Es gibt vor allem einen Grund, um in einer Immobilie die Heizung sanieren zu lassen. Durch die Erneuerung einer veralteten Anlage lassen sich signifikant die Energiekosten senken. Die Amortisationszeit einer Heizungssanierung beträgt in vielen Szenarien deutlich unter 10 Jahre. Erfahren Sie, wie Sie die passende Maßnahme für Ihr Objekt auswählen und die richtigen staatlichen Förderprogramme nutzen.

 

Heizung sanieren: Die Erneuerung lohnt sich immer

Zur Kostensenkung kommt die größere Behaglichkeit durch moderne Heizsysteme und die entsprechende Dämmung. Und selbstredend spielt auch der Umweltaspekt durch geringeren Verbrauch, weniger Emissionen und nachhaltige Energieträger eine Hauptrolle. Branchentypisch wird die Sanierung der Heizung ab einem Alter von 15 bis 20 Jahren empfohlen. In der Regel ist der Stand der Technik dann schon soweit vorangeschritten, dass die Sanierung ein hohes Energiesparpotential bei der Wärmeerzeugung birgt.

Das gilt für Maßnahmen jeder Größenordnung: Ob Sie eine veraltete Ölheizung nur mit einem Brennwertkessel nachrüsten oder komplett auf einen neuen Energieträger umstellen, in jedem Fall lassen sich die Energiekosten senken. Sie sparen Geld durch höhere Wirkungsgrade moderner Anlagen, heizen mit günstigeren und zukunftssicheren Energieträgern und kombinieren verschiedene Wärmequellen optimal.

 

Sanierung im kleinen oder großen Maßstab

Der Brennwertkessel ist ein unkomplizierter Weg, um mit einem relativ kleinen Eingriff eine hohe Wirkung zu erzielen. Brennwerttechnik nachrüsten ist die beste Empfehlung, wenn Sie die Ölheizung oder Gasheizung sanieren möchten, aber nur ein überschaubares Budget zur Verfügung haben. Im Vergleich zu Ölheizungen und Gasheizungen ohne Brennwerttechnik verspricht ein moderner Kessel im Durchschnitt eine Ersparnis um bis zu 30 Prozent. Die höhere Ausbeute bei der Verwertung fossiler Brennstoffe ist zugleich umweltfreundlich und kostensenkend.

Nachhaltigkeit und Preissicherheit sind die Hauptgründe, um auf einen neuen Energieträger umzustellen. Zu den typischen Szenarien gehört der Wechsel von einer alten Ölheizung zur schlankeren Gasheizung mit Netzanschluss und der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger. Das sind vor allem Holzheizungen, Luft- und Erdwärmpumpen und Solarthermie. Eine intelligente Mischung einer Hauptwärmequelle mit Photovoltaik und Solarthermie verspricht zusätzlich beachtliche und langfristige Spareffekte.

Wer die Heizung sanieren möchte, sollte aber nicht nur an die Wärmequelle und den Energieträger denken. Auch der Austausch alter Heizkörper und der Einbau einer Flächenheizung lohnt sich. Fußbodenheizungen und Wandheizungen bieten die gleiche Wärmewirkung und Behaglichkeit bei niedrigerem Energieeinsatz. Das heißt, Sie müssen die Heizung nicht mehr so weit aufdrehen und verbrauchen unter dem Strich weniger.

Und schließlich ist es meist nicht sinnvoll, wenn Bauherren die Heizung sanieren, ohne das Gebäude insgesamt auf den Prüfstand zu stellen. Wärmeverluste vermeiden Sie durch die Dämmung von Wänden und Dächern sowie moderne Fenster. Der Weg zum energieeffizienten Haus ist daher immer eine Kombination der passenden Maßnahmen.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH

 

Welche Heizung ist die richtige für Ihre Immobilie?

Bei der Planung, wie Sie optimal die Heizung sanieren, werden die Eigenschaften des Gebäudes und die Bedürfnisse seiner Nutzer und Bewohner in den Blick genommen. Welche Anlage ist vorhanden und an welcher Stelle hat die Sanierung der Heizung den größten Effekt? Wie viel können und möchten Sie investieren, um die Heizung zu sanieren? Und welche Möglichkeiten gibt es vor Ort, um verschiedene Energieträger sinnvoll zu nutzen? Diese Fragen entscheiden schließlich, welche Heizung die richtige ist.


Heizung sanieren – Gas und Öl

Bei Mehrfamilienhäusern im Altbau sind in der großen Mehrheit Gas- oder Ölheizungen vorhanden. Ein Brennwertkessel ist oft die optimale Lösung, weil Sie nur den Kessel tauschen und Anschlüsse sowie Komponenten weiter nutzen können. Beide Systeme basieren auf der Verbrennung fossiler Energieträger und erzeugen im Vergleich einen hohen CO2-Ausstoß. Eine Schornsteinsanierung ist Vorschrift, wenn Bauherren durch Nachrüsten von Brennwerttechnik die Heizung sanieren. Auch diese Maßnahme ist förderfähig.

Die fossilen Brennstoffe haben durchaus Argumente auf ihrer Seite. Öl ist günstig in der Anschaffung, erfordert allerdings Platz für die Lagerung. Gas ist durch die Netzanbindung platzsparender, aber nicht überall verfügbar. Die Preise für Gas und Heizöl sind schwer einzuschätzen. Der Preis pro KWh ist für Heizöl im Zeitraum seit 2015 etwas mehr gestiegen als das bei Pellets der Fall ist und geringfügig günstiger als Gas. Langfristig ist allerdings in beiden Fällen mit steigenden Preisen zu rechnen.

 

Heizung sanieren – Solarthermie

Ein eleganter Weg, wie Sie eine Heizung sanieren und bei der Warmwasserbereitung noch mehr sparen können, ist die Nutzung der Sonnenenergie. Dieser Weg ist im Betrieb kostenlos, leicht verfügbar und emissionsfrei. Durch die Einsparung von Brennstoffen amortisieren sich die Anlagen in der Regel schnell und zuverlässig. Darüber hinaus wird die Nutzung von Sonnenenergie von KfW und BAFA sehr stark gefördert.

 

Heizung sanieren – Holzheizung

Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz sind nachwachsende Rohstoffe und damit CO2-neutral. Die Holzheizung in ihren verschiedenen Formen ist aber nicht nur umweltfreundlich. Sie ist auch eine interessante Alternative, um sich langfristig von steigenden Rohstoffpreisen unabhängig zu machen. Wenn Sie die Heizung sanieren und auf Holz umstellen möchten, muss neben der Heizung auch Raum für den Brennstoffvorrat vorhanden sein. Wer eine Ölheizung saniert, kann dafür häufig den Standplatz der alten Öltanks nutzen.

 

Heizung sanieren – Wärmepumpen

Eine so elegante wie sparsame Möglichkeit der Wärmegewinnung ist die Nutzung von Umgebungswärme aus der Luft und aus dem Erdinneren. Hier steht ein hoher Investitionsaufwand ebenso großen Vorteilen gegenüber. Im Betrieb entstehen keine direkten Emissionen. Allerdings ist der elektrische Strom für den Kompressor einzubeziehen. Die CO2-Bilanz hängt bei einer Wärmepumpe vom Angebotsmix des Stromversorgers ab. Mit einem hohem Anteil an erneuerbaren Energien oder durch die eigene Photovoltaikanlage lässt sich eine Wärmepumpe fast CO2-neutral betreiben. Voraussetzung ist, dass die örtlichen Gegebenheiten den Einsatz der Technik möglich machen. Lassen Sie sich dazu von unseren Handwerkspartnern kompetent beraten!

 

Kosten, Förderung und Amortisierung

Wenn Bauherren die Heizung sanieren, möchten Sie vor allem wissen, wie schnell sich die Maßnahmen amortisieren. Dabei sind neben den Investitionen für Anschaffung und Montage die Verbrauchs- und Wartungskosten ausschlaggebend. So stehen bei der Gasheizung geringe Anschaffungskosten relativ hohen Verbrauchskosten gegenüber. Die Wärmepumpe fordert anfangs hohe Investitionen, ist aber im Betrieb sehr günstig. Zuletzt darf auch die Lebensdauer der neuen Anlage nicht außer Acht gelassen werden.

In einem einfachen Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus Baujahr 1970 mit 140 qm Wohnfläche wird eine veraltete Ölheizung gegen ein modernes Gas-Brennwertgerät ausgetauscht. Veranschlagt werden dabei Investitionen von ca. 10.000 Euro. Diese Maßnahme hat sich in weniger als 10 Jahren amortisiert.

Ein staatlicher Zuschuss bei Heizungserneuerung, Förderungen und niedrig verzinste Darlehen von KfW, BAFA, Kommunen, Versorgungsbetrieben und verschiedenen Herstellern machen es noch attraktiver, zeitnah die Heizung zu sanieren. Die günstigsten Szenarien für Ihre konkrete Immobilie ermitteln Sie mit unserem Sanierungsrechner.

 

Förderung BAFA

Das BAFA fördert das Heizen mit erneuerbaren Energien. Bestandteile sind die Förderung von thermischen Solaranlagen, die Förderung von Biomasseheizungen, wie Pelletheizungen sowie die Förderung von Wärmepumpen. Neue Mini-KWK-Anlagen (Blockheizkraftwerke) mit einer Leistung bis 20 Kilowatt (kWel) können in bestehenden Gebäuden einen einmaligen Investitionszuschuss erhalten, der nach der elektrischen Leistung der Anlage gestaffelt ist. Mit dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) hat die Bundesregierung zusätzliche Investitionsanreize gesetzt. Die neue APEE-Förderung umfasst den Einbau besonders effizienter Heizungen samt Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Heizsystems (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen). Die Beantragung erfolgt über das BAFA im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP). Modernisierer erhalten einen Zusatzbonus von 20 Prozent der bisherigen MAP-Förderung für den Heizungsaustausch und einen Zuschuss von 600 Euro für die Optimierung der gesamten Heizung. Einen Zuschuss erhält ebenfalls, wer seine bereits geförderte Heizung nachträglich optimieren oder einen Wärmepumpencheck durchführen möchte. Optimaler Start in eine Heizungssanierung ist eine Vor-Ort-Beratung durch einen Energieberater, die vom BAFA ebenfalls bezuschusst wird.

 

Förderung KfW

Die KfW-Bankengruppe fördert über das Programm Energieeffizient Sanieren. Kommen bei einer Heizungssanierung fossile Energieträger wie Öl oder Gas zum Einsatz, ist eine Förderung über einen Kredit oder einen Zuschuss möglich. Die Kreditvariante (KfW-Programm 152) wartet mit sehr attraktiven Zinskonditionen, tilgungsfreien Anfangsjahren und einer langen Zinsbindung auf. Wer für seine Heizungssanierung keinen Kredit aufnehmen, aber trotzdem von der KfW-Förderung profitieren möchte, für den ist das KfW-Programm 430 Investitionszuschuss optimal. Für alle, die bei ihrer Heizungssanierung die Umstellung auf erneuerbare Energien finanzieren möchten, ist das Programm 167 Ergänzungskredit eingerichtet. Brennstoffzellen erhalten im Programm 433 eine attraktive Förderung in Form eines Investitionszuschusses. Photovoltaikanlagen, beispielsweise um für die Wärmepumpe eigenen Strom zu erzeugen und damit die Kosten im Betrieb weiter zu senken, werden über das Programm 270 gefördert und Solarspeicher mit Kredit plus attraktivem Tilgungszuschuss im Programm 275.

Hier ein Überblick (Stand Januar 2017)

  Als Einzelmaßnahme (Heizungstausch)

Zinsgünstiger Kredit

(Programm 151/152)

0,75% Effektivzins
(auf 10 Jahre fest)
maximal 50.000 € pro Einzelmaßnahme/Maßnahmenpaket
+ Tilgungszuschuss von 12,5 % (Heizungspaket)

Investitionszuschuss

(Programm 430)

15% der förderfähigen Kosten
maximal 7.500 € Zuschuss pro Wohneinheit
(für Heizungs- und/oder Lüftungspaket)

Brennstoffzellen

(Programm 433)

 

Zuschuss bis zu 28.200 Euro
Bestehend aus Grundförderung 5.700 Euro plus leistungsabhängiger Zusatzförderung

Umstellung Heizungsanlage auf erneuerbare Energien

(Programm 167)

1,11 % Effektivzins
(auf 10 Jahre fest)
1-2 Jahre tilgungsfrei
maximal 50.000 € pro Wohneinheit

Photovoltaik-Anlagen

(Programm 270)

ab 1,00 % Effektivzins
abhängig von Bonität und Besicherung
Laufzeit und Zinsbindung bis zu 20 Jahre möglich
(5-30 Jahre fest)
1-3 Jahre tilgungsfrei
Bis zu 100 % Nettoinvestitionskosten (ohne MWST)

Solarspeicher

(Programm 275)

Ab 1,00 % Effektivzins
abhängig  von Bonität und Besicherung
Laufzeit und Zinsbindung bis zu 20 Jahre möglich
1-3 Jahre tilgungsfrei
Bis zu 100 % Nettoinvestitionskosten (ohne MWST)
Tilgungszuschuss 19 % an förderfähigen Kosten bei Antragstellung bis zum 30.07.2017, 16 % bis 31.12.2017

 

Heizung sanieren mit kompetenten Partnern

Bei der Umsetzung ist der erfahrene Blick für die Details ebenso wichtig wie eine fachkundige Vorplanung. So kann eine in der Anschaffung günstige Gastherme mit tollen Wirkungsgraden locken. Der Vorteil ist, dass sie geringe Stillstandsverluste durch eine geringe Masse des Wärmeerzeugers hat. Eine Wandheizung kann eine attraktive Lösung für Wohnräume sein, will aber exakt auf Fläche, Form und Nutzung abgestimmt sein.

 

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Wer die Heizung sanieren will, profitiert von unserer Datenbank fachkundiger Installationsbetriebe nicht erst bei der Ausführung: Nutzen Sie die kompetente Beratung durch zertifizierte Partner in Ihrer Nähe!
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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Kzenon - Fotolia.com

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