Energieausweis    

Neue Energieausweise haben geänderte Anforderungen

Seit 2007 schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) Energieausweise zur Bewertung des energetischen Zustands von Bestandsgebäuden vor. Sie haben eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren. Damit verlieren die ersten ausgestellten Ausweise noch in diesem Jahr ihre Gültigkeit. Beim Ausstellen eines neuen Energieausweises gibt es einige Änderungen. Wir zeigen, was Sie beachten müssen. Und wir geben Ihnen Tipps, wie Sie ganz einfach zu Ihrem neuen Energieausweis kommen.

 

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Welche Informationen liefert ein Energieausweis?

Geregelt sind die Vorgaben zum Energieausweis in der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). Verpflichtend ist der Ausweis bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie, hilfreich beim Kauf und bei der Sanierung eines Hauses. Er liefert wichtige Hinweise auf Einsparpotenziale und enthält Modernisierungsempfehlungen. Die leicht verständliche farbige Skala oben auf dem Energieausweis zeigt, ob ein Haus im roten (hoher Energieverbrauch = großer Sanierungsbedarf) oder grünen Bereich (niedriger Energieverbrauch) einzuordnen ist. Sogenannte Effizienzklassen ergänzen die Farbskala im Energieausweis seit dem 1. Mai 2014. Häuser und Wohnungen werden damit mittels ihrer Energiekennwerte in neun Effizienzklassen von A+ (sehr niedriger) bis H (hoher Energiebedarf) eingeteilt.

Welche Änderungen gibt es beim Energieausweis?

Der neue Energieausweis muss der aktuellen EnEV 2014 entsprechen, die 2016 ergänzt wurde. Neue Ausweise tragen eine Registriernummer, die stichprobenartige Kontrollen der Ausweise ermöglichen. Ebenfalls neu im Vergleich zu den 2007er Ausweisen ist die Angabe der Effizienzklassen, bekannt von den Energielabeln für Heizungen oder Haushaltsgeräte. Auch ist die Skala bei den neuen Energieausweisen strenger geworden. Das heißt, die visuelle Zuordnung eines Hauses auf der farbigen Skala kann sich verändern, beispielsweise vom gelben in den roten Bereich.

 

Welche Ausweis-Variante ist für welches Gebäude notwendig?

Es gibt es zwei Arten von Energieausweisen: Bedarfsausweise und Verbrauchsausweise. Sie unterscheiden sich in der Berechnung der Energiekennwerte.

Der Verbrauchsausweis wird aus den Angaben der Bewohner erstellt. In die Berechnungen fließt ihr Verbrauch für Heizung und Warmwasser der vergangenen drei Jahre ein.
Vorteil: geringer Aufwand bei der Datenerhebung; günstig in der Erstellung
Nachteil: stark abhängig vom persönlichen Nutzungsverhalten der Bewohner, weniger aussagekräftig

Für den Bedarfsausweis wird das Haus genau unter die Lupe genommen und der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes ermittelt.

Vorteil: Der Bedarfsausweis zeigt unabhängig vom Nutzungsverhalten, wie es um Bausubstanz und Energieeffizienz bestellt ist. Am Endenergiebedarf können sich Hausbesitzer, Käufer und Mieter orientieren, wenn sie ihren künftigen Energieverbrauch und die Energiekosten abschätzen wollen.
Nachteil: Höherer Aufwand bei der Datenerhebung und damit höhere Kosten bei der Erstellung.

 

Wer benötigt welchen Ausweis?

Das Baujahr und die Größe eines Hauses entscheiden darüber, welche Ausweis-Variante zum Einsatz kommen kann.

Eigentümer von Wohngebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten: Sie können zwischen beiden Ausweis-Varianten wählen.

Eigentümer von Wohngebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten: Wahlfreiheit besteht, wenn

  • der Bauantrag für das Gebäude nach dem 1. November 1977 gestellt wurde
  • bei einem älteren Haus schon bei der Baufertigstellung der energetische Standard der ersten    Wärmeschutzverordnung 1977 eingehalten wurde
  • das Haus nachträglich durch Modernisierungsmaßnahmen auf diesen Stand gebracht wurde.

 

Für alle anderen Gebäude ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben.

 

Wann muss ein Energieausweis vorgezeigt werden?

Wer eine Immobilie verkauft oder vermietet, muss laut EnEV bereits beim Besichtigungstermin einen Energieausweis verpflichtend vorlegen. Kommt der Verkäufer oder Vermieter dieser Pflicht nicht nach, riskiert er laut Gesetz ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Natürlich muss der Energieausweis dabei auch gültig sein. Die Energiekennwerte aus dem Energieausweis gehören darüber hinaus auch in die Immobilienanzeige.

 

Wer stellt einen Energieausweis aus und wie hoch sind die Kosten?

Neue Energieausweise nach EnEV 2014 sind ganz einfach online zu bestellen. Sie sind gesetzlich anerkannt. Praktische Ausfüllhilfen erleichtern die Dateneingabe. Die Kosten betragen:

Der neue Energieausweis wird Ihnen innerhalb von 14 Tagen nach Bezahlung zugesendet. Steht eine energetische Modernisierung an und sollen Fördergelder beantragt werden, ist die Einschaltung eines Energieberaters vorgeschrieben. Dieser übernimmt in der Regel dann auch die Ausstellung eines neuen Energieausweises.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH

Foto: Dreadlock - Fotolia.com