Solarthermie-Anlagen erhalten, je nach Ausführung, eine attraktive staatliche Förderung als Zuschuss durch das BAFA. Wir haben in unserer Checkliste zusammengestellt, welche Voraussetzungen für eine Förderung zu erfüllen sind, wie hoch die Förderung ausfällt und was bei der Antragstellung zu beachten ist.
 

Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) führt das Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur Förderung erneuerbarer Energien aus. Darunter fällt neben der Förderung der Solarthermie beim Heizen mit erneuerbaren Energien auch die Förderung von Biomasse-Heizungen, beispielsweise Pelletheizungen, sowie von Wärmepumpen.

 

Welche Solarthermie-Anlagen fördert das BAFA?

Das BAFA fördert die Neuinstallation sowie die Erweiterung von Solarkollektoranlagen zur:

 

Welche Fördermöglichkeiten bietet das BAFA für Solarthermie-Anlagen?

Das BAFA bietet drei Förderungen an: Basisförderung, Zusatzförderung sowie Innovationsförderung. 

 

1.    Basisförderung

Das BAFA bietet eine Basisförderung nur für den Gebäudebestand an. Hierzu muss im Gebäude, zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Anlage, bereits seit mindestens 2 Jahren ein anderes Heizungs- oder Kühlsystem installiert gewesen sein.


Für eine Förderung knüpft das BAFA spezielle technische Anforderungen an die Solarthermie-Anlagen:

  • Förderfähige Anlagen müssen, mit Ausnahme von Luftkollektoren, mit einem geeigneten Funktionskontrollgerät oder einem Wärmemengenzähler ausgestattet sein. Bei Vakuum-Röhrenkollektoren ist ab 20 Quadratmeter und bei Vakuum-Flachkollektoren ab 30 Quadratmeter mindestens ein Wärmemengenzähler im Kollektorkreislauf erforderlich.

 

  • Nicht alle Solarkollektoren sind förderfähig: Solarkollektoren müssen das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark tragen. Das Solar Keymark Zertifikat sowie der zugrundeliegende Prüfbericht nach EN 12975-2 oder EN ISO 9806 eines nach ISO 17025 akkreditierten Prüfinstituts muss beim BAFA vorliegen. Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen

 

  • Auch ein bestimmter Kollektorertrag muss erreicht werden: Solarkollektoren können nur gefördert werden, wenn anhand des Solar-Keymark Zertifikats ein jährlicher Kollektorertrag von mindestens 525 kWh/Quadratmeter nachgewiesen wird (Basis: Kollektorerträge bei 25 °C und 50 °C am Standort Würzburg). Dies gilt nicht für Kollektoren, die bereits vom BAFA als förderfähig eingestuft wurden, solange diese über ein gültiges Solar Keymark Zertifikat verfügen.

 

  • Mindestkollektorfläche und Mindestvolumen Pufferspeicher: Solarthermie-Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung müssen über mindestens 3 Quadratmeter Kollektorfläche verfügen sowie über einen Wärmespeicher mit mindestens 200 Liter Speichervolumen. Solarthermie-Anlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung müssen mindestens 9 Quadratmeter an Kollektorfläche bei Flachkollektoren und 7 Quadratmeter bei Vakuumröhrenkollektoren haben. Das Volumen des Wärmespeichers muss bei dieser Nutzung pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche mindesten 40 Liter bei Flachkollektoren und 50 Liter bei Vakuumröhrenkollektoren betragen.

 

  • Höhe der Förderung: Bei einer Solarthermie-Anlage zur ausschließlichen Warmwasserbereitung beträgt die Basisförderung bei Erstinstallationen bis zu 50 Euro je angefangenem Quadratmeter, mindestens jedoch 500 Euro. Bei Solarthermie-Anlagen zur Heizungsunterstützung beträgt die Förderung (Erstinstallation) 140 Euro je angefangenen Quadratmeter Bruttokollektorfläche, mindestens jedoch 2.000 Euro.

 

2.    Zusatzförderung

Wer nicht nur eine Solarthermie-Anlage installiert, sondern auch seinen Heizkessel tauscht oder mit einer Biomasseheizung beziehungsweise Wärmepumpe gleich ganz auf erneuerbare Energien setzt, erhält einen Kombinationsbonus in Höhe von 500 Euro. Werden zusätzliche Optimierungsmaßnahmen an der Heizung ausgeführt, können diese mit 10 Prozent der Investitionskosten bezuschusst werden. Ein Gebäudeeffizienzbonus in Höhe von bis zu 50 Prozent der Basisförderung kann gewährt werden, wenn die Anlage in einem effizienten Wohngebäude (Anforderung KfW Effizienzhaus 55) errichtet wird, das zum Gebäudebestand zählt.

 

3.    Innovationsförderung

Das BAFA fördert große Solarkollektoranlagen bei Neubauten und im Gebäudebestand, sowohl zur ausschließlichen Warmwasserbereitung wie auch zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung:

  • Voraussetzungen an das Gebäude: Wohngebäude mit mindestens 3 Wohneinheiten, oder bei Ein- und Zweifamilienhäusern ein solarer Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent
  • Kollektorfläche: 20 bis 100 Quadratmeter Bruttokollektorfläche
  • Höhe der Förderung: 100 Euro pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche im Gebäudebestand  sowie im Neubau 75 Euro Förderung pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche

 

Was ist bei der Antragstellung zur BAFA-Förderung zu beachten?

1.    Zeitpunkt der Antragstellung

Der Antrag ist innerhalb von 9 Monaten, nachdem die Solarthermie-Anlage in Betrieb genommen wurde oder nachdem die Optimierungsmaßnahmen abgeschlossen wurden, bei der BAFA zu stellen. Achtung: Später gestellte Anträge zur Förderung werden abgelehnt (Ausschlussfrist).

 

2.    Erforderliche Unterlagen zur Förderung


Ob sich ein Gebäude für eine Solarthermie-Anlage prinzipiell eignet, welche Kollektor- und Anlagen-Typen im Einzelfall die Richtigen sind und wie die Fläche der Kollektoren und das Volumen des Wärmespeichers optimal ausgelegt werden, diese Fragen sind am besten im persönlichen Gespräch mit einem Fachbetrieb zu klären.
 

Interessant zu wissen  

Haben Sie noch offene Fragen rund um das Thema Solarthermie? Unser FAQ rund um Voraussetzungen, Installation und Betrieb einer thermischen Solaranlage beantwortet Ihnen sicher Ihre Fragen.

Zum FAQ einer Solaranlage

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik
Foto: seen - Fotolia.com