Der Wandel in unserer Energieversorgung ist im vollen Gange. Die Energie, die wir zum Heizen unserer Gebäude und zur Warmwasserbereitung benötigen, soll klimaverträglicher werden. Und uns unabhängiger machen vom Bezug fossiler Brennstoffe, deren Vorrat endlich ist. Neue, regenerative Energiequellen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Doch was sind eigentlich Erneuerbare Energien und welche Energieträger gibt es?

 

Was sind erneuerbare Energien?

Uran als Energieträger ist sehr risikobehaftet. Der Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 ist beschlossen. Kohle, Erdgas und Erdöl sind, einmal eingesetzt, aufgebraucht. Ihr Vorrat ist endlich und erneuert sich nicht. Bei Förderung, Aufbereitung und Transport entstehen hohe Verluste. Bereits vor dem Einsatz als Brennstoff in der eigenen Heizung haben diese nicht-regenerativen Energieträger die Umwelt schon ziemlich belastet. Bei ihrer Verbrennung entstehen klimaschädliche Treibhausgase, die Hauptverursacher des Klimawandels. Anders bei den Erneuerbaren Energien: Ihre Ressourcen sind nahezu unerschöpflich und Ihre Gewinnung quasi vor der Haustür geht nicht mit hohen Umweltbelastungen einher.

 

Anteil erneuerbaren Energien an der Stromversorgung

Betrug der Anteil an Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch im Jahr 2000 nur rund 6 Prozent, waren es im Jahr 2016 mehr als 31 Prozent. Bereits im Jahr 2025 sollen 40 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen. Motor für den weiteren Ausbau ist das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien ist längst kein Zukunftsprojekt mehr, sondern erfolgreiche Gegenwart – auch wenn wir das beim Strompreis spüren.

 

Welche erneuerbaren Energien werden wie genutzt?

Die Kraft der Sonne

Kostenlose Sonnenenergie lässt sich auf zwei Arten nutzen: In Photovoltaik-Anlagen fangen Solarzellen die Sonnenstrahlen ein und wandeln sie direkt in Strom um. Eigenerzeugter Strom wird immer interessanter, beispielsweise um den eigenen Haushalt mit Strom zu versorgen oder um für eine Wärmepumpe erneuerbaren Strom zu liefern. Solarspeicher helfen, den Strom auch zu Zeiten nutzbar zu machen, an denen die Sonne nicht scheint. Ende 2016 gab es mehr als 1,5 Millionen PV-Anlagen, die zusammen 41 Gigawatt an Leistung erzeugten. Das entspricht dem zweitgrößten Anteil an Stromerzeugung in Deutschland. Solarthermie-Anlagen fangen die Wärme der Sonnenstrahlen über Solarkollektoren ein. Damit kann dann das Trinkwasser in einem Pufferspeicher erwärmt und über mehrere Tage vorgehalten werden, auch wenn die Sonne nicht scheint. Größere Solarthermie-Anlagen dienen auch zur Heizungsunterstützung. Im Gebäudebereich sind sie die ideale Ergänzung zu einer bestehenden Heizung und kommen bei einer Heizungsmodernisierung immer öfter zum Einsatz. Ende 2016 waren in Deutschland über 2,2 Millionen Solarwärme-Anlagen installiert mit einer Solarkollektorfläche von 19,9 Millionen Quadratmetern.

 

Die Wärme aus Erde, Wasser, Luft

Als weitere regenerative Energiequelle eignet sich die in der Luft, im Boden oder im Grundwasser gespeicherte Umweltenergie. Mit Wärmepumpen lassen sich diese natürlichen Wärmequellen aus der Umgebung erschließen und zum Heizen oder Kühlen nutzen. Diese Technologien gewinnen bis zu drei Viertel der erzeugten Heizenergie kostenlos aus dem Energiespeicher. Lediglich der Betrieb des Kompressors selbst erfordert einen elektrischen Energieaufwand. Wird diese elektrische Leistungsaufnahme ebenfalls über grünen Strom aus dem Netz oder über die eigene Photovoltaik-Anlage gedeckt, kann die Wärmeversorgung des Hauses bei nahezu Null CO2-Emission erfolgen. Laut der Studie “Wärmewende 2030“ wird der Einsatz von Wärmepumpen, auch zur Heizungsmodernisierung, deutlich an Gewicht gewinnen.

 

Wind als Bewegungskraft

Die Windenergie spielt eine tragende Rolle beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Windenergieanlagen haben mittlerweile einen Anteil von 12 Prozent an der deutschen Stromerzeugung. Windenergie wird an Land und Offshore auf See erzeugt. Bis 2030 soll sich nach den Plänen der Bundesregierung allein die Offshore-Windleistung im Vergleich zu heute fast vervierfachen. Kleine Windräder zur Stromerzeugung im Privatbereich sind heute eher noch die Ausnahme.

 

Nachwachsende Rohstoffe

Zu den erneuerbaren Energien zählt auch die Biomasse. Sie wird in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Herstellung von Biokraftstoffen genutzt. Im privaten Bereich ist es interessant, beim Heizungstausch über eine Biomasseheizung nachzudenken, die Holz als nachwachsenden und nahezu CO2-neutralen Energieträger nutzt. Bei einer Pelletheizung oder einem Pelletofen werden Pellets verbrannt, die aus Holz oder Sägespänen hergestellt werden und somit besonders ökologisch sind. In Kaminöfen können Pellets und Scheitholz als Brennstoff verwendet werden, wohingegen die Holzheizung nur Scheitholz benötigt.

 

Wie werden Erneuerbare Energien gefördert?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert das Heizen mit Erneuerbaren Energien (Biomasse, Wärmepumpen, Solarthermie). Mit dem
Anreizprogramm Energieeffizient (APEE) fördert das BAFA den Einbau besonders effizienter Heizungen samt Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Heizsystems (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen). Ebenfalls bezuschusst wird die nachträgliche Optimierung bereits geförderter Erneuerbare-Energien-Anlagen. Zusätzlich zur BAFA-Förderung ist ein ergänzendes Darlehen aus dem KfW-Programm 167 möglich. Ein zinsgünstiges Darlehen wird von der KfW für Solarthermie-Anlagen, eine Biomasse-Heizung, Wärmepumpen und kombinierte Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien und fossiler Energieträger gewährt. Rund um das Heizen mit Erneuerbaren Energien beraten die auf Effizienzhaus-online gelisteten Fachbetriebe.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH/BMWi/ BSW
Foto: Massimo Cavallo - Fotolia.com

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