Solarthermie: Der heimliche Star des Klimapakets

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Über 20.000 Förderanträge mehr als im Vorjahreszeitraum

Wer auf die aktuellen Zahlen zum BAFA-Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ blickt, stellt schnell den rasanten Anstieg der Antragszahlen fest. Ganz besonders deutlich zu erkennen ist das am Beispiel der Solarthermie: Hier gab es im ersten Halbjahr 2020 über 20.000 Anträge mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Das entspricht einem Plus von 200 Prozent. Grund für das gestiegene Interesse sind die mit dem Klimapaket verbesserten Förderbedingungen.

 

Klimapaket bringt die Wärmewende voran

Nachdem das Klimakabinett Ende 2019 ein gemeinsames Klimaschutzpaket 2030 beschlossen hatte, ging es mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen sehr schnell. So konnten Bauherren und Sanierer schon im Januar 2020 auf deutlich verbesserte Förderbedingungen für das Heizen mit erneuerbaren Energien zurückgreifen. Wie aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zeigen, haben Sie das auch mit großem Interesse getan: Gab es von Januar bis Juli 2020 bereits 130.697 Anträge für EE-Heizungen, waren es im gleichen Zeitraum 2019 noch 42.355 Förderanträge.

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Vom Stiefkind zum heimlichen Star: Solarthermie

Heimlicher Star unter den regenerativen Heizsystemen ist die Solarthermie. Hier stiegen die Antragszahlen von 10.639 im Jahr 2019 auf 32.515 im Jahr 2020. Damit entschieden sich über 200 Prozent mehr für die Warmwasserbereitung oder das Heizen mit kostenfreier Sonnenenergie. Kein Wunder, ist die Technik doch mit hohen Einsparungen und geringen Kosten verbunden. Letzteres vor allem auch durch die staatliche Förderung der Solarthermie, über die Bauherren und Sanierer Zuschüsse von 30 Prozent der Investitionskosten bekommen. Aber es geht noch mehr: Wird eine alte Ölheizung durch eine Solarthermieanlage in Kombination mit einer Gas-Hybridheizung ersetzt, werden 40 Prozent der Investitionskosten der Gesamtanlage (inkl. der STS) übernommen.

 

Interessant zu wissen Anders als früher als es nur eine Förderung pro m² Kollektorfläche gab, beinhalten die Investitionskosten auch: Gerüst am Haus, Rohrleitungen der STS Anlage sowie die Fittinge + elektrischen Leitungen für die Fühler, Regler, Pufferspeicher, Warmwasser-Speicher sowie Montagekosten und die Inbetriebnahme.

 

Bundesverband Solar meldet: Solarbranche boomt 2020

Die hohen Antragszahlen wirken sich durchaus positiv auf die deutsche Solarbranche aus. So vermeldet der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar), dass der Kollektorabsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent gestiegen sei. Die Geschäftslage befände sich damit auf dem Höchststand der letzten 10 Jahre, wie die Branchenexperten ermittelten. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, meint dazu: „Statt einer Corona-Delle erleben wir eine Investitionswelle. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die im kommenden Jahr erwartete Einführung eines jährlich steigenden CO2-Preises auf fossile Brennstoffe zeigen Wirkung“.

Solarthermie Boom 2020
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V.

In naher Zukunft ist auch nicht mit einem Abschwung zu rechnen. Denn durch hohe Bearbeitungszeiten beim BAFA und Lieferschwierigkeiten infolge der anhaltenden Corona-Pandemie zögern sich einige Bauvorhaben hinaus. Hinzu kommt, dass immer mehr Hausbesitzer die Investition in eine Heizungsmodernisierung planen, wie eine Umfrage von co2online kürzlich ergab.

 

Solarthermie: Attraktive Förderung und hohe Einsparungen

Wer sich wie die etwa 2,5 Millionen Haushalte in Deutschland für eine Solarthermie-Anlage entscheidet, profitiert gleich doppelt. Denn neben der attraktiven BAFA-Förderung ist die Technik auch mit hohen Einsparungen verbunden. So decken Solaranlagen zur Trinkwarmwasserbereitung etwa 60 Prozent des jährlichen Warmwasserwärmebedarfs. Die Heizkosten sinken somit um 5 bis 10 Prozent. Deutlich mehr sparen Bauherren und Hausbesitzer, die sich für die Solarthermie zur Trinkwarmwasserbereitung und Heizungsunterstützung entscheiden. Denn diese deckt den gesamten Wärmebedarf im Jahr zu 20 bis 30 Prozent. Im gleichen Maße fallen dabei auch die Heizkosten.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Bundesverband Solarwirtschaft e. V.
Foto: reimax16 – Fotolia.com