Einige Fachbegriffe gehören schon dazu, um als Hausbesitzer alle Details rund um Dämmung und Dämmstoffe verstehen und bewerten zu können. Hier ein kleiner Überblick über U-Wert, Wärmebrücke, Taupunkt und weitere wichtige Fachbegriffe.

 

Baustoffklasse für Dämmstoffe

In der DIN 4102 werden Baustoffe und damit auch Dämmstoffe nach ihrem Brandverhalten eingeteilt. Die Baustoffklasse A umfasst nicht brennbare Baustoffe - A1 und A2 stehen für nicht brennbar. Die Baustoffklasse B sind brennbare Baustoffe nach der Entflammbarkeit unterteilt: B1 steht für schwer entflammbar, B2 bedeutet normal entflammbar und B3 steht für leicht entflammbar. Dämmstoffe der Baustoffklasse B3 dürfen seit Ende 1979 nicht mehr im Bauwesen verwendet werden. Dämmstoffe der Baustoffklasse A verlängern die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen und leisten damit eine wertvolle Hilfe im Brandfall.

 

Die Dampfbremse bei der Dämmung

Die Dampfbremse ist eine Folie, die auf der Innenseite der Dämmung angebracht wird, um das Diffundieren von Wasserdampf und damit die Entstehung von schädlichem Tauwasser innerhalb des Bauteils einzuschränken. Der Diffusionswiderstand bei Dampfbremsen gibt an, wie viel Widerstand ein Bauteil gegen Durchdringung von Feuchtigkeit bietet. Ein variabler Diffusionswiderstand erlaubt eine wechselnde Durchlässigkeit, je nach Jahreszeit und Temperatur. Dies bietet besondere Sicherheit gegen Bauschäden.

 

Auf die Dampfsperre achten

Als Dampfsperre bezeichnet man eine in Wand, Decke oder Dach auf der warmen Seite eingebaute, wasserdampfdichte Folie, die Wasserdampfdiffusion durch das jeweilige Bauteil und damit die Durchfeuchtung völlig unterbindet.

 

Der Diffusionswiderstand

Der Fachbegriff Dampfdiffusion beschreibt die Ausbreitung feuchtehaltiger Luft durch ein Bauteil. Wasserdampf - etwa beim Duschen im Bad oder beim Kochen - wandert immer vom wärmeren zum kälteren Bereich. Bei einem Haus somit von innen nach außen. Außenwände, Decken und Dächer sollten deshalb innen dampfdichter sein als außen. Das verhindert, dass der im Innenraum entstehende Wasserdampf in die kältere Schicht der Außenbauteile gelangen kann und dort als Feuchtigkeit kondensiert. Sonst können massive Bauschäden entstehen.

 

Die EnEV einhalten

Sie begegnet Hausbesitzern beim Thema Dämmstoffe und Dämmung oft – die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, aktuell in der Fassung 2014. In ihr ist festgehalten, welche Vorgaben Hausbesitzer bei einer Dämmung beachten müssen. Konkret sind die maximalen U-Werte vorgeschrieben, die Dach, Außenwand oder Kellerdecke nach der Dämmung noch erreichen dürfen.

 

Höchstwerte für U-Werte bei einer Sanierung (Quelle: EnEV)

Einheit: W/m2K

Außenwand
0,24
Kellerwand 0,30
Fenster
1,3
Dachschräge
0,24

 

Den Taupunkt niedrig halten

Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft. Übersteigt der Sättigungsgrad 100 Prozent, so kondensiert die Feuchtigkeit. Kondensation am Fenster nach dem heißen Duschen ist ein Beispiel, das alle kennen. Gerade an Fenstern und Außenwänden ist die Temperatur im Winter oft deutlich geringer als die allgemeine Zimmertemperatur. Durch diese geringere Temperatur steigt die relative Luftfeuchte an diesen Bauteilen stark an und der Taupunkt wird schneller erreicht. Der Punkt, an dem der Luftsättigungsgrad 100 Prozent beträgt, heißt Taupunkt. Je wärmer die Luft, umso höher liegt deren Taupunkt-Temperatur. Schimmel bildet sich nicht erst, wenn die Taupunkt-Temperatur erreicht ist, sondern schon ab einer relativen Luftfeuchte von circa 70 - 80 Prozent über mehrere Tage. Ohne eine Dämmung der Wand von außen kommt es in älteren Häusern oft durch die kondensierte Feuchtigkeit zu Schimmelbefall.

 

Den U-Wert mit Dämmung senken

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Er wird im Wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und Dicke der verwendeten Materialien bestimmt. Je kleiner der U-Wert ist, umso besser ist ein Bauteil (also zum Beispiel eine komplette Außenwand oder oberste Geschossdecke) gedämmt. Eine aufgebrachte Dämmung senkt den U-Wert eines Bauteils.

 

Blower-Door-Test

Mit einem Blower-Door-Test wird die Luftdichtheit eines Hauses gemessen. Dafür wird in der Haustür ein Ventilator installiert, welcher zuerst Unterdruck und dann Überdruck erzeugt. Dadurch lässt sich messen, an welchen Stellen undichte Ritzen oder Fugen vorhanden sind durch die unnötige Heizluft hinausströmt.

 

Beispielhafte U-Werte für EFH Baualtersklasse 1958-1968

(Quelle: Gebäudetypologie Deutschland, IWU)

Einheit: W/m2K

Außenwand 1,44
Kellerwand
1,7
Fenster 2,9 (2 Scheiben Verglasung)
Kellerdecke 0,97
Dachschräge 0,92

 

Wärmebrücken und Schimmel vermeiden

Wärmebrücken sind Stellen der Baukonstruktion, an denen Wärme schneller nach außen abfließt als an angrenzenden Bauteilen, das kann Feuchtigkeit und Schimmel zur Folge haben. Mit Thermographie lassen sich Wärmebrücken einfach und schnell entdecken. Klassische Wärmebrücken sind die Anschlussstellen von Decken, Fenstern und Balkonen. An diesen Stellen treffen Bauteile mit unterschiedlicher Dämmwirkung aufeinander. Beseitigt werden Wärmebrücken mit einer Dämmung, am effektivsten mit einer Außendämmung.

 

Auf eine niedrige Wärmeleitfähigkeit achten

Die Wärmeleitfähigkeit gibt an wie viel Wärme durch einen Baustoff hindurchgeht. Sie wird gemessen in der Einheit W/mK. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit ist, umso besser ist die Dämmwirkung.

Ab einer Wärmeleitfähigkeit von 0,1 W/mK und kleiner gilt ein Baustoff als Dämmstoff. Typische Dämmstoffe erreichen Werte von 0,04 bis 0,032 W/m²K. Hochleistungsdämmstoffe wie beispielsweise Vakuumdämmpanelle (VIP) haben sogar Lambda-Werte von nur 0,006 W/m²K.

Wichtig: Bestimmte Dämmstoffe können mit geringerer Wärmeleitfähigkeit die gleiche Dämmwirkung mit einer dünneren Dämmung erreichen!

 

Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) / Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)

Dämmstoffe werden eingeteilt nach Wärmeleitfähigkeitsstufen (WLS) (oder auch nach Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG)). Je kleiner die WLS / WLG, umso besser dämmt der Dämmstoff und umso dünner kann die Dämmung ausfallen.

Beispiel: ein Lambda Wert von 0,035 ist eine WLS von 035.

 

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Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH
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