Gesunkene Großhandelspreise für den Rohstoff Erdgas könnten dazu führen, dass die Gaspreise 2020 leicht sinken. Experten rechnen mit einer Ersparnis von rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Lang anhalten dürfte die Phase sinkender Gaspreise jedoch nicht: Denn ab 2021 kommt mit der CO2-Bepreisung ein neuer Gaspreisbestandteil hinzu. Lesen Sie mehr über die Hintergründe bei Effizienzhaus-online.

 

Aktueller Gaspreis – leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

Nachdem der Gaspreis 2018 mit 5,63 Cent pro kWh den tiefsten Wert der vergangenen Jahre erreichte, stieg er bis zum Jahr 2019 wieder leicht an. Seither gab es kaum Veränderungen. Der Gaspreis verharrte relativ stabil auf einem Wert von 6,32 Cent pro kWh, wie die folgende Grafik zeigt:

Brennstoffkosten in Deutschland - April 2020

Quelle: https://www.depv.de

 

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Für den Verbraucher ist der Gaspreis einfach die Summe, die am Ende des Abrechnungszeitraums berechnet wird. Doch diese hat verschiedene Anteile, deren Zusammensetzung je nach Gastarif unterschiedlich sein kann.

Zusammensetzung des Gaspreises 2019

Quelle: www.1-gasvergleich.com

 

Gasanbieter reagieren auf sinkende Großhandelspreise

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gaspreise haben die Großhandelspreise. Da diese seit 2019 spürbar gesunken sind, rechnen Analysten 2020 erst einmal mit einer Entspannung am Gasmarkt. Die geringere Nachfrage durch die Corona-Krise dürfte ihren Teil dazu beitragen. Endkunden könnten diese Veränderung in der zweiten Jahreshälfte spüren. Denn dann senken vermutlich auch die Grundversorger ihre Preise, so die Meinung vieler Analysten. Stark fallen dürften die Preise allerdings nicht, da die Netzentgelte als Teil des Gaspreises 2020 gestiegen sind.

 

Beschlossene CO2-Bepreisung verteuert den Gaspreis ab 2021

Ab 2021 müssen viele Hausbesitzer wieder mehr zahlen. Grund dafür ist die CO2-Steuer, die die Bundesregierung als Teil des Klimapakets einführen wird. Die Abgabe soll den Preis fossiler Rohstoffe an die tatsächlichen Klimaauswirkungen anpassen. Sie ist von den CO2-Emissionen abhängig und beträgt 2021 voraussichtlich 25 Euro pro Tonne CO2. Bis 2025 steigt die Abgabe dann auf 55 Euro an, bevor die Bundesregierung für 2026 einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro vorgibt. Der CO2-Preis ist von Rohstoffhändlern zu zahlen, die diesen dann wiederum auf den Gaspreis aufschlagen. Die Mehrkosten für Hausbesitzer mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunde belaufen sich dabei auf 100 bis 200 Euro im Jahr.

 

Erdgas im Preisvergleich: Wechsel prüfen

Die Gastarife, unter denen Kunden wählen können, zeigen eine sehr große Preisspanne. Bei Grundversorgern sind die Preise für Erdgas dabei meist deutlich höher als bei alternativen Anbietern, sodass Hausbesitzer bei einem Wechsel oft mehrere Hundert Euro im Jahr sparen können. Neben günstigen Tarifen profitieren Hausbesitzer mit einer Gasheizung dabei vor allem auch von hohen Bonuszahlungen. Diese gibt es in der Regel jedoch nur im ersten Jahr nach der Umstellung des Gasanbieters.

 

Unser Tipp: Sonderkündigungsrecht nutzen

Heben Versorger die Gaspreise an, haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Wir empfehlen, dieses zu nutzen und den Gastarif zu wechseln. Möchten Sie langfristig sparen, sollten Sie sich aktuell günstige Angebote sichern. Durch lange Laufzeiten und Preisgarantien können Sie sich so zumindest vorübergehend vor den steigenden Gaspreisen schützen.

 

Wie läuft der Wechsel zu einem neuen Gasanbieter ab?

Der Wechsel des Gasanbieters läuft ähnlich ab, wie der Stromanbieterwechsel. Mehrere Vergleichsportale stehen Ihnen online zur Verfügung. Deren Nutzung ist allerdings oft nicht ganz so simpel, wie gern versprochen wird. Vor Vertragsabschluss ist es wichtig, das Kleingedruckte zu lesen. Neben dem Verbrauchspreis spielen auch die Laufzeit, die Kundenfreundlichkeit und die Preisgarantie eine wichtige Rolle. Die Verbraucherzentralen sind immer ein guter Ausgangspunkt für fundierte Informationen.

Mehr zum Thema durch Wechsel eines Gasanbieters Geld sparen

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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