Damit eine Solarthermie-Anlage optimale Leistung erbringen kann, muss sie auf den tatsächlichen Bedarf  bestmöglich abgestimmt sein. Daneben bestimmen eine Reihe weiterer Faktoren die Leistung. Wir zeigen in unserer Checkliste, welche Punkte es im Hinblick auf die Leistung einer Solaranlage zu beachten gilt und erläutern wichtige Begriffe.

 

Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander

Kollektoren mit einem hohen Wirkungsgrad sorgen noch nicht automatisch dafür, dass die gesamte Solarthermie-Anlage die erwünschte Leistung bringt. Die Leistung kann sich verschlechtern, wenn die Kollektoren zur Sonne nicht optimal ausgerichtet sind und/oder nicht im optimalen Neigungswinkel. Auch der zum Einsatz kommende Kollektortyp bestimmt die Leistung. Weiterhin sollte der zum Einsatz kommende Wärmespeicher weder zu klein noch zu groß dimensioniert sein. Wird zu viel Wasser bevorratet, verliert der Speicher zu viel Wärme bei der Bevorratung. Und beim Nachheizen muss eine zu große Wassermenge erhitzt werden. Mit zunehmender Anlagengröße steigt zwar die eingesparte Energie an, aber die Effizienz nimmt wegen der größer werdenden Überschüsse ab. Es gilt hier, das individuelle Optimum bei der Dimensionierung der thermischen Solaranlage zu finden. Ebenfalls wichtig ist eine sehr gute Wärmedämmung der Anlagenteile (Speicher, Rohre, Anschlüsse), damit auf dem Transport und bei der Einlagerung möglichst wenig Leistung verloren geht.
 

Thermische Leistung von Solarkollektoren

Hersteller nennen die thermische Leistung bei ihren Solarkollektoren. Sie gibt an, in welchem Umfang ein spezifischer Kollektor Sonnenergie nutzbar machen kann. Dies hängt wiederum von seinem Wirkungsgrad ab. Für die Planung von Solarthermie-Anlagen ist nach VDI 6002 eine Auslegungsleistung als Untergrenze festgelegt. Diese Leistung liegt für einen Solarkollektor bei 500 W/m². Moderne Flachkollektoren liegen in ihrer Leistung deutlich höher. Die tagesspezifische Leistung der Solarkollektoren ist wichtig für die Dimensionierung des Wärmespeichers.

 

Kollektorertrag

Der Kollektorertrag gibt an, welche Leistung eine Solarthermie-Anlage an einem Tag, respektive über das Jahr verteilt, erzielen kann. Er errechnet sich als Produkt aus der Leistung der installierten Kollektoren und den Sonnenstunden. Diese Größe ist wichtig für die Dimensionierung der zu installierenden Kollektorfläche und des Solarspeichers.

 

Solarer Deckungsgrad

Der solare Deckungsgrad, auch solare Deckungsrate oder Solardeckungsgrad genannt, gibt an, wie viel Prozent eine Solarthermie-Anlage am gesamten Energiebedarf eines Systems über ein Jahr decken kann. Neben dem Kollektorertrag ist er die zweite Größe zur Beurteilung einer Solarthermie-Anlage. Ein (in unseren Breitengraden nicht realistischer) solarer Deckungsgrad von 100 Prozent würde bedeuten, dass mit der Leistung der Solarthermie-Anlage der gesamte Energiebedarf eines Haushalts solar gedeckt werden kann.

 

Qualität der installierten Komponenten

Wer auf gute Qualität setzt, wird wohl länger von einer guten Leistung der Solarthermie-Anlage profitieren. Hersteller bieten optimal aufeinander abgestimmte und geprüfte Komplettpakete für Solarthermie-Anlagen an, die auch die Leistungskriterien für eine Förderung durch das BAFA oder eine Finanzierung durch die KfW erfüllen. Das geforderte Qualitätskriterium ist das Solar Keymark-Zeichen. Achten Sie auf die von den Herstellern angegebenen Leistungswerte und auf die gewährte Garantiedauer. Wichtig für eine optimale Leistung ist der fachgerechte Einbau und Check bei der Inbetriebnahme.

 

Leistung einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung

Die maximale Verbrauchsabdeckung im Warmwasserbereich liegt im Jahresschnitt bei über 70 Prozent, in den Sommermonaten, wenn die Solarthermie-Anlage volle Leistung bringt, kann bis zu 100 Prozent des benötigten warmen Wassers über die Sonne erhitzt werden.

 

Leistung einer Solarthermie-Anlage zur kombinierten Heizungsunterstützung

Die Leistung, die eine Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung erbringen kann, ist naturgemäß die Wintermonate hindurch niedriger. In einem normal gedämmten Haus liegt das Einsparpotenzial durch eine Solarthermie-Anlage bei etwa 20 Prozent. In hochgedämmten Passivhäusern wirkt sich die solare Leistung effizienter aus, hier kann das Einsparpotenzial bis zu 50 Prozent betragen.

 

Leistungsräuber ausmerzen

Verschmutzte Kollektorflächen kosten augenscheinlich Leistung. Weniger ins Auge sticht, wenn sich Luft in den Solarkreis eingeschlichen hat, die Wärmedämmung nicht überall perfekt ist oder die verwendete Solarflüssigkeit schon längst hätte erneuert werden müssen. All dies kann Leistung kosten.

 

Leistung durch regelmäßige Wartung überprüfen lassen

Die regelmäßige Wartung der Solarthermie-Anlage beugt solchen Verlusten an Leistung vor. Am einfachsten ist, bei der Installation der Solarthermie-Anlage durch einen Fachbetrieb gleich einen Wartungsvertrag abzuschließen, damit die Leistung der Solaranlage auch nach vielen Jahren noch fast wie am ersten Tag ist.
 

Häufigste Antworten auf Fragen zu Solarthermie

Interessant zu wissen  

Haben Sie noch offene Fragen rund um das Thema Solarthermie? Unser FAQ rund um Voraussetzungen, Installation und Betrieb einer thermischen Solaranlage beantwortet Ihnen sicher Ihre Fragen.

Zum FAQ einer Solaranlage

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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