Wenn Sie Ihren Heizölkauf zu einem Zeitpunkt einplanen, an dem die Preise niedrig sind, können Sie mehrere hundert Euro sparen. Doch wohin entwickeln sich die Ölpreise in Deutschland und welche Faktoren nehmen darauf Einfluss?

 

Aktuelle Heizölpreise – dahin geht die Tendenz

Heizöl kostete Ende Juni 2019 (24.06.2019), bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern, 67,73 Cent pro Liter im bundesweiten Durchschnitt. Mitte Mai 2019 lag der Preis dagegen noch bei etwa 73,01 Cent pro Liter. Wenige Monate zuvor, im Herbst 2018, erreichte der Preis mit 90,57 Cent pro Liter den Höchstwert der letzten fünf Jahre. In der näheren Zukunft erwarten Experten einen Anstieg der Heizölpreise. Dafür sprechen vor allem Faktoren wie die Angst vor einem Krieg im Nahen Osten, der Bürgerkrieg im Libyen und die verhängten US-Sanktionen gegen den Iran. Bleibt ein Krieg aus, könnten die hohen Ölbestände genau wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu stabilen Preisen führen. (Vergleichen Sie auch Heizölbarometer von fastenergy.de.)

 

Heizölpreis Verlauf 2016 - 2019

Heizölpreis-Entwicklung von 2016 - 2019

Quelle: www.fastenergy.de

 

Grundsätzliche Einflussfaktoren auf den Heizölpreis

Erdöl wird an internationalen Rohstoffbörsen gehandelt. Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen das weltweite Angebot und die weltweite Nachfrage sowie die Förder- und Verarbeitungskapazitäten. Hinzu kommen die Entwicklung des Dollarkurses, der Einfluss der Finanzmärkte sowie geopolitische Themen. Der Preis für Rohöl und der Preis für Heizöl hängen sehr eng zusammen. Fallen die Preise für Rohöl, dann sinken in der Regel auch die Preise für Heizöl. Dazu kommen regionale Schwankungen beim Heizölpreis. Abweichungen von einigen Cent pro Liter sind durchaus möglich.


Heizöl im Preisvergleich mit anderen Energieträgern

Legt man die Brennstoffkosten zugrunde, platziert sich Heizöl mit 6,77 Cent pro Kilowattstunde über Erdgas (6,27 ct/kWh) und Pellets (4,82 ct/kWh) . Die Preise für Heizstrom bildeten mit rund 18 ct/kWh die einsame Spitze (Stand Juni 2019). Im Hinblick auf die Versorgungslage für die Zukunft lässt sich sagen, dass die weltweiten Ölreserven, die nach heutiger Technologie wirtschaftlich erschlossen werden können, bei über 200 Mrd. Tonnen liegen. Der jährliche weltweite Verbrauch beträgt aktuell etwa 4,9 Mrd. Tonnen. Bereits heute wächst das Angebot an Erdöl schneller als die Nachfrage. Sie wird mittelfristig nach Einschätzung von Marktbeobachtern weiter zurückgehen. Gründe hierfür sind Fortschritte bei der Energieeffizienz und bei der Elektromobilität sowie der weiter steigende Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix.
(Quelle: depi.de / Verivox.de)


So setzt sich der aktuelle Heizölpreis zusammen

Der Preis für Heizöl besteht aus dem sogenannten Produktpreis, der Energie- und Mehrwertsteuer sowie dem Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Beim Preis von 67,73 Cent pro Liter im Juni 2019 entfielen damit etwa 45,23 Cent auf den Einkaufspreis an den Ölmärkten, 17,1 Cent auf Steuern sowie 5,4 Cent auf den Deckungsbeitrag des Mineralölhandels. Interessant bei den Steuern: Die Energiesteuer beträgt 6,14 Cent pro Liter, egal wie hoch der Heizölpreis gerade ist.
(Quelle: Statista)


Heizöl günstig kaufen: der beste Zeitpunkt

Betreiber einer Ölheizung können dank Ihrer Bevorratung den Markt genau beobachten und zu einem günstigen Zeitpunkt Heizöl nachtanken. Die alte Faustregel, dass der Ölpreis im Sommer am günstigsten ist, gilt leider nicht mehr. Aussichtsreicher ist es, die Heizölpreise zu vergleichen – entsprechende Portale im Internet oder eine telefonische Abfrage bei regionalen und überregionalen Anbietern schaffen Klarheit. Weiterhin können Sie sparen, wenn Sie das Heizöl gemeinsam mit Ihren Nachbarn bestellen. Die größere Abnahmemenge bei der Sammelbestellung reduziert den Preis.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH; IWO; DEPV Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.; Verivox GmbH
Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com

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