Baukindergeld beantragen: Nur noch bis Ende 2020

Baukindergeld beantragen

 

 

Alle Informationen zu Fristen für Kauf, Baugenehmigung & Beantragung

Wer den Bau oder den Kauf einer eigenen Wohnimmobilie plant oder bereits umgesetzt hat, bekommt pro Kind 12.000 Euro Baukindergeld vom Staat. Zu beantragen ist die Förderung spätestens sechs Monate nach dem Einzug über das Zuschussportal der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Programm 424). Wichtig ist, dass Familien bis zum 31.12.2020 eine Baugenehmigung erhalten oder einen Kaufvertrag unterzeichnen. Wer die Anforderungen erfüllt und in Bayern lebt, profitiert zusätzlich vom Baukindergeld Plus und bekommt eine höhere Förderung.

Baukindergeld: Finanzielle Unterstützung für Immobilienkäufer

Das Baukindergeld unterstützt Familien bei dem Bau oder dem Kauf einer Wohnimmobilie. Diese bekommen dabei einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro, wenn sie mit mindestens einem Kind den Antrag für das neue Haus oder die neue Wohnung nach Einzug stellen. Für jedes weitere Kind steigt die Fördersumme um weitere 12.000 Euro. Das gilt zumindest dann, wenn die Kinder bei der Antragsstellung unter 18 Jahren sind und Familien nach dem Einzug eine Meldebestätigung einreichen.

 

Interessant zu wissen Wer sich das Baukindergeld sichern möchte, sollte nicht lange warten. Denn eine Grundvoraussetzung für die Förderung ist, dass Familien noch vor dem 31.12.2020 eine Baugenehmigung erhalten oder einen Kaufvertrag unterzeichnen. Beantragt werden kann das Baukindergeld dann bis 31.12.2023.

 

Einkommensgrenze beim Baukindergeld

Baukindergeld gibt es für alle Familien, die das neue Haus oder die neue Wohnung selbst nutzen und zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Kaufvertrages oder dem Erhalt der Baugenehmigung keine weitere Wohnimmobilie besitzen. Voraussetzung ist der Einzug mit mindestens einem Kind. Außerdem dürfen Familien nicht mehr als 90.000 Euro pro Jahr verdienen. Für jedes weitere Kind steigt die Einkommensgrenze zusätzlich um 15.000 Euro. Familien mit drei Kindern dürfen also 120.000 Euro im Jahr verdienen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Mittel nicht mit einem Mal ausgezahlt werden. So bekommen Familien für jedes Kind zehn Jahre lang 1.200 Euro jährlich. Die Auszahlung erfolgt dabei direkt auf das eigene Konto.

 

Interessant zu wissen Bitte beachten: Seit der Einführung des Förderprogrammes wurden die Bedingungen an die aktuelle Marktsituation angepasst. So gibt es Baukindergeld heute nur, wenn die neue Wohnimmobilie von einem Dritten erworben wurde. Der Kauf oder die Eigentumsübertragung unter Verwandten in gerader Linie (Kinder, Eltern, Großeltern) wird nicht mehr gefördert.

 

Beantragung erfolgt über das Zuschussportal der KfW

Zu beantragen ist das Baukindergeld online über das KfW-Zuschussportal. Genauer über das Programm 424 „Zuschuss Baukindergeld“. Nach ihrem Einzug in das neue Heim haben Familien dazu sechs Monate Zeit. Ist das Kind noch nicht geboren, können Interessenten die Frist dabei voll ausschöpfen, um die maximale Förderung zu erhalten.

Übrigens: Stichtag ist das Datum, an dem Familien den Kaufvertrag unterzeichnet, die Bauanzeige gestellt oder die Baugenehmigung erhalten haben. Nach dem Nachweis der Identität erteilt die KfW eine Antragsbestätigung. Ab dann bleiben drei Monate, um die Einhaltung der Fördervoraussetzungen nachzuweisen. Einzureichen sind dann:

•    Einkommensteuerbescheide vom zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung
•    Meldebestätigungen von allen Familienmitgliedern, die im Haus leben
•    ein Grundbuchauszug, aus dem das Eigentumsverhältnis hervorgeht

 

Hohes Interesse am Baukindergeld in alten Bundesländern

Mit dem Baukindergeld, das der Nachfolger der 2005 abgeschafften Eigenheimzulage ist, möchte der Staat die Anzahl der Wohneigentümer anheben. Diese lag bei der Einführung mit etwa 50 Prozent auf einem der letzten Plätze im europäischen Vergleich.
Dass Familien ein hohes Interesse an der Förderung haben, zeigen aktuelle Zahlen. So verteilte die KfW bis zum 31. Mai 2020 rund 233.000 Förderzusagen. Etwa 25 Prozent der Antragsteller kamen dabei aus Nordrhein-Westfalen. Jeweils 14 Prozent kamen aus Bayern sowie Baden-Württemberg und 12 Prozent aus Niedersachsen.

Die Förderung der KfW wird damit intensiv genutzt. Bis zum 31.12.2023 stehen insgesamt 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Verfügbar sind diese jedoch nur für Familien, die bis Ende 2020 eine Baugenehmigung erhalten, eine Bauanzeige stellen oder einen Kaufvertrag unterzeichnen.

 

Interessant zu wissen Interessant zu wissen: Vor der Einführung des Förderprogramms kritisierten viele Experten, dass vor allem Gutverdiener vom Baukindergeld profitieren könnten. Diese würden das aber nicht benötigen. Eine Auswertung der KfW beweist nun das Gegenteil. Denn 67,4 Prozent der Baukindergeld-Empfänger haben ein Familieneinkommen von 20.000 bis 60.000 Euro. 19,5 Prozent der Antragsteller verdienen weniger als 20.000 Euro und nur 13,1 Prozent mehr als 60.000 Euro im Jahr.

 

Baukindergeld Plus und Eigenheimzulage für Immobilienkäufer in Bayern

Zusätzlich zum Baukindergeld des Bundes bietet der Freistaat Bayern seit September 2018 weitere Förderprogramme an. Das Baukindergeld Plus und die bayerische Eigenheimzulage stocken die Grundförderung zusätzlich auf. Und zwar um 300 Euro pro Kind und Jahr über das bayerische Baukindergeld (Baukindergeld Plus). Genau wie die Bundesförderung zahlt das Land auch diese Mittel nicht auf einmal aus.

Anders ist das bei der neuen Eigenheimzulage. Denn mit dieser bekommen Bauherren und Käufer von Immobilien in Bayern noch einmal 10.000 Euro extra. Das Besondere daran: Von den Mitteln profitieren auch Alleinstehende und kinderlose Paare. Familien, die ebenso von der Zusatzförderung profitieren, bekommen dann 40.000 Euro, wenn sie mit zwei Kindern in das neue Heim einziehen. Bei drei Kindern steigt die Fördersumme bereits auf 55.0000 Euro.

Interessant zu wissen 68 Prozent aller Anträge wurden bis Ende Mai 2020 für bestehende Häuser und Wohnungen gestellt. 32 Prozent der Antragsteller haben hingegen ein neues Haus gebaut. Die KfW geht davon aus, dass sich das Verhältnis zwischen Neubau und Bestand im Laufe des Förderzeitraums weiter angleichen wird. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass erst nach Einzug in eine Wohnimmobilie das Baukindergeld beantragt werden kann. Viele Bauvorhaben wurden jedoch noch nicht begonnen oder sind noch im Gange.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Adobe Stock | drubig-photo