BAFA-Zuschüsse steigen für Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen

Gute Nachricht für Heizungsmodernisierer: Seit Anfang 2020 haben sich die Fördermöglichkeiten für erneuerbaren Energien noch einmal verbessert. Damit lassen sich die Investitionskosten in die umweltfreundlichen Technologien wie Solarthermieanlagen, Biomasse-Heizungen oder Wärmepumpen deutlich reduzieren. Sie können so aktiven Klima- und Ressourcenschutz betreiben und gleichzeitig Ihre Energiekosten für Heizung und Warmwasser nachhaltig senken.

 

Sparpotential ermitteln Mithilfe unserer kostenlosen Fördermittelauskunft können Sie sich alle in Frage kommenden Förderungen aufzeigen lassen.

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Mit dem Klimapaket hat die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen zur CO2-Einsparung beschlossen. Eine davon ist die bessere Förderung regenerativer Energien im Wärmemarkt. Seit Januar 2020 gibt es dabei verbesserte Förderanreize für Hybrid- und Umweltheizanlagen. Erhältlich ist die Unterstützung für viele Sanierungs- und Neubauvorhaben, wobei im Neubau höhere Anforderungen zu erfüllen sind. Zum Bestand zählen grundsätzlich alle Gebäude, in denen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage eine mindestens zwei Jahre alte Heizung in Betrieb ist. Wichtig zu wissen: Finanzielle Unterstützung für den Heizungstausch gibt es nur, wenn die bestehende Anlage noch nicht von der gesetzlichen Austauschpflicht (§ 10 der EnEV) betroffen ist.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, bekommen Sanierer und Bauherren seit 2020 einen prozentualen Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Anträge sind vor der Beauftragung eines Fachhandwerkers online über die Webseite des BAFA zu stellen. Hier die wichtigsten aktuellen Regelungen der Förderung durch das BAFA im Überblick.

BAFA Fördermöglichkeiten 2020

Förderung von Solarthermie

Wer sich bei Neubau oder Sanierung für eine neue Solarthermieanlage entscheidet, bekommt einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der anfallenden Kosten. Die Förderung gibt es dabei für die Erweiterung bestehender Anlagen sowie für die Errichtung neuer Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und/oder zur Heizungsunterstützung. Voraussetzung ist, dass die Kollektoren das Solar Keymark Zertifikat tragen.

Im Neubau gibt es die Förderung nur für Solaraktivhäuser mit einer solaren Deckungsrate von mindestens 50 Prozent oder:

  • Wohngebäude mit mindestens 3 Wohneinheiten
  • Nichtwohngebäude mit mindestens 500 m² beheizbare Nutzfläche

Auch in gemischt genutzten Gebäuden ist die Förderung der Solarthermie möglich.

 

Sparpotential ermitteln Wenn Sie sich einen detaillierteren Überblick über die möglichen Fördergelder beim Kauf einer Solarthermie-Anlage verschaffen möchten, informieren Sie sich hier:
Förderung Solarthermie

 

Förderung von effizienten Wärmepumpen

Für den Einbau effizienter Wärmepumpen gibt es einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent. Ersetzt die Umweltheizung eine bestehende Ölheizung, unterstützt der Staat die Anschaffung sogar mit einer Förderung in Höhe von 45 Prozent. Um die Mittel zu bekommen, sind allerdings hohe Anforderungen zu erfüllen. Diese beziehen sich unter anderem auf die Jahresarbeitszahl, wie die folgende Tabelle zeigt.

Bundesverband Wärmepumpe: Fördertabelle Bestand und Neubau

Außerdem ist der Einbau von Energiezählern für Strom, Wärme und Gas (bei Gas-Wärmepumpen) Pflicht, um die Effizienz der Umweltheizung nachweisen zu können. Wer die Förderung bekommen möchte, muss darüber hinaus auch einen hydraulischen Abgleich durchführen und die Heizkennlinie individuell an das Gebäude anpassen lassen.

Im Neubau gibt es die Förderung nur, wenn die Wärmepumpe mit einer Flächenheizung betrieben und nach einem Jahr von einem Fachexperten überprüft wird. Alternativ zur höheren Jahresarbeitszahl können die Umweltheizungen hier auch eine verbesserte Systemeffizienz aufweisen, die das öffentliche Stromnetz in der Heizperiode entlastet.

 

Sparpotential ermitteln Wenn Sie sich einen detaillierteren Überblick über die möglichen Fördergelder beim Kauf einer Wärmepumpe verschaffen möchten, informieren Sie sich hier:
Förderung Wärmepumpe

 

Förderung von Biomasse-Heizungen

Für Biomasse-Heizungen mit einer Leistung von mindestens 5 kW gibt es einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent vom BAFA. Dabei gilt auch hier: Ersetzt die Holzheizung eine alte Ölheizung, steigt der Zuschuss auf 45 Prozent an. Grundsätzlich gibt es die attraktiven Fördermittel dabei für:

    • Pelletöfen mit Wassertasche
    • effiziente Holzvergaserkessel
    • Hackschnitzel- und Pelletkessel
    • Kombikessel für Scheitholz und Pellets oder Hackschnitzel
    • Nachrüstkomponenten zur Partikelabscheidung oder zur Brennwertnutzung

 

Außerdem gilt ein Kesselwirkungsgrad von mindestens 89 Prozent als Fördervoraussetzung. Pelletheizungen mit Wassertasche müssen sogar einen feuerungstechnischen Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent erreichen. Während Hackschnitzel- und Scheitholzvergaserkessel über einen Pufferspeicher (mindestens 30 Liter/kW bei Hackschnitzel und mindestens 55 Liter/kW bei Scheitholzkessel) verfügen müssen, ist auch ein hydraulischer Abgleich durchzuführen.

Im Neubau gibt es die Förderung nur, wenn die Heizung den Brennwerteffekt nutzt oder mit einem speziellen Abgasfilter ausgestattet ist.

 

Sparpotential ermitteln Voraussetzung für die Förderung ist die Einhaltung hoher Emissionsgrenzwerte. Was es sonst noch zu beachten gilt, um die hohe Förderung zu erhalten, erfahren Sie hier:
Zur Pelletheizung-Förderung

 

Förderung von Hybridheizungen

Fördermittel gibt es aber nicht nur für reine Umweltheizungen, auch Gasbrennwertgeräte sind in bestimmten Fällen zuschussfähig. Sanierer bekommen dabei 30 Prozent der Kosten vom BAFA erstattet, wenn sie eine effiziente Gasbrennwertheizung mit einer regenerativen Energieanlage kombinieren. Als Ersatz für eine alte Ölheizung sind sogar Zuschüsse von 40 Prozent möglich. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die regenerative Energieanlage (Biomasse, Wärmepumpe, Solarthermie) mindestens 25 Prozent der Heizlast decken kann.

Übrigens: Wer die Umweltheizung spätestens zwei Jahre nach der Gasbrennwertheizung installiert, bekommt einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent für die Gasheiztechnik. Die Extraförderung für den Austausch einer Ölheizung gibt es in diesem Fall jedoch nicht.

 

Sparpotential ermitteln Wenn Sie sich einen genauen Überblick über die möglichen Fördergelder beim Kauf einer Hybridheizung verschaffen möchten, können Sie sich hier über die Förderung für Hybridheizungen im Detail informieren.
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Förderung Mini-KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung)

Stromerzeugende Heizungsanlagen (Mini-KWK/ Mini-BHKW) erhalten vom BAFA einen Investitionszuschuss, der von der elektrischen Leistung abhängt. Während der Staat Anlagen mit einer Leistung von 1 kW (elektrisch) mit 1.900 Euro bezuschusst, gibt es für Heizgeräte mit einer elektrischen Leistung von 20 kW insgesamt 3.500 Euro. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die gestaffelten Zuschusshöhen.

Leistung elektrisch Förderbetrag je kW elektrische Leistung
> 0 kW bis 1 kW 1.900 Euro/kW
> 1 kW bis 4 kW    300 Euro/kW
> 4 kW bis 10 kW    100 Euro/kW
> 10 kW bis 20 kW     10 Euro/kW

 

Für eine KWK-Anlage mit 5 kW elektrischer Leistung gibt es also einen Zuschuss in Höhe von 2.900 Euro (1 x 1.900 Euro + 3 x 300 Euro + 1 x 100 Euro).
Arbeitet die stromerzeugende Heizung besonders effizient, vergibt das BAFA außerdem einen Wärme- oder einen Stromeffizienzbonus. So gibt es:

•25 % der Basisförderung extra, wenn das KWK-Gerät den Brennwerteffekt nutzt und Betreiber einen hydraulischen Abgleich durchführen
•60 % der Basisförderung extra, wenn die KWK-Anlage einen besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad erreicht.

Wer sich eine stromerzeugende Heizung mit einer Leistung von bis zu 2 kW elektrisch anschafft, bekommt außerdem eine pauschalisierte Vergütung der Stromerträge. So zahlt das BAFA für die ersten 60.000 Vollbenutzungsstunden 4 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom. Insgesamt also bis zu 4.800 Euro (60.000 h x 4 ct/kWh x 2 kWel).

 

Weitere Fördermöglichkeiten

Zuschüsse vom BAFA können auch mit einem zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kombiniert werden. Das KfW-Programm 167 “Energieeffizient sanieren – Ergänzungskredit“ gewährt dabei für alle, die ihre Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen, ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit mit sehr attraktivem Effektivzins, einer Zinsbindung von zehn Jahren und bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Wichtig zu wissen: Die Gesamtsumme der Förderung darf die Kosten der Heizungserneuerung nicht übersteigen.

Eine Förderung der neuen Heizung ist ebenfalls über den neuen Steuerbonus für die Sanierung möglich. Mit diesem können Besitzer selbst genutzter Häuser Sanierungskosten von bis zu 40.000 Euro über einen Zeitraum vom 3 Jahren von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass Hausbesitzer keine anderen Fördermittel in Anspruch nehmen und das Haus zum Zeitpunkt der Sanierung mindestens 10 Jahre alt ist.

 

Fördermittelauskunft Einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten bis hin zu Förderungen auf regionaler Ebene finden Sie in Deutschlands aktuellster und umfangreichster Fördermittelauskunft.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: eyetronic – Fotolia.com