Wenn es um Kauf, Installation und Betrieb einer Solarthermie-Anlage geht, tauchen eine Menge Fragen auf. Vor allem in Bezug auf die Förderung: Denn viele Sanierer wissen nicht, wie sie die staatlichen Hilfen für sich nutzen können. Wir haben die häufigsten Fragen im FAQ zusammengestellt und gemeinsam mit unseren Experten beantwortet.

 

# 1: Lohnt sich eine Solarthermie-Anlage auf jedem Haus?

Wenn es Dachausrichtung und Dachneigung zulassen, dann ist eine Solarthermie-Anlage eine sinnvolle Ergänzung zu einer bestehenden Heizung (Standard Brennwerttechnik). Sie spart 5 bis 20 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs und wird bei einem Heizungstausch oft gleich mit eingeplant. Wer seine Heizung im Sommer am liebsten komplett ausgeschaltet und trotzdem auf Warmwasserkomfort nicht verzichten möchte, für den ist eine Solarthermie-Anlage alternativlos.

 

#2: Welche Förderung gibt es für Solarthermie?

Fördermittel bekommen Sanierer über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Über den Programmteil „Einzelmaßnahmen“ vergibt der Staat Zuschüsse oder Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 30 Prozent. Wer mit der Solarthermie-Anlage auch eine neue Gasheizung einbaut, bekommt 30 Prozent der Gesamtkosten (Solar + Heizung) gefördert. Für die Kombination mit einer Umweltheizung (Wärmepumpe, Holzheizung) gibt es sogar Fördermittel in Höhe von 35 Prozent. Darüber hinaus sind folgende Boni möglich:

• 10 Prozent Austauschbonus für alte Ölheizungen
• 5 Prozent iSFP-Bonus für die Umsetzung von Maßnahmen aus einem Sanierungsfahrplan

Insgesamt gibt es für die Solarthermie Fördermittel in Höhe von 20 bis zu 50 Prozent. Wichtig ist allerdings, dass Sanierer diese vor der Vergabe von Aufträgen beantragen. Wer den Zeitpunkt bereits verpasst hat, kann den Steuerbonus für die Sanierung nutzen und 20 Prozent der Kosten steuerlich geltend machen.

Einen Überblick über aktuelle Möglichkeiten geben wir im Beitrag zur Solarthermie-Förderung.

 

#3: Welche unterschiedlichen Solarthermie-Systeme gibt es?

Eine Solarthermie-Anlage gibt es in zwei Varianten: Am häufigsten wird sie zur solaren Bereitung von Warmwasser installiert. Sie kann bis 60 Prozent des jährlichen Bedarfs abdecken. Ein Trinkwasserspeicher oder auch Solarspeicher nimmt über einen Wärmetauscher die Wärme aus der Solarflüssigkeit auf und bevorratet es für den Einsatz in Küche oder Bad. Soll die Solarthermie-Anlage zusätzlich zur Heizungsunterstützung dienen, muss sie größer dimensioniert werden. Damit lassen sich mit der heutigen Technologie schon 20 Prozent des gesamten Heizenergieverbrauchs einsparen. Wichtig ist ein ausreichend dimensionierter Speicher zur Erwärmung des Trinkwassers und des Heizungswassers. Häufig kommen hierzu platzsparende Kombispeicher zum Einsatz.

 

# 4:Welche Voraussetzungen sollte mein Dach für eine Solarthermie-Anlage mitbringen?

Das ideale Steildach zeigt nach Süden, eine Abweichung von plus/minus 30 Grad ist jedoch noch im Rahmen. Bei einer Ausrichtung nach Osten oder Westen reduziert sich der solare Wärmeertrag um etwa 20 Prozent. Dieser Nachteil lässt sich durch eine größere Kollektorfläche ausgleichen.

Fachverbände empfehlen für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung eine Dachneigung von 30 bis 50 Grad, bei einer Solaranlage zur zusätzlichen Heizungsunterstützung sind es idealerweise 45 bis 60 Grad. So werden im Winter bei tiefstehender Sonne mehr Sonnenstrahlen eingefangen.

Auf Flachdächern lassen sich die Kollektoren in der optimal möglichen Ausrichtung und Neigung aufständern. Im Vorfeld ist zu klären, ob das Dach auch statisch geeignet ist, die zusätzlichen Kollektoren zu tragen (Gewicht/Windlast).

Achtung bei einem denkmalgeschützten Haus: Hier ist vorab eine Genehmigung der zuständigen Baubehörde notwendig.

 

# 5: Ist die Dachfläche für die Montage der Solarkollektoren ausreichend groß?

Schon fünf bis sechs Quadratmeter, also etwa 3 Kollektoren, reichen aus, um den Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushaltes teilweise zu decken. Bei einer kombinierten Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ist fast die doppelte Fläche einzuplanen. Durch Verwendung leistungsstärkerer Vakuum-Röhrenkollektoren lässt sich dieser Flächenbedarf reduzieren.

Wichtig: Die ausgesuchte Dachfläche sollte nicht durch Nachbargebäude oder Bäume verschattet sein.

 

 

# 6: Welche Arten von Solarkollektoren gibt es?

Am häufigsten kommen Flachkollektoren zum Einsatz. Diese verbinden gute Leistungswerte sowie eine langjährig erprobte, preisgünstige Technik mit einer kompakten Bauform. Ein Flachkollektor besteht – von außen nach innen – aus einem Glas, das möglichst viel Sonne zur gut leitenden Aluminium-Absorberfläche durchlässt. Diese wandelt die Strahlung in Wärme um, die anschließend auf das Wärmeträgermedium übergeht. Die sogenannte Solarflüssigkeit strömt in Rohrleitungen am Kollektor vorbei und transportiert dort aufgenommene Wärme direkt zum Speicher.

Eine Alternative stellen Vakuumröhrenkollektoren dar. Diese sind teurer als Flachkollektoren, ernten aber Wärme auf einem höheren Temperaturniveau. Sie bestehen aus gläsernen, nebeneinander angeordneten Röhren, in denen ein Vakuum herrscht. Der Absorber sitzt im Kern der Röhren und wandelt Sonnenstrahlen ohne große Verluste in Wärme um.

 

# 7: Wann kommt welcher Kollektor-Typ zum Einsatz?

Flachkollektoren sind die preisgünstigen Allrounder. Vakuum-Röhrenkollektoren kommen bevorzugt dann zum Einsatz, wenn eine hohe Effizienz gefordert ist, zum Beispiel bei kleinen Dachflächen, ungünstigen Gebäudeausrichtungen oder wenn höhere Temperaturen benötigt werden. Oft liefern diese Kollektoren auch bei geringerer Sonneneinstrahlung nutzbare Wärmeerträge, wodurch sie vor allem für den Einsatz bei einer Solarthermie-Anlage zur solaren Heizungsunterstützung infrage kommen.

 

# 8: Wo und wie lassen sich Solarkollektoren montieren?

Bei einem Steildach werden die Solarkollektoren meist auf der Dacheindeckung montiert. Ebenfalls möglich ist hier die optisch ansprechendere, aber auch kostenintensivere Indachmontage. Für eine Flachdachmontage gibt es geeignete, aufgeständerte Systeme. Selbst eine Montage von Solarkollektoren an der Fassade kann eine effiziente Alternative sein.

 

# 9: Funktioniert eine Solarthermie-Anlage auch im Winter?

Eine Solarthermie-Anlage arbeitet immer dann, wenn Sonneneinstrahlung auf den Kollektor trifft. Das kann natürlich auch im Winter sein. Allerdings steht dann die Sonne flacher am Horizont und die Sonnenstrahlen können schlechter eingefangen werden. Auch ist die Dauer der Einstrahlung im Winter geringer. Vakuumröhrenkollektoren werden steiler geneigt installiert und sind so in der Lage  auch aus der kurzen Einstrahlung im Winter noch hohe Temperaturen zu erzeugen. Auch Solarthermie-Anlagen an senkrechten Fassaden können selbst in der kalten Jahreszeit gute Erträge erzielen.

 

# 10: Muss eine Solarthermie-Anlage gewartet werden?

Fachverbände empfehlen eine jährliche Inspektion der Solaranlage sowie eine detaillierte Wartung alle drei bis fünf Jahre. Neben der Sichtprüfung aller Komponenten sowie der Wärmedämmung wird die Einstellung der Regelung geprüft kontrolliert werden, ob die Solarflüssigkeit noch genügend Frost- und Korrosionsschutz aufweist.

 

# 11: Welche Lebensdauer hat eine Solarthermie-Anlage?

Bei einer Solarthermie-Anlage kann von einer Lebensdauer von ungefähr 20 bis 25 Jahren ausgegangen werden. Viele Hersteller geben eine 10-jährige Garantie auf die Funktion der Kollektoren.

 

Weitere Unterstützung beim Einbau einer Solaranlage finden Sie hier:

 

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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