Die Heizung ist im Haushalt ein bedeutender Kostenfaktor. Es spart viel Geld, wenn Sie einen übermäßig hohen Verbrauch rechtzeitig erkennen. Dafür ist es nötig, exakt die anfallenden Heizkosten zu berechnen und mit den bekannten Durchschnittswerten zu vergleichen. Auch wenn es darum geht, bei einer geplanten Sanierung Sparpotentiale auszuloten, und grundlegende Entscheidungen bei der Heizungsplanung für den Neubau zu treffen, sollten Bauherren die voraussichtlichen Heizkosten berechnen.

 

Woraus setzen sich die Heizkosten zusammen?

Wenn von Heizkosten die Rede ist, geht es in der Regel um die Gesamtheizkosten, oft auch als Heiz- und Warmwasserkosten bezeichnet. Die schließen alle Jahresausgaben für den Betrieb der Heizanlage ein. Den größten Anteil an den Heizkosten machen die Verbrauchskosten aus. Das sind vor allem die Ausgaben für den Energieträger. Bei bestimmten Anlagentypen wie Wärmepumpen, Infrarot- und Elektroheizungen sind es die Kosten für den elektrischen Strom.

Getrennt wird der Warmwasseranteil der Heizkosten angegeben. Der gehört faktisch auch zum Verbrauch, geht aber auf eine andere Nutzung zurück. Daher lohnt es sich, genau hinzusehen, wie viel Energie Sie im Abrechnungszeitraum für die Gebäudeheizung und wie viel für die Erwärmung des Trinkwassers einsetzen.

Schließlich kommen die Fixkosten dazu. Das sind Ausgaben für Wartung, Schornsteinfeger, Zählergebühren und eventuelle Versicherungen, die sich bei verschiedenen Heizungstypen unterscheiden. So fallen beispielsweise für eine Erdwärmepumpe keine Schornsteinfegergebühren an und auch die Wartungskosten sind sehr gering. Generell machen die Fixkosten nur einen geringen Anteil aus, wenn Sie für eine bestehende oder geplante Anlage die Heizkosten berechnen.

 

Heizkosten vergleichen: Jedes Gebäude ist anders

Der Vergleich von Heizkosten ist nicht ganz einfach, weil sich die Umstände bei jedem Gebäude unterscheiden. Wie viel ein Haushalt im Jahr für die Wärmeerzeugung ausgibt, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Energieträger
  • Größe und Form der Immobilie
  • geografischer Standort
  • Energieeffizienzklasse, Alter und Zustand des Gebäudes
  • Nutzungsverhalten der Bewohner

 

Die Gesamtkosten sind von Haus zu Haus deswegen nur bedingt vergleichbar. Interessanter sind die jährlichen Heizkosten pro Quadratmeter im Vergleich mit den bekannten Durchschnittswerten für bestimmte Gebäudeklassen.

So ist es für ein modernes Einfamilienhaus mit 150 m² beheizter Wohnfläche ein deutliches Warnsignal, wenn die Heizkosten auf über 1.500 Euro beziehungsweise auf 10 Euro pro Quadratmeter im Jahr steigen. Für eine unsanierte Gründerzeitvilla wäre bei kontinuierlicher Nutzung der gleiche Wert pro Quadratmeter unerreichbar niedrig. Mehr Informationen zu den Durchschnittswerten für Gebäude von unterschiedlicher Größe und aufgeschlüsselt nach Baujahr finden Sie im bundesweiten Heizspiegel.

Sollten Sie Heizkosten berechnen, die deutlich über den Durchschnittswerten liegen, ist eine kompetente Beratung empfehlenswert. Es ist wahrscheinlich, dass sich die jährlichen Ausgaben mit konkreten Maßnahmen deutlich senken lassen.

 

Heizkosten im Jahr für KfW Effizienzhäuser

Unsanierte Gebäude mit Baujahr vor 1977 haben mit über 200 kWh pro Quadratmeter einen sehr hohen, durchschnittlich Jahresverbrauch. Es entstehen Heizkosten im Jahr von weit über 10 Euro pro Quadratmeter. Für Neubauten sieht die aktuelle Energieeinsparverordnung EnEV 2016 hohe Mindeststandards vor. Für ein Referenzgebäude nach EnEV für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Nutzfläche ist ein Durchschnittsverbrauch von unter 100 kWh pro m² zu erwarten. Der jährliche Kostenvorteil summiert sich und macht die Ausgaben für die höhere Energieeffizienz beim Neubau und auch bei einer Altbausanierung rentabel.

Niedrigere Werte werden mit dem Prädikat „KfW Effizienzhaus“ und besseren Fördermöglichkeiten belohnt. Bauherren müssen daher vor Sanierung und Neubau die Heizkosten berechnen, damit sie die höchstmögliche Förderung in Anspruch nehmen können.

Die Effizienzhaus-Klassen orientieren sich am Sollwert für ein Referenzgebäude, das nach den Vorgaben der EnEV für jedes Bauvorhaben individuell berechnet wird. Die wichtigsten Größen sind der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust eines Gebäudes. Ersterer gibt an, wieviel Energie für die Heizung in das Gebäude eingebracht wird (einschließlich Gewinnung, Verarbeitung und Transport der Brennstoffe). Letzterer gibt an, wie hoch die Wärmeverluste durch die Außenhülle sind.

 

Klasse Primärenergiebedarf Transmissionswärmeverlust
Effizienzhaus 100 bis 100 % des Referenzgebäudes bis 115% des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 85 bis 85 % bis 100 %
Effizienzhaus 70 bis 70 % bis 85 %
Effizienzhaus 55 bis 55 % bis 70 %
Effizienzhaus 40 bis 40 % bis 55 %

 

Das Passivhaus ist ein besonderer Standard, für den unter anderem ein maximaler Heizwärmebedarf von 15 kWh pro Jahr und Quadratmeter vorgeschrieben ist.

Heizkosten senken: Umweltbewusst sparen

Wenn Sie Heizkosten berechnen, die deutlich über dem Durchschnitt liegen, ist es empfehlenswert, passende Maßnahmen zu treffen. Sie profitieren dabei mehrfach, weil sich eine Investition durch sinkende Ausgaben amortisiert und vielfältige Fördermöglichkeiten gleichzeitig Ihren finanziellen Aufwand senken. In der folgenden Übersicht finden Sie die wichtigsten Maßnahmen für die energieeffiziente Sanierung eines Altbaus:

► Öl- und Gasheizung sanieren

– Brennwertkessel nachrüsten

– moderne Heizkörper und Flächenheizungen

– moderne Heizungsregelung

► Umstellung des Energieträgers

– Holzheizung

– Wärmepumpe

► Solarthermie

– Warmwassererzeugung

– Heizungsunterstützung

► Dämmung

– Dach

– Außenwand

– Kellerdecke

► Modernisierung von Fenstern und Türen

 

Einsparpotential ermitteln

 

Einen aktuellen Beitrag zum Heizspiegel 2020 finden Sie auf unserer Seite Aktuelles sowie weitere hilfreiche Artikel.

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
Foto: Gerhard Seybert – Fotolia.com