CO2-Steuer

 

Warum soll die Steuer kommen und welche Auswirkungen hat sie?

Die Umwelt zu schonen und der globalen Erwärmung entgegenzuwirken, ist die wohl größte Herausforderung unserer Zeit. Um diese zu bewältigen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich sinken. Und zwar bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990. Ein Ansatz, die Bevölkerung zum CO2-Sparen anzuregen, ist die Verteuerung der Emissionen mit einer CO2-Steuer. Aber wie kann diese aussehen und welche Folgen haben Verbraucher zu erwarten? Wir informieren über den aktuellen Stand der Diskussion und zeigen Maßnahmen, mit denen Hausbesitzer ihren CO2-Ausstoß senken können.

 

Höhere Energiepreise für klimafeindliches Verhalten

Der Umstieg von fossilen Kraft- und Brennstoffen hin zu erneuerbaren Technologien: Das ist das übergeordnete Ziel, das die Bundesregierung mit einem Preis für CO2 verfolgt. Die sogenannte CO2-Steuer würde Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas verteuern. Sie soll die Bevölkerung zu einem bewussteren Umgang mit fossilen Energieträgern bewegen und Anreize schaffen, um auf moderne und klimafreundliche Technologien umzurüsten. Infrage kommen dabei zum Beispiel Elektroautos oder Umweltheizungen, die Gebäude mit regenerativen Energieträgern versorgen

 

Höhe und Verwendung der CO2-Steuer für fossile Energieträger

Aktuellen Schätzungen zur Folge soll der Preis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid 2020 bei etwa 35 Euro liegen. Bis 2030 soll er dann schrittweise steigen, bis der reale Wert von 180 Euro pro Tonne CO2 erreicht ist. Für Diesel, Benzin und Heizöl müssten Verbraucher dabei erst einmal 10 bis 11 Cent pro Liter mehr ausgeben. Die Erdgas-Preise würden um rund einen Cent pro Kilowattstunde ansteigen. Im Jahr 2030 könnten die flüssigen Energieträger dann 50 bis 60 Cent mehr kosten als heute. Erdgas wäre außerdem um 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde teurer.

 

Klimaprämien sollen Bürger und Unternehmen finanziell entlasten

Neben der CO2-Steuer soll es in Zukunft auch eine Umweltprämie geben. Diese verfolgt das Ziel, Haushalte zu entlasten und zum Senken des eigenen Schadstoffausstoßes anzuregen. Während private Verbraucher erst einmal 80 Euro pro Kopf und Jahr bekommen könnten, sollen Unternehmen das Geld über Förderprogramme zurückbekommen. Eine weitere Möglichkeit wären finanzielle Entlastungen, wie die Senkung der Stromsteuer oder die Subventionierung von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Wichtig zu wissen ist, dass die eingenommene CO2-Steuer nur Maßnahmen zum Klimaschutz finanzieren soll.

 

Entscheidung über die CO2-Steuer erst im September

Aktuell gibt es keine konkreten Regelungen für die Besteuerung von Kohlenstoffdioxid. Die genannten Preise und Vergütungen stammen lediglich aus Gutachten, die Fachexperten im Auftrag der Bundesregierung erstellt haben. Das Klimakabinett muss diese nun prüfen und will am 20. September 2019 eine Entscheidung treffen.

 

Folgen für Verbraucher: Welche Mehrkosten sind zu erwarten?

Ob private Verbraucher durch die CO2-Steuer mehr oder weniger im Portemonnaie haben, hängt vor allem von ihren Lebensumständen ab. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat diese genauer unter die Lupe genommen und eine Prognose aufgestellt. So könnten Familien, die in Städten leben und ein bis zwei Kinder haben, von der Klimaprämie profitieren. Sie hätten am Ende des Monats bis zu 27 Euro mehr Geld, wohingegen Pendler auf dem Land 5 Euro mehr ausgeben müssten. Auch Paare oder Alleinstehende hätten jeden Monat 5 bis 12 Euro weniger zur Verfügung, da die Prämie im aktuellen Entwurf pro Kopf ausgezahlt werden soll.

Wichtig zu wissen: Die Angaben des DIW beziehen sich erst einmal nur auf den Start der CO2-Steuer. Bis zum Jahr 2030 könnten sich die Ausgaben und Einsparungen dann um den Faktor fünf verändern.

 

Mit der CO2-Steuer sparen: Wie kann das funktionieren?

Die DIW-Berechnung zeigt: Wie sich die Preise für klimaschädliches Kohlenstoffdioxid auf die eigene Haushaltskasse auswirken, hängt vor allem von den individuellen Lebensumständen ab. Wer viel mit dem Auto fährt, zahlt mehr als Verbraucher, die überwiegend auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad setzen.

Gleiches trifft auch auf die eigene Wohnsituation zu: Hausbesitzer, die sparsam heizen, können von CO2-Steuern und Klimaprämien profitieren. Besitzer alter und unsanierter Gebäude müssen hingegen mit höheren Kosten rechnen. Wer das vermeiden möchte, sollte bereits heute Einsparmöglichkeiten prüfen und alte Anlagen durch moderne ersetzen. So befindet sich zum Beispiel die Heiztechnik im Wandel: Während fossile Heizsysteme den Markt aktuell noch dominieren, werden Umweltheizungen wie Wärmepumpen, Solaranlagen oder Holzheizungen immer beliebter.

 

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Aber auch kleinere Maßnahmen helfen, den eigenen Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen zu reduzieren. So zum Beispiel moderne Smart-Home-Systeme, die automatisch für mehr Komfort und sinkende Verbräuche sorgen. Günstig ist außerdem der Austausch alter Heizungspumpen oder das Durchführen eines hydraulischen Abgleichs. Die 5 besten Sparmaßnahmen haben wir im Beitrag „Klimaziele erreichen“ zusammengestellt.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH; DIW
Foto: Adobe Stock | bluedesign

   
 

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