Energielabel für die Heizung

 

Was sagt das Energieeffizienzlabel aus? Was ändert sich 2019?

Seit einigen Jahren sind sowohl Einzelkomponenten einer neuen Heizung als auch komplette Heizsysteme mit dem von Haushaltsgeräten bekannten Energieeffizienzlabel gekennzeichnet. Auch bestehende Kessel bekommen heute ein Label, um ihre Besitzer über den Energieverbrauch und ihre Einsparpotenziale zu informieren. Seit September 2019 gelten nun neue Richtlinien. Während sich die Skala der Effizienzklassen verändert hat, bleibt die Klasse bereits bewerteter Heizgeräte gleich.

 

 

Energieeffizienz ist ein Zusammenspiel aller Komponenten

Heizungen sind komplexe Systeme. Jede einzelne Komponente muss genau auf das Gesamtsystem abgestimmt sein. Nur dann kann eine optimale Energieeffizienz erreicht werden. Wärmeerzeuger und Warmwasserbereiter erhalten Produktlabel. Verbundlabel kennzeichnen die Energieeffizienz der gesamten Anlage. Abhängig von ihrem Alter erhalten aber auch alte Heizkessel ein Energieeffizienzlabel.

 

Auf welcher gesetzlichen Grundlage wird das Energielabel vergeben?

Hintergrund für das europaweit einheitliche Energielabel ist die EU-Verordnung zu Ökodesign und Energiekennzeichnung. Ziel der Ökodesign-Richtlinie ist es, die Umweltwirkungen von energieverbrauchsrelevanten Produkten (Energy-related Products, kurz ErP) unter Berücksichtigung des gesamten Lebensweges zu mindern. Dazu legt sie Anforderungen an das Produktdesign fest. Diese gelten auch für Heizkessel, Kamine und Warmwasserbereiter. 

 

Was genau zeigt ein Energieeffizienzlabel an?

Das in Ampelfarben gestaltete Etikett zeigt, wie effizient ein Heizgerät arbeitet. Dazu trägt es eine farbige Skala, die von dunklem grün (sehr sparsam) bis rot (sehr verschwenderisch) reicht. Neben dieser Farbkennzeichnung wird die alphabetisch angeordnete Effizienzklasse angezeigt. Geht es um die Raumheizungsenergieeffizienz, reicht die Skala dabei seit September 2019 von A+++ (sehr gut) bis F (sehr schlecht). Der Bewertungsbereich der Warmwassereffizienz reicht hingegen von A+ bis F. Bei Geräten, die sowohl der Raumheizung als auch der Warmwasserbereitung dienen, sind zwei Skalen zur Bewertung der Energieeffizienz auf dem Energielabel zu finden. Welche Klasse das jeweilige Heizgerät erreicht, erkennen Verbraucher dabei ganz einfach an einem schwarzen Pfeil.

Neben Informationen zur Energieeffizienz enthält das Energielabel übrigens auch Angaben zum Hersteller sowie die genaue Typenbezeichnung des Gerätes.

 

Energieeffizienzlabel für Heizungen und Warmwasserbereiter informieren aber auch über wichtige Produkteigenschaften. So zeigen kleine Piktogramme, ob es sich um ein Gerät zur Raumheizung und/oder zur Warmwasserbereitung handelt. Info-Kacheln am unteren Rand der Label geben außerdem Aufschluss über die Lautstärke, die Leistung und die Energiekosten der verschiedenen Heizgeräte.

 

Was sind Energieeffizienzpfeile und wo kommen sie zum Einsatz?

Neben dem vollständigen Energieeffizienzlabel für Heizungen gibt es seit September 2019 auch sogenannte Effizienzpfeile. Dabei handelt es sich um kleine Bilder mit einem Pfeil in der Farbe der erreichten Effizienzklasse, einem Buchstaben für die erreichte Klasse und einem Piktogramm für die Funktion der Geräte. Während ein Heizkörper für die Raumheizfunktion steht, symbolisiert ein Wasserhahn den Einsatz zur Warmwasserbereitung.

Abgedruckt werden die Energieeffizienz-Pfeile im Internet, in Katalogen oder anderen Medien mit begrenztem Anzeigeplatz. Sie fassen die wichtigsten Informationen des Energielabels zusammen und sollen so bereits auf den ersten Blick über die Effizienz der Heizgeräte informieren.

 

Was sagt das Energielabel über die zu erwartenden Heizkosten aus?

Auch wenn Hausbesitzer durch das Energielabel einige Informationen zur Heizung auf einen Blick erhalten: Die tatsächlichen Heizkosten lassen sich daraus nicht direkt ableiten. Denn diese hängen neben der Effizienz der Geräte vor allem auch von den örtlichen Rahmenbedingungen ab. Einflussfaktoren sind dabei zum Beispiel Verhaltensweisen der Nutzer, bauphysikalische Eigenschaften der Gebäude und die hydraulische Einbindung der Heizgeräte in das Heizungsnetz.

Für Hausbesitzer bedeutet das: Die Angaben auf dem Energielabel für Heizungen geben einen ersten Anhaltspunkt bei der Entscheidung für eine neue Heizung. Die Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsinstallateur ersetzen sie aber nicht.

 

Für welche neuen Geräte ist das Etikett Pflicht?

Eine Kennzeichnungspflicht mit dem Energieeffizienzlabel besteht für folgende neue Geräte und Kombinationen:

•    Heizkessel bis 70 Kilowatt (kW) Leistung
•    Warmwasserspeicher bis 500 Liter
•    Kombithermen bis 70 kW und 500 Liter (falls Heizung und Warmwasser in einem Gerät)
•    Blockheizkraftwerke bis 50 kW
•    Wärmepumpen
•    Festbrennstoffkessel (seit 1. April 2017)
•    Kamine und Kachelöfen, Pelletöfen (ab 1. Januar 2018)
•    Solarthermie-Anlage

 

Für welche Geräte gibt es noch keine Kennzeichnung

EU-Richtlinien für ein Energielabel gibt es noch nicht für Heizsysteme, die mit flüssiger oder gasförmiger Biomasse betrieben werden, beispielsweise Rapsöl oder Biogas. Ebenfalls existiert noch kein Energieeffizienzlabel für Festbrennstoffkessel, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen.

 

Welche Einstufungen beim Energielabel können Heizgeräte erreichen?

Aktuell erfolgt die Einstufung in den Kategorien A+++ bis F. Heizgeräte, die auf erneuerbare Energien setzen, erreichen dabei grundsätzlich eine bessere Energieeffizienzklasse.

 

  • Wärmepumpen werden besser eingestuft als andere Heizungen, weil sie mit der Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser erneuerbare Energien nutzen. Luft-Wärmepumpen erhalten in der Regel ein A++. Sole- und Wasser-Wärmepumpen können sogar ein A+++ erreichen.
  • Holzheizungen: Für Festbrennstoffkessel (Pelletkessel, Hackschnitzelkessel, Scheitholzvergaserkessel) gibt es seit dem 1. April 2017 ein eigenes Energielabel. Pelletkessel mit Brennwerttechnik können in der Regel eine A+++ Einstufung erhalten. Kamine und Öfen mit geschlossener Abgasführung erhielten zum 1. Januar 2018 ihr eigenes Energielabel. Ein mit Pellets betriebener Kaminofen kann dabei die Klasse A++ erzielen. Für Einzelraumheizgeräte ohne oder mit offener Abgasführung soll es ab 01.01.2022 ein eigenes Energieeffizienzlabel geben. Dieses wird dann von A++ bis G reichen.
  • Neue Ölheizungen und Gasheizungen erhalten in der Regel ein A.
  • Für Solarthermie-Anlagen gibt es kein eigenes Label. Die Einstufung der anderen Heizsysteme verbessert sich aber, wenn sie durch Solarwärme unterstützt werden. Auf diese Weise kann auch eine Gasheizung ein A+ erhalten, in der Warmwasserbereitung auch bis zu einem A+++.

 

Welche Effizienzlabel erhalten Verbundanlagen?

Wird nicht nur ein Einzelgerät montiert, sondern eine Kombination aus mehreren Geräten, spricht man von einer Verbundanlage. Hier zeigt ein kombiniertes Etikett die erreichte Energieeffizienzklasse. Für Verbundanlagen gibt es dabei drei verschiedene Energielabels – je nachdem, ob nur die Räume geheizt werden, ob nur eine Warmwasserbereitung stattfindet oder ob die Anlage zusätzlich auch warmes Wasser produziert. Für jede Kombination muss ein eigenes Heizungslabel erstellt werden.

Beispiele für Verbundanlagen:

•    Kombitherme für Heizung und Warmwasser inkl. Regelgerät
•    Öl-Brennwertkessel mit separatem Warmwasserspeicher
•    Gas-Brennwertkessel mit Solarthermie-Anlage
•    Heizkessel mit wasserführendem Kaminofen zur Heizungsunterstützung

 

Ergänzende Informationen zum eher plakativen Energieeffizienzlabel enthält ein technisches Datenblatt. Hier wird sowohl die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ des Heizgerätes wie auch die Gesamtenergieeffizienz einer Verbundanlage in Prozent angegeben. Je höher der Prozentsatz, desto effizienter.

 

Effizienz-Plus beim Energielabel durch eine moderne Heizungsregelung?

Energieeffizienzlabel berücksichtigen die Regelung bei der Ermittlung der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz mit einem prozentualen Effizienz-Zuschlag. So lässt sich beispielsweise mit dem Heizungsregler EasyControl für Buderus und Bosch Heizgeräte die Energieeffizienz des Heizgerätes um bis zu 5 Prozentpunkte erhöhen (in Verbindung mit drei Smart Home Thermostaten). Die Technik ermöglicht es, die Raumtemperaturen individuell einzustellen. Sie sorgt für weitere Einsparungen und das ganz ohne Komfortverluste.

 

Neues Energielabel auch für alte Heizungen Pflicht?

Seit dem 1. Januar 2017 erhalten auch alte Gas- oder Öl-Heizkessel eine Verbrauchskennzeichnung. Ob und wann sie diese bekommen, hängt dabei vom Baujahr der Heizgeräte ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Jahr Heizkessel, die ein Effizienzlabel vom Schornsteinfeger bekommen
2017 gebaut bis einschließlich 1991
2018 gebaut bis einschließlich 1993
2019 gebaut bis einschließlich 1995
2020 gebaut bis einschließlich 1997
2021 gebaut bis einschließlich 2001
2022 gebaut bis einschließlich 2005
2023 gebaut bis einschließlich 2008
2024 mindestens 15 Jahre alt

 

Um das Anbringen müssen sich Verbraucher übrigens nicht kümmern. Denn das übernehmen Schornsteinfeger bei ihren regelmäßigen Besuchen. Die Kosten trägt der Staat – Hausbesitzer müssen für die Leistung also nicht bezahlen.

Ziel der Energieeffizienzlabel für alte Heizungsanlagen ist es, Verbraucher über die Effizienz ihrer Kessel zu informieren. Diese erreichen oft nur die Klassen C oder D. Mit dem Bewusstsein, dass der alte Heizkessel weder beim Energieverbrauch noch bei der Umweltentlastung mit neuen Geräten mithalten kann, sollen Hausbesitzer zu einem Heizungstausch motiviert werde

 

Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH/DEPI/Umweltbundesamt/Verbraucherzentrale NRW
Foto: Europäische Kommission (Energy Labelling of Products)

 

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Beispiel Label Buderus neu 2019

Neu 2019

 

 

   
 

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