Diskussion um Koalitionsvertrag

Steuerbonus für energetische Sanierung

Erneuerbare Energien im Altbau sind auch künftig Kür statt Pflicht. So sieht es jedenfalls der Koalitionsvertrag der großen Koalition vor.

 

Steuerbonus für energetische Sanierungen fiel Rotstift zum Opfer

Während alle gespannt auf das Votum der SPD-Mitglieder warten, wird der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD analysiert. Vor allem am Thema Energiewende haben sich Diskussionen entzündet, vielen Experten sind die geplanten Maßnahmen deutlich zu unkonkret. Auch für Hausbesitzer ist der Koalitionsvertrag enttäuschend: Denn der Steuerbonus für energetische Sanierungen wurde ersatzlos gestrichen.

Ob der Koalitionsvertrag das Papier wert ist, auf dem er gedruckt wurde, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit wurden längst nicht immer alle vereinbarten Punkte eins zu eins umgesetzt. Dennoch gibt der jetzt vorliegende Koalitionsvertrag die Richtung vor, in die die große Koalition die Energiewende denkt. Und das ist vielen deutlich zu wenig ambitioniert. Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten vereinbarten Punkte:

 

Förderung energetischer Sanierung wichtig zur Steigerung der Energieeffizienz

Nicht zur Disposition steht für die große Koalition die Förderung von KfW und BAfA. Das BAfA-Marktanreizprogramm für das Heizen mit erneuerbaren Energien soll erhalten bleiben, für die KfW-Förderung werden sogar Verbesserungen angestrebt. Mehr Mittel und eine Vereinfachung sollen die KfW-Förderung attraktiver machen und durch eine bessere und zielgerichtete Beratung Fehlinvestitionen vermieden werden. Erklärtes Ziel im Koalitionsvertrag ist die weitere Förderung und Steigerung der Qualität von Energieberatungen. Fachlich fundiert und unabhängig soll die Energieberatung sein und gezielt über die Steigerung der Energieeffizienz informieren. Besonders im Fokus steht dabei laut Koalitionsvertrag die Energieeffizienz von Heizungen. Einkommensschwache Haushalte profitieren von kostenlosen Energieberatungen. Doch bei allem Bekenntnis zur Förderung: Der Steuerbonus für energetische Sanierungen hat es nicht in den Koalitionsvertrag geschafft, sehr zur Enttäuschung der privaten Hausbesitzer. Auch für Vermieter könnten energetische Sanierungen künftig weniger attraktiv sein: Geplant ist, dass sie in Zukunft nur noch höchstens 10 Prozent (statt wie bisher 11 Prozent) der Sanierungskosten auf die Miete umlegen dürfen.

 

Erneuerbare Energien: Im Altbau weiter freiwillig

Was den Einsatz erneuerbarer Energien angeht, muss die große Koalition einige gesetzliche Regelungen in Angriff nehmen: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz soll weiterentwickelt und mit den Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgeglichen werden. Und auch das EEG ist eine große Baustelle. Den Ausbau der erneuerbaren Energien wollen CDU, CSU und SPD zwar weiter vorantreiben, aber mit Kostenbremse. Deshalb soll für alle Technologien ein Ausbauziel und eine kontinuierliche Degression der Förderung im EEG festgeschrieben werden. Bonusregeln werden geprüft und gestrichen und auch Eigenstromerzeuger bleiben nicht ungeschoren: Sie sollen in Zukunft nicht mehr von der EEG-Umlage ausgenommen bleiben - die Ausnahme sind bestehende Eigenverbraucher (Vertrauensschutz) und kleine Anlagen (Einführung einer Bagatellgrenze). Der Einsatz erneuerbarer Energien bei bestehenden Gebäuden soll aber weiter auf Freiwilligkeit beruhen, hier sind keine gesetzlichen Änderungen geplant.

Weitere Informationen zu

erneuerbaren Energien

 

Quelle: Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 18. Legislaturperiode / Bosch Thermotechnik GmbH
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