In der EnEV 2014 ist klar geregelt, welchen Energiestandard einzelne Bauteile nach einer Sanierung erreichen müssen. Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die Maßgröße hierfür. Wir zeigen Ihnen, welche U-Werte bei den unterschiedlichen Bauteilen vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind und welche Ausnahmen es gibt.

 

Der U-Wert ist ein Maß für die Wärmeverluste bei einem Baustoff oder für einzelne Bauteile wie Dach, Fassade, Fenster oder Kellerdecke. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme bei einer Temperaturdifferenz von einem Grad Celsius über einen Quadratmeter eines Bauteils strömt. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmeigenschaften. Die Einheit des U-Werts ist W/(m²K) (Watt pro Quadratmeter und pro Kelvin).

 

Wann greift die EnEV bei Sanierungen?

Die EnEV greift für alle Sanierungsmaßnahmen. Ausgenommen sind Häuser, die unter Denkmalschutz stehen und Häuser, die über eine erhaltenswerte Bausubstanz verfügen. Für kleinere Arbeiten ist eine Bagatellgrenze (10-Prozent-Regel) vorgesehen. Werden bei einem Bauteil weniger als 10 Prozent saniert, greifen die Vorgaben der EnEV nicht. Darunter fallen beispielsweise die Ausbesserung von Rissen im Fassadenputz oder der Austausch von kaputten Dachziegeln. Wird dagegen die komplette Dacheindeckung erneuert, muss auch der Wärmeschutz überprüft und meist eine Wärmedämmung eingebaut werden. Die U-Werte der EnEV müssen nicht eingehalten werden, wenn die Bauteile unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften (Wärmeschutzverordnung) nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder erneuert worden sind.

 


Welche U-Werte für Bauteile schreibt die EnEV bei einer Sanierung vor?

Nach der Sanierung bestätigt der Handwerker mit der sogenannten Unternehmererklärung, dass er bei seiner Arbeit die Anforderungen der EnEV erfüllt hat. Dieser Beleg muss vom Hausbesitzer mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden und gilt als Nachweis gegenüber kontrollierenden Behörden. Er bestätigt, dass die Energieeinsparverordnung eingehalten wurde. Werden die Regelungen der EnEV nicht beachtet, drohen Hausbesitzern Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

 

Die U-Werte im Einzelnen:

  1. 1. Außenwand
  2. Bei einer Dämmung der Fassade beträgt der maximale U-Wert grundsätzlich 0,24 W/(m²K). Von der Pflicht ausgenommen sind Hausbesitzer, die den alten Putz nicht entfernen, bevor sie ihn mit einer neuen Putzschicht überdecken. Geht es hingegen um eine Kerndämmung, müssen Sanierer die maximal mögliche Dämmschichtdicke mit Materialien der Wärmeleitgruppe 045 einbringen.

  3. 2. Fenster
  4. Beim Austausch der Fenster ist ein maximaler U-Wert von 1,30 W/(m²K). zulässig. Werden nur die Scheiben getauscht gilt ein Grenzwert von 1,10 W/(m²K) für die neuen Gläser. Für Dachflächenfenster beträgt die U-Wert-Grenze 1,40 W/(m²K). Wer Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus austauscht, muss einen U-Wert von 1,6 W/m²K einhalten. Für Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster mit Sonderverglasungen gilt unterdessen ein Grenzwert von 2,0 W/m²K. Tauschen Sanierer nur Sonderverglasungen aus, müssen die neuen Scheiben einen Grenzwert von 1,6 W/m²K einhalten.
  5.  
  6. 3. Dach
  7. 3.1.    Steildach
  8. Der U-Wert der Dämmung (Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung, Aufsparrendämmung) darf maximal 0,24 W/(m²K) betragen.
  9.  
  10. 3.2.    Flachdach
  11. Für Warmdach, Kaltdach oder Umkehrdach ist der maximal zulässige U-Wert mit 0,20 W/(m²K) festgelegt.
  12.  
  1. 4. Oberste Geschossdecke
  2. Für begehbare und nicht begehbare Dämmung gilt ein U-Wert von 0,24 W/(m²K).
  3.  
  4. 5. Außentüren
  5. Für Außentüren wie Haustüren beträgt der zulässige U-Wert 1,8 W/(m²K).
  6.  
  7. 6. Kellerdecke, Kellerwände, Kellerboden
  8. Wird die Kellerdecke von oben oder von unten gedämmt, beträgt der maximale U-Wert 0,30 W/(m²K). Dieser U-Wert gilt ebenfalls bei einer Dämmung der Kellerwand von außen (Perimeterdämmung) oder von innen. Bei der Dämmung des Kellerbodens von innen ist ein maximaler U-Wert von 0,50 W/(m²K) zulässig.
  9.  
  10. Ausnahmen: Ist die Dämmstoffstärke technische begrenzt, erfüllt auch die maximal mögliche Schichtdicke von Dämmstoffen der Wärmeleitgruppe 035 die gesetzlichen Anforderungen an Fassaden, Dächern, Decken oder Wänden. Bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Materialien oder bei einer Einblasdämmung ist auch die Wärmeleitgruppe 045 zulässig.

 

Unser Tipp:

Am Anfang jeder Sanierung sollte eine Energieberatung für Ihr Gebäude stehen. Sie zeigt Ihnen, wo die größten Energieverluste am Gebäude auftreten und welche Maßnahmen - von der Dämmung der Fassade bis zur neuen Heizung - in welcher Reihenfolge bei Ihrer Sanierung sinnvoll sind. Das BAFA fördert die Energieberatung über das Programm “Vor-Ort-Beratung“ mit Zuschüssen. Möchten Sie bei der KfW eine Förderung für die Dämmmaßnahmen beantragen, gelten für einzelne Bauteile abweichende Vorgaben. So werden beispielsweise nur Außentüren mit einem maximalen U-Wert von 1,3 W/(m²K) von der KfW gefördert, die Anforderungen der EnEV sind mit einem U-Wert von 1,8 W/(m²K) nicht ganz so hoch. Eine Übersicht über alle Fördermöglichkeiten bei einer Sanierung gibt Ihnen unsere Fördermittelauskunft.

 

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Quelle:  Bosch Thermotechnik
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