Endlich Platz! Mit einem Dachausbau lassen sich viele Wohnträume verwirklichen. Ein ausgebauter Dachboden schafft Raum für gemütliches Wohnen und überzeugt mit seinem einzigartigen Wohnflair. Doch bevor es mit dem Dachausbau losgehen kann, müssen Hausbesitzer einige Fragen vorab klären. Wir geben Tipps zur Planung und Vorbereitung, damit aus Ihrem dunklen und zugigen Dachboden Ihr neues, lichtdurchflutetes Traumgeschoss wird.

 

Was muss beim Dachausbau im Vorfeld geklärt werden?

Vor dem Dachausbau sollten Sie die Frage klären, ob der Dachboden lediglich als Speicherraum dienen oder zusätzlichen Wohnraum schaffen soll. Sollte nur ein Speicher vorgesehen sein, ist die Dachbodendämmung eine günstige Alternative zur Dachdämmung. Die Dämmung der obersten Geschossdecke kann in Eigenregie erfolgen. Hier können Sie sich wertvolle Tipps holen, wie Sie richtig dämmen.


Für die Schaffung neuen Wohnraums unterm Dach, ist ein Gespräch mit einem erfahrenen Planer sehr ratsam, um funktionale und kreative Grundrisse entwickeln zu können. Auch kriegen Sie im Gespräch mit dem Fachmann einen ersten überblick über die möglichen Kosten der Dachdämmung und des Dachausbaus.


Der nächste Blick gilt den baulichen Voraussetzungen im Dachgeschoss. Klären Sie am besten folgende Fragen:

  • Wie ist es um die Bausubstanz bestellt? Erste Frage bei einem Dachausbau ist, ob die Statik des Hauses ein weiteres ausgebautes Geschoss tragen kann. Danach gilt es, die Holzkonstruktion und die Dacheindeckung sowie alle Dachdurchbrüche und Anschlüsse genau zu prüfen. Schadhafte Stellen müssen vor dem Dachausbau saniert werden. Auch die Dachdämmung, soweit vorhanden, muss genau inspiziert werden.
  • Passt die Konstruktion des Dachstuhls zur geplanten Nutzung? Am besten eignen sich ein Satteldach oder ein Mansardendach für einen Ausbau. Sie bieten die meiste Grundfläche für eine Nutzung.
  • Ist die Dachneigung für einen Dachausbau geeignet? 35 Grad Dachneigung sollten es für einen Dachausbau generell sein. Dann hat die Hälfte des Wohnraums eine ausreichende Stehhöhe. Ist das Dach flacher, kann es für einen Dachausbau eventuell angehoben und der Kniestock erhöht werden. Ab etwa 40 Grad Dachneigung könnte im Spitzboden eine Minigalerie entstehen und ab 50 Grad wäre das Einziehen einer zweiten Wohnebene unterm Dach möglich.
  • Ist ausreichend Platz für Fenster vorhanden? Große Fenster im Dachgeschoss bringen viel Tageslicht und Sonne ins Innere. Aber erlaubt die Dachkonstruktion den Einbau an der geplanten Stelle?
  • Liegen bereits Anschlüsse für die Haustechnik im Dachgeschoß oder wo können diese verlegt werden? Ein Lob an alle Bauherren, die beim Hausbau schon an einen späteren Dachausbau gedacht haben. Das nachträgliche Verlegen bringt Staub und Schmutz in bewohnte Räume. Die Leitungsführung kann knifflig werden.

 

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen Sie bei einem Dachausbau beachten?

In einigen Bundesländern ist das Ausbauen des Dachbodens genehmigungspflichtig. informieren Sie sich dazu beim örtlichen Bauamt. Genehmigungspflichtig sind beim Dachausbau auf alle Fälle der Einbau von Gauben oder die Veränderung der Dachneigung. Bei der Dachdämmung müssen – bei einer Dachsanierung im Altbau – zusätzlich die Vorgaben der EnEV 2014 eingehalten werden. Für den Neubau müssen die strengeren Vorgaben der EnEv 2016 beachtet werden. Die Brandschutzvorschriften der jeweiligen Landesbauordnung legen fest, welche Materialien beim Ausbauen verarbeitet werden können. Je nach Dachausbau sind auch zusätzliche Rettungswege vorzusehen. Meist große Fenster, die mit einer Rettungsleiter gut zu erreichen sind.

 

Wie läuft der Dachbodenausbau ab?

Steht die Planung, geht es im nächsten Schritt darum, ob und welche Arbeiten selbst ausgeführt werden und womit Sie besser einen Fachbetrieb beauftragen. Versierte Heimwerker können beim Dachausbau die Dämmung des Daches zwischen den Sparren und unter den Sparren übernehmen (Innendämmung). Eine Dachneueindeckung mit einer Aufsparrendämmung ist die Aufgabe für einen Fachbetrieb. Einsetzen der Dachfenster, die Verlegung der Heizung und die Elektroinstallation im neuen Dachgeschoss sollten Sie ebenfalls in die Hände von Profis geben. Der Dachausbau in Trockenbauweise kann wiederum selbst übernommen werden. Jetzt müssen Angebote von Handwerkern eingeholt, verglichen und die beauftragten Handwerker zeitlich koordiniert werden.

Den Dachboden ausbauen umfasst die folgenden Arbeiten:

  • Durchführung notwendiger Sanierungsarbeiten
  • Dachneueindeckung, falls notwendig
  • Dämmung und Verkleidung der Dachschrägen
  • Dachfenster einbauen
  • Estrich verlegen/Trittschallschutz
  • Wände in Trockenbauweise erstellen, auch für Bäder und Küchen möglich
  • Installationen verlegen für Heizung und Warmwasser, Elektro, Kommunikation
  • Fliesen verlegen /Sanitärobjekte anbringen
  • Bodenbeläge
  • Türen
  • Malerarbeiten

 

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Tipp: Die richtige Dämmung unterm Dach

Im Sommer, wenn auf den Dachziegeln Temperaturen von 80 Grad herrschen, ist es unterm Dach besonders wichtig, die Hitze möglichst gut abzuschirmen. Dämmstoffe unterscheiden sich nicht nur bei ihren Kennwerten zur Wärmedämmung oder Ihren Materialkosten. Auch die Themen sommerlicher Hitzeschutz sowie Brandschutz und Schallschutz sind gerade bei einem Dachausbau interessant. Je besser die Ökobilanz des verwendeten Dämmstoffes, desto mehr profitieren auch Klima und Umwelt. Deshalb sollte beim Dachausbau der richtigen Dämmung in der richtigen Dämmstoff-Dicke besondere Beachtung geschenkt werden.

 

Tipp: So bringen Sie viel Licht ins Dachgeschoß

Die preiswerteste Art ist das Dachwohnfenster, das es in vielen Standardmaßen gibt, als Holzfenster oder als Aluminiumfenster. Die Dämmwerte von Rahmen und Scheiben sollten bei der Auswahl genau verglichen werden. Reicht der Platz aus, können beim Dachausbau mehrere Dachfenster nebeneinander oder übereinander angeordnet werden. Auch gibt es Fenster, die einen balkonähnlichen Austritt erlauben. Cabrio-Feeling kommt beim Einbau von Schiebefenstern auf, die in der warmen Jahreszeit einfach auf die Seite geschoben werden. Man sitzt dann quasi wie im Freien.
Genehmigungspflichtig ist der Einbau einer Dachgaube. Das bringt mehr Stehhöhe direkt vor dem Fenster und ein schönes Plätzchen, beispielsweise für einen Schreibtisch. Natürlich lassen sich bei einem Dachausbau auch die Giebelwände mit einem Fenster versehen oder sogar voll verglasen, wenn die Statik entsprechend angepasst wird.
Wichtig bei allen Fenstern im Dachgeschoss ist eine ausreichende Verschattung, damit es im Sommer nicht zu heiß wird. Dazu eignen sich am besten spezielle Rollos oder Markisen, innen oder besser außen montiert. Sie halten die Räume im neu ausgebauten Dachboden schön kühl.

 

Interessant zu wissen  

Alles zum Thema Verglasung, Fensterrahmen, Trends und verschiedenen Fenster-Arten finden Sie in unserem Artikel Neue Fenster braucht Ihr Haus.
Zu den verschiedenen Fenster-Arten

 

Kosten Dachausbau

Neben den Kosten für die Dachdämmung fallen Kosten für Fensterflächen, die neue Heizung im Dachgeschoss sowie für Installationsarbeiten und den Innenausbau an. Die Kosten für die Dachsanierung sind dabei natürlich abhängig von der gewählten Dämmung, den Materialien und der Aufwendigkeit der Dacharbeiten. Über die genauen Kosten der jeweiligen Arbeitsschritte können Sie sich auf den entsprechenden Seiten von Effizienzhaus-online informieren.
Versierte Heimwerkern können allerdings die Kosten für den Dachausbau senken, indem sie einige Arbeiten selbst erledigen. Das Verlegen der Elektroinstallation, Dacharbeiten außen sowie Heizungs- und Sanitärarbeiten sollten einem Fachmann überlassen werden. Beim Innenputz oder dem Tapezieren auf den verspachtelten Gipsplatten können Sie aber gut selbst Hand anlegen. Auch Fußbodenbeläge, wie Laminat, lassen sich leicht selbst verlegen und für Sie fallen nur Materialkosten an. Wenn Sie die Fliesen selbst verlegen und die Innentüren selbst einbauen gilt das natürlich ebenso. So sparen Sie Kosten beim Dachausbau.

 

Förderung Dachausbau

Weitere Kosten für Ihre Dachsanierung und den Ausbau können Sie durch geeignete Fördermaßnahmen senken. Die KfW stellt für energieeffiziente Sanierungen Fördermittel zur Verfügung und damit auch für den Dachausbau. Hierzu zählt der fachgerechte Einbau wärmedämmender Dachfenster ebenso wie die neue Dachdämmung. In Frage kommen das KfW Programm 152 (Energieeffizient Sanieren – Kredit) oder 430 (Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss). Wer sein neues Bad im Dachgeschoss gleich altersgerecht plant, erhält hierfür ebenso einen Zuschuss wie für eine entsprechende Fensterautomation. Grundlage für die Förderung sind hier die KfW-Programme 159 (Altersgerecht Umbauen - Kredit) sowie 455 (Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss). Daneben gibt es viele Zuschüsse von Städten und Gemeinden, beispielsweise für neue Fenster.

 

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Einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten bekommen Sie über die kostenfreie Fördermittelauskunft von Effizienzhaus-online.
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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: arsdigital - Fotolia.com

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