Während der Gaspreis seit dem Beginn der Corona-Krise lange stabil blieb, könnte das Hochfahren der Wirtschaft zu steigenden Kosten führen. Denn dann nimmt der Bedarf global zu. Ein weiterer Grund für steigende Preise: Die CO2-Steuer für fossile Rohstoffe, die ab Januar 2021 von jedem Verbraucher zu zahlen ist. Lesen Sie mehr über die Hintergründe bei Effizienzhaus-online.

 

Aktueller Gaspreis – leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

Nachdem der Gaspreis 2018 mit 5,63 Cent pro kWh den tiefsten Wert der vergangenen Jahre erreichte, stieg er bis zum Jahr 2019 leicht an. Anfang 2020 sank der Großhandelspreis, was auch Verbraucher dankend zu spüren bekamen. Nachdem Gas am Weltmarkt wieder teurer geworden ist, steigen bis Ende 2020 auch die Verbraucher-Gaspreise. Aktuell liegen diese bei etwa 6,11 Cent pro Kilowattstunde, wie die folgende Grafik zeigt:

Brennstoffkosten in Deutschland im Vergleich

Quelle: https://www.depv.de

 

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Für den Verbraucher ist der Gaspreis einfach die Summe, die am Ende des Abrechnungszeitraums berechnet wird. Doch diese hat verschiedene Anteile, deren Zusammensetzung je nach Gastarif unterschiedlich sein kann.

Zusammensetzung des Gaspreises 2019

Quelle: www.1-gasvergleich.com

 

Steigende Großhandelspreise verteuern Gas bis Ende 2020

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gaspreise haben die Großhandelspreise. Nachdem diese bis August 2020 gesunken sind, ist heute wieder mehr für den Rohstoff zu zahlen. Durch fallende Temperaturen und steigende Nachfrage ist damit zu rechnen, dass sich dieser Trend mittelfristig fortsetzt. Ein Ende der Corona-Pandemie könnte die Entwicklung verstärken. Denn das würde zu höheren wirtschaftlichen Aktivitäten und weiter steigenden Nachfragewerten führen. Für zusätzliche Preiserhöhungen sorgen außerdem auch die 2020 gestiegenen Netzentgelte.

Endkunden könnten diese Veränderung im letzten Quartal des Jahres spüren. Denn dann reagieren vermutlich auch die Grundversorger auf die Entwicklung, so die Meinung vieler Analysten.

Beschlossene CO2-Bepreisung verteuert den Gaspreis ab 2021

Ab 2021 müssen viele Hausbesitzer noch mehr zahlen. Grund dafür ist die CO2-Steuer, die die Bundesregierung als Teil des Klimapakets einführen wird. Die Abgabe soll den Preis fossiler Rohstoffe an die tatsächlichen Klimaauswirkungen anpassen. Sie ist von den CO2-Emissionen abhängig und beträgt 2021 voraussichtlich 25 Euro pro Tonne CO2. Bis 2025 steigt die Abgabe dann auf 55 Euro an, bevor die Bundesregierung für 2026 einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro vorgibt.

Der CO2-Preis ist von Rohstoffhändlern zu zahlen, die diesen dann wiederum auf den Gaspreis aufschlagen. Die Mehrkosten für Hausbesitzer mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunde belaufen sich dabei auf 100 bis 200 Euro im Jahr.

 

Erdgas im Preisvergleich: Wechsel prüfen

Die Gastarife, unter denen Kunden wählen können, zeigen eine sehr große Preisspanne. Bei Grundversorgern sind die Preise für Erdgas dabei meist deutlich höher als bei alternativen Anbietern, sodass Hausbesitzer bei einem Wechsel oft mehrere Hundert Euro im Jahr sparen können. Neben günstigen Tarifen profitieren Verbraucher mit einer Gasheizung dabei vor allem auch von hohen Bonuszahlungen. Diese gibt es in der Regel jedoch nur im ersten Jahr nach der Umstellung des Gasanbieters.

 

Unser Tipp: Sonderkündigungsrecht nutzen

Heben Versorger die Gaspreise an, haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Wir empfehlen, dieses zu nutzen und den Gastarif zu wechseln. Möchten Sie langfristig sparen, sollten Sie sich aktuell günstige Angebote sichern. Durch lange Laufzeiten und Preisgarantien können Sie sich so zumindest vorübergehend vor den steigenden Gaspreisen schützen.

Sparten durch eine Heizungstausch

Sparen können Sie auch mit einem Heizungstausch. Denn moderne Brennwertheizungen nutzen die eingesetzte Energie besser aus. Sie verbrauchen weniger und sorgen für sinkende Heizkosten. Noch höher ist der Preisvorteil, wenn Sie auch erneuerbare Energien einbinden. Kommt bei der Sanierung auch eine Solaranlage, eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe ins Haus, übernimmt der Staat außerdem bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten mit der hohen Förderung der Heizung.

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Wie läuft der Wechsel zu einem neuen Gasanbieter ab?

Der Wechsel des Gasanbieters läuft ähnlich ab, wie der Stromanbieterwechsel. Mehrere Vergleichsportale stehen Ihnen online zur Verfügung. Deren Nutzung ist allerdings oft nicht ganz so simpel, wie gern versprochen wird. Vor Vertragsabschluss ist es wichtig, das Kleingedruckte zu lesen. Neben dem Verbrauchspreis spielen auch die Laufzeit, die Kundenfreundlichkeit und die Preisgarantie eine wichtige Rolle. Die Verbraucherzentralen sind immer ein guter Ausgangspunkt für fundierte Informationen.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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