Die Luftwärmepumpe ist eine Technik, an der sich häufig die Geister scheiden. Die Einen verweisen auf günstige Installationskosten, sparsamen Betrieb und niedrige Wartungskosten, während die Anderen von geringer Heizleistung und kalten Wohnräumen berichten. Tatsächlich spielen bei Luftwärmepumpen die Nachteile bei fachgemäßer Planung aber keine nennenswerte Rolle. Lesen Sie bei Effizienzhaus-online, worauf es dabei vor allem ankommt!

 

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Technologie für die Energiewende

Gemäß dem Plan der Bundesregierung sollen im Jahr 2020 in Deutschland 14 Prozent der Heizenergie aus nachhaltigen Quellen stammen. Die Wärmepumpensind in ihren verschiedenen Formen wichtige Technologien für die Energiewende.

Dazu zählen Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die meistverkaufen Modellen sind allerdings die Luft-Wasser-Wärmepumpen. Dabei weisen gerade die Luftwärmepumpen Nachteile auf, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

 

Heizen mit dem Prinzip einer Kältemaschine

Eine Wärmepumpe ist keine Heizung im herkömmlichen Sinne. Tatsächlich sind die Geräte mit klassischen Kältemaschinen verwandt. Sie drehen dabei einfach das Funktionsprinzip um. Wärmepumpen kühlen ein Quellmedium und sammeln dabei Energie in einem Kältemittelkreislauf mit Verdampfer, Kompressor und Verflüssiger. Diese Energie wird konzentriert und auf den Heizkreislauf übertragen.

Damit lassen sich gut niedrige Vorlauftemperaturen von unter 40° C erzeugen. Das ist nicht speziell im Bezug auf die Luftwärmepumpen als Nachteil anzusehen. Auch Erd- und Wasserwärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Diese Heiztechniken eignen sich daher am besten, um Flächenheizungen zu versorgen.

 

Schwankende Effizienz als Nachteil von Luftwärmepumpen: Weniger Wirtschaftlichkeit an kalten Tagen

Das Quellmedium ist bei Luftwärmepumpen der Nachteil, der am meisten ins Gewicht fällt. Luft unterliegt anders als Erde und Wasser Temperaturschwankungen über den Tag und über das Jahr. Sie ist dann kalt, wenn die Heizung gebraucht wird. Doch je größer der Unterschied zwischen Quelltemperatur und benötigter Vorlauftemperatur wird, desto mehr muss die Anlage leisten. Entsprechend verbraucht der Betrieb des Kühlkreislaufs mehr Strom. Damit sinkt die Energieeffizienz eine Luftwärmepumpe.

Der Unterschied im Wirkungsgrad lässt sich an der Jahresarbeitszahl ablesen. Die JAZ ist eine Kennziffer, die als Gradmesser für die Effizienz einer Wärmepumpe dienen kann. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass für 1 kW elektrischer Energie 4 kW Heizenergie bereitgestellt werden.
Bei Luftwärmepumpen ist 3,5 das Minimum, wenn die Anlage staatlich gefördert werden soll. Ähnlich wie der COP handelt sich es sich bei der Kennzeichnung aber um einen Laborwert, der in der Praxis nicht ganz erreicht wird. Erdwärmepumpen erreichen dagegen regelmäßig Werte von 4 oder besser. Grundwasserwärmepumpen sogar noch deutlich mehr.

Effektiv bedeutet das bei der Luftwärmepumpe Nachteile in Form von mehr Stromkosten für die Heizung. An extrem kalten Tagen kann es auch Leistungseinbrüche durch Vereisung geben. Ein integrierter, elektrischer Heizstab kann die fehlende Leistung kompensieren, aber nur auf Kosten eines deutlich erhöhten Stromverbrauchs. Das betrifft zwar nur die kältesten Tage im Jahr, muss aber bei der Planung einer Heizanlage mit einbezogen werden, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

Hier finden Sie weitere Informationen über Alternativen zur Wärmepumpe.

 

Subjektive Nachteile: Geräuschentwicklung und Optik

Neben den objektiven Eigenschaften der Technik hat eine Luftwärmepumpe auch Nachteile, die subjektiv die persönliche Wahrnehmung betreffen. Dabei geht es um die Optik der sichtbaren Teile der Anlagen und um ihre Geräuschentwicklung. Der Aufstellort muss aus diesen Gründen sorgfältig und vorausschauend gewählt werden. Insbesondere, weil im Nachhinein kaum Korrekturen möglich sind. Anlagen mit Außenaufstellung und Split-Anlagen sind als Block in unmittelbarer Nähe des Hauses zu sehen. Sie können an verdeckten Stellen und wenig begangenen Bereichen des Grundstücks aufgestellt und durch eine entsprechende Grundstücksgestaltung kaschiert werden. Bei Innenaufstellung und für den inneren Teil einer Split-Anlage ist der übliche Aufstellort der Heizungskeller. Hat das Gebäude keinen verfügbaren Kellerraum, sollte der Aufstellort möglichst weit von den Schlafzimmern entfernt sein.

Die Geräuschentwicklung einer hochwertig konstruierten und gut gepflegten Anlage ist nicht gravierend. Doch auch Lautstärken von bis zu 20 Dezibel sind nachts gut hörbar. Es ist daher ratsam, die Geräte außen nicht in der Nähe von Schlafzimmerfenstern zu positionieren. Auch die Nachbarhäuser und benachbarten Wohnungen müssen Sie in Ihre Planung mit einbeziehen.

 

Einsatzgebiete für Luft-Wasser-Wärmepumpen

Häufig und erfolgreich eingesetzt werden Luftwärmepumpen im Neubau und besonders für die Heizungsmodernisierung bei Bestandsgebäuden. Damit der Betrieb wirtschaftlich ist, muss das Objekt ausreichend gedämmt und mit modernen Heizkörpern oder besser mit Flächenheizungen ausgestattet sein.

Oft spielen bei Problemen mit installierten Luftwärmepumpen die Nachteile wie hier beschrieben nur eine geringe Rolle. Deutlich schwerer fallen vermeidbare Planungs- und Gestaltungsmängel ins Gewicht. So sind häufig komplett angebotene „Fertiganlagen“ nicht ideal für das individuelle Gebäude geeignet. Die Leistung ist nicht dem Dämmzustand und der benötigten Vorlauftemperatur entsprechend dimensioniert. Oder es gibt Mängel bei der Gestaltung des Gesamtsystems mit Pufferspeicher, Umwälzpumpe und der Anbindung an den Heizkreislauf.

Sinnvolle Lösungen auch für Altbauten, die nicht den KfW-Effizienzhaus-Standard erreichen, können in der Kombination mit Solarthermie bestehen. Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kann günstig den Betriebsstrom liefern. Häufig lassen sich Luftwärmepumen den Nachteilen zum Trotz auch effizient bivalent betreiben: Mit einer zweiten Wärmequelle zur Unterstützung bei Spitzenbedarfen an Tagen mit unter -15 Grad Celsius. Auch ein Durchlauferhitzer zur separaten, bedarfsgerechten Bereitstellung des Warmwassers kann sich in Summe rechnen: Weil die Vorlauftemperatur für eine Flächenheizung niedriger ist, als die für das Trinkwasser.

Das wichtigste Mittel, damit bei einer Luftwärmepumpe die Nachteile nicht zu Problemen führen und die Vorteile ihre volle Wirkung entfalten, ist eine eingehende Beratung. Nutzen Sie dafür den Service eines unabhängigen Energieberaters! Und beauftragen Sie einen Heizungsbauer, der Ihr Gebäude individuell in den Blick nimmt und auf dem Gebiet der Planung und Installation von Luftwärmepumpen einschlägige Erfahrung vorweisen kann!

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