Je größer, desto besser – das gilt nicht bei der Dimensionierung der eigenen Solarthermie-Anlage. Vielmehr geht es darum, die Größe der Anlage optimal auf den eigenen Haushalt und dessen Verbrauch an Warmwasser anzupassen. Sowohl Solarthermie-Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung als auch zur kombinierten Heizungsunterstützung sollten im Hinblick auf die Anlagengröße maßgeschneidert sein. Ebenso wie der erforderliche Solarspeicher. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die richtige Anlagengröße finden.

 

Diese Faktoren beeinflussen die Anlagengröße bei Solarthermie

Kostenlose Wärme von der Sonne nutzen, um damit Wasser für Bad und Küche zu erwärmen – das spart bares Geld. Eine Solarthermieanlage kann etwa 60 Prozent des jährlichen Bedarfs an Warmwasser abdecken, in den Sommermonaten sogar 100 Prozent. Je besser die Sonnenstrahlen auf die Kollektoren einstrahlen können, desto höher ist der Wärmeertrag und desto kleiner kann eine Anlage auf dem Dach ausfallen. Wichtig sind eine möglichst optimale Ausrichtung der Dachfläche zur Sonne hin sowie eine passende Dachneigung. Leider sind diese Voraussetzungen nicht bei jedem Haus gegeben. Müssen hier Abstriche gemacht werden, fällt die Anlage größer aus. Auch sollte die Kollektorfläche nicht von Bäumen oder vom Nachbarhaus verschattet sein. Weiterer wichtiger Faktor zur Bemessung der Anlagengröße ist die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Bewohner und deren Nutzungsgewohnheiten, sprich Verbrauch an Warmwasser. Hierfür muss der zu installierende Solarspeicher genug Vorrat bereit stellen, damit auch 1 oder 2 Tage ohne Sonne zu überbrücken sind. Soll eine Solarthermie-Anlage nur zur Trinkwassererwärmung dienen, fällt die Anlagengröße kleiner aus als wenn die Solaranlage auch zur kombinierten Heizungsunterstützung eingesetzt werden soll. Ebenfalls beeinflusst die Art der verwendeten Kollektoren die Anlagengröße. Vakuumröhrenkollektoren liefern etwa 30 Prozent mehr Ertrag als die preiswerteren Flachkollektoren. Entsprechend kleiner kann dann die Kollektorfläche ausfallen.
 

Dimensionierung einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung

Anhand von Richtwerten lässt sich die benötigte Größe einer Solarthermie-Anlage überschlägig berechnen. Wichtig ist die Ermittlung des tatsächlichen Warmwasserverbrauchs der in einem Haushalt lebenden Personen. Die exakte Dimensionierung von Solarthermie-Anlage sollte ein Fachbetrieb übernehmen. Bei Flachkollektoren wird für eine überschlägige Kalkulation mit einer Kollektorfläche von etwa 1 bis 1,5 Quadratmetern pro Bewohner gerechnet. Bei den leistungsfähigeren Vakuumröhrenkollektoren werden lediglich 1,25 Quadratmeter pro Person angesetzt. Die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen beeinflusst die Anlagengröße:

 

Anzahl Personen
im Haushalt
Kollektorfläche
Flachkollektor
Kollektorfläche
Vakuumröhrenkollektor
2 Personen 3 m² 2,5 m²
4 Personen 6 m² 5 m²
6 Personen 9 m² 7,5 m²

 

Als weitere Faustregel können 0,04 Quadratmeter Kollektorfläche je Quadratmeter Wohnfläche angenommen werden.

 

Größe einer Solarthermie-Anlage zur kombinierten Heizungsunterstützung

Eine Solarthermie-Anlage kann neben der Bereitung von Warmwasser auch zur Unterstützung der Heizung konzipiert werden. Entsprechend größer fällt die Kollektorfläche und Pufferspeicher aus. Eine Solarthermie-Anlage lässt sich hierbei problemlos mit einer Gasheizung, Ölheizung, Wärmepumpe oder Pelletheizung kombinieren. Damit können etwa 20 Prozent der jährlich benötigten Heizenergie eingespart werden. Bei der Berechnung der notwendigen Anlagengröße werden bei Flachkollektoren etwa die 2-fache Kollektorfläche im Vergleich zur reinen Trinkwassererwärmung als Richtwert angenommen, bei den Trinkwassererwärmung als Richtwert angenommen, bei den leistungsstärkeren Vakuumröhrenkollektoren mit dem Faktor 1,5 entsprechend weniger. Typischerweise werden 5 Flachkollektoren installiert. Überschlägige Anlagengröße bei einer Solarthermie-Anlage zur kombinierten Heizungsunterstützung:

 

Anzahl Personen
im Haushalt
Kollektorfläche
Flachkollektor
Kollektorfläche
Vakuumröhrenkollektor
2 Personen 6 m² 4,5 m²
4 Personen 10-12 m² 9 m²
6 Personen 15-18 m² 13,5 m²

 

Größe Solarspeicher zur Warmwasserbereitung

Wichtig ist genug erwärmtes Wasser zu puffern, damit auch 1-2 Regentage überbrückt werden können, ohne dass die Heizung zur Warmwasserbereitung eingeschaltet werden muss. Diese Funktion übernimmt der so genannte solare Trinkwarmwasserspeicher. Einen Anhaltswert für das benötigte Speichervolumen liefert der tägliche Warmwasserverbrauch der im Haushalt lebenden Personen. Hierbei geht man von einem Wasserverbrauch von 30 bis 50 Litern pro Person aus. Der Solarspeicher zur Warmwasserbereitung sollte mindestens 300 Liter aufnehmen können.

 

Anzahl Personen im Haushalt

Benötiges Volumen

Solarspeicher in Liter

2 Personen 200
4 Personen 400
6 Personen 60

 

Größe Solarspeicher zur Heizungsunterstützung

Soll die Solarthermie-Anlage auch zur kombinierten Heizungsunterstützung dienen, müssen sowohl Kollektorfläche als auch Solarspeicher Pufferspeicher größer ausfallen. Bezugsunkt zur Berechnung ist der Heizwärmebedarf des Hauses oder überschlägig die Größe die der zu beheizende Wohnfläche. Zu empfehlen ist ein solarer Pufferspeicher von etwa 750 Liter. Eine genauere Berechnung der Größe führt ein Fachbetrieb durch.

 

Förderung für Solarthermie-Anlage und Pufferspeicher durch das BAFA

Das BAFA fördert die Installation von Solarthermie-Anlagen und Pufferspeichern, sofern eine gewisse Größe eingehalten wird. Im Gebäudebestand wird eine Solarkollektoranlage von mindestens drei bis maximal 40 Quadratmetern Brutto-Kollektorfläche gefördert. Der solare Pufferspeicher muss mindestens ein Volumen von 200 Litern aufweisen. Solarthermie-Anlagen zur Warmwasserbereitung erhalten von 3 bis 10 Quadratmetern eine pauschale Förderung von 500 Euro, von 11 bis 40 Quadratmetern 50 Euro pro Quadratmeter Brutto-Kollektorfläche.

Solarthermie-Anlagen, die zusätzlich zur Heizungsunterstützung dienen, müssen folgende Mindestvoraussetzungen zur Förderung erfüllen: Bei Flachkollektoren muss die Brutto-Kollektorfläche ≥ 9 Quadratmetern betragen, das Pufferspeicher-Volumen mindestens 40 Liter pro Quadratmeter. Bei Vakuumröhrenkollektoren muss die Brutto-Kollektorfläche ≥  7 Quadratmetern betragen, das Pufferspeicher-Volumen mindestens 50 Liter pro Quadratmeter. Die Förderung beträgt hier bis 14 Quadratmetern Brutto-Kollektorfläche pauschal 2.000 Euro, von 15 bis 40 Quadratmetern 140 Euro pro Quadratmeter Brutto-Kollektorfläche.

Wird die neue Solarthermie-Anlage gemeinsam mit einem neuen Biomassekessel oder einer Wärmepumpe installiert, zahlt das BAFA einen zusätzlichen Kombinationsbonus von 500 Euro.

 

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Antworten auf die häufigsten Fragen zu Solarthermie

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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