Während im Neubau überwiegend Gas- und Wärmepumpenheizungen zum Einsatz kommen, heizen Besitzer bestehender Gebäude häufig noch mit Öl. Steht eine Modernisierung an, können Sie den Energieträger wechseln – zum Beispiel von Heizöl zu Gas. Binden sie dabei auch regenerative Energien ein, unterstützt der Staat den Heizungstausch mit Zuschüssen von bis zu 40 Prozent. Neben dem Einbauverbot für Ölheizungen, das ab 2026 in vielen Gebäuden gilt, ist das ein guter Grund zum Wechseln. Wir vergleichen die Ölheizung mit der Gasheizung und stellen die wichtigsten Vor- sowie Nachteile der Systeme heraus.

 

Was ist günstiger zum Heizen: Gas oder Öl?

Während die Preise für Erdgas und Heizöl heute meist dicht beieinander liegen, unterlagen die Ölpreise in der Vergangenheit deutlich größeren Schwankungen. Mehr zu den aktuellen Gas- und Heizölpreisen finden Sie in unseren Artikeln Gaspreise aktuell und Heizölpreise aktuell. Für die Gasheizung sprechen geringere Installations- sowie Wartungskosten. Darüber hinaus ist die Verbrennung umweltfreundlicher. Sie stößt weniger CO2 aus und schwächt die Folgen der CO2-Bepreisung ab 2021 etwas ab. Besonders deutlich zu spüren sind die Unterschiede in den Verbrauchskosten vor allem in Haushalten mit hohem Energieverbrauch.

Punkten kann die Gasheizung aber auch, wenn es um den Wirkungsgrad geht. Ein moderner Gas-Brennwertkessel erzielt hier Werte von über 109 Prozent, der Öl-Brennwertkessel über 105 Prozent. Die Gasheizung zieht also einen etwas größeren Nutzen aus dem Brennwerteffekt. Sie verbraucht weniger und verursacht geringere Heizkosten.

Spricht also alles für eine Gasheizung? In folgender Tabelle haben wir beide Heizsysteme gegenübergestellt.

Vergleich von Gasheizung und Ölheizung

Gasheizung Ölheizung
Voraus-

setzung

Gasleitungen / Gasanschluss / Flüssiggastank (auch in Wasserschutzgebieten möglich) überall einsetzbar
(eingeschränkt in Wasserschutz-gebieten)
Technologie Raumluftabhängiger oder –unabhängiger Niedertemperatur- oder Brennwertkessel mit modulierendem Brenner, einfach kombinierbar mit Solarthermie Raumluftabhängiger oder –unabhängiger Niedertemperatur- oder Brennwertkessel mit modulierendem Brenner, einfach kombinierbar mit Solarthermie
Effizienz Durch Brennwert-Nutzung Normnutzungsgrade von 109% Durch Brennwert-Nutzung Normnutzungsgrade von 105%
Kosten Gerätekosten ca. 4.000 – 5.000 EUR (inkl. MwSt.) Gerätekosten ca. 5.000 – 6.500 EUR (inkl. MwSt.)
Ausführung Bodenstehend oder
wandhängend
zumeist bodenstehend
Warmwasser-

bereitung

mit Warmwasserspeicher (separat oder integriert) oder im Durchflussprinzip (Kombitherme) mit Warmwasserspeicher (separat oder integriert)
Platzbedarf Geringer Platzbedarf:
keine Brennstoff-Lagerung; oft wandhängendes Gerät in Flur, Bad oder Küche
Erhöhter Platzbedarf: Lagerraum für Öltanks (zumeist mehrere Tausend Liter); meist separater Heizraum notwendig
Brennstoff-

lieferung

Leitungsgebunden frei Haus oder einmal jährlich per Flüssiggas-LKW Befüllen der Öltanks durchschnittlich einmal jährlich; Bevorratung in Niedrigpreiszeiten möglich
Umweltfreund
lichkeit
Vergleichsweise umweltfreundlich durch hohen Brennwert und niedrige CO2- und Feinstaub-Emissionen CO2- und Feinstaubausstoß höher als bei Gas
Verfügbar-

keit

Mindestens für die nächsten 70 Jahre verfügbar; importabhängig, steigende Preise wahrscheinlich,
Herstellbar  als Biogas, EE-Gas oder Bio-LPG
Mindestens für die nächsten 70 Jahre verfügbar aber Konkurrenz zu mobilem Einsatz (Auto-Benzin, -Diesel), Preise schwankend und wahrscheinlich steigend,

Einbauverbot der Ölheizung ab 2026 in vielen neuen und alten Gebäuden

Kessel-

tausch

Preiswerteste Modernisierung ist Beibehalt des Energieträgers und der Gerätebauart; Umrüstung auf Brennwert erfordert Schornstein-sanierung, sonst keine Einschränkungen Preiswerteste Modernisierung ist Beibehalt des Energieträgers und der Gerätebauart; Umrüstung auf Brennwert erfordert Schornstein-sanierung, sonst keine Einschränkungen
Fördermittel BAFA-Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent für den Umstieg von Öl auf Hybridsysteme aus Gasbrennwert und erneuerbaren Energien. BAFA-Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent für den Umstieg von Gasheizung auf Gas-Hybridheizung. Keine Fördermittel für neue Ölheizungen. Informieren Sie sich ganz einfach auf unserer Übersichtsseite zur Förderung der Heizung.

 

 

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Bei einer Modernisierung der Heizung spielen viele Faktoren eine Rolle

Soll ein alter Ölkessel gegen einen neuen Brennwertkessel getauscht werden, kann es preiswerter sein, beim Brennstoff Öl zu bleiben. Für eine Umstellung auf eine Gasheizung muss zunächst geprüft werden, ob ein Anschluss an das Gasnetz überhaupt möglich ist. Die Kosten für den Gasanschluss sind stark abhängig von der Länge der Anschlussleitung. Überschlägig kann mit Kosten von 1.500 bis 2.000 Euro kalkuliert werden. Hinzu kommen noch die Kosten für die professionelle Entsorgung des alten Heizöl-Tanks. So kann eine Umstellung auf Erdgas die Kostenvorteile beim Brennstoff sowie bei der Anschaffung und Installation wieder zunichtemachen. Bei der Umstellung auf Brennwerttechnik ist sowohl bei einer Ölheizung als auch bei einer Gasheizung eine Sanierung des Abgassystems erforderlich, die in die Kalkulation ebenfalls mit einfließen muss. Vorteil für Erdgas: Der Brennstoff muss nicht bevorratet (Lagerfläche) und damit vorfinanziert werden.

Während es bei Erdgas in erster Linie um einen günstigen Anbieter geht, der auf Vergleichsportalen ermittelt werden kann, spielt beim Heizöl der Zeitpunkt der Bestellung eine große Rolle. Schwanken die Preise für Heizöl stark, gilt es den Markt genau zu beobachten und bei niedrigen Preisen einzukaufen.

 

Verbote und Fördermittel: Wechsel von Öl auf Gas lohnt sich

Mit dem Klimapaket hat der Gesetzgeber ein Verbot der Ölheizung beschlossen. Es tritt 2026 in Kraft und betrifft alle Gebäude, in denen eine umweltfreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Bereits 2020 gibt es allerdings eine hohe Austauschprämie. Wer seine Heizung von Öl auf Gas umstellt, bekommt dabei einen Zuschuss in Höhe von 40 Prozent. Wichtig ist, dass die neue Heizung die Heizlast im Haus zu mindestens 25 Prozent mit regenerativen Energien deckt. Neben thermischen Solaranlagen stehen dabei auch wasserführende Pelletöfen, Biomasseheizkessel und Wärmepumpen zur Verfügung.
Das kommende Verbot der Ölheizung und die hohe Austauschprämie sprechen heute für einen Wechsel von Öl zu Gas. Auch die Entscheidung, ob sich ein Heizungstausch grundsätzlich lohnt, dürfte vielen Hausbesitzern damit leichter fallen.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Buderus