Wie wirtschaftlich eine Solarthermie-Anlage im Einzelfall arbeitet, hängt von vielen Faktoren ab. Den reinen Kosten für Anschaffung, Montage und Betrieb stehen die möglichen Einsparungen über die Laufzeit und die erzielbaren Fördermittel gegenüber. Wir zeigen in unserer Checkliste, auf welche Faktoren Sie beim Thema Wirtschaftlichkeit achten sollten.

 

Wichtig für die Wirtschaftlichkeit ist, den Warmwasserbedarf genau zu kennen und die Solarthermie-Anlage nicht größer als notwendig zu dimensionieren. Denn die Wirtschaftlichkeit hängt entscheidend davon ab, dass Wärmebedarf und Anlagengröße im richtigen Verhältnis stehen.
       

Investitionskosten

Die Investitionskosten für eine thermische Solaranlage umfassen neben den Kosten für die Solarkollektoren auch die Kosten für Wärmespeicher, Verrohrung, Solarstation mit Solarkreispumpe, Regelung und Ausdehnungsgefäß sowie Montage.

 

- Kosten Solarkollektoren

Je nach gewähltem Kollektortyp unterscheidet sich der Preis für einen Solarkollektor. Flachkollektoren sind preiswerter als Vakuumröhrenkollektoren, benötigen aber für die gleiche Leistungsausbeute mehr Kollektorfläche. Die Preise für Flachkollektoren starten bei 250 Euro pro Quadratmeter, Vakuumröhrenkollektoren kosten etwa das Doppelte.                        

 

- Kosten Wärmespeicher

Ohne eine Möglichkeit, Wärme zu speichern, kommt eine Solarthermie-Anlage nicht aus. Und liefert die Sonne nicht genügend Wärme, muss das Warmwasser nachgeheizt werden. Je nachdem, ob nur das Trinkwasser solar unterstützt wird oder zudem auch die Heizung fallen die Preise unterschiedlich aus. Weiteres Unterscheidungskriterium bei einem Wärmespeicher ist das verwendete Material. Ein Wärmespeicher aus Edelstahl ist leicht doppelt so teuer wie ein Wärmespeicher aus emailliertem oder kunststoffbeschichtetem Stahl. Die Preise für einen solaren Trinkwasserspeicher mit 300 Liter Volumen starten bei 1.500 Euro, für einen Heizungspufferspeicher mit Solaranbindung und 750 Liter Volumen bei etwa 2.000 Euro. Die Kombination aus beiden im so genannten Kombispeicher kostet ab 3.000 EUR.

 

- Kosten Verrohrung

Die  Länge der zu installierenden Rohre, das verwendete Material, der Rohrdurchmesser und die Dämmung bestimmen den Preis für die Verrohrung. Verwendet werden entweder Kupferrohre oder Edelstahlwellrohre, die meist bereits mit einer Wärmedämmung umhüllt sind. Der Durchmesser für ein Ein- oder Zweifamilienhaus beträgt üblicherweise 18 bis 22 Millimeter. Ein nach den EnEV-Vorschriften fertig gedämmtes Rohr kostet etwa 15 - 30 Euro pro Quadratmeter.

 

- Kosten Solarstation und Regelung

Die Solarstation beherbergt  alle notwendigen Anschlüsse für Befüllung, Betrieb und Wartung sowie vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen. Meistens ist eine hocheffiziente Solarkreispumpe bereits mit integriert. Die Kosten können mit etwa 500 - 1000 Euro veranschlagt werden. Hinzu kommen noch die Kosten für die Steuereinheit (kann je nach Anbieter auch schon in der Solarstation integriert sein) mit ca. 200 - 300 Euro sowie die Kosten für das Ausdehnungsgefäß mit etwa 100 Euro.   

 

- Kosten Solar-Komplettpakete

Viele Hersteller bieten Ihre Solarthermie-Anlagen als Solar-Komplettpakete an, die in der Regel preiswerter sind als der Einzelbezug der Komponenten. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb nach einem Komplettpaket von einem namenhaften Hersteller.

 

-  Kosten Montage

Für die Montage auf dem Dach gibt es entsprechende Befestigungen, die zu den Preisen für die Solarkollektoren noch zu addieren sind. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100 Euro. Für die Montage kann man je nach örtlichen Gegebenheiten mit Preisen zwischen 1000 bis 2.000 Euro kalkulieren. Hierin enthalten ist schon die Anbindung an Heizung und Warmwasserspeicher. Hinzu können, je nach Gegebenheiten vor Ort, noch Kosten für ein Gerüst oder für einen Kran kommen.

 

-  Kosten für einen Vier-Personen-Haushalt 

Für eine Komplettanlage zur solaren  Warmwasserbereitung mit 5 - 6 Quadratmetern Flachkollektoren und 300 Liter Solarspeicher ist mit Kosten von etwa 4.000 - 5.000 Euro plus Montage zu rechnen.

 

Betriebskosten einer Solarthermie-Anlage

Die laufenden Kosten für den Betrieb einer Solarthermie-Anlage sind gering und beeinflussen das Thema Wirtschaftlichkeit kaum. Lediglich für die Solarkreispumpe und für die Regelung wird Strom verbraucht, der mit etwa 30 Euro pro Jahr anzusetzen ist. Mit eingerechnet werden sollte eine regelmäßige Wartung der Solarthermie-Anlage durch einen Fachbetrieb. Er überprüft Solarkollektoren und Verrohrung auf Dichtheit, checkt die Entlüftung und stellt den Volumenstrom optimal ein. Auch der Frost- und Korrosionsschutz der Solarflüssigkeit ist ein Prüfkriterium. Solarthermie-Anlagen sind sehr robust. Deshalb ist auch in einer mindestens zu erwartenden Laufzeit von 20 Jahren nicht mit größeren Reparaturen zu rechnen. Hersteller geben für einzelne Komponenten unterschiedlich Garantie. Auf eine möglichst lange Garantiedauer ist deshalb in punkto Wirtschaftlichkeit zu achten.

 

Einnahmen/Ersparnis der Solarthermie-Anlage

Die Einnahmen, die mit einer Solarthermie-Anlage zu erzielen sind, beziehen sich auf die Einsparungen an Brennstoffen, die ansonsten verbraucht würden für Warmwasserbereitung und/oder Heizungsunterstützung. Nicht zu vernachlässigen sind natürlich auch die Einsparungen an CO2 durch eine Solarthermie-Anlage, auch wenn diese nicht direkt in die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit mit einfließen. Je nach Einsatzzweck der Anlage, also entweder zur solaren Warmwasserbereitung oder zur kombinierten Heizungsunterstützung, ergeben sich unterschiedliche Einsparungen. In nahezu ungedämmten Häusern ist der Anteil der Heizenergie, die für die Warmwasserbereitung aufgewendet werden muss, etwa 20 Prozent (80 Prozent werden für die Raumerwärmung benötigt). Bis zu 60 Prozent der Kosten für Warmwasserbereitung kann durch eine Solarthermieanlage eingespart werden. Liegen die Kosten für Warmwasser bei 500 Euro pro Jahr, können dann 300 Euro eingespart werden. Je nach zugrunde gelegtem Brennstoffpreis und dessen Preisentwicklung über die nächsten 20 Jahre variiert die Höhe der Einsparung entsprechend. Bei einer Solarthermie-Anlage zur kombinierten Heizungsunterstützung kann etwa 20 Prozent des Gesamtwärmebedarfs pro Jahr eingespart werden.

 

Förderung einer Solarthermie-Anlage

Solarthermie-Anlagen werden durch das BAFA mit einem Zuschuss gefördert. Das erhöht ihre Wirtschaftlichkeit. Anlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung erhalten vom BAFA pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche 140 Euro Investitionszuschuss, mindestens aber 2.000 Euro. Thermische Solaranlagen zur reinen Warmwasserbereitung mindestens 500 Euro (bei Einhaltung der technischen Mindestanforderungen des BAFA). Bei einer Betrachtung der Wirtschaftlichkeit verringert die Förderung die Kosten für Anschaffung und Montage.

 

Gesamtbetrachtung Wirtschaftlichkeit/Amortisation

Solarthermie-Anlagen kosten - auch nach Abzug der Förderung -  mehrere tausend Euro. Sie „rechnen“ sich ab dem ersten Sommer, wenn die Solaranlage das Wasser für Küche und Bad erwärmt und die Heizung ausgeschaltet bleiben kann.
 

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Solarthermie-Anlage macht somit ein Stück mehr unabhängig von steigenden und schlecht vorausberechenbaren Energiepreisen. Setzt man die Investitionskosten den Einsparungen und der zu erzielenden Förderung gegenüber, dann amortisieren sich Solarthermie-Anlagen zur Trinkwasserbereitung (immer in Abhängigkeit des zugrunde gelegten Brennstoffpreises und dessen gewählter Steigerungsrate) nach etwa 12 – 15 Jahren. Die CO2-Einsparung durch eine Solarthermie-Anlage sollte bei allen Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit ebenfalls mit einbezogen werden.
 

Interessant zu wissen  

Haben Sie noch offene Fragen rund um das Thema Solarthermie? Unser FAQ rund um Voraussetzungen, Installation und Betrieb einer thermischen Solaranlage beantwortet Ihnen sicher Ihre Fragen.

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Quelle: Bosch Thermotechnik
Foto: seen - Fotolia.com