Alle luftführenden Wärmepumpen mit mehr als 12 kW müssen einen Effizienzwert von mindestens 150 % erreichen.

 

Welche Anforderung gibt es im Altbau und Neubau?

Außerdem ist ein hydraulischer Abgleich Pflicht. Heizungsbauer müssen die Heizkurve optimal an das Gebäude anpassen und für Sondenbohrungen von Erdwärmepumpen ist eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden abzuschließen. Die beauftragte Bohrfirma muss außerdem DVGW-zertifiziert sein.

Interessant zu wissen Wichtig zu wissen: Im Altbau und bei der Sanierung gibt es die Förderung der Wärmepumpe nur für zugelassene Heizgeräte. Welche Produkte dabei infrage kommen, erfahren Interessierte hier:
Zur BAFA-Liste ‚Wärmepumpen mit Prüfnachweis‘

 

 

Welche Kosten sind mit dem Einbau der neuen Heizung förderbar?

Die BEG-Förderung für Wärmepumpen gibt es für nahezu alle Kosten, die mit dem Einbau der neuen Heizungsanlage anfallen. Dazu gehören unter anderem Ausgaben für die Demontage und die Entsorgung der Altanlage oder den Einbau neuer Heizflächen. Anrechenbar sind dabei bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit in Wohngebäuden oder bis zu 1 000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche (maximal 15 Millionen Euro) pro Gebäude in Nichtwohngebäuden.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Höhe der Förderung vom eingereichten Handwerkerangebot abhängt. Ist dieses zu niedrig, lassen sich die Zuschüsse später nicht mehr nach oben korrigieren. Um keine Gelder zu verschenken, sollten Bauherren und Sanierer daher eine möglichst genaue Kostenschätzung erstellen lassen bzw. eher etwas großzügiger kalkulieren.

 

Wie kann ich die BAFA-Förderung der Wärmepumpe beantragen?

Die Beantragung der Fördermittel muss unbedingt vor der Beauftragung eines Fachhandwerkers erfolgen. Möglich ist das online über die Webseite des BAFA. Hier geben Interessierte die wichtigsten Daten sowie die zu erwartenden Kosten des Vorhabens an. Nach einer Bestätigung des Fördergebers können Fachhandwerker die Heizung einbauen.

 

Zinsgünstige Kredite von der KfW für Wärmepumpen

Der BEG-Zuschuss für eine neue Wärmepumpe lässt sich noch bis einschließlich Juni 2021 mit einem zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kombinieren. Anschließend geht auch dieses Programm in die BEG-Förderung über, womit Sanierer dann zwischen einmaligen Zuschüssen und Darlehen mit Tilgungszuschüssen (in gleicher Höhe) wählen können.

Anforderungen und mögliche Programme zur KfW-Förderung:

  • Die Gesamtsumme der Förderung darf die Kosten der Heizungserneuerung nicht übersteigen.
  • Das Programm 167 “Energieeffizient sanieren – Ergänzungskredit“ gewährt für alle, die ihre Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen, ein Darlehen bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit mit sehr attraktivem Effektivzins von 0,78 Prozent (Stand Februar 2020), einer Laufzeit von 4 bis 10 Jahren mit kompletter Zinsbindung und wahlweise ein oder zwei tilgungsfreien Anlaufjahren.
  • Förderfähig im Sinne von Programm 151 “Energieeffizient sanieren – Kredit“ und Programm 430 “Energieeffizient sanieren – Zuschuss“ sind bis einschließlich Juni 2021 außerdem alle energetischen Maßnahmen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen. Ab Juli gehen auch diese Angebote in die BEG-Förderung über. Erhältlich sind sie dann im Programmteil Wohngebäude (BEG WG).

Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent für Hybridheizungen

Fördermittel gibt es aber nicht nur für reine Wärmepumpen. Auch den Einbau einer Hybridheizung, die neben der Wärmepumpenanlage aus einer Gasbrennwerttherme besteht, unterstützt der Staat mit hohen Zuschüssen. So gibt es seit Januar 2021: 

  • 20 % Zuschuss, wenn die neue Gasheizung für erneuerbare Energien vorbereitet ist und Hausbesitzer diese spätestens zwei Jahre nach der Inbetriebnahme nachrüsten lassen.
  • 30 % Zuschuss für eine Gasbrennwertheizung, die bereits bei der Inbetriebnahme auf eine Erneuerbare-Energien-Anlage wie die Wärmepumpe setzt.
  • 40 % Zuschuss für eine Hybridheizung, die eine alte Ölheizung ersetzt.
  • 5 % extra Zuschuss, wenn ein höchstens 15 Jahre alter individueller Sanierungsfahrplan die Maßnahme enthält.

Die Förderung der Hybrid-Wärmepumpe gibt es grundsätzlich nur im Gebäudebestand. Die Wärmepumpenheizung muss dabei die gleichen technischen Anforderungen wie eine reine Umweltheizung erfüllen und mindestens 25 Prozent der Heizlast decken.

 

Alternativ: Der neue Steuerbonus für die Sanierung

Seit Januar 2020 gibt es mit dem Steuerbonus für die Sanierung ein neues Förderprodukt für energetische Modernisierungen. Besitzer selbstgenutzter Wohnhäuser können damit 20 Prozent der anfallenden Kosten (maximal 40.000 Euro) über drei Jahre steuerlich geltend machen. Anrechenbar sind allerdings nicht nur Ausgaben für die neue Heizung. Auch für Dämmarbeiten oder den Austausch von Fenstern und Türen gibt es die neue steuerliche Förderung. Das gilt zumindest dann, wenn das Haus bei der Sanierung mindestens 10 Jahre alt ist. Um den Steuerbonus zu nutzen, geben Hausbesitzer die entsprechenden Kosten in ihrer Einkommenssteuererklärung an.

Weitere Information finden Sie im Wärmepumpen Förderratgeber 2021 vom Bundesverband Wärmepumpe e.V.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Marco2811 – Fotolia.com