Eine Gasheizung zählt zu den preiswertesten Heizsystemen in der Anschaffung. Sie glänzt mit einem hervorragenden Wirkungsgrad und wird in Kombination mit erneuerbaren Energien sogar gefördert. Wie Sie von den finanziellen Hilfen profitieren und worauf von der Planung bis zur Inbetriebnahme und Wartung zu achten ist, haben wir als Checkliste Gasheizung in vier Schritten für Sie zusammengestellt.

 

Checkliste Schritt 1: Planung der neuen Gasheizung

Eine Gasheizung kommt sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung infrage. Sie deckt alle Anforderungsbereiche souverän ab und arbeitet dank Brennwerttechnik besonders effizient. Denn anders als bei der veralteten Heizwerttechnik lässt sich Wärme so auch aus den heißen Abgasen gewinnen. Der Wirkungsgrad ist höher und der Brennstoffverbrauch sinkt.

Brennstoffversorgung für die Gasheizung sicher stellen
Wichtiger Punkt in der Checkliste: Die Möglichkeit für einen Gasanschluss im Vorfeld klären. Auskunft hierüber gibt der örtliche Energieversorger oder das Bauamt. Die Kosten für den Gasanschluss sind von der Länge der Leitung sowie den notwendigen Erdarbeiten und Straßenarbeiten abhängig. Ist kein Anschluss an das Gasnetz möglich oder dieser durch den hohen Aufwand sehr teuer, bietet Flüssiggas in einem Tank eine Alternative.

Aufstellort der Gasbrennwertheizung im Gebäude
Der Aufstellort im Keller ist bei einer Gasheizung unproblematisch. Sie benötigt nur wenig Platz und keinen Lagerraum für den Brennstoff wie bei Heizöl oder Pellets. Gasbrennwertgeräte können ebenso bodenstehend oder wandhängend im beheizten Wohnbereich oder als Heizzentrale unter dem Dach installiert werden.

Technische Voraussetzungen für hohe Effizienz
Eine Gasheizung harmoniert grundsätzlich mit allen Heizkörpern. Da die Energieeffizienz bei niedrigen Systemtemperaturen besonders hoch ist, lohnt sich der Betrieb vor allem mit großen Heizflächen. Günstig sind spezielle Niedertemperaturheizkörper, Flächenheizsysteme oder groß dimensionierte Kompaktheizkörper. In vielen Fällen lohnt es sich, vorhandene Heizflächen im Zuge der Heizungsmodernisierung auszutauschen.

Eignung des Schornsteins für die Brennwerttechnik
Wichtig ist bei einer Heizungsmodernisierung der Punkt Schornstein in der Checkliste. Meist muss beim Einsatz moderner Brennwerttechnik der Schornstein saniert werden, da kühle Abgase auf dem Weg nach draußen kondensieren können. Hierzu wird ein feuchte- und säurebeständiges Abgasrohr mit geringem Querschnitt in den bestehenden Kamin eingeschoben. Das im Abgassystem entstehende Kondensat muss über einen Abwasseranschluss abgeführt werden.

 

Checkliste Schritt 2: Fachbetrieb auswählen und Termin vor Ort vereinbaren

Eine neue Gasheizung sollte unbedingt von einem qualifizierten Fachbetrieb geplant und installiert werden.

Bestandsaufnahme von Gebäude und Heiztechnik
Bei einem Gespräch vor Ort erfasst der Heizungsprofi den genauen energetischen Zustand des Gebäudes. Er erkundigt sich über Ihre Nutzungsgewohnheiten und Ihren individuellen Warmwasserverbrauch. Der Heizungsprofi prüft ebenso, ob die alten Heizkörper noch weiter verwendet werden können und stellt Kosten sowie Einsparpotentiale der neuen Heizkörper gegenüber.

Heizlast berechnen und Gasheizung individuell planen
Anhand einer Heizlastberechnung kann der Fachbetrieb die Gasheizung optimal dimensionieren. Er prüft, ob sich regenerative Energien-Anlagen wie eine Solaranlage in das Heizkonzept aufnehmen lassen und führt die individuelle Planung durch. Bestandteil der Arbeiten ist die Vorbereitung des hydraulischen Abgleichs, der im Rahmen der Montage fachgerecht umzusetzen ist.

 

Checkliste Schritt 3: Angebote für neue Gasheizung einholen

Holen Sie sich zwei bis drei Vergleichsangebote ein, damit Sie Sicherheit über den Angebotspreis erlangen. Hierfür müssen die Angebote auf Ihrer persönlichen Checkliste einige Kriterien erfüllen.

Produktkennzeichnung und -auswahl beachten
Sind im Angebot alle Komponenten der neuen Heizung genau beschrieben? Was sind die Hersteller und Fabrikate von Heizkessel, Wärmespeichern, Heizungspumpen, Heizkörpern, Thermostaten sowie Steuersystemen? Wie steht es um die Effizienz der angebotenen Produkte und wie hoch sind Material- sowie Arbeitskosten?

Pauschalangebot oder unerwartete Zusatzkosten?
Handelt es sich um ein Komplettangebot, das alle notwendigen Arbeiten umfasst oder können noch zusätzliche Rechnungspositionen auf Sie zukommen? Berücksichtigen Sie in Ihrer Checkliste, ob Demontage und Entsorgung der alten Heizung im Angebot enthalten sind. Einen genaueren Blick im Angebotsvergleich sind sicherlich auch die Zahlungskonditionen und die Rechnungsfristen wert.

 

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Checkliste Schritt 4: Fördermittel prüfen und beantragen

Kombinieren Sie die neue Gasheizung mit regenerativen Energien-Anlagen, bekommen Sie attraktive Fördermittel für die Maßnahme. Erhältlich sind beispielsweise Zuschüsse oder Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von 20 bis zu 45 Prozent über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Regionale und überregionale Förderangebote zusammenstellen
Mit der BEG-Förderung, dem Steuerbonus für die Sanierung oder dem Steuerbonus für Handwerkerleistungen stehen bereits verschiedene überregionale Förderprogramme zur Auswahl. Prüfen Sie, welches für Sie infrage kommt, bei welchem Programm die Konditionen am höchsten sind und welche regionalen Förderangebote zusätzlich infrage kommen. Einen Überblick verschaffen Sie sich im Beitrag zur Förderung der neuen Gasheizung. Bei Fragen stehen Ihnen auch Energieberater und Fachhandwerker mit Rat und Tat zur Seite.

Vorhandene Förderbonus nutzen und attraktivere Fördermittel sichern
Erfüllen Sie besonders hohe technische Voraussetzungen, gibt es Bonuszahlungen für einige Fördermittel. So ist es beispielsweise bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude, die durch einen Sanierungsfahrplan oder den Austausch alter Ölheizungen ansteigt.

Förderung für die neue Gasheizung rechtzeitig beantragen
Haben Sie ein passendes Förderprogramm gefunden, geht es im nächsten Schritt um die fristgerechte Beantragung. In aller Regel wenden Sie sich dazu vor der Vergabe von Liefer- oder Leistungsverträgen an den entsprechenden Fördergeber. Bei der BEG-Förderung ist das BAFA (für Zuschussanträge) oder Ihre Hausbank (für Förderdarlehen) der richtige Ansprechpartner. Steuerboni beantragen Sie hingegen nachträglich über Ihre Einkommensteuererklärung.

Auf Zusage des Fördergebers warten oder gleich sanieren
Haben Sie Fördermittel beantragt, dürfen Sie nicht immer sofort mit der Sanierung beginnen. In vielen Fällen müssen Sie erst die Zusage des Fördergebers abwarten, bevor Sie Aufträge vergeben können. Prüfen Sie die Vorgaben genau: Teilweise ist es auch möglich, vor der Freigabe auf eigenes Risiko mit der Umsetzung zu beginnen. Ob Sie tatsächlich Fördermittel bekommen, lässt sich allerdings  nicht sagen.

Mehr Informationen zur Förderung für eine neue Gasheizung können Sie in unserem Beitrag Förderung Gasheizung finden.

 

Checkliste Schritt 5: Inbetriebnahme und Wartung der neuen Gasheizung

Nachdem Sie die Förderzusage bekommen und einen Handwerker beauftragt haben, geht es an die Umsetzung. Der Experte prüft dabei die Planung noch einmal im Detail und installiert alle Komponenten.

Fachgerechte Inbetriebnahme für einen zuverlässigen Betrieb
Sind alle Geräte installiert, nimmt der Fachbetrieb die neue Gasheizung Schritt für Schritt in Betrieb. Zunächst werden alle Heizungsrohre gründlich gespült, um eventuelle Verunreinigungen durch die Montagearbeiten zu beseitigen. Im Anschluss prüft der Fachbetrieb die Leitungen unter Betriebsdruck auf Dichtheit.

Hydraulischer Abgleich der Heizung sichert eine hohe Effizienz
Im nächsten Schritt folgt der hydraulische Abgleich. Er sorgt dafür, dass Heizkessel, Umwälzpumpe und Thermostatventile optimal und energiesparend zusammenarbeiten und dafür, dass die richtige Wassermenge (also Wärmemenge) zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung steht. Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs ist auch Voraussetzung, um Fördermittel zu erhalten. Bitte in der Checkliste unbedingt beachten.

Heizkurve einstellen und individuell an Ihr Gebäude anpassen
Arbeitet die neue Heizung mit einer außentemperaturgeführten Regelung, stellen Fachhandwerker im Rahmen der Inbetriebnahme auch die Heizkurve ein. Diese verrät der Heizung, wie viel Leistung bei welcher Außentemperatur erforderlich ist und stellt somit sicher, dass die Anlage immer die richtige Wärmemenge liefert. Bei der Standardeinstellung kann es passieren, dass Ihr Haus nicht richtig warm wird oder die Heizung zu viel verbraucht.

Einweisung in die neue Heizungsanlage und die Regelungstechnik
Hat der Fachbetrieb alle für den Betrieb notwendigen Werte und Zeiten konfiguriert und protokolliert, steht die ausführliche Einweisung des neuen Besitzers an. Nehmen Sie sich Zeit hierfür und lassen Sie sich alle Details für den Betrieb Ihrer neuen Gasheizung in Ruhe erklären.

Übergabe aller Unterlagen, Rechnungen und Bescheinigungen
Nächster Punkt in der Checkliste ist die Übergabe aller Unterlagen. Dazu zählen Handbücher, Betriebsanleitungen und Bescheinigungen. Es folgt das Abnahmeprotokoll, in dem auch spätere durchgeführte Arbeiten wie ein Nachjustieren der Gasheizung nach der ersten Heizsaison aufgeführt sein sollten.

 

Interessant zu wissen Wichtig: Vom Fachbetrieb erhalten Sie auch eine Fachunternehmererklärung. Hierin bestätigt der Heizungsprofi, dass alle Arbeiten und die verwendeten Produkte den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Fachunternehmererklärung ist neben der Bestätigung des hydraulischen Abgleichs ebenfalls Voraussetzung zum Erhalt von Fördermitteln.

Checkliste Schritt 6: Regelmäßige Wartung und Inspektion nach Herstellervorgaben

Letzter Punkt auf der Checkliste ist die regelmäßige Wartung und Inspektion der neuen Gasheizung. Hier empfiehlt es sich, einen genauen Wartungsvertrag mit dem installierenden Fachbetrieb abzuschließen, der auch für beide Seiten verbindliche Termine und Preise beinhaltet. Der Vorteil: Anders als bei der individuellen Beauftragung Jahr-für-Jahr profitieren Sie mit einem Wartungsvertrag von besseren Konditionen. Außerdem stehen die in den nächsten Jahren anfallenden Kosten von Anfang an fest.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Bild: seen – Fotolia.de