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Wärmepumpe Checkliste

Checkliste Wärmepumpe

Schritt für Schritt zur individuellen Lösung

Wärmeversorgung mit regenerativen Energien wird heute immer wichtiger. Mit einer Wärmepumpe holen Sie kostenlose Wärme aus Erdreich, Grundwasser oder Außenluft ins Haus. Und das sehr effizient. Aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt eine Wärmepumpe das Drei- bis Fünffache an Wärme. Wer sich für eine Wärmepumpe entscheidet, wird mit geringen Energie-, Betriebs- und Wartungskosten belohnt. Wie Sie in wenigen Schritten zu ihrer optimalen Wärmepumpen-Heizung gelangen, haben wir in einer Checkliste für Sie zusammengestellt.

 

Schritt 1: Der richtige Partner

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Eine Wärmepumpe sollte unbedingt von einem qualifizierten Fachbetrieb geplant und installiert werden. Qualifizierte Heizungsbauer und Installateure finden Sie hier.

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Schritt 2: Bestandsaufnahme

Gemeinsam mit dem ausgewählten Fachbetrieb geht es nun an die Bestandsaufnahme. Ist eine Wärmepumpen-Heizung überhaupt machbar? Passen die baulichen Voraussetzungen bei einem Bestandsgebäude? Welcher Typ von Wärmepumpe eignet sich am besten? Welche gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Auflagen sind bei der Installation von Wärmepumpen einzuhalten? Mit welchen Kosten ist für die neue Wärmepumpe zu rechnen und wie hoch ist die Förderung? Falls die Umrüstung von einer Öl- oder Gasheizung stattfinden soll, ist die Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsinstallateur empfehlenswert.

 

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Prinzipiell gelten folgende Vorgaben: Die Vorlauftemperatur sollte im Neubau bei 35 Grad Celsius liegen, im Bestandsbau ggfs. auch bis 50 Grad.

Für Wärmepumpen sind Fußboden- und Wandheizungen am besten geeignet. Alte Radiatoren können nur im Einzelfall – z.B. nach drastischer Senkung des Wärmebedarfs – weiter genutzt werden. Die Wärmedämmung des Hauses muss gut sein, um die niedrigeren Vorlauftemperaturen zu ermöglichen. Die unterschiedlichen Typen von Wärmepumpen stellen unterschiedliche bauliche Anforderungen:

 

1) Erdwärmepumpe

Für die Variante mit Erdkollektoren muss eine unversiegelte, freie Fläche zur Verfügung stehen, in etwa doppelt so groß wie die zu beheizende Wohnfläche. Das Grundstück sollte möglichst kein Gefälle haben und ein horizontaler Einbau der Kollektorschleifen in 1,2 bis 1,5 m Tiefe möglich sein. Bindige, feuchte, sandige oder kiesige Böden sind weniger geeignet. Bei einer Wärmepumpe mit Erdsonden ist ein Bodengutachten notwendig, das die Bodenbeschaffenheit, die Schichtenfolge, das Vorkommen und den Verlauf des Grundwassers sowie die mögliche Entzugsleistung im Vorfeld klärt. Auch sind spezielle wasserrechtliche Genehmigungen einzuholen. Hat das Grundstück genügend Platz zum Aufstellen des Bohrgerätes?

Weitere Informationen zur Erdwärmepumpe

 

2) Luftwärmepumpe

Eine Luftwärmepumpe muss eine große Menge an Luft bewegen, was nicht ganz ohne Geräuschentwicklung passiert. Deshalb ist bei einer Außenaufstellung der Aufstellungsort, in Bezug auf Nachbargrundstücke und eigene ruhigere Wohnbereiche, gut zu wählen. Es empfiehlt sich eine Ausrichtung der Ansaugseite zur Straße hin. Eine Innenaufstellung ist ebenfalls möglich. Bei einer Splitausführung, erfolgt die Wärmeaufnahme aus der Luft außen und die Wärmeabgabe an das Heizungswasser über die Inneneinheit.

Weitere Informationen zur Luftwärmepumpe

 

3) Wasserwärmepumpe

Eine Grundwasseruntersuchung gibt Aufschluss: Ein zu hoher Eisen- oder Mangangehalt im Wasser ist ungeeignet, das kann zur Verockerung des Brunnens führen. Der bauliche Abstand zwischen Förderbrunnen und Schluckbrunnen sollte mindestens 15 Meter betragen. Eine behördliche, wasserrechtliche Genehmigung ist erforderlich.

Weitere Informationen zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe

 

Kosten und Förderung Wärmepumpe

Die reinen Investitionskosten variieren je nach Typ der Wärmepumpe zwischen 13.000 und 24.000 Euro, hinzu kommen noch Erschließungskosten bei Erdwärmepumpen und Wasser-Wärmepumpen. Bei den Betriebskosten bieten Versorger günstige Tarife für Wärmepumpenstrom an, der allerdings nicht zu Spitzenverbrauchszeiten abgerufen werden kann. Deshalb ist die Installation eines Pufferspeichers sinnvoll. Die Anschaffung einer Wärmepumpe wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) großzügig bezuschusst, für die Finanzierung der restlichen Investitionskosten stehen günstige KfW-Kredite zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Kosten von Wärmepumpen

 

Checkliste Schritt 3: individuelle Lösung / die richtige Dimensionierung

Nach Abwägen aller Faktoren ist es nun an der Zeit, das individuell geeignete Wärmepumpen-System gemeinsam mit dem beratenden Fachbetrieb festzulegen. Welche Wärmepumpe soll zum Einsatz kommen und in welcher Aufstellungsvariante? Soll neben Heizen und Warmwasser mit der neuen Wärmepumpe im Sommer auch gekühlt werden? Zur exakten Dimensionierung der Wärmepumpen-Heizung führt der Fachbetrieb eine Heizlastberechnung durch. Die erforderliche Heizleistung variiert je nach Trinkwarmwasserbedarf und je nach Immobilie. Wichtiger Faktor ist eine ausreichend zu erzielende Entzugsleistung bei den Wärmequellen Erdreich und Grundwasser. Jahresarbeitszahl und COP-Wert geben Auskunft, in welchem wirtschaftlichen Verhältnis die Wärmepumpe aus der eingesetzten Energie (Wärmepumpenstrom) nutzbare Energie für Heizung und Warmwasser erzeugt. Damit eine Wärmepumpe möglichst effizient betrieben werden kann, sollte die Differenz zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der Temperatur des Wärmeverteilsystems möglichst gering gehalten werden. Das senkt den Stromverbrauch der Wärmepumpe. Um mit niedrigen Vorlauftemperaturen (Neubau 35 Grad Celsius, Altbau bis maximal 50 Grad) heizen zu können, muss das Gebäude entsprechend gedämmt sein und die Wärmeverteilung über eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) oder über Niedertemperaturheizkörper erfolgen. Die Wahl der individuell geeigneten Wärmepumpe erfolgt dann unter Einbeziehung des Wärmebedarfs (Gebäude, Trinkwarmwasser), der Entzugsleistung der Wärmequelle und der zur Verfügung stehenden Investitionskosten.

 

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Mit Hilfe des kostenlosen Sanierungsrechners können Sie die Kosten und Förderungen für Ihre Wärmepumpe ermitteln.

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Checkliste Schritt 4: Angebote einholen

Nun kann Ihr Fachbetrieb für Sie sein konkretes Angebot erstellen. Sicherlich empfiehlt es sich zum Vergleich noch ein oder zwei Vergleichsangebote einzuholen. Hierzu sollte mit jedem Installateur ein Vor-Ort-Termin vereinbart werden, bei dem folgende Punkte zu klären sind:

  • Wie wird der energetische Ist-Zustand des Gebäudes eingeschätzt? Eignet sich eine Wärmepumpe für diese Voraussetzungen oder sind auch Maßnahmen zur Wärmedämmung durchzuführen?
  • Der Installateur muss die Heizsituation in jedem Raum anhand einer Wärmebedarfsberechnung ermitteln
  • Ist ein Austausch der alten Heizkörper notwendig?
  • Wie ist das persönliche Nutzerverhalten in punkto Heizwärme (Raumtemperaturen) und beim Warmwasserverbrauch?
  • Soll die Wärmepumpe monovalent (kein zweiter Wärmeerzeuger, kein Heizstab) betrieben werden, oder ist eine monoenergetische Betriebsweise (mit zusätzlichem Heizstab) empfehlenswert? Bietet sich eine bivalente Betriebsweise (mit zusätzlichem Heizkessel oder Heizstab) an?
  • Die Begehung des Grundstücks gibt Aufschluss, welche Wärmequelle erschlossen werden kann
  • Der Installateur sollte sich um alle notwendigen Gutachten (Bodengutachten oder Grundwasseranalyse) kümmern und die hierfür notwendigen Experten koordinieren. Ebenfalls sollte er erforderliche behördliche Genehmigungen beantragen, denn oft grenzen die Genehmigungen die Wahl der Wärmequelle stark ein
  • Der Installateur kennt sich mit den Tarifen für Wärmepumpen der regionalen
  • Energieversorger aus und kennt auch die Sperrzeiten bei Wärmepumpenstrom

 

Fragen Sie den Installateur nach ausgeführten Referenzprojekten. Vielleicht können einige Projekte auch gemeinsam besichtigt werden und Sie mit den Hausbesitzern über ihre Erfahrungen sprechen.

 

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Welche Inhalte sollte das Angebot für eine Wärmepumpe beinhalten?

Beschreibung Anlagentechnik

Das Angebot sollte auf alle Fälle die Anlagentechnik detailliert beschreiben:

  • Eine genaue Beschreibung der Anlagentechnik mit Angabe der Hersteller inklusive Heizleistung in kW und COP-Wert der Wärmepumpe sowie Angabe der Betriebsweise. Akzeptieren Sie bei den Geräten keine Formulierungen wie “vergleichbar“ oder “nach Verfügbarkeit“
  • Alle notwendigen Berechnungen: Heizlast, Jahresenergiebedarf, Vorlauf- und Systemtemperaturen
  • Genaue Beschreibung der zum Einsatz kommenden Puffer- oder Kombispeicher
  • Alle Leitungen für Wärme beziehungsweise Kältemittel inklusive Angabe vorgesehenes Material und Dämmung

 

Beschreibung Montage- und Installationsarbeiten

Je detaillierter im Angebot aufgeschlüsselt, desto besser – das gilt auch für die Montage- und Installationsarbeiten: Wie werden die Wärmequellen Erdreich oder Grundwasser erschlossen? Hier ist eine genaue Leistungsbeschreibung des Brunnenbauers oder des Bohrunternehmens notwendig. Werden diese Arbeiten nach Festpreis oder nach Arbeitsaufwand durchgeführt? Sind Erdarbeiten erforderlich? Detailliert beschrieben sollten ebenfalls die Installation der Wärmepumpe inklusive Speicher, sowie der Anschluss an den Wärmekreislauf sein. Sind vorbereitende Arbeiten für die Aufstellung der Wärmepumpe notwendig (Fundament, Schallentkopplung)? Sind notwendige Wand- und Deckendurchbrüche sowie Arbeiten zur Elektroinstallation aufgeführt?

Legen Sie Wert darauf, dass Planung und Installation aus einer Hand erfolgen inklusive der Koordinierung aller beteiligten weiteren Gewerke. Ein seriöses Angebot enthält ebenso angemessene Zahlungsbedingungen, was Vorauszahlung und Zahlungsfrist betrifft.

 

Checkliste Schritt 5: Die fachmännische Installation

Je nachdem für welchen Typ von Wärmepumpe Sie sich entschieden haben, wird nun im letzten Schritt der Checkliste zunächst die Wärmequelle erschlossen. Dann wird die Wärmepumpe installiert, in Betrieb genommen und exakt für Ihr Gebäude konfiguriert. Aufgabe des Fachbetriebes ist es, die Funktionsweise der Wärmepumpen-Heizung mit allen Systemkomponenten exakt zu prüfen, die Messergebnisse zu protokollieren und die Dokumentation an Sie zu übergeben. Jetzt können Sie sich jeden Tag über klimafreundliche und kostensparende Wärmeenergie aus Ihrer direkten Umwelt freuen. Anders als bei auf Verbrennung basierende Heizungsanlagen ist die Wärmepumpe vom gesetzlichen Wartungszwang befreit. Ihr Fachbetrieb empfiehlt Ihnen sicherlich zur Aufrechterhaltung der energetischen Effizienz eine regelmäßige Inspektion im Zwei-Jahres-Takt und eine bedarfsorientierte Wartung.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: seen - Fotolia.com

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