Starkregen Keller

 

So schützen Hausbesitzer Keller und Heizung

So mancher Hausbesitzer hat nach der langen Hitze- und Trockenperiode einen ordentlichen Regen herbeigesehnt. Aber gerade bei Gewittern kommt es oft zu sintflutartigem Regen, der von der Kanalisation nicht mehr aufgenommen wird. Das Niederschlagswasser sucht sich dann seinen Weg über Straßen, Hofeinfahrten sowie Vorgärten und dringt über Kellertüren und Kellerfenster in den Hobbyraum, das Büro, die Wasch- und Vorratsräume und den Heizungsraum ein. Oder es findet seinen Weg über gegen Rückstau ungesicherte Abwasserleitungen. Die entstehenden Schäden sind oft enorm. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Keller bestmöglich gegen Starkregen absichern und welche Versicherung – im Falle eines Falles – den entstandenen Schaden auch trägt.

 

Wasser im Keller: Ab wann wird es kritisch?

Prinzipiell geht es darum, den Keller möglichst sorgfältig vor eindringendem Wasser zu schützen. Podeste für Heizungskessel, Waschmaschine und Trockner schützen die Geräte im Keller vor geringeren Wassermengen, etwa bei einem Leitungs- oder Waschmaschinenschaden. Liegt der Keller unter der Rückstauebene des Abwasserkanals und befinden sich Bodenabläufe, Waschmaschinenanschlüsse, Dusche oder Toilette sowie Ausgussbecken in diesem Bereich, dann sollten Hausbesitzer über eine geeignete Rückstausicherung in der Grundleitung/Anschlussleitung nachdenken. An der richtigen Stelle von einem Fachbetrieb montiert und regelmäßig kontrolliert, spart sie viel Ärger und Geld. Denn ist der Keller erst mal mit Schmutzwasser oder fäkalienhaltigem Abwasser vollgelaufen, steht nach dem Auspumpen durch die Feuerwehr eine aufwändige Trocknung des Mauerwerks an. Putz und Estrich müssen nicht selten komplett entfernt werden. Hält sich die Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum, kann Schimmel oder sogar Hausschwamm entstehen.

 

Wie halten Kellerfenster und Kellertür dicht?

Prinzipiell müssen sie bei Starkregen geschlossen sein. Da viele Kellerfenster im Sommer zum Lüften geöffnet sind, heißt es bei Starkregen schnell sein und keines vergessen zu schließen. Hat das Gelände rund ums Haus etwas Gefälle weg vom Haus und sind Kellerfenster und Lichtschächte mit einer kleinen Schwelle oder Mauer versehen, kann das Regenwasser zumindest für einige Zeit zurückgehalten werden. Empfehlenswert ist die Nachrüstung von wasserdichten Kellerfenstern sowie das druckwasserdichte Anschließen von Lichtschächten. Eine Alternative sind Kellerfenster, die nach außen öffnen. Fenster und Regenwasser drücken dann auf die Dichtung und das Fenster bleibt länger dicht.

 

Wasser im Heizungskeller – Tipps für Betreiber von Ölheizungen

Steht der Keller nach Starkregen unter Wasser, müssen Hausbesitzer mit Ölheizung besonders vorsichtig sein. Wasser aus dem Keller darf nur dann nach außen gepumpt werden, wenn auf der Wasseroberfläche kein Heizöl oder keine Ölschlieren erkennbar sind. Ansonsten ist das Abpumpen ein Job für die Feuerwehr oder einen Fachbetrieb. In überfluteten Kellerräumen darf kein Öl-Abbindemittel eingestreut werden. Es erschwert nicht nur das Abpumpen, sondern kann auch die Pumpen beschädigen. Stand die Ölheizung unter Wasser, müssen Heizkessel sowie alle elektrischen Bauteile inklusive Regelung von einem Fachbetrieb überprüft und schadhafte Teile ausgetauscht werden. Wichtig: Heizung oder andere elektrischen Geräte bei Wasser im Keller niemals selbst wieder einschalten. Es besteht Lebensgefahr durch einen Stromschlag. Heizöltanks können bei Starkregen und Hochwasser leicht aufschwimmen und dadurch die Heizölleitung beschädigen oder sogar abreißen. Auch kann Wasser in den Heizöltank eindringen. Deshalb sollten auch diese Bestandteile der Ölheizung vom Fachbetrieb vorsichtshalber gecheckt werden, auch wenn bei bloßer Betrachtung von außen nichts zu sehen ist.

 

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Wer zahlt, wenn es zu Schäden im Keller gekommen ist?

Fälschlicherweise denken viele Hausbesitzer noch, dass die Standard-Gebäudeversicherung sowie die Hausratversicherung bei Schäden durch Starkregen oder Hochwasser im Keller einspringen. Aber nur eine Elementarschadenversicherung kommt für Schäden durch von außen eindringende Wassermassen auf. Sie wird als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung angeboten und muss für beide gesondert abgeschlossen werden. 

 

Interessant zu wissen  

Unser Tipp: Überprüfen Sie Ihre Gebäude- und Hausratsversicherung, ob Sie im Fall der Fälle ausreichend abgesichert sind!

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH/IWO/ACO
Foto: Fotolia - Michael Schütze