Mehr als 1 Million Haushalte werden in Deutschland noch mit einer Elektroheizung betrieben. Allen gemeinsam: Die Heizkosten sind selbst im Vergleich zu einer herkömmlichen Gasheizung sehr hoch und die Umweltbilanz fällt durch die hohen Emissionen bei der Stromproduktion ernüchternd aus. Grund genug, mit Strom betriebene Zentral-Heizungen oder Elektroheizungen in ständig bewohnten Räumen, rasch zu ersetzen. Für selten genutzte Räume oder als Zusatzheizung, beispielsweise im Bad, kann eine Elektroheizung als Direktheizung oder Speicherheizung aber durchaus eine Alternative sein.


Wie funktioniert eine Elektroheizung?

Bei einer Elektroheizung wird elektrischer Strom auf unterschiedliche Arten in Wärme umgewandelt. Hierbei durchfließt der Strom einen Leiter mit hohem Widerstand. Der Leiter (Heizdraht oder Heizspirale) erwärmt sich und gibt die Wärme entweder direkt an den Raum ab oder nach und nach über Speichermaterialien.

 

Arten der Elektroheizung

Eine Elektroheizung gibt es als Strom-Direktheizung, die ihre Wärme unmittelbar an den Raum abgibt oder als Speicherheizung. Die Direktheizung lässt sich nach der Art der Wärmeabgabe nochmals unterteilen. Wird die Raumluft direkt erwärmt, spricht man von einer Konvektionsheizung, während bei der Infrarotheizung durch die Infrarotstrahlen Gegenstände und Personen erwärmt werden. Wärmepumpen können ebenfalls elektrisch betrieben werden. Sie sind unter den Elektroheizungen die besonders sparsame sowie umweltfreundliche Variante.

 

Elektroheizung als Direktheizung:

  • Radiatoren oder Konvektoren

Konvektoren heizen einen Raum schnell und kurzfristig auf. Sie heizen die Luft im Geräteinneren. In den Elektroradiatoren, die wie herkömmliche Heizkörper aussehen, wird in einem geschlossenen Kreislauf Öl elektrisch erhitzt, das dann seine Wärme über Lamellen oder Rippen wiederum an die Luft abgibt

  • Teilspeicherheizung

Ein Wärmespeicher wird durch einen Heizleiter elektrisch erwärmt. Meist handelt es sich beim Speicherkörper um Naturstein, der langwellige Strahlung im Infrarotbereich abstrahlt, ähnlich wie bei einem Kachelofen. Ein Teil der Wärme wird direkt abgegeben, ein Teil zunächst gespeichert.

  • Elektrische Flächenheizungen

Eine Wandheizung, Deckenheizung oder Fußbodenheizung kann auch elektrisch betrieben werden. Am häufigsten kommt die elektrische Fußbodenheizung im Bad zum Einsatz, die dort auf kleiner Fläche für behagliche Fußwärme sorgt. Elektro-Flächenheizungen haben einen größeren Energieverbrauch als Flächenheizungen, die mit Warmwasser betrieben werden.

  • Infrarotheizung

Bei einer Infrarotheizung entsteht Wärme durch Infrarotstrahlung. Angestrahlte Gegenstände geben die Wärme wieder ab und erhöhen ebenfalls die Raumtemperatur. Infrarotstrahlung wird als besonders angenehm empfunden. Eine Infrarotheizung benötigt weniger Strom als eine Konvektionsheizung.

 

Elektroheizung als Speicherheizung (Nachtspeicherheizung):

Bei einer Nachtspeicherheizung wird der Wärmespeicher über einen Heizleiter aufgeheizt. Meist wird dazu in jedem Raum ein Nachtspeicherofen aufgestellt. In Schwachlastzeiten mit wenig Stromverbrauch bieten Energieversorger günstigeren Strom an, den sogenannten Nachtstrom. Die in den Speichermaterialien gespeicherte Wärme wird dann über den Tag an den Raum abgegeben. Ist tagsüber ein Nachheizen erforderlich, geschieht dies mit dem teureren Tagstrom.

 

Elektro-Wärmepumpen:

Elektro-Wärmepumpen benötigen zur Kompression ihres Kältemittels elektrische Antriebsenergie. Der Energiebedarf ist jedoch deutlich kleiner als bei einer reinen Elektroheizung. Somit sind die Kosten für den Verbrauch auch wesentlich geringer. Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus den regenerativen Wärmequellen Erde, Wasser oder Luft und liefern über das 4 - 5 fache der elektrischen Antriebsenergie als nutzbare Wärmeenergie.

 

Vorteile einer Elektroheizung

  • Geringe Kosten in der Anschaffung
  • Niedrige Installationskosten, da keine Verrohrung notwendig
  • Kein Platz für Brenner oder Brennstofflager erforderlich
  • Kein Schornstein
  • Wartungskosten entfallen
  • Gute Lösung für temporär beheizte Räume oder Gebäude
  • Keine bzw. wenig Staubaufwirbelung, gut für Allergiker

 

Nachteile einer Elektroheizung

  • Um ein Vielfaches höhere Heizkosten als bei einer herkömmlichen Gasheizung oder Ölheizung
  • Direktheizung wird mit teurerem Tagstrom betrieben
  • Deutlich schlechterer Wirkungsgrad als bei einer herkömmlichen Heizung
  • Höherer CO2-Ausstoß durch die ineffizientere Stromerzeugung in Kraftwerken; Verbesserung der Ökobilanz durch Verwendung von Ökostrom
  • Schlechte Steuerung von Nachtspeicherheizungen, beispielsweise bei schnellen Wetter- und damit verbundenen Temperaturwechseln
  • Dezentrale Warmwasserbereitung wird an allen Verbrauchsstellen notwendig
  • Hohe Oberflächentemperaturen, damit Verletzungsgefahr, speziell bei kleinen Kindern

 

Kosten einer Elektroheizung

Auch wenn so mancher Energieversorger eine Elektroheizung als komfortable und preiswerte Alternative zu einem herkömmlichen Heizsystem anpreist, sprechen die nüchtern betrachteten Betriebskosten eine andere Sprache. Für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche fallen pro Jahr mit einer Nachtspeicherheizung Kosten von etwa 3.200 Euro an (22 Cent pro kWh für Nachtstrom). Bei einer herkömmlichen Gasheizung belaufen sich die Kosten auf etwa 900 Euro (6,2 Cent pro kWh). Die Kosten für die Anschaffung einer Elektroheizung sind im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung niedriger. Die Kosten für eine Nachtspeicherheizung liegen zwischen etwa 700 bis 1.500 Euro, die Kosten für einen Elektroradiator als Direktheizung starten schon bei etwa 100 Euro. Für eine Infrarotheizung mit 500 Watt Leistung belaufen sich die Kosten auf etwa 275 bis 450 Euro.

 

Alternativen zu einer Nachtspeicherheizung

Wer seine alte Elektroheizung ersetzen und damit Heizkosten sparen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Am sinnvollsten ist sicherlich der Umstieg auf eine wasserführende Heizung, der allerdings mit baulichem Aufwand für die Verlegung der Leitungen und der Installation der Heizkörper verbunden ist sowie mit entsprechenden Kosten. Die Wahl zwischen den Heizsystemen ist auch von den Gegebenheiten vor Ort abhängig: Kann ein Gasanschluss gelegt werden? Ist Platz für eine Ölheizung oder eine Pelletheizung mit entsprechendem Lagerraum vorhanden? Eignet sich das Gebäude für die Installation einer Wärmepumpe? Eine Beratung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater, der die für das individuelle Gebäude möglichen Alternativen aufzeigt und Kosten nennt, ist ein sinnvoller erster Schritt. Nicht zu vergessen: Durch den Umstieg von einer alten Elektroheizung auf eine sparsame neue Heizung erhöht sich der Wiederverkaufswert des Hauses. Wem die Kosten für einen Umstieg von einer Elektroheizung auf eine Warmwasserheizung zu hoch sind, kann die alte Speicherheizung gegen eine moderne Infrarotheizung tauschen. Allerdings ist hier kein Austausch 1:1 möglich, da die Heizleistungen unterschiedlich sind. Eine genaue Berechnung der neuen Infrarotheizung durch einen Fachbetrieb ist notwendig. Pluspunkte einer Infrarotheizung sind die bessere Regelbarkeit der Infrarot-Heizkörper sowie die geringere benötigte Temperatur, um sich wohl zu fühlen. Eine weitere Alternative ist der zusätzliche Einbau eines Kamins oder Heizofens. Die Beheizung der angeschlossenen Räume kann dann über beispielsweise einen Pelletofen erfolgen. Immer zu empfehlen ist der Vergleich der Strompreise für eine Elektroheizung bei unterschiedlichen Anbietern. Ein Wechsel zum günstigsten Anbieter kann helfen, die hohen Betriebskosten einer Elektroheizung etwas zu mildern.

 

Förderung für eine Elektroheizung

Die KfW fördert nicht den Ersatz alter Elektroheizungen durch jüngere, effizientere Modelle – weder für eine Direktheizung wie eine Infrarotheizung noch für eine Speicherheizung. Sehr wohl wird aber der Umstieg auf eine Ölheizung oder eine Gasheizung gefördert mit einem Zuschuss zur Investition oder mit einem attraktiven Kredit plus Zuschuss. Das BAFA fördert den Umstieg auf erneuerbare Energien, beispielsweise eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe, mit einem Zuschuss.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com