SPIEGEL schürt Angst vor Fassadendämmung

Angst vor Fassadendämmung

Brände unter Beteiligung der Fassadendämmung sind sehr selten. Zudem helfen spezielle Brandriegel über den Fensterstürzen, den Brandschutz zu verbessern.

 

Wärmedämmung und ihr (immer noch) schlechter Ruf

Brennt die Wärmedämmung einer Fassade wirklich so schnell "wie Stroh", wie ein aktueller SPIEGEL-Artikel titelt? Nein, sagen Experten! Klar ist: Es gibt keine erhöhte Brandgefahr bei fachgerecht montierten Polystyrol-Fassaden. Denn Wärmedämmsysteme werden vor der Zulassung intensiv getestet. Klar ist auch: Die Angst vor der vermeintlichen Brandgefahr einer Fassadendämmung wird in den Medien unnötig geschürt. Hier die Fakten!

Die Zahl der Hausbrände, bei denen eine Fassadendämmung überhaupt eine Rolle spielte oder entscheidenden Einfluss auf den Brandverlauf hatte, ist extrem gering. Fakt ist: Fast immer werden die jährlich rund 200.000 Wohnungsbrände in Deutschland durch Zündquellen im Gebäudeinneren wie etwa elektrische Geräte, Öfen oder Kerzen verursacht – einige auch durch vorsätzliche Brandstiftung außerhalb des Gebäudes. Von diesen Wohnungsbränden haben sich nach Angaben der Bundesbauministerkonferenz nur 18 Brände im Zusammenhang mit einer Fassadendämmung ereignet – und das über einen Zeitraum von mehreren Jahren und oft ausgelöst durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung außerhalb des Gebäudes! Dennoch stellt das Magazin DER SPIEGEL in dem Beitrag "Brennt wie Stroh" vom 18. April 2015 eine Fassadendämmung aus Polystyrol als "Brandbeschleuniger" dar. Dass von einer Fassadendämmung eine große Brandgefahr ausgeht, konnten zahlreiche Versuche – auch von der Feuerwehr – allerdings widerlegen: So kann bei einem fachgerecht fertiggestellten Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) die Dämmung nur dann in Brand geraten, wenn ein Feuer extrem lange und intensiv einwirkt. Eine mit Polystyrol gedämmte Fassade wird selbst durch Zündquellen wie Schweißfunken, Feuerwerkskörper oder durch direkten Kontakt mit Zigarettenglut nicht in Brand gesetzt.

 

Fakt 1: Keine erhöhte Brandgefahr durch Fassadendämmung!

Die im SPIEGEL und anderen Medien immer wieder aufgeführten Einzelfälle von Bränden mit Beteiligung einer Fassadendämmung unter Verwendung des Dämmstoffes Styropor haben eines gemeinsam: Die Brandursache war nie im System selbst begründet. Der Brandherd lag immer außerhalb der Fassade (Müllcontainer, Motorräder, Autos). Somit ist es schlichtweg falsch, daraus den Schluss zu ziehen, eine Fassadendämmung erhöhe die Brandgefahr. Hausbesitzer, die eine Dämmung der Fassade planen, sollten sich nicht durch die Medien verunsichern lassen.

 

Fakt 2: Dämmstoffe bieten heute hohen Brandschutz!

Die Dämmstoffindustrie hat längst Lösungen entwickelt, um schwerentflammbare Wärmedämm-Verbundsysteme mit Polystyrol auch für den Fall des Brandangriffs von außen brandschutztechnisch weiter zu verbessern. Dazu gehört der Einsatz von Brandriegeln. Diese begrenzen eine Brandausbreitung selbst im halbfertigen, noch unverputzten Zustand der Fassadendämmung. So sind bei Häusern, deren Fußboden des obersten bewohnten Geschosses höher als sieben Meter liegt, Brandsperren sogar vorgeschrieben. Die Brandsicherheit von Fassaden ist somit dadurch gewährleistet, dass bei der Dämmung strenge Vorschriften zum vorbeugenden Brandschutz einzuhalten sind. Zudem unterliegt eine Dämmung einer Zulassungspflicht und wird vor ihrer Markteinführung in umfangreichen Versuchen getestet und von unabhängigen Instituten überprüft und zur Anwendung freigegeben. Darüber hinaus sind neben Polystyrol auch zahlreiche andere Dämmstoffe für die Fassadendämmung erhältlich, die – wie zum Beispiel Glaswolle und Steinwolle - nicht brennbar sind und damit sogar zum Brandschutz eines Gebäudes beitragen.

Haben Sie weitere Fragen zu Dämmstoffen? Hier finden Sie weitere Informationen zu den gängigsten Dämmstoffen.

Weitere Aspekte finden Sie auch in unserem Artikel Dämmung und Brandschutz.

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Quelle: GDI / Qualitätsgedämmt e.V. / Bosch Thermotechnik
Foto: STEICO SE

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