Bei der Heizungssanierung spielen wirtschaftliche Fragen ebenso eine Rolle, wie ökologische. Die Wärmepumpe ist eine attraktive Antwort in beide Richtungen. Lesen Sie auf Effizienzhaus-online, unter welchen Bedingungen Sie eine Wärmepumpe im Altbau gewinnbringend einsetzen können!

 

Sparsam und klimafreundlich heizen mit Wärme aus der Umwelt

Mit einer Wärmepumpe nutzen Hausbesitzer kostenfreie Umweltwärme zum Heizen. Möglich ist das durch einen technischen Prozess, mit dem sich das Temperaturniveau der Erd-, Wasser- oder Luftwärme effizient anheben lässt. Damit das funktioniert, ist die thermische Energie zunächst auf ein Kältemittel zu übertragen. Dieses verdampft und strömt zu einem Verdichter, der mit dem Druck auch die Temperatur anhebt. Ist der Kältemitteldampf wärmer als der Heizungsvorlauf, lässt sich die mitgeführte Wärme an das Heizungswasser übergeben. Das Kältemittel kühlt sich ab, verflüssigt und der Prozess beginnt von vorn.

Für einen effizienten und energiesparenden Betrieb ist es wichtig, dass Quell- und Vorlauftemperaturen dicht beieinander liegen. Die Heizung hat dann einen geringeren Temperaturhub zu realisieren und der Verdichter benötigt weniger Strom. Stammt die elektrische Energie beispielsweise aus Solar-, Wasser- oder Windkraftanlagen, ergibt sich insgesamt eine hervorragende Schadstoff- und CO2-Bilanz.

 

Wärmepumpe im Altbau: Diese Voraussetzungen sind zu erfüllen

Genau wie im Neubau geht es bei einer Wärmepumpe auch im Altbau darum, den Temperaturunterschied zwischen Umweltenergiequelle und Heizungswasser auf ein Minimum zu reduzieren. Erreichen lässt sich das mit folgenden Stellschrauben:

  • Wärmeschutz optimieren: Ein besserer Wärmeschutz durch Dämmung oder neue Fenster sorgt für geringere Wärmeverluste. Die Räume benötigen weniger Energie und die Heizung kommt mit geringeren Vorlauftemperaturen aus.
  • Heizflächen optimieren: Kleine Heizkörper, wie sie im Altbau typisch sind, übertragen nur bei hohen Vorlauftemperaturen ausreichend Wärme. Soll die Wärmepumpe im Altbau effizient arbeiten, sind groß ausgelegte Heizkörper oder spezielle Wärmepumpenheizkörper nötig. Noch günstiger ist die Installation einer Flächenheizung, die im Vergleich mit den niedrigsten Vorlauftemperaturen auskommt und so für die höchstmögliche Effizienz sorgt.
  • Wärmequelle optimieren: Die Wärmepumpe im Altbau lässt sich mit Luft-, Erd- oder Grundwasserwärme betreiben. Während Erstere vor allem in der Heizperiode sehr kühl ist, hat das Grundwasser ganzjährig hohe Temperaturen. Wer dieses anzapft, sorgt somit für einen geringen Temperaturhub und einen minimalen Energieverbrauch.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, auch einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen. Das Heizsystem verteilt Wärme dabei effizient und die Vorlauftemperatur lässt sich weiter absenken. Der nötige Temperaturhub sinkt und die Wärmepumpe im Altbau arbeitet effizienter.

 

Hybridheizung als Alternative zur reinen Wärmepumpe

Sind die Voraussetzungen ungünstig, lässt sich die Wärmepumpe im Altbau auch mit einer Öl- oder Gasbrennwertheizung kombinieren. Diese ersetzen oder ergänzen die Wärmepumpenheizung dann an sehr kalten Tagen, um Energie- und Heizkosten zu begrenzen.

 

Art der Wärmequelle beeinflusst die Anschaffungskosten

Soll die Wärmepumpe im Altbau besonders effizient und günstig arbeiten, kommt Grundwasser als Energiequelle infrage. Das Erschließen der Wärmequelle ist jedoch aufwendig und kostenintensiv. Während das Anzapfen der Erdwärme ähnlich teuer ist, sind die Anschaffungskosten bei einer Luftwärmepumpe vergleichsweise niedrig. Da die Lufttemperatur im Winter häufig unter null Grad Celsius liegt, verursacht die Technik allerdings die höchsten Ausgaben im Betrieb.

Welche Wärmequelle am besten geeignet ist, hängt demnach von den Heiz- und Anschaffungskosten ab. Ein Energieberater ermittelt beide Werte individuell und liefert damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage. So kann es sein, dass sich eine Erdwärmepumpe trotz höherer Anschaffungskosten eher rechnet als eine preisgünstigere Luftwärmepumpe im Altbau.

 

Überblick: Verschiedene Arten der Wärmepumpe im Altbau

Sind die Voraussetzungen günstig oder lassen sich diese mit vertretbarem Aufwand erfüllen, kommen verschiedene Energiequellen infrage. Zu unterscheiden sind dabei Luft-, Erd- und Wasserwärmepumpen, wie die folgende Grafik zeigt.

Bosch Wärmepumpenübersicht

 

Luftwärmepumpe: Günstig, aber weniger effizient

Der Einsatz von Luftwärmepumpen im Altbau ist flexibel möglich. Allerdings hat die Außenluft im Vergleich zu anderen Energiequellen eine niedrige Temperatur. Der Verdichter benötigt dadurch mehr Strom und die Heizkosten steigen. Auch der Geräuschfaktor schränkt die Nutzung ein. In einem kleinen Einfamilienhaus ist es nicht einfach, einen Aufstellort zu finden, an dem die Anlagen nachts nicht hörbar sind. Außen können Lärmschutzvorgaben ebenfalls die Installation erschweren. In der Anschaffung sind die Geräte jedoch günstiger, weil die teure Erschließung wegfällt. Hochwertige Markengeräte kosten inklusive Installation zwischen 15.000 und 18.000 Euro.

Weitere Informationen zur Luftwärmepumpe

 

Erdwärmepumpe: Geothermie im eigenen Garten

Da das Erdreich ganzjährig Temperaturen von fünf bis acht Grad Celsius aufweist, arbeiten Erdwärmepumpen im Altbau effizienter. Sie haben einen geringeren Temperaturhub zu realisieren und verbrauchen dadurch weniger Strom. Die Erschließung der Geothermie erfordert jedoch umfangreiche Bodenarbeiten. Sondenbohrungen sind dabei aufwendig, genehmigungspflichtig und nicht immer erlaubt.

Eine Alternative bieten Kollektoren. Diese liegen nicht so tief, brauchen aber eine große Fläche. Das bedeutet im Einzelfall, dass der gesamte Garten umgegraben werden muss. Ein Spiralkollektor kombiniert die Vorteile beider Prinzipien und bietet sich daher häufig für die Wärmepumpe im Altbau an.

Die Kosten für Anschaffung und Erschließung betragen rund 24.000 Euro bei Sondenbohrungen und etwas unter 20.000 Euro für Erdwärmepumpen mit Kollektoren.

Weitere Informationen zur Erdwärmepumpe

 

Grundwasserwärmepumpen: Effizient und sparsam

Das Grundwasser bietet als Wärmequelle ähnliche Vorteile, wie Erdwärme. Es weist in hoher Tiefe das ganze Jahr über konstante Temperaturen von acht bis zwölf Grad Celsius auf und sorgt somit für den geringsten Temperaturhub. Die Wärmepumpe im Altbau verbraucht dadurch weniger Strom und spart Heizkosten ein. Die Herausforderung besteht allerdings darin, zwei Brunnenbohrungen an den richtigen Stellen anzulegen. Außerdem ist auch hier eine Genehmigung nötig. Grundwasser muss dazu in ausreichenden Mengen und mit hoher Qualität verfügbar sein. Gründe, aus denen die Behörden eine Wasserwärmepumpe im Altbau nicht an jedem Standort genehmigen. Die Kosten für Anschaffung und Erschließung liegen meist bei etwa 25.000 Euro.

Weitere Informationen zur Wasser-Wasser-Wärmepumpe

 

Staatliche Förderung für die Wärmepumpe im Altbau

Wer eine effiziente Wärmepumpe im Altbau installiert, bekommt attraktive Fördermittel über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wählbar sind dabei Zuschüsse oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 25 bis 50 Prozent. Während Sanierer den günstigsten Fördersatz für den Einbau einer Gas-Hybridheizung bekommen, gibt es die 50-prozentige Förderung, wenn ein Sanierungsfahrplan den Austausch einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe im Altbau vorsieht und Sanierer diesen Plan umsetzen.

Was viele nicht wissen: Neben dem Einbau der Wärmepumpenheizung gibt es die Fördermittel auch für zahlreiche Nebenarbeiten. Dazu zählt beispielsweise der Austausch alter Heizkörper, der Einbau einer Fußbodenheizung oder die Demontage einer Ölheizung samt Tankanlage.

Um die Förderung der Wärmepumpe im Altbau zu bekommen, stellen Sanierer Anträge rechtzeitig vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen über die BAFA-Webseite (Zuschuss) oder Ihre Hausbank (Darlehen).

 

Sparpotential ermitteln Für weitere Informationen über die Beantragung möglicher Fördergelder kontaktieren Sie die Fördermittelauskunft von Effizienzhaus-online!
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