Bayern kurbelt private Energiewende kräftig an

Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen entfallen auf den Gebäudebereich. Deshalb übernimmt der Freistaat Bayern jetzt eine Vorreiterrolle auf Bundesebene und unterstützt private Bauherren und Hausbesitzer mit einer zusätzlichen Förderung bei energetischen Maßnahmen für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Der “EnergieBonusBayern“ startet am 15. September 2015 und ist kombinierbar mit den Programmen des Bundes (KfW, BAfA). Die Förderung beträgt zwischen 1.000 und maximal 18.000 Euro. Im Fokus stehen innovative Lösungen für die Erzeugung, die Speicherung und das intelligente Management von Energie. Für die kommenden vier Jahre beträgt das Gesamtvolumen der Förderung in Bayern 90 Mio. Euro.

Um möglichst viele Eigentümer und Bauherren mit der Förderung anzusprechen, gliedert sich das 10.000-Häuser-Programm in die beiden Teile “Heizungstausch“ sowie “EnergieSystemHaus“.

Energie Bonus Bayern

 

Programmteil “EnergieSystemHaus“ mit Technik- und Energieeffizienzbonus

Hier sind alle Bauherren angesprochen, die ihr Haus energieeffizient bauen sowie alle Hausbesitzer, die ihr Haus umfassend energieeffizient sanieren.

 

Voraussetzung für eine Förderung mit dem “EnergieBonusBayern“ in Höhe von 1.000 bis 18.000 Euro ist

  • die Erreichung des KfW-Effizienzhaus-Niveaus 55 bei Neubauten sowie

  • des KfW-Effizienzhaus-Niveaus 115 bei einer umfassenden Sanierung.

 

Zuschuss in Form des „EnergieBonusBayern“ gibt es für folgende Bereiche:

Energie System Haus

 

1) Der TechnikBonus

 

Der “TechnikBonus“ mit 1.000 bis 9.000 Euro pro Wohneinheit wird für den Einsatz intelligenter Heiz-/Speichersysteme gewährt, die die Speicherung von Energie ermöglichen sowie über eine intelligent Steuerung verfügen. Dadurch lässt sich der Energiebezug aus dem Stromnetz reduzieren oder das Gebäude kann sich sogar selbst versorgen.

 

Für eine Wärmepumpe mit Wärmespeicher und intelligentem Energiemanagement (Smart Grid ready) beläuft sich der “TechnikBonus“ auf 2.000-2.500 Euro. Das Smart Grid ready-Label verleiht der Bundesverband Wärmepumpe e. V. an Geräte mit einer Regelungstechnik zur Einbindung der Wärmepumpe in ein intelligentes Stromnetz.

 

Für eine Photovoltaikanlage mit Speichersystem und Smart Grid ready-Funktion wird eine Förderung von 2.000 bis 8.000 Euro gewährt.

 

Für eine Solaranlage mit Wärmespeicher wird eine Förderung von 1.000 bis 9.000 Euro gewährt.

TechnikBonus
 
 

2) Der EnergieeffizienzBonus

Wenn Bauherren oder Hausbesitzer darüber hinaus zusätzlich in die Erhöhung der Energieeffizienz Ihres Gebäudes investieren, kann nicht nur das Heiz-/Speichersystem besser wirken, sondern es winkt auch eine zusätzliche Förderung in Form des „EnergieeffizienzBonus“. Wer sein altes Haus zu einem sogenannten 8-Liter-Haus saniert (Heizwärmebedarf < 80 kWh/m²a) erhält 3.000 Euro an zusätzlicher Förderung. Wer sein neues Haus gleich als 1,5-Liter-Haus baut (Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/m²a), kann mit einer zusätzlichen Förderung von 9.000 Euro rechnen.

Energieeffizienz-Niveau

 

Sanierungsrechner starten

Wie Sie aus Ihrem Haus am kostengünstigsten ein EnergieSystemHaus-förderfähiges Haus machen können, zeigt Ihnen der kostenlose Sanierungsrechner auf Effizienzhaus-online. Er gibt einen schnellen Überblick über mögliche Sanierungsvarianten inklusive Kostenauflistung.

 

Vorgehensweise Fördermittelbeantragung EnergieSystemhaus:

1. Finden Sie mit unserem Sanierungsrechner die passenden Sanierungsmaßnahmen um Fördermittel zu erhalten.

2. Finden Sie danach in unserer Handwerker-Suche einen Energieberater, der mit Ihnen die Sanierungsmaßnahmen bespricht.

3. Beantragen Sie gemeinsam mit Ihrem Energieberater die Fördermittel.

https://www.energieatlas.bayern.de/buerger/10000_haeuser_programm/energiesystemhaus.html

4. Beginnen Sie mit der Beauftragung der Handwerker erst nach dem Erhalt Ihres Fördermittelbescheids.

 

Programmteil Heizungstausch mit “HeizanlagenBonus“

Den “EnergieBonusBayern“ für den Heizkesseltausch kann man sich sichern wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Alter der Altanlage zwischen 25 und 30 Jahren
  • Altanlage noch funktionstüchtig
  • Altanlage unterliegt nicht der gesetzlichen Austauschpflicht
  • Ersatz durch Brennwertkessel (Öl oder Gas), einen Biomassekessel oder eine KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Hydraulischer Abgleich des Heizsystems erforderlich
  • Einbau einer hocheffizienten Heizungsumwälzpumpe

 

Der “HeizanlagenBonus“ beträgt zwischen 1.000 und 2.000 Euro, wenn die veraltete Heizung durch innovative Brennwerttechnik, eine Biomasse-Heizung oder durch eine KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) ersetzt und um eine Solaranlage ergänzt wird.

Die Förderung für den Ersatz des alten Heizkessels beträgt 1.000 Euro. Weitere 500 Euro Förderung erhält, wer die neue Heizung mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung koppelt. Ist die Solaranlage auch zur Heizungsunterstützung geeignet, dann steigt die Förderung auf insgesamt 2.000 Euro.

Heizungstausch

 

Durch die Kombination des “EnergieBonusBayern“ mit den Bundesprogrammen der KfW oder des BAfA entsteht so ein deutliches Plus für die bayerischen Bürgerinnen und Bürger.

Handwerkersuche starten

 

Finden Sie in unserer Handwerker-Suche erfahrene und geprüfte Heizungsfachbetriebe und Energieberater vor Ort. Diese können Ihnen nicht nur die Heizung fachgerecht tauschen, sondern Sie auch bei der Beantragung des HeizanlagenBonus und weiterer Fördermittel unterstützen.

 

 

Vorgehensweise Heizungstausch:

  1. 1. Finden Sie in unserer Handwerker-Suche einen Heizungsbauer aus Ihrer Region.
  2. 2. Füllen Sie den elektronischen Förderantrag für Ihren Heizungstausch aus.
  3. https://www.energieatlas.bayern.de/buerger/10000_haeuser_programm/heizungstausch.html
  4. 3. Beginnen Sie mit der Beauftragung des Heizungsbauers erst nach dem Erhalt Ihres Fördermittelbescheids.

 

 

Weitere Informationen zum Förderprogramm „EnergieBonusBayern“ finden Sie hier (PDF, 441,03 kB)

Anträge werden nur bis zur Ausschöpfung des jährlich für das 10.000-Häuser-Programm zur Verfügung stehenden Budgets angenommen. Die Bearbeitung erfolgt in der Reihenfolge der Antragsstellung. D.h. wer schnell seinen Antrag stellt, hat die größten Chancen die Förderzuschüsse zu erhalten.

 

Foto: Fotolia - Elena Schweitzer

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