2021 steigen die Gaspreise spürbar an und viele Hausbesitzer zahlen über 100 Euro mehr – auch wenn sich ihr Verbrauch nicht ändert. Grund dafür ist vor allem die CO2-Abgabe, die den fossilen Rohstoff seit Januar um etwa 0,45 Cent pro Kilowattstunde verteuert. Preissteigernd wirken außerdem höhere Netzentgelte. Wer in Zukunft sparen möchte, sollte über den Einsatz regenerativer Energien nachdenken. Lesen Sie mehr über die Hintergründe bei Effizienzhaus-online.

 

Aktueller Gaspreis – leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr

Nachdem der Gaspreis 2018 mit 5,63 Cent pro kWh den tiefsten Wert der vergangenen Jahre erreichte, stieg er bis zum Jahr 2019 leicht an. Anfang 2020 sank der Großhandelspreis, was auch Verbraucher dankend zu spüren bekamen. Nachdem sich der Gaspreis auf dem Weltmarkt auf einem höheren Niveau eingependelt hat, stiegen bis Frühjahr 2021 auch die Verbraucherpreise wieder an Aktuell liegen diese bei etwa 6,35 Cent pro Kilowattstunde, wie die folgende Grafik zeigt:

Grafik zu den Brennstoffkosten in DeutschlandQuelle: https://www.depi.de

 

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Für den Verbraucher ist der Gaspreis einfach die Summe, die am Ende des Abrechnungszeitraums berechnet wird. Doch diese hat verschiedene Anteile, deren Zusammensetzung je nach Gastarif unterschiedlich sein kann.

Zusammensetzung des Gaspreises 2019

Quelle: www.1-gasvergleich.com

 

CO2-Bepreisung verteuert den Gaspreis 2021

Für das Abrechnungsjahr 2021 müssen viele Hausbesitzer mehr für Gas bezahlen. Denn neben anhaltend tiefer Temperaturen gibt es seit Januar auch die sogenannte CO2-Steuer. Diese hat die Bundesregierung als Teil des Klimapakets eingeführt, um die Kosten der schädlichen Klimaauswirkungen im Gaspreis zu berücksichtigen. Die Abgabe ist von den CO2-Emissionen abhängig und beträgt 2021 25 Euro pro Tonne CO2. Bis 2025 steigt sie auf 55 Euro an, bevor die Bundesregierung für 2026 einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro vorgibt. Der Gaspreis steigt allein dadurch um 0,5 bis 1,2 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2026.

Die Mehrkosten für Hausbesitzer mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunde belaufen sich dabei auf 100 bis 240 Euro im Jahr.

 

Höhere Netzentgelte führen zu steigenden Gaspreisen

Preistreibend wirken 2021 auch die Netzentgelte. Denn die Gebühren, die Gasnetzbetreiber für Wartungs- und Ausbauarbeiten am Gasnetz erheben, stiegen im Durchschnitt um 1,7 Prozent an. Für Haushalte mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr bedeutet das Mehrkosten von rund 20 Euro bei der nächsten Abrechnung.

 

Großhandelspreise stagnieren auf hohem Niveau

Sorgten sinkende Großhandelspreise bis Mitte 2020 noch für Entspannung am Gasmarkt, drehte sich der Kurs zum Jahresende um. Die Preise stiegen um über 50 Prozent und pendelten sich im Frühjahr 2021 auf einem hohen Niveau ein. Steigen die Nachfragewerte mit dem Ende der Pandemie wieder an, dürfte sich der Gaspreis vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres weiter nach oben bewegen.

Endkunden bekommen diese Veränderungen erfahrungsgemäß zeitversetzt zu spüren. Während kleinere Anbieter zügig auf die Schwankungen an der Börse reagieren, passen Grundversorger ihre Preise eher langsamer an.

Erdgas im Preisvergleich: Wechsel prüfen

Die Gastarife, unter denen Kunden wählen können, zeigen eine sehr große Preisspanne. Bei Grundversorgern sind die Preise für Erdgas dabei meist deutlich höher als bei alternativen Anbietern, sodass Hausbesitzer bei einem Wechsel oft mehrere Hundert Euro im Jahr sparen können. Neben günstigen Tarifen profitieren Verbraucher mit einer Gasheizung dabei vor allem auch von hohen Bonuszahlungen. Diese gibt es in der Regel jedoch nur im ersten Jahr nach der Umstellung des Gasanbieters.

 

Unser Tipp: Sonderkündigungsrecht nutzen

Heben Versorger die Gaspreise an, haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Wir empfehlen, dieses zu nutzen und den Gastarif zu wechseln. Möchten Sie langfristig sparen, sollten Sie sich aktuell günstige Angebote sichern. Durch lange Laufzeiten und Preisgarantien können Sie sich so zumindest vorübergehend vor den steigenden Gaspreisen schützen.

 

Sparen durch Heizungstausch mit erneuerbaren Energien

Sparen können Sie auch mit einem Heizungstausch. Denn moderne Brennwertheizungen nutzen die eingesetzte Energie besser aus. Sie verbrauchen weniger und sorgen für sinkende Heizkosten. Noch höher ist der Preisvorteil, wenn Sie auch erneuerbare Energien einbinden. Kommt bei der Sanierung auch eine Solaranlage, eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe ins Haus, übernimmt der Staat außerdem bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten mit der hohen Förderung der Heizung.

 

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Wie läuft der Wechsel zu einem neuen Gasanbieter ab?

Der Wechsel des Gasanbieters läuft ähnlich ab, wie der Stromanbieterwechsel. Mehrere Vergleichsportale stehen Ihnen online zur Verfügung. Deren Nutzung ist allerdings oft nicht ganz so simpel, wie gern versprochen wird. Vor Vertragsabschluss ist es wichtig, das Kleingedruckte zu lesen. Neben dem Verbrauchspreis spielen auch die Laufzeit, die Kundenfreundlichkeit und die Preisgarantie eine wichtige Rolle. Die Verbraucherzentralen sind immer ein guter Ausgangspunkt für fundierte Informationen.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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