Baukindergeld beantragen

 

Alle Informationen zu Höhe, Voraussetzungen und Beantragung

Wer den Bau oder den Kauf einer eigenen Wohnimmobilie plant oder bereits umgesetzt hat, kann über das KfW-Zuschussportal Baukindergeld (KfW-Programm 424) beantragen. Mit dem Zuschuss fördert der Staat Familien mit 12.000 Euro pro Kind. Die Förderung ist spätestens sechs Monate nach dem Einzug zu beantragen und zunächst befristet bis zum 31.12.2020. Bayern stockt das Baukindergeld sogar weiter auf.
 

Baukindergeld: Finanzielle Unterstützung für Immobilienkäufer

Das Baukindergeld unterstützt Familien bei dem Bau oder dem Kauf einer Wohnimmobilie. Diese bekommen dabei einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro, wenn sie mit mindestens einem Kind in das neue Haus oder die neue Wohnung einziehen. Wichtig ist, das das Datum des Kaufvertrags oder der Baugenehmigung zwischen dem 1.1.2018 und dem 31.12.2020 liegt. Für jedes weitere Kind steigt die Fördersumme um weitere 12.000 Euro. Das gilt zumindest dann, wenn die Kinder bei der Antragsstellung  unter 18 Jahren sind und Familien nach dem Einzug eine Meldebestätigung einreichen.

Mit dem Baukindergeld, das der Nachfolger der 2005 abgeschafften Eigenheimzulage ist, möchte der Staat die Anzahl der Wohneigentümer anheben. Diese liegt mit etwa 50 Prozent auf einem der letzten Plätze im europäischen Vergleich.


Einkommensgrenze beim Baukindergeld

Baukindergeld gibt es für alle Familien, die das neue Haus oder die neue Wohnung selbst nutzen und zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Kaufvertrages oder dem Erhalt der Baugenehmigung keine weitere Wohnimmobilie besitzen. Voraussetzung ist der Einzug mit mindestens einem Kind. Außerdem dürfen Familien nicht mehr als 90.000 Euro pro Jahr verdienen. Für jedes weitere Kind steigt die Einkommensgrenze zusätzlich um 15.000 Euro. Familien mit drei Kindern dürfen also 120.000 Euro im Jahr verdienen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Mittel nicht mit einem Mal ausgezahlt werden. So bekommen Familien für jedes Kind zehn Jahre lang 1.200 Euro jährlich. Die Auszahlung erfolgt dabei direkt auf das eigene Konto.

 

Interessant zu wissen  

Bitte beachten: Seit der Einführung des Förderprogrammes wurden die Bedingungen an die aktuelle Marktsituation angepasst. So gibt es Baukindergeld heute nur, wenn die neue Wohnimmobilie von einem Dritten erworben wurde. Der Kauf oder die Eigentumsübertragung unter Verwandten in gerader Linie (Kinder, Eltern, Großeltern) wird nicht mehr gefördert.

 

Beantragung erfolgt über das Zuschussportal der KfW

Zu beantragen ist das Baukindergeld online über das KfW-Zuschussportal. Genauer über das Programm 424 „Zuschuss Baukindergeld“. Nach ihrem Einzug in das neue Heim haben Familien dazu sechs Monate Zeit. Ist das Kind noch nicht geboren, können Interessenten die Frist dabei voll ausschöpfen, um die maximale Förderung zu erhalten.

Übrigens: Stichtag ist das Datum, an dem Familien den Kaufvertrag unterzeichnet, die Bauanzeige gestellt oder die Baugenehmigung erhalten haben. Nach dem Nachweis der Identität erteilt die KfW eine Antragsbestätigung. Ab dann bleiben drei Monate, um die Einhaltung der Fördervoraussetzungen nachzuweisen. Einzureichen sind dann:

•    Einkommensteuerbescheide vom zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung
•    Meldebestätigungen von allen Familienmitgliedern, die im Haus leben
•    ein Grundbuchauszug aus dem das Eigentumsverhältnis hervorgeht

 

Hohes Interesse am Baukindergeld in alten Bundesländern

Seit der Einführung des Baukindergeldes beantragten schon über 112.000 Familien die Förderung – rund 43.000 erhielten bereits eine Auszahlungsbestätigung. Interessant zu wissen ist, dass die meisten Anträge aus Nordrhein-Westfalen kamen. Hier möchten über 24.000 Familien das Baukindergeld für sich nutzen. Auf Platz zwei liegt Baden-Württemberg mit über 15.000 Anträgen, dicht gefolgt von Bayern mit mehr als 14.700 Baukindergeldanträgen. (Stand 30. Juni 2019)

 

Interessant zu wissen  

Interessant zu wissen: Vor der Einführung des Förderprogramms kritisierten viele Experten, dass vor allem Gutverdiener vom Baukindergeld profitieren könnten. Diese würden das aber nicht benötigen. Eine Auswertung der KfW beweist nun das Gegenteil. Denn 60 Prozent der Baukindergeld-Empfänger haben ein Familieneinkommen von maximal 40.000 Euro. 40 Prozent davon liegen nicht über 30.000 Euro.


Baukindergeld Plus und Eigenheimzulage für Immobilienkäufer in Bayern

Zusätzlich zum Baukindergeld des Bundes, bietet der Freistaat Bayern seit September 2018 weitere Förderprogramme an. Das Baukindergeld Plus und die bayerische Eigenheimzulage stocken die Grundförderung zusätzlich auf. Und zwar um 300 Euro pro Kind und Jahr über das bayerische Baukindergeld (Baukindergeld Plus). Genau wie die Bundesförderung zahlt das Land auch diese Mittel nicht auf einmal aus.

Anders ist das bei der neuen Eigenheimzulage. Denn mit dieser bekommen Bauherren und Käufer von Immobilien in Bayern noch einmal 10.000 Euro extra. Das Besondere daran: Von den Mitteln profitieren auch Alleinstehende und kinderlose Paare. Familien, die ebenso von der Zusatzförderung profitieren, bekommen dann 40.000 Euro, wenn sie mit zwei Kindern in das neue Heim einziehen. Bei drei Kindern steigt die Fördersumme bereits auf 55.0000 Euro.
 

Interessant zu wissen  

72 Prozent aller Anträge wurden bis Ende März 2019 für bestehende Häuser gestellt, 13 Prozent für eine bestehende Eigentumswohnung, nur 13 Prozent für ein neues Haus und 2% für eine neue Eigentumswohnung. Die KfW geht davon aus, dass sich das Verhältnis zwischen Neubau und Bestand im Laufe des Förderzeitraums angleichen wird. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass erst nach Einzug in eine Wohnimmobilie das Baukindergeld beantragt werden kann. Ob das so ist, wird eine detaillierte Auswertung zeigen, die die Förderbank für Mitte September 2019 angekündigt hat.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH

Foto: Adobe Stock | drubig-photo

 

 

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