Aktuelle Energiepreise 2021 in Deutschland

Energiepreise in Deutschland

 

Politische Diskussionen bestimmen die Entwicklung

Wer heute die Entwicklung der Energiepreise verfolgt, gelangt schnell in politische Diskussionen rund um Umwelt- und Klimaschutz. Im Zentrum steht dabei die CO2-Steuer, welche die Preise fossiler Rohstoffe an die tatsächlichen Kosten anpassen soll. Sie verteuert Heizöl 2021 um rund 7 Cent pro Liter und steigt in den nächsten Jahren immer weiter an. Geht es nach dem Willen vieler Politiker, genügt das lange nicht. Sie fordern bereits heute höhere CO2-Preise, um Hausbesitzer zum Umdenken zu animieren und stärkere Anreize für energetische Sanierungen zu schaffen. Außen vor bleiben die Mieter, die immerhin 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese können zwar im Alltag Energie einsparen und manchmal den Gasanbieter wechseln. Sanierungsmaßnahmen an Haus und Heizung obliegen allerdings den Eigentümern. Als Folge dessen werden die Energiekosten in Zukunft auch bei der Suche nach Mietwohnungen eine immer größere Rolle spielen. Auf Effizienzhaus-online zeigen wir, welche Rohstoffe die günstigsten sind und warum die Kombination verschiedener Energieträger oft die größten Vorteile bringt.

 

Energiepreise in Deutschland spalten sich zunehmend

Wer einen Blick auf die Entwicklung der Energiepreise in Deutschland wirft, stellt regelmäßige Schwankungen fest. Während diese bei Heizöl besonders stark auftreten, sind sie bei Pellets, Hackschnitzeln oder Gas in den letzten Jahren kaum mehr spürbar. Gut zu erkennen ist allerdings, dass sich die Entwicklung der Energiepreise differenziert zeigt: Fossile Energieträger wie Gas oder Heizöl werden im Mittel immer teurer, wohingegen die durchschnittlichen Preise von nachwachsenden Rohstoffen immer weiter sinken, wie die folgende Infografik zeigt.

Preisentwicklung bei Holzhackschnitzeln, Holzpellets, Heizöl und Erdgass

Quelle: https://www.carmen-ev.de/service/marktueberblick/marktpreise-energieholz/marktpreisvergleich/

 

Interessant zu wissen In der Pressemitteilung vom 11. August des Statistischen Bundesamtes wird über die historisch hohe Inflationsrate berichtet. Besonderer ‚Preistreiber‘ sind dabei die Energiepreise für Heizöl und Sprit. Weitere Details finden Sie hier in der Original-Pressemitteilung: „Höchste Inflationsrate seit Dezember 1993„.

 

Energiepreisentwicklung für gasförmige Brennstoffe

Betrachten Hausbesitzer die langfristige Entwicklung der Energiepreise für Gas, fällt vor allem im Zeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2009 ein starker Anstieg auf. Zurückzuführen ist dieser auf die Bindung an den Ölpreis. Denn durch diese stieg der Erdgaspreis deutlich schneller als die realen Förderkosten. Bis Ende 2018 konnte sich der Preis an die tatsächlichen Kosten angleichen. In diesem Zeitraum fiel er auf einen Wert von 5,63 Cent pro Kilowattstunde. Aktuell zahlen Hausbesitzer jedoch wieder mehr. Mitte 2020 liegt der durchschnittliche Gaspreis bereits bei 6,11 Cent pro Kilowattstunde.

In den kommenden Jahren sorgt die CO2-Steuer hier für einen Aufwärtstrend. Sie allein verursacht Mehrkosten beim Gas von 1,3 Cent pro Kilowattstunde bis zum Jahr 2025, was bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zusätzliche Heizkosten von rund 260 Euro pro Jahr verursacht.

Jahr CO2-Steuer Mehrkosten Gas Mehrkosten Heizöl
Preis pro kWh Mehrkosten pro Jahr Preis pro Liter Mehrkosten pro Jahr
2021 25 €/ t 0,6 Cent 120 Euro 7,9 Cent 158 Euro
2022 30 €/ t 0,7 Cent 140 Euro 9,5 Cent 190 Euro
2023 35 €/ t 0,8 Cent 160 Euro 11,1 Cent 222 Euro
2024 45 €/ t 1,1 Cent 220 Euro 14,2 Cent 284 Euro
2025 55 €/ t 1,3 Cent 260 Euro 17,4 Cent 348 Euro

 

Geht es um die längerfristige Energiepreisentwicklung, wird auch die Verknappung der Erdgasvorräte für einen Preisanstieg sorgen. Power-to-Gas-Technologien, bei denen synthetisches Gas aus erneuerbarem Strom entsteht, könnten langfristig jedoch stabile Verbraucherpreise sichern.

Informieren Sie sich hier über aktuelle Erdgaspreise sowie Flüssiggaspreise.

[Quelle: Verivox Verbraucherpreisindex Gas; Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.]

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Entwicklung der Energiepreise für Öl

Kaum ein anderer Rohstoff unterlag in der Vergangenheit so hohen Preisschwankungen wie Heizöl. So stiegen die Heizölpreise bis zum Jahr 2009 an, bevor sie von 2008 auf 2009 rapide sanken. Als Grund dafür sehen Experten die damalige Bankenkrise. Nur drei Jahre später, also im Jahr 2012, stieg der Ölpreis erneut und erreichte sein Allzeithoch. Nachdem sich die Preise bis zum Jahr 2016 kontinuierlich nach unten bewegten, ging es bis Ende 2018 wieder steil bergauf. Im dritten Quartal 2020 zahlten Verbraucher mit nur 3,8 Cent pro Kilowattstunde weniger als für Holzpellets. Ein Grund dafür sahen Experten in der geringen Nachfrage infolge der Corona-Pandemie.

Da es sich auch bei Heizöl um einen fossilen Rohstoff handelt, wirkt sich die CO2-Steuer hier ebenso aus. Sie verursacht 2021 Mehrkosten von rund 7 Cent pro Liter und steigt bis 2025 auf über 17 Cent an. Wer rund 2.000 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht, zahlt dann fast 350 Euro mehr Heizkosten. Auf lange Sicht sorgt auch die Verknappung der fossilen Erdölvorräte für steigende Preise.

Wie viel Heizöl aktuell kostet, zeigen wir im Beitrag zur Heizölpreis-Entwicklung.

[Quelle: FastEnergy GmbH; Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.]

Wechseloptionen für die Ölheizung

 

Mehr zum Thema „Umweltfreundliche Alternativen zur Ölheizung“ finden Sie hier.

 

Stabile Preise für Holz, Pellets und Hackschnitzel

Scheitholz, Holzhackschnitzel und Holzpellets zählen zu nachwachsenden Rohstoffen. Sie sind bei nachhaltiger Verwendung unerschöpflich. Aus diesem Grund weist auch die Entwicklung der Energiepreise im langjährigen Verlauf kaum Schwankungen auf. Ändert sich die Holznutzung in der Zukunft nicht grundlegend, wird auch die Energiepreisentwicklung dem Trend der vergangenen Jahre folgen.

[Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V.; TFZ Bayern]

 

Energiepreisentwicklung für Strom aus dem Netz

Der Preis für Strom folgt in Deutschland seit Jahren einem Trend: Aufwärts. Während Hausbesitzer 2004 noch rund 17 Cent für eine Kilowattstunde zahlten, mussten sie 2018 durchschnittlich 27,82 Cent pro Kilowattstunde ausgeben. 2020 liegt der Strompreis inzwischen bei 29,93 Cent pro Kilowattstunde.

Etwas anders zeigt sich das Bild bei sogenanntem Wärmepumpenstrom: Da Versorger diesen bei hohen Netzlasten zeitweise abschalten können, bieten sie vergünstigte Tarife an. Wer den Stromverbrauch einer Wärmepumpe decken möchte, zahlt dabei durchschnittlich 20 Cent pro Kilowattstunde – etwa 10 Cent weniger als für konventionellen Haushaltsstrom.

Die Gründe für die Entwicklung der Energiepreise sind vielschichtig. Denn der Strompreis setzt sich aus mehr als zehn Bestandteilen zusammen. Die größten Posten belegen dabei Ausgaben für Netzentgelte (25,6 Prozent), EEG-Umlage (23,6 Prozent), Beschaffung und Vertrieb (19,3 Prozent), Mehrwertsteuer (16,0 Prozent), Stromsteuer (7,0 Prozent), Konzessionsabgaben (5,7 Prozent) sowie KWK- und Netz-Umlagen (2,8 Prozent). Indem die Regierung Einnahmen aus der CO2-Bepreisung nutzt, um die EEG-Umlage zu senken, sorgt sie in Zukunft für sinkende Preise für Haushaltskunden. Langfristig sollte die Umstellung auf erneuerbare Energien die Erzeugerkosten dann stabil halten.

Im Beitrag Strompreis aktuell zeigen wir, wie viel ein durchschnittlicher Haushalt heute für Strom aus dem Netz bezahlt.

[Quelle: BMWi; Verivox Verbraucherpreisindex Strom]

 

Energiepreisentwicklung verfolgen und bares Geld sparen

Wer langfristig sparen möchte, sollte die Entwicklung der Energiepreise ständig im Auge behalten. Während Hausbesitzer bei Strom und Gas einfach einen günstigeren Anbieter wählen, lohnt es sich, Heizöl oder Holz in Niedrigpreisphasen zu kaufen. Doch das ist nur eine der Kostenschrauben, an denen sich drehen lässt. Hausbesitzer sind heute gut beraten, die Erzeugung von Wärme auf mehrere Techniken zu verteilen. Das macht unabhängiger von der Kostenentwicklung eines Brennstoffs. So ist die Kombination von Solarthermie zur Gasheizung oder Ölheizung heute schon Standard. Bei Wärmepumpe und anderen Stromheizungen entlastet eine Photovoltaik-Anlage das Budget. Auch ein wasserführender Kaminofen findet seinen Platz in einem multivalenten Heizsystem – einer sogenannten Hybridheizung.

Unser Tipp: Die beste Energie ist bekanntlich die, die nicht verbraucht wird. Moderne Heizungsanlagen arbeiten besonders effizient. Sie verbrauchen deutlich weniger als alte und schwächen zukünftige Energiepreissteigerungen ab – ganz gleich, welcher Energieträger dabei zum Einsatz kommt. Durch die hohe Förderung der Heizung lohnt sich ein Austausch aktuell ganz besonders. Denn bis zu 45 Prozent der anfallenden Kosten trägt der Staat.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Energiepreise in Deutschland | DOC RABE Media