Warme Heizungsluft gelangt durch kleinste Ritzen und Fugen ungehindert nach außen und treibt so die Heizkosten unnötig in die Höhe. Grund genug, seinen Neubau oder sein modernisiertes Haus auf Luftdichtheit überprüfen zu lassen. Als Dichtheitsmessung empfiehlt sich der sogenannte Blower-Door-Test.

 

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Was ist ein Blower-Door-Test?

Die englische Bezeichnung Blower-Door-Test bedeutet, wörtlich übersetzt „Gebläse-Tür-Test“. Hierbei handelt es sich um eine Differenzdruck-Messung, die ermittelt, wie luftdicht ein Gebäude ist. Mit einem solchen Test können Lecks in der Gebäudehülle, über die Luft und damit Wärme verloren geht, aufgespürt und danach gezielt abgedichtet werden.

Blower-Door-Test

Ein Blower-Door-Test zeigt, ob die Gebäudehülle bei einem Neubau oder einem Altbau luftdicht ist, oder ob über Leckagen warme Heizluft entweichen kann.
Foto: www.flib.de

 

Ablauf Blower-Door-Test

Schritt 1: Für die vorgesehene Messung wird in die Öffnung einer Eingangs- oder Balkontür ein spezieller Ventilator mithilfe einer luftundurchlässigen Plane luftdicht eingesetzt. Alle Türen im Haus werden geöffnet, alle Fenster bleiben geschlossen. Ein Blower-Door-Test dauert bei einem Einfamilienhaus bis zu drei Stunden.


Schritt 2: Mit Beginn des Tests wird Luft aus dem Haus heraus gesogen. So entsteht ein Unterdruck, der durch den Ventilator schrittweise erhöht wird.  Als Richtwert gelten hier 50 Pascal Luftdruckdifferenz (n50-Wert), das entspricht Windstärke 5. Bei konstantem Druck wird nun gemessen, wie schnell wieder Luft durch Undichtigkeiten in das Gebäude eindringt. Ist diese sogenannte Luftwechselrate, bezogen auf das Gebäudevolumen, besonders hoch, muss nach Leckagen gesucht werden.

 

Schritt 3: Der Ventilator bläst jetzt Luft in das Gebäude hinein. Dadurch entsteht ein Überdruck. Auch hier wird die Luftwechselrate gemessen und protokolliert.


Schritt 4: Ist die Luftwechselrate zu hoch, also wie oft das Luftvolumen des Gebäudes in einer Stunde ausgetauscht wird, begibt sich der Prüfer nun auf die Suche nach den Leckagen und kennzeichnet diese für den Handwerker zur Behebung. Lecks lassen sich mit Hilfe von Rauch oder Wärmebildkameras (Thermografie) sichtbar machen. Typische Stellen sind Fensterbänke, Steckdosen oder die Durchführung von Rohren und Leitungen.

 

Vorteile Blower-Door-Test

  • Zeigt Schwachstellen der Außenhülle des Gebäudes auf
  • Leckagen können frühzeitig erkannt und abgedichtet werden
  • Hilft schwerwiegende Bauschäden zu vermeiden
  • Einsparungen bei den Heizkosten
  • Höherer Wohnkomfort

 

Blower-Door-Test im Neubau

Im Neubau ist es sinnvoll, einen Blower-Door-Test vor Beginn des Innenausbaus zu machen. So lässt sich klären, ob beispielsweise die luftdichten Anschlüsse der Fenster oder des Dachs fachgerecht ausgeführt sind. In dieser Bauphase können Leckagen vor allem an der Dichtheitsebene des Daches und an den Durchbrüchen und Anschlüssen noch problemlos nachgebessert werden, weil die betreffenden Stellen noch frei zugänglich sind. Ein zweiter Blower-Door-Test sollte dann nach Fertigstellung erfolgen. Ohnehin Pflicht ist der Blower-Door-Test für alle Neubauten, bei denen eine Lüftungsanlage installiert wird und wenn KfW-Fördermittel beantragt werden. Eine generelle Pflicht, einen Blower-Door-Test durchführen zu lassen, gibt es allerdings nicht.


Der zulässige Höchstwert der Luftwechselrate bei der Messung (n50-Wert) beträgt

  • 3,0  für Gebäude ohne Lüftungsanlage (3 x pro Stunde)
  • 1,5  für Gebäude mit Lüftungsanlage
  • 0,6  bei Passivhaus-Standard

 

Blower-Door-Test im Altbau

Bei einem bestehenden Gebäude eignet sich ein Blower-Door-Test sowohl um den Ist-Zustand vor einer geplanten Modernisierung festzustellen als auch nach Durchführung der Modernisierungsmaßnahmen. Soll eine Lüftungsanlage eingebaut und hierfür Fördermittel beantragt werden, ist ein Blower-Door-Test ebenfalls Pflicht.

 

Typische Schwachstellen beim Blower-Door-Test

  • Stellen, an denen Bauteile aufeinander stoßen
  • Fugen rund um Fenster und Türen/ Einbau
  • Durchbrüche von Kabeln und Rohren
  • Beschädigung der Dampfbremse im Dach
  • Durchbrüche und Anschlüsse im Dachbereich
  • Luftzug an Steckdosen

 

Was kostet ein Blower-Door-Test?

Bei einem klassischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche betragen die Kosten für einen Blower-Door-Test mit Messreihen inklusive Ortung von Leckagen, Messprotokoll, Fotodokumentation und Zertifikat etwa 300 bis 500 Euro.

 

Wer führt einen Blower-Door-Test durch?

Viele der bei Effizienzhaus-online gelisteten Energieberater führen einen Blower-Door-Test sowie Thermografie-Aufnahmen durch. Weitere Anlaufstelle sind die im Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V. gelisteten Berater und zertifizierten Fachfirmen.

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Quelle:  Bosch Thermotechnik /Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V.
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