Die wichtigsten Eckdaten zum Flüssiggaspreis

Gerade auf dem Land ist das Heizen mit Flüssiggas keine Seltenheit. Der Brennstoff wird meist in großen, tausende Liter fassenden Behältern gelagert und muss dementsprechend rechtzeitig bestellt und geliefert werden. Dabei spielt der Preis natürlich eine entscheidende Rolle, schließlich will niemand unnötigerweise zu viel zahlen. Allerdings kann es auch mit einem Risiko verbunden sein, zu lange zu warten, da die Lieferanten in den Wintermonaten alle Hände voll zu tun haben, weshalb Sie Ihre Vorräte bis dahin aufgestockt haben sollten. Wie errechnet sich der Preis eigentlich, wie schneiden die Kosten im Vergleich zu anderen Brennstoffen ab und wann können Sie zu den günstigsten Konditionen zuschlagen? Hier erhalten Sie alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Flüssiggaspreis.

 

Wie hoch sind die aktuellen Flüssiggaspreise?

Die Antwort auf diese Frage kann sich praktisch täglich ändern, weshalb Sie bei Interesse stets online die aktuellen Kurse überprüfen sollten. Auch regional variieren die Zahlen stark. Die Preise lagen im Februrar 2019 im bundesweitern Durchschnitt ab einer Menge über 3000 Litern zwischen 40,16 und 45,28 Cent pro Liter (inkl. MwSt.) und bei einer Menge von bis zu 3000 Litern zwischen 40,94 und 47,60 Cent pro Liter (inkl. MwSt).

Mit den Erfahrungswerten vergangener Jahre können Sie nun die voraussichtlichen Heizkosten für den Winter errechnen.

 

Aktuelle durchschnittliche Flüssiggaspreise pro Bundesland:

 

Region Menge (Liter) Flüssiggaspreise pro Liter in €
Bundesweit bis 3.000
ab 3.000
40,94 Ct - 47,60 Ct
40,16 Ct - 45,28 Ct
Baden-Württemberg bis 3.000
ab 3.000
41,53 Ct
40,16 Ct
Bayern bis 3.000
ab 3.000
41,53 Ct
41,53 Ct
Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern bis 3.000
ab 3.000
44,80 Ct
42,94 Ct
Bremen, Hamburg bis 3.000
ab 3.000
46,41 Ct
44,21 Ct
Hessen bis 3.000
ab 3.000
40,94 Ct
40,94 Ct
Niedersachsen bis 3.000
ab 3.000
42,13 Ct
40,16 Ct
Nordrhein-Westfalen bis 3.000
ab 3.000
40,94 Ct
40,94 Ct
Rheinland-Pfalz bis 3.000
ab 3.000
40,94 Ct
40,16 Ct
Saarland bis 3.000
ab 3.000
41,53 Ct
41,53 Ct
Sachsen bis 3.000
ab 3.000
46,68 Ct
43,71 Ct
Sachsen Anhalt bis 3.000
ab 3.000
46,74 Ct
43,77 Ct
Schleswig-Holstein bis 3.000
ab 3.000
44,67 Ct
42,82 Ct
Thüringen bis 3.000
ab 3.000
47,60 Ct
45,28 Ct

 

Was im Flüssiggaspreis enthalten ist

An dem Preis, den Sie für Ihre Flüssiggaslieferung zahlen, verdient mehr als ein Unternehmen. Denn Sie sind nur der Endverbraucher und das Gas hat bis zu Ihnen einen langen Weg hinter sich. Das schlägt sich im Preis nieder. Die Förderung, die Aufbereitung, der Transport und der Handel des Rohstoffes – jeder Schritt in diesem Prozess ist mit Kosten verbunden, für die die entsprechenden Unternehmen vergütet werden wollen. Hinzu kommen noch die Steuern, die nicht gerade gering ausfallen. Verschiedene Rohstoffe werden in Deutschland mit der sogenannten Energiesteuer belegt. Für Flüssiggas liegt diese Energiesteuer bei über 60 Euro pro 1000 Kilogramm. Obendrauf kommt – wie bei jeder gehandelten Ware – nochmals die Mehrwertsteuer. Das alles zahlen Sie als Endverbraucher beim Flüssiggaskauf mit.

 

Wann sind die Preise für Flüssiggas besonders niedrig?

Doch gibt es Phasen, in denen der Preis besonders niedrig ist und andere, in denen man besser vom Kauf von Flüssiggas absehen sollte? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz so einfach. Denn wie erwähnt, mögliche Preisschwankungen lassen sich kaum vorhersehen. Dennoch lässt sich festhalten, dass es im Frühling eine Tendenz zu niedrigeren Preisen gibt. Sie sollten Ihren Vorrat also direkt nach der Heizsaison auffüllen, die Chancen auf gute Konditionen sind hier am besten. Das bringt den weiteren Vorteil mit sich, dass Sie von den kalten Temperaturen nicht überrascht werden können und auf den Winter vorbereitet sind, egal ob sich dieser früher oder später bemerkbar macht. Es ist dringend davon abzuraten, die Vorräte zu spät aufzufüllen. Das macht sich nicht nur bei den Preisen bemerkbar. Sie laufen auch Gefahr, auf Ihre Lieferung warten zu müssen. Denn gerade in der kalten Jahreszeit ist der Andrang bei den Lieferanten am größten.


Bei den Kosten können Sie also sparen, wenn Sie gleich im Frühling zuschlagen und zudem die aktuellen Preisentwicklungen beobachten. Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten, um sich vor den Preisschwankungen und vor zu hohen Preisen zu schützen. Sie können zum Beispiel mehrere kleine Lieferungen über das Jahr verteilt ordern. So vermeiden Sie es, den ganzen Tank bei schlechten Bedingungen befüllt zu habe. Das Risiko verteilt sich gewissermaßen. Eine zweite Möglichkeit orientiert sich in eine ganz andere Richtung. Der Preis pro Liter sinkt je größer die Bestellung ist. Es könnte also auch Sinn machen, dem Lieferanten besonders große Mengen abzunehmen. Das lohnt sich vor allem, wenn Sie sich mit den Nachbarn zusammenschließen und gemeinsam Flüssiggas kaufen. So können Sie bares Geld sparen.

 

Wie war die Entwicklung von Flüssiggaspreisen bis 2019?

Die Flüssiggaspreis-Entwicklung lag in den letzten Jahren im Vergleich zu den Kosten für Erdgas, Öl oder Pellets meist über diesen Kosten für fossile Brennstoffe. Allerdings gab es auch häufig starke Schwankungen. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass die Preise für Flüssiggas aktuell tendeziell steigen (Stand: Februar 2019).

Flüssiggaspreise Entwicklung

Quelle: Bund der Energieverbraucher - www.energieverbraucher.de

 

Wie viele andere Brennstoffe unterliegt auch Flüssiggas preislichen Schwankungen, die von wirtschaftlichen und geopolitischen Faktoren abhängig sind. Diese vorauszusehen ist nahezu unmöglich, zu vielfältig sind die entscheidenden Einflüsse. Grundsätzlich lässt sich zum Preis von Flüssiggas aber sagen, dass dieser in der Regel über dem Preis für Öl oder Erdgas liegt. Auch die erwähnten Schwankungen machen sich beim Flüssiggas häufig stärker bemerkbar und sollten nicht unterschätzt werden.

 

Wie sind die Prognosen für die Preise von Flüssiggas?

Insgesamt kann beim Flüssiggas vorerst auch zukünftig mit einem gleichbleibenden Preisniveau gerechnet werden. Langfristig ist es aber offensichtlich, dass fossile Rohstoffe immer knapper werden und somit Angebot und Nachfrage in eine Schieflage geraten. Wer auch auf lange Sicht gut aufgestellt sein will, kommt also an erneuerbaren Energien nicht vorbei.

 

 

Interessant zu wissen  

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Vitaly Krivosheev - Adobe Stock

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