Die effizienteste Kilowattstunde ist die, die erst gar nicht verbraucht wird. Jede gesparte Kilowattstunde Energie schont die Umwelt und den Geldbeutel. Gerade im Gebäudebestand und dessen Versorgung mit Wärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung liegt ein beträchtliches Potential. Entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie in der EU-Energieeffizienz-Richtlinie geregelt. Bei Förderungen gelten zum Teil anspruchsvollere Standards für mehr Energieeffizienz.

 

Was bedeutet eigentlich Energieeffizienz?

Hausbesitzer, die Latein in der Schule hatten, sind bei der Erklärung klar im Vorteil. Effizienz leitet sich aus dem lateinischen “efficere“ ab und bedeutet so viel wie fertigbringen, bewirken, durchsetzen. Es geht bei Effizienz also um das Zustandekommen, um eine Wirkung zu erzielen. Doch das Zustandekommen heißt nicht um jeden Preis. Energieeffizientes Handeln schließt auch ein angemessenes Verhältnis zwischen dem eingesetzten Geld und dessen erzielter Wirkung mit ein. Für Hausbesitzer heißt das bei einer energetischen Modernisierung: Weniger Energie für das gleiche Ergebnis an Wärme einsetzen und diese Reduktion möglichst rationell realisieren.

 

Energieeffizienz und Gesetzgebung

Die weitere Reduzierung des Energieverbrauchs hat für die EU hohe Priorität. Sie hat mit der EU-Energieeffizienz-Richtlinie Mindestnormen für die Energieeffizienz und Regeln für die Kennzeichnung und umweltgerechte Gestaltung (Ökodesign) von Produkten, Dienstleistungen und Infrastruktur festgelegt. Ziel dieser Maßnahmen ist die Verbesserung der Energieeffizienz in allen Abschnitten der Energiekette – von der Erzeugung der Energie bis zum Verbrauch durch die Privatkunden. Bis 2020 soll der jährliche Energieverbrauch der Union um 20 Prozent sinken, bis 2030 fordert das EU-Parlament eine Verbesserung der Energieeffizienz um 40 Prozent. In Deutschland wird die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) für ein energieeffizienteres Bauen und Modernisieren schrittweise verschärft. So müssen bei Modernisierung von Dach und Fassade oder beim Austausch von Fenstern sowie Haustür festgelegte U-Werte als Mindestanforderungen eingehalten werden. Bei Heizungen besteht für viele Hausbesitzer eine Austauschpflicht. Um sich einen ersten Eindruck von der energetischen Qualität eines Gebäudes zu verschaffen, müssen Kennwerte aus dem Energieausweis in Immobilienanzeigen und bei Vermietungen genannt und der Energieausweis Interessenten vorgelegt werden.

 

Energieeffizienz bei Gebäuden

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen sich der Energieverbrauch eines Gebäudes senken und damit die Energieeffizienz verbessern lässt. Wer mögliche Alternativen in Ruhe durchprobieren möchte, kann das online mit unserem kostenfreien Sanierungsrechner. Er nennt für jede Sanierungsalternative Investitionskosten, Energieeinsparung, Einsparung an CO2 sowie Amortisationsdauer. Eine intensive Betrachtung sollte der Heizung gelten: In Deutschland sind rund drei Viertel aller installierten Heizungen technisch überaltert und verbrauchen dadurch unnötig viel Heizenergie. Ein Heizungstausch muss dabei nicht teuer sein. Ein Umstieg auf eine Brennwert-Heizung, bestmöglich kombiniert mit einer Solaranlage, macht sich durch hohe Energieeinsparungen schnell bezahlt. Energieeffizienz kann sehr wirtschaftlich sein.

 

Wie können Verbraucher energieeffiziente Geräte erkennen?

In der EU sind energieverbrauchsrelevante Produkte mit einem Etikett gekennzeichnet – dem EU-Energielabel. Es ordnet Produkte in Energieeffizienzklassen ein und informiert mit Piktogrammen über die wichtigsten Eigenschaften. Energieeffizienz wird so zum wichtigen Kaufkriterium.

Energieeffizienzlabel

Foto: Das Energieeffizenzlabel mit den einzelnen Klassen A+++ bis D. l Quelle: made_by_nana - Fotolia.com

 

Aber wie sieht es mit der Energieeffizienz bei Geräten im Bestand aus, beispielsweise dem eigenen Heizkessel? Seit Anfang 2017 gibt ein Energieeffizienzlabel für alte Heizungen Aufschluss über die Energieeffizienz der eigenen Heizungsanlage. Gekennzeichnet werden alle Geräte, die älter als 15 Jahre sind. Ziel ist es, Hausbesitzer über die enormen Einsparpotenziale moderner Heiztechnik aufzuklären. Mit einem neuen Brennwertkessel können bis zu 20 Prozent an Energie, CO2 und Heizkosten eingespart werden. Laut dena wird in rund 40 Prozent der deutschen Haushalte warmes Wasser mit elektrischen Boilern oder Durchlauferhitzern erzeugt. Hinzu kommen noch über 600.000 Klimageräte, die an heißen Sommertagen mit ihrem Strom für Kühlung sorgen. Auch hier schlummert ein riesiges Potential, um die Energieeffizienz zu verbessern.

 

Mehr Energieeffizienz in einem Smart Home

Energie sparen – modern wohnen, geht das? In einem Smart Home übernehmen Smartphones und Tablets die Aufgabe der zentralen Steuerung der Technik. Die heutigen Fernbedienungen mit ihren Batterien werden dadurch überflüssig – ein Plus an Energieeffizienz. Aber Smart Home kann noch viel mehr: Sensoren messen die Raumtemperatur und senden die Daten via Internet an den Hausbesitzer. Dieser kann seine Heizung aufgrund der aktuellen Werte digital vom Sofa aus oder von unterwegs steuern. Angefangen bei der Einzelraumtemperaturregelung mit vernetzten elektronischen Thermostaten über die Rollladen- und Lichtsteuerung bis hin zu Energiespartipps - mit einer Smart Home Lösung lässt sich heute schon vieles energieeffizient und intelligent vernetzen.

 

Energieeffizienz und Förderung

Die Steigerung der Energieeffizienz beim Neubau und im Gebäudebestand lassen sich Bund und Länder einiges kosten. Gewährt wird Förderung bei einer Sanierung oder Förderung für eine neue Heizung. Allein die KfW bietet unter dem Titel “Energieeffizient Sanieren“ Förderung zu besten Konditionen in 5 Programmen an. Dabei unterstützt die KfW sowohl bei einzelnen Maßnahmen als auch bei einer Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus. Sachverständige für Energieeffizienz, kurz Energieberater, beraten zu allen geplanten Maßnahmen und unterstützen beim Förderantrag. Auch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es Zuschüsse für mehr Energieeffizienz. So werden Maßnahmen zur Heizungsoptimierung wie der Ersatz von Heizungspumpen und Warmwasser-Zirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen sowie der hydraulische Abgleich am Heizsystem gefördert. Auch Erneuerbare Energien erhalten einen Zuschuss vom BAFA. Beispielsweise für die Installation einer Solarthermie-Anlage samt Warmwasserspeicher, damit kann die Heizung im Sommer ausgeschaltet bleiben. Oder eine neue Wärmepumpe, die bis zu drei Viertel der erzeugten Heizenergie aus den kostenlosen Vor-Ort-Wärmequellen Erde, Wasser, Luft zieht.
 

Sparpotential ermitteln  

Auch Bundesländer, Landkreise, Kommunen und Energieversorger fördern mehr Energieeffizienz bei Gebäuden. Einen Überblick über alle aktuellen Fördermöglichkeiten gibt unsere Fördermittelauskunft.
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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: weerapat1003 - Fotolia.com

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