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Energielabel: Orientierungshilfe beim Kauf der Heizung

Energielabel: Orientierungshilfe beim Kauf der Heizung

Was sagt das Energieeffizienzlabel für Heizgeräte und Verbundanlagen aus?

Seit Ende September 2015 sind sowohl Einzelkomponenten einer neuen Heizung als auch komplette Heizsysteme mit dem von Haushaltsgeräten bekannten Energieeffizienzlabel gekennzeichnet. Seit Anfang 2017 erhalten auch alte Heizkessel, abhängig vom Baujahr, ein Energielabel. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über das Heizungslabel. Und wir klären, inwieweit es als Orientierungshilfe beim Neukauf oder einer Modernisierung der Heizung unterstützen kann.

 

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Heizungen sind komplexe Systeme. Jede einzelne Komponente muss genau auf das Gesamtsystem abgestimmt sein. Nur dann kann eine optimale Energieeffizienz erreicht werden. Wärmeerzeuger und Warmwasserbereiter erhalten Produktlabel. Verbundlabel kennzeichnen die Energieeffizienz der gesamten Anlage.

 

Auf welcher gesetzlichen Grundlage wird das Energielabel vergeben?

Hintergrund für das europaweit einheitliche Energielabel ist die EU-Verordnung zu Ökodesign und Energiekennzeichnung. Ziel der Ökodesign-Richtlinie ist, die Umweltwirkungen von energieverbrauchsrelevanten Produkten (Energy-related Products, kurz ErP) unter Berücksichtigung des gesamten Lebensweges zu mindern. Dazu legt sie Anforderungen an das Produktdesign fest. Somit auch für Wärmeerzeuger und Speicher.

 

Was genau zeigt ein Energieeffizienzlabel an?

Das in Ampelfarben gestaltetet Etikett reicht von dunklem grün (sehr sparsam) bis rot (sehr verschwenderisch). Neben der Farbskala wird die alphabetisch angeordnete Effizienzklasse angezeigt. Sie gibt Aufschluss über den Energieverbrauch des entsprechenden Heizkessels oder Warmwasserbereiters. Die besten Wärmeerzeuger sind in der Effizienzklasse A++ eingruppiert, die schlechtesten in der Klasse G. Warmwasserbereiter sind seit September 2017 in den Klassen A+ bis F eingeteilt. Dient ein Warmwasserbereiter sowohl der Trinkwassererwärmung als auch der Heizungsunterstützung, sind beide Funktionen separat gekennzeichnet. Ein schwarzer Pfeil markiert die Energieeffizienzklasse deutlich sichtbar. Daneben erhält das Energielabel Angaben zum Hersteller sowie die genaue Typenbezeichnung des Gerätes.

Energielabel für Heizungen

Foto: Energielabel für Heizungen und die Erklärung. l Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH

 

Piktogramme weisen auf unterschiedliche Funktionen hin, beispielsweise visualisiert ein Heizkörper die Heizungsfunktion. Weiterhin erhält das Energieeffizienzlabel Angaben zur Leistung des Gerätes in kW sowie zum Betriebsgeräusch in dB.

 

Was sagt das Energielabel über die zu erwartenden Heizkosten aus?

Auch wenn Hausbesitzer durch das Energielabel einige Informationen zur Heizung auf einen Blick erhalten – die späteren Heizkosten lassen sich daraus nicht ableiten. Die Angaben auf dem Energielabel können ein erster Anhaltspunkt bei der Entscheidung für eine neue Heizung sein, die Beratung durch einen Energieberater oder Heizungsinstallateur ersetzen sie aber nicht. Wie effizient eine Heizung tatsächlich arbeitet, entscheiden nicht unerheblich die Rahmenbedingungen. Die Größe des Hauses, die Anzahl der Bewohner, der energetische Zustand der Bausubstanz, mögliche geplante Sanierungsmaßnahmen – alle diese Faktoren müssen bei der Auswahl der passenden Heizung berücksichtigt werden. Hausbesitzer sollten sich also nicht allein auf die Angaben auf dem Energieeffizienzlabel verlassen, sondern zusätzliche Informationen einholen.

 

Für welche neuen Geräte ist das Etikett Pflicht?

Eine Kennzeichnungspflicht mit dem Energieeffizienzlabel besteht für folgende neue Geräte und Kombinationen:

 

Für welche Geräte gibt es noch keine Kennzeichnung?

EU-Richtlinien für ein Energielabel gibt es noch nicht für Heizsysteme, die mit flüssiger oder gasförmiger Biomasse betrieben werden, beispielsweise Rapsöl oder Biogas. Ebenfalls existiert noch kein Energieeffizienzlabel für Festbrennstoffkessel, die ausschließlich zur Warmwasserbereitung dienen.

 

Welche Einstufungen beim Energielabel können Heizgeräte erreichen?

Aktuell erfolgt die Einstufung in den Kategorien A++ bis G. Ab August 2019 gelten verschärfte Bedingungen. Dann reicht die Skala bei Heizungen von A+++ bis D. Bei der Einstufung werden Heizsysteme mit erneuerbaren Energien bevorzugt:

  • Wärmepumpen werden besser eingestuft als andere Heizungen, weil sie mit der Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser erneuerbare Energien nutzen. Luft-Wärmepumpen erhalten in der Regel ein A++. Die Sole- und Wasser-Wärmepumpen können ab 2019 sogar ein A+++ erreichen.
  • Holzheizungen: Für Festbrennstoffkessel (Pelletkessel, Hackschnitzelkessel, Scheitholzvergaserkessel) gibt es seit dem 1. April 2017 ein eigenes Energielabel. Pelletkessel mit Brennwerttechnik können in der Regel eine A++ Einstufung erhalten.  Kamine und Öfen mit geschlossener Abgasführung erhalten zum 1. Januar 2018 ihr eigenes Energielabel. Ein mit Pellets betriebener Kaminofen kann dann eine Einstufung A++ erzielen.
  • Neue Ölheizungen und Gasheizungen erhalten in der Regel ein A.
  • Für Solarthermie-Anlagen gibt es kein eigenes Label. Die Einstufung der anderen Heizsysteme verbessert sich aber, wenn sie durch Solarwärme unterstützt werden. Auf diese Weise kann auch eine Gasheizung ein A+ erhalten, in der Warmwasserbereitung auch bis zu einem A+++.

 

Welche Effizienzlabel erhalten Verbundanlagen?

Wird nicht nur ein Einzelgerät montiert, sondern eine Kombination aus mehreren Geräten, spricht man von einer Verbundanlage. Hier wird die Energieeffizienz in einem sogenannten kombinierten Etikett abgebildet. Für Verbundanlagen gibt es drei verschiedene Energielabels – je nachdem, ob nur die Räume geheizt werden, ob nur eine Warmwasserbereitung stattfindet oder ob die Anlage zusätzlich auch warmes Wasser produziert. Für jede Kombination muss ein eigenes Heizungslabel erstellt werden.

Beispiele für Verbundanlagen:

  • Kombitherme für Heizung und Warmwasser inkl. Regelgerät
  • Öl-Brennwertkessel mit separatem Warmwasserspeicher
  • Gas-Brennwertkessel mit Solarthermie-Anlage
  • Heizkessel mit wasserführendem Kaminofen zur Heizungsunterstützung

 

Ergänzende Informationen zum eher plakativen Energieeffizienzlabel enthält ein technisches Datenblatt. Hier wird sowohl die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ des Heizgerätes wie auch die Gesamtenergieeffizienz einer Verbundanlage in Prozent angegeben. Je höher der Prozentsatz, desto effizienter.

 

Effizienz-Plus beim Energielabel durch eine moderne Heizungsregelung?

Energieeffizienzlabel berücksichtigen Regelungen bei der Ermittlung der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz mit einem prozentualen Effizienz-Zuschlag. So lässt sich mit dem Heizungsregler EasyControl für Buderus- und Junkers-Heizgeräte die Energieeffizienz des Heizgerätes um bis zu 5 weitere Prozentpunkte erhöhen (in Verbindung mit drei Smart Home Thermostaten). Damit kann die Raumtemperatur individuell eingestellt werden. Ohne auf Komfort zu verzichten, sind so weitere Einsparungen möglich.

 

Neues Energielabel auch für alte Heizungen Pflicht?

Seit dem 1. Januar 2017 erhalten alte Gas- oder Öl-Heizkessel, abhängig vom Baujahr, eine Energieverbrauchskennzeichnung. Diese für den Hausbesitzer kostenfreie Nachetikettierung mit dem Energielabel für Altanlagen wird vom Schornsteinfeger durchgeführt. Damit sollen Hausbesitzer besser über die Energieeffizienz ihrer alten Heizung informiert werden, die in der Regel nur ein C oder D erhält. Mit dem Bewusstsein, dass der alte Heizkessel weder beim Energieverbrauch noch bei der Umweltentlastung mit neuen Geräten mithalten kann, soll der Hausbesitzer zu einem Heizungstausch motiviert werden. Für das Labeling der Altgeräte gelten Fristen. 2017 werden alle Altgeräte bis einschließlich 1991 etikettiert. 2018 erfolgt eine Etikettierung auf Heizgeräten bis einschließlich 1993. Spätestens 2024 erhalten dann alle Altgeräte, die älter als 15 Jahre sind (2009), das Energieeffizienzlabel für Altgeräte.

Jahr Heizkessel, die ein Effizienzlabel vom Schornsteinfeger bekommen
2017 gebaut bis einschließlich 1991
2018 gebaut bis einschließlich 1993
2019 gebaut bis einschließlich 1995
2020 gebaut bis einschließlich 1997
2021 gebaut bis einschließlich 2001
2022 gebaut bis einschließlich 2005
2023 gebaut bis einschließlich 2008
ab 2024 mindestens 15 Jahre alt

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH/DEPI/Umweltbundesamt/Verbraucherzentrale NRW
Foto: Europäische Kommission (Energy Labelling of Products)

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