Klimapaket bringt energetische Sanierung voran

 

Verbesserte Förderbedingungen, CO2-Preise, Ölheizungsverbot ab 2026

Bis 2030 sollen die CO2-Ausstöße in der gesamten EU drastisch sinken. Um das zu erreichen, hat die Bundesregierung mit dem Klimapaket nun ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. Der Gebäudesektor, der mit einem CO2-Ausstoß von 120 Mio. Tonnen pro Jahr für 14 Prozent der deutschen Emissionen verantwortlich ist, nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Für Hausbesitzer bedeutet das: Preise für CO2, bessere Förderbedingungen und ein Verbot der Ölheizung ab 2026. Aktuell diskutieren Bundestag und Bundesrat über das Klimapaket - Anpassungen nicht ausgeschlosssen.

 

Energieeinsparverordnung & KfW-Förderung bisher nicht ausreichend

Um das Klima zu schonen und die globale Erwärmung zu begrenzen, hat die EU verbindliche Klimaziele festgelegt. So sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 % (gegenüber 1990) sinken. Erneuerbare Energien sollen einen Anteil von mindestens 32 Prozent erreichen und die Energieeffizienz soll deutlich steigen. Geht es darum, die Ziele auch hierzulande einzuhalten, sind neben der Energieeinsparverordnung und den Förderprogrammen der KfW weitere Maßnahmen erforderlich. Mit dem Klimaschutzpaket 2030 stehen diese nun fest.

Zentrale Forderung: CO2 muss etwas kosten. So sollen Verbraucher in Zukunft für die selbst verursachten Treibhausgasemissionen zahlen. Während eine Tonne CO2 im Jahr 2021 10 Euro kosten wird, steigen die Preise bis 2025 auf 35 Euro. In den Folgejahren sind Preise von 35 bis 65 Euro pro Tonne CO2 möglich. Das Besondere daran: Bürger bekommen einen Teil der Ausgaben zurück. So sinken die Stromkosten, die Entfernungspauschale für Pendler steigt (ab 2021: ab dem 21 Kilometer + 5 ct/km) und Wohngeldbezieher werden entlastet.

 

Verbesserte Förderung für energetische Sanierungsarbeiten

Um die CO2-Emissionen spürbar senken zu können, muss die Sanierungsrate steigen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Arbeiten an Haus und Heizung für Verbraucher lohnen. Eine einfache und technologieoffene Förderung soll das gewährleisten. Sie ist ein zentrales Element des Klimapakets und ergänzt die bestehenden Förderangebote. Ganz konkret geht es dabei um steuerliche Vergünstigungen, von denen Gebäudebesitzer aller Einkommensschichten gleichermaßen profitieren. Denn sie können in Zukunft 20 Prozent der Kosten einer energetischen Sanierung über drei Jahre von der Steuer absetzen. Gefördert werden neben Dämmarbeiten an Dach oder Fassade auch neue Fenster oder Heizungsanlagen.

 

Interessant zu wissen  

Gut zu wissen: Ab 2020 gibt es 10 % mehr über die aktuell verfügbaren KfW-Förderungen für Einzelmaßnahmen.


Bundesförderung für effiziente Gebäude im Klimapaket

Wer heute nach Fördermitteln für eine Sanierung sucht, muss sich häufig durch einen Dschungel aus verschiedenen Angeboten kämpfen. Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll das vereinfachen. Denn diese fasst alle investiven Förderprogramme im Gebäudebereich zu einem zusammen. Ziel ist es, Verbrauchern den Zugang zu finanziellen Mitteln vom Staat zu vereinfachen und diese stärker auf ambitionierte Maßnahmen aufmerksam zu machen.

Das bedeutet: In Zukunft gibt es nur noch einen Antrag für Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien. Die einzelnen Förderpakete werden besser ausgestattet und die Förderrate sogenannter Effizienzgebäude steigt um 10 Prozentpunkte.

 

Heizungstausch und Nutzung erneuerbarer Energien

Mehr als 35 Prozent aller deutschen Heizungen sind heute älter als 20 Jahre. Die Kessel sind technisch überholt und verbrauchen mehr Energie als nötig. Wollen wir den Ausstoß an CO2 reduzieren und das Klima schonen, bieten bestehende Heizungsanlagen ein großes Potenzial. Das hat auch die Regierung erkannt, die mit dem Klimapaket neue Anreize zum Heizungstausch schaffen möchte. So wird es zum Beispiel eine Austauschprämie in Höhe von 40 Prozent geben, wenn Hausbesitzer alte Ölheizungen ersetzen. Es soll sich aber auch insgesamt mehr lohnen, von fossilen Öl- und Gasheizanlagen auf erneuerbare Energien umzusteigen. Um das zu erreichen, werden künftig auch Contracting- und Leasing-Angebote besser gefördert.

 

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Mit Ausnahmen: Einbauverbot neuer Ölheizungen

Als plakativ bewerten Experten hingegen das Verbot der Ölheizung. Dieses soll ab 2026 gelten und neue sowie alte Gebäude betreffen. Verboten ist dann der Einbau neuer Ölheizanlagen – eine zusätzliche Austauschpflicht für bestehende Kessel gibt es vermutlich nicht. Viele Hausbesitzer dürften dann jedoch von Ausnahmen profitieren. So gilt das Einbauverbot nach aktuellem Kenntnisstand nur, wenn auch eine erneuerbare Energieversorgung möglich ist. Außerdem sollen in Zukunft auch Hybridheizungen weiterhin erlaubt bleiben. Die Anlagen kombinieren zum Beispiel Ölheizungen mit Wärmepumpen, um die Vorteile fossiler und regenerativer Anlagen zu vereinen.

 

Klimapaket macht Energieberatung zur Pflicht

Die Energieberatung ist der Einstieg in die energetische Sanierung von Gebäuden. Sie zeigt individuelle Potenziale auf und informiert über Maßnahmen, mit denen diese zu erreichen sind. Hausbesitzer erhalten damit einen Fahrplan, der nicht zwangsläufig sofort umzusetzen ist. Mit dem Klimapaket soll die Energieberatung in Zukunft obligatorisch sein - zumindest zu bestimmten Anlässen wie dem Eigentümerwechsel bestehender Gebäude. Ziel der Maßnahme ist es, Gebäudeeigentümer noch besser über den Mehrwert energetischer Sanierungsmaßnahmen informieren zu können.

 

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Das bisher umfassendste Klimapaket Deutschlands

Auch wenn viele das Klimapaket kritisieren, es ist eines der umfangreichsten Maßnahmenpakete der Bundesregierung. Das Klimapaket zeigt in die richtige Richtung und fordert die Energiewende im Gebäudebereich. Darüber hinaus enthält es aber auch zahlreiche Maßnahmen für die Bereiche Verkehr, Industrie, Land-, Forst-, Energie- und Abfallwirtschaft.

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto:

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