Klimapaket, Sanierungsförderung, Energiepreise, Gebäudeenergiegesetz

Nach einem turbulenten Jahresende müssen sich Bauherren und Hausbesitzer 2020 auf viele Änderungen einstellen. So erwarten Experten auf der einen Seite weiter steigende Energiepreise für fossile Energieträger aber auch für Strom. Auf der anderen Seite sind neue und einfachere Möglichkeiten zur Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen in Sicht, die sich aus dem Klimapaket und der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude ergeben. Ferner läuft das Baukindergeld aus und die Fördertöpfe für die barrierefreie Sanierung werden voraussichtlich bald wieder aufgefüllt. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengestellt, die das Jahr 2020 für Bauherren und Modernisierer bereithält. 

 

CO2-Bepreisung kommt 2021: Höchste Zeit für Sanierungsarbeiten

Wie kürzlich bekannt wurde, zahlen Verbraucher ab 2021 mehr für CO2 als ursprünglich vorgesehen. Denn mit der CO2-Bepreisung (oft auch als CO2-Steuer bezeichnet) kostet jede Tonne des klimaschädlichen Gases ab 2021 25 Euro. Bis zum Jahr 2025 steigen die Preise dann auf 55 Euro pro Tonne an. Für Gasheizer mit einem jährlichen Verbrauch von etwa 20.000 Kilowattstunden hat das Mehrkosten von mindestens 125 Euro (bis 2025 sogar 275 Euro) im Jahr zur Folge. Wer diese umgehen möchte, kann seinen Verbrauch senken und CO2 einsparen. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag „CO2 reduzieren“.

 

Für 2026 geplantes Ölheizungsverbot könnte früher in Kraft treten

Mit dem Ende 2019 beschlossenen Klimapaket stehen Hausbesitzern in den kommenden Jahren viele Änderungen bevor. Eine betrifft dabei die Ölheiztechnik. Denn deren Einbau wird in Zukunft verboten sein. Während das Klimapaket ein Ölheizungsverbot ab 2026 vorsieht, fordern einige Politiker, dieses bereits im Jahr 2021 einzuführen. Kommen Alternativen wie Gasheizungen, Fernwärmenetze oder Wärmepumpen infrage, dürfen Hausbesitzer die Ölheizung dann nicht mehr einbauen. Ist ein Austausch geplant, lohnt es sich daher, diesen vorher umzusetzen. Aktuell gibt es dafür sogar noch attraktive Fördermittel über die Programme 430 und 152 der KfW. Möchten Hausbesitzer die Heizung bereits früher umrüsten lassen, finden Sie hier weitere Informationen zu umweltfreundlichen Ölheizungs-Alternativen bei der Heizungssanierung.

 

Wechseloptionen für alte Ölheizungen

 

Energiepreise steigen zum Jahreswechsel 2019/2020 weiter an

Ab 2020 steigt die EEG-Umlage zur Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien wieder an. Der Bestandteil des Strompreises beträgt dann 6,756 Cent pro Kilowattstunde und damit 0,351 Cent pro Kilowattstunde mehr als 2019. Verbraucher spüren die Änderung an steigenden Strompreisen. Teurer wird aber nicht nur elektrische Energie. Auch die Trends der Erdgas- und Heizölpreise zeigen weiter nach oben. Einen Überblick geben wir im Beitrag „Energiepreise 2020 in Deutschland“.

 

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll 2020 kommen

Für das Jahr 2020 plant die Regierung die Einführung der sogenannten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Damit legt sie die Mittel für energetische Sanierungen zusammen, die es aktuell von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt. Hausbesitzer sollen dadurch einen einfacheren Zugang zu Fördermitteln und neue Anreize zum Modernisieren bekommen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch eine bessere Mittelausstattung. So sollen die Zuschussraten für Sanierungsarbeiten am Haus um 10 Prozent steigen. Wer eine alte Ölheizung gegen eine neue Heizung mit erneuerbaren Energien austauscht, soll ab 2020 sogar eine Austauschprämie in Höhe von 40 Prozent bekommen.

 

Interessanter Steuerbonus für Sanierungsarbeiten ab 2020

Die Förderkulisse ändert sich aber nicht nur durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude. Denn ab 2020 gibt es alternativ dazu auch steuerliche Vergünstigungen für Sanierungsarbeiten. Hausbesitzer können dann 20 Prozent der Gesamtkosten einer energetischen Sanierung über drei Jahre von der Steuer absetzen. Ganz gleich, ob sie ihr Haus zum Effizienzhaus umbauen, die Fenster tauschen oder eine neue Heizung einbauen. 

Wie Sie auch ohne energetische Modernisierungsarbeiten Steuern sparen können, erfahren Sie in unserem Beitrag "Handwerkerkosten richtig von der Steuer absetzen."

 

Fördermittel für barrierefreie Sanierungen bald wieder verfügbar

Mit dem KfW-Programm 455-B fördert der Staat Sanierungsvorhaben zur Barrierereduzierung. So erhalten Hausbesitzer Zuschüsse in Höhe von mindestens zehn Prozent für Arbeiten an Wegen zum Gebäude, Maßnahmen zum Überwinden von Treppen und Stufen sowie die Umgestaltung der Raumaufteilung. Beliebt ist das Förderprogramm der KfW aber auch bei Sanierern, die ihr Bad altersgerecht umbauen möchten. Während diese durch leere Fördertöpfe seit Herbst 2019 keine Anträge mehr einreichen können, wird sich das voraussichtlich bald ändern. Denn nach aktuellen Informationen der KfW soll der Investitionszuschuss zur Barrierereduzierung (455-B) ab Januar 2020 wohl wieder verfügbar sein. Weitere Informationen geben wir im Beitrag „Hohe KfW-Fördermittel für barrierefreies Wohnen“.

 

Baukindergeld: Staatliches Förderprogramm läuft Ende 2020 aus

Mit dem Baukindergeld fördert der Staat Familien, die mit mindestens einem Kind eine eigene Immobilie beziehen. Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, erhält dabei seit 2018 zehn Jahre lang 1.200 Euro pro Kind und Jahr. Ende 2020 läuft die Förderung nun aus. Berücksichtigt werden dabei nur Kaufverträge, die Familien spätestens am 31.12.2020 unterzeichnen oder Baugenehmigungen, die bis zu diesem Stichtag erteilt werden. Beantragen müssen neue Eigentümer die Förderung spätestens sechs Monate nach dem Einzug. Da sich dieser auch verzögern kann, endet die Annahmefrist der Antragsunterlagen am 31.12.2023. Alle Informationen zur Höhe, zu den Voraussetzungen und zur Beantragung des Baukindergelds geben wir im Beitrag „Baukindergeld beantragen“.

 

Neues Gebäudeenergiegesetz für Neubau und Sanierung

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (kurz GEG) möchte die Regierung das deutsche Energiesparrecht vereinfachen. Denn mit dem neuen Gesetz fasst sie das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen. Nachdem das Bundeskabinett den Entwurf am 23. Oktober 2019 beschlossen hat, könnte das GEG Mitte 2020 nach über drei Entstehungsjahren tatsächlich in Kraft treten. Grundlegende Änderungen bleiben jedoch aus. Denn nach mehrmaligen Überarbeitungen definiert der Gesetzgeber den in der EnEV 2014 geltenden Neubaustandard zum EU-weit geforderten Niedrigstenergie-Gebäudestandard.

 

Ab 2020 ist die Energieberatung bei einem Hausverkauf Pflicht

Eine individuelle Energieberatung zeigt Schwachstellen bestehender Gebäude auf. Sie hilft, passende Energiesparmaßnahmen zu finden und das vorhandene Sanierungsbudget gewinnbringend zu investieren. Aus diesen Gründen hat die Regierung mit dem Klimapaket auch eine Pflicht zur Energieberatung beschlossen. Mit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes müssen Verkäufer oder Makler Käufern dann ein informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale Bundesverband anbieten. Betroffen sind jedoch nur Ein- und Zweifamilienhäuser.

Sie möchten schon heute einen Energieberater in Ihrer Nähe finden? Dann nutzen Sie unser Branchen-Suche.

Viele Energieausweise verlieren ihre Gültigkeit im Jahr 2020

Auch im Jahr 2020 verlieren viele Energieausweise ihre Gültigkeit. Denn die Ausweise, die Verbraucher über den energetischen Zustand von Gebäuden informieren, sind alle 10 Jahre zu erneuern. Nötig ist das jedoch nur, wenn eine Immobilie verkauft, vermietet oder verpachtet wird. Wer die Ergebnisse vorher verbessern möchte, kann zum Beispiel die Heizung sanieren, die Fenster austauschen oder Teile des Gebäudes mit einer Dämmung versehen.

Sie brauchen einen neuen Energieausweis? Dann nutzen Sie die Möglichkeit, sich einen Online-Energieausweis ausstellen zu lassen. 

 

Bei hohem Stromverbrauch sind intelligente Zähler bald Pflicht

Intelligente Messsysteme, sogenannte Smart-Meter, sind bereits seit 2017 Pflicht für Verbraucher, die jährlich mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Ab 2020 sinkt diese Grenze auf 6.000 Kilowattstunden im Jahr. Dann sind also deutlich mehr Anschlüsse mit einem intelligenten Stromzähler auszustatten. Um den Einbau kümmern sich dabei die grundzuständigen Messstellenbetreiber. Verbraucher selbst müssen diesen lediglich erlauben. Einbau und Nutzung dürfen dabei nicht mehr als 100 Euro im Jahr kosten.

 

Viele Haushalte profitieren 2020 von höherem Wohngeld

Die Immobilienpreise steigen deutschlandweit immer weiter an. Wer mit geringem Einkommen eine bezahlbare Wohnung sucht, kann dabei schnell an seine Grenzen stoßen. Denn auch die Mietpreise klettern unaufhörlich nach oben. Ab 2020 verspricht der Staat jedoch Entlastung. Denn dann gibt es statt 145 Euro, monatlich 190 Euro Wohngeld. Weitere Anpassungen sind im zweijährigen Rhythmus vorgesehen.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Adobe Stock - guy

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