Klimaschutz-Förderung für Gebäude lässt Sanierungsrate steigen

CO2-Bilanz verbessern durch umweltfreundliche Heizung

190 % mehr Anträge für Umweltheizungen als im Vorjahr

Die Anpassung der deutschen Förderstrategie zeigt große Erfolge: Nachdem die Bundesregierung die Förderkonditionen für Klimaschutzmaßnahmen Anfang 2020 verbessert hatte, gingen bei KfW und BAFA deutlich mehr Anträge ein als im Vorjahreszeitraum. Die Maßnahmen senken die CO2-Ausstöße. Sie stärken den Arbeitsmarkt und trotzen sogar der anhaltenden Corona-Pandemie.

Energieeffizient bauen und sanieren: 14,5 Mrd. zugesagt

Wer sich für einen energieeffizienten Neubau oder eine energetische Sanierung entschließt, bekommt hohe Zuschüsse und günstige Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Während sich die Programme 153, 152 und 430 schon lange großer Beliebtheit erfreuen, stieg das Interesse im ersten Halbjahr 2020 stark an. So sagte die Förderbank Kredite und Zuschüsse in Höhe von 14,5 Mrd. Euro zu. Die Gelder kommen mehr als 215.000 Wohneinheiten sowie gewerblichen und kommunalen Gebäuden zugute. Deutschland investierte damit mehr als doppelt so viel in energieeffiziente Gebäude als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Allein im privaten Baubereich verzeichnete die KfW einen Förderanstieg von mehr als 180 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 bedeutet das ein Plus von 6,5 Mrd. Euro an Fördermittel und rund 55.000 Wohneinheiten.

Trotz niedriger fossiler Brennstoffpreise und anhaltender Corona-Pandemie leisten Bauherren und Hausbesitzer damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sorgen für hohe CO2-Einsparungen und sichern mehr als 400.000 Arbeitsplätze, wie Dr. Ingrid Hengster, Mitglied des KfW-Vorstandes, berichtet.

Immer mehr Sanierer wechseln von Heizöl auf erneuerbare Heiztechnik

Ein steigendes Interesse zeigt sich nicht nur bei der KfW: Auch das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bekam im ersten Halbjahr 2020 deutlich mehr Zulauf. Mit einem Plus von 190 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019 gingen hier bereits über 110.000 Förderanträge für den Heizungstausch ein. Etwa die Hälfte der Interessenten beantragten die neu eingeführte Austauschprämie für Ölheizungen gleich mit, wie unsere Infografik zeigt:

Förderung Klimaschutz 1. HJ 2020

Viele Hausbesitzer ziehen damit auch ohne Verbot der Ölheizung einen Austausch alter Geräte in Betracht. Sie nutzen Zuschussraten von bis zu 45 Prozent, um Ihre alte Heizung auf eine Umweltheizung umzustellen, sei es mit Scheitholz, Pellets, oder mithilfe einer Wärmepumpe. Auch sehr beliebt sind neue Gasbrennwertheizungen mit Solarthermie.

 

Beschlüsse des Klimakabinetts zeigen große Erfolge

Entgegen den Erwartungen sorgt die Corona-Krise für steigendes Interesse an einer Sanierung. Denn die Menschen sind viel mehr Zuhause und schätzen dann auch einen höheren Wohnkomfort. Somit wird die Zeit genutzt, um anstehende Haus- und Heizungssanierungen in Angriff zu nehmen und dabei – dank der lukrativen staatlichen Förderung – noch ordentlich zu sparen.

Die Beschlüsse des Klimakabinetts zeigen also sehr große Erfolge und mit dem Klimaschutzprogramm 2030 wurde der politischen Weg der nächsten Jahre abgesteckt. Das übergeordnete Ziel von Maßnahmen wie der verbesserten Förderung ist es, die CO2-Emissionen zu senken und den deutschen CO2-Fußabdruck deutlich zu verkleinern. Zusätzliche Förderanträge von insgesamt über 165 Prozent und Einsparungen von mehr als 400.000 Tonnen CO2 zeigen, dass wir uns hier auf einem guten Weg befinden. Ob weitere Maßnahmen, wie die 2021 kommende CO2-Steuer, ähnliche Erfolge nach sich ziehen, muss sich erst noch zeigen.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH | BMWi
Foto: Adobe Stock | Tamara